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Stöckchen Weitwegwurf « | » Vor-Nikolaustag

Nein. Es ist nix.

Die vielen Blog-Einträge, die ich nicht schreibe, handeln von den Menschen in dem großen Haus und den Begegnungen unterwegs auf den Straßen und der Datenautobahn. 

Ich schreibe nicht über den großen schwarzen Hund aus dem ersten Stock und wie er auf Kenzo traf und das ganze Katzenfutter fraß oder dass der Kater sich später stundenlang schnurrend auf der Stelle wälzte, auf der Nedrick gesessen und ihn angeknurrt hatte.

Überhaupt nicht erwähnen möchte ich die Rosine, die ich in der S-Bahn traf und die mich unentwegt von oben bis unten musterte. Nach einer Weile identifizierte ich das runzlige Männchen im schwarzen Mantel mit weißem Käppi als orientalischen Opa, ungefähr dreimal so alt, halb so groß und ein Drittel so schwer wie ich – wahrscheinlich hat die verbotene Erotik meiner offen wallenden Mähne über 18cm geöffnetem Ausschnitt ihm einen solchen Kulturschock verpasst, dass ihm komplett entfallen ist, wie ungehörig das Anstarren unzüchtig aufgemachter Damen ist. Finster starrte er mich an, finster starrte ich zurück. Dann dachte ich mir »ach, was soll’s« und lächelte ihn strahlend an. Entsetzt starrte er zurück, brachte irgendwie ein recht starres Grinsen zustande und verließ an der nächsten Haltestelle brabbelnd den Zug, vermutlich um zu den Katholiken überzutreten. Aber darüber schreibe ich gar nicht.

Die neue Bettdecke ist kein Thema mit ihren 220x240 cm, von denen ich mir einen kuschelig-geräumigen ungestörten Aufenthaltsort versprach und die ich jetzt doch immer mit der ganzen Bande teilen muss. Auch mit denen, die einen anderen oder eigentlich keinen Wärmebedarf haben oder ein Körbchen mitbringen wollen. Kein Thema, ehrlich.

Kein Thema sind die Pfeffernüsse, die ich backen möchte. Ganz schlichte, ganz einfache Pfeffernüsse, mir fehlt nur das Hirschhornsalz, das hole ich mir aber gleich noch.

Ebenso wenig möchte ich darauf eingehen, dass ich einen dieser äußerst fiesen Tiefengrundpickel am Ohr habe, die sich immer wieder mit Eiter füllen, egal wie oft man hineinpiekst, ihn ausquetscht oder klug völlig in Ruhe lässt. In der zartesten Haut, am Ohrläppchen, beginnt der so genannte Kraterpickel gerne ganz tief innen mit einem harten Kern. Wenn man ihn bemerkt, ist es längst zu spät, denn auf verhärtendem Talg tief im Gewebe prangt dann schon eine eitrige Entzündung, die sich dort hartnäckig mindestens zwei Wochen lang amüsiert. Immer wieder neu füllt. Explosionsartig austretender Eiter, oder große Eitertropfen, Eiter-Blut-Gemisch … es hat gute Gründe, dass ich über diesen unter Make-up so unscheinbaren Pickel nicht schreiben will.

Am allerwenigsten aber möchte ich darüber schreiben, dass nette kleine 10jährige Mädchen von ihren Lehrerinnen, Ärzten und Müttern gesagt bekommen, dass sie bedenklich übergewichtig sind, wenn diese hübschen 10jährigen Mädchen dünne Ärmchen, dünne Beinchen, schmale Schultern, ein kleines Gesicht und tatsächlich nur ein bisschen Babyspeck am Bauch haben, also keinesfalls irgendwelches tatsächliches Übergewicht mit sich herumschleppen. Denn dann werde ich wütend und möchte Sportpädagoginnen den Kiefer brechen, wenn ich höre, dass diese einem kleinen Kind - das übrigens topfit ist, rund um die Uhr Sport treibt, rennt, spielt, reitet und radfährt und mehrmals täglich drei Stockwerke hoch steigt - ins Gesicht sagt, dass es ja ganz erstaunlich sei, wenn so ein dickes Kind die Übungen beim Geräteturnen überhaupt noch machen kann.

Aber darüber schreibe ich ja nicht.

Montag, 04. Dezember 2006 um 03:20 PM
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“Submarinos” nennte ich diese Pickel (keine Ahnung, warum ausgerechnet spanisch), wenn Du über sie schriebst. Was Du diskreterweise nicht tust.
Während sich mein Herz für die vermutlich unrettbare Zehnjährige zusammenzöge, ließest Du diese schreckliche Geschichte raus.

Kaltmamsell  am  04. Dezember 2006

gut, dass du zu all den themen nichts geschrieben und auch keine eigene meinung hast. damit habe ich auch keinen kommentar abgegeben und fand es auch nicht amüsant, in anderer leute “privat”-leben zu stöbern ;-))
gehe auch nicht davon aus, dass du dem kleinen, dicken mädchen moralischen beistand leistest und auf dem weg zum ‘popstar’ hilfst.

p.marlowe  am  05. Dezember 2006

Du hast schon lange nicht mehr so wenig nicht geschrieben! ;-)

So, bin ich froh, dass ich nicht um Kenzo zittern musste, nicht an diese fiesen Pickel erinnert worden bin, auch hätte ich mich über soviel Deckennaivität einer jahrelangen Katzenbesitzerin gewundert, hättest Du von der neuen Decke geschrieben und müsste gleichzeitig mit zur Waffe greifen, wenn ich das von diesen dummen mediengesteuerten Müttern und Lehrerinnen höre…

creezy  am  05. Dezember 2006

und ich schreibe auch etwas nicht: dass ich dieser große schwarze hund war. denn sowas würde ich nie tun, kleinen katern das katzenfutter wegfressen. nein. ich würde sie erst eine runde scheuchen und dann das zeug mampfen. außerdem bin ich gar nicht so groß und auch nur teilweise schwarz.

cheers,
mccoy
ps: katzenfutter ist viel leckerer als hundefutter. die welt ist ungerecht.

mccoy  am  05. Dezember 2006

mccoy schrieb: katzenfutter ist viel leckerer als hundefutter. die welt ist ungerecht.

Den zweiten Teil würden meine Katzen sofort unterschreiben, dem ersten auf das Heftigste widersprechen, sich auf den Weg zum Hundenapf machen und versuchen, dem Hund (der immerhin das Fünffache des großen Katers wiegt) das Futter unter der Schnauze weg zu stibitzen. Und gegen zwei eingespielte Kater hat ein Hund keine guten Chancen ;-)

feli  am  05. Dezember 2006

Creezy: Die Katzen sind nicht das Problem! Es ist dieser 190cm lange Kerl, der so warm ist, dass er keine Decke braucht. Während ich so kühl bin, dass ich eine extra warme brauche ...

McCoy: Wuff!

melody  am  06. Dezember 2006
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