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Working Nine to Five ... Macht mal ...


Working Nine to Five ... Macht mal Nine to Twelve draus *g* dieser Monat hat es echt gewaltig in sich. Mich erstaunt es immer wieder, dass Leute beleidigt sein können wegen einer “fehlenden” Geburtstagsparty, die einen selbst noch nie, nie, nie auch nur zu einem Milchkaffee eingeladen haben. In den letzten 15 bis 20 Jahren habe ich so viele “rauschende Feste” aller Größenordnungen gegeben. Aber als ich (das erste Mal) krank war und der laute lärmende lustige Bekanntenkreis sich im Nu auf ein paar wirklich nette Leute reduzierte - das war genau so ein Aha-Erlebnis wie eine Party, auf der ich vor Schmerzen kaum noch vorwärts kam, aber rund 80 Prozent der verehrten Gäste nicht mal ein verwöhntes Fingerlein rührten, um auch nur einen Teller in die Küche zu bringen. Wenn ich mir jetzt anhören muss “Du bist ja nie mehr im Chat/ICQ und man hört fast nie von Dir!” dann kann ich nur sagen, dass Bekannte, die sich lohnen, auch mal warten können. Tue ich ja schliesslich auch, wenn jemand wenig Zeit hat. Surfen schaffe ich momentan zeitlich nicht, aber Mails schreibe ich so viele, wie ich zwischendurch schaffe. Ehrlich ;-)

Für mich persönlich hat es sich übrigens gelohnt, dass ich die Füsse hochgelegt habe, sobald ich nicht gearbeitet habe. Sie sind zwar nicht ausgeheilt, aber schon wieder etwas besser geworden. Wunderheilungen gibt’s wohl nicht :-)

In der Zeit habe ich meinen Bücherstapel in Angriff genommen. Ich wollte mal wieder etwas lesen, das ich nicht lesen “muss”, weil es jemand mir Bekanntes geschrieben hat *gggg* obwohl ich daran auch Spaß habe. Also konsumierte ich in einem großen Zug:

Die weiße Massai von Corinne Hofmann.
Kurz und mittelprächtig: Ich war enttäuscht. Da klebt dieses Buch unter den ersten 100 Plätzen bei Amazon und hört sich mindestens so abenteuerlich an, als wäre nach guter alter Tarzan-Tradition eine weiße Frau bei den Massai aufgewachsen und hätte dann die Gelegenheit gehabt, einen intelligenten Vergleich beider Kulturen zu ziehen. Die liebe Corinne gehört aber nur zu den Weibsbildern, die immer und ohne Nachzudenken jeder noch so existenzgefährdenden Laune nachgeben müssen, und das grundsätzlich, ohne die Wirkung auf andere Betroffene zu überdenken.

Die Story: Schweizer Blondine fährt mit Freund in Afrika-Urlaub, sieht Massai-Krieger und verliebt sich “unsterblich”. Großer schwarzer Mann entdeckt spontan, dass die reiche Touristin sicher auch die Liebe seines Lebens ist - allerdings erst, als Corinne wiederkommt, nachdem sie zuhause erst mal alles zu Geld gemacht hat, das sie besitzt, um fortan bei ihrem Massai zu hausen. Dort ist alles voller Fliegen, ziemlich dreckig und sie ist ständig krank. Wow, was für eine Überraschung. Sie hockt also mit ihm in der Buschhütte, verbraucht nach und nach alle finanziellen Reserven und quält ihre Leser mit unendlich detaillierten Schilderungen, wann welcher Reifen am Landrover platzte, welcher Massai-Krieger zu Besuch war und wo und wann welcher Nachbar Zucker kaufte. Nie gibt es genug zu essen, immer ist Corinne krank und der Massai irre eifersüchtig. Wen wundert es da, dass sie irgendwann das gemeinsame Kind nimmt und nach Hause “flieht”.

Fazit: Ein Afrika-Fan wird immerhin einige Informationen aus dem Buch ziehen. Heillos romantische Gemüter mögen bitte bedenken, dass diese Familiengründung langfristig auch für den Mann und das gemischtrassige Kind ganz sicher nicht besonders lustig gewesen ist. Mich hat sie gereizt gemacht, diese “blonde” Frau - oder war es der naive Schreibstil? So oder so, das Buch wird bei nächster Gelegenheit verschenkt. An einen Offliner *grins* :-)

Donnerstag, 13. Juli 2000 um 10:00 PM
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