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Gnadenlos. « | » Erst mal wieder offline

Kein Wort

“... kein Wort über den Säuglingsvater, der dreimal !!! bis oben gerannt ist, um sicher zu sein, dass die drei heil runterkommen. Der versteht übrigens was vom Entwurzeltsein - er ist 94 aus dem Kosovo geflüchtet. Kein Wort über unseren Ghanaer, der sich hier eine kleine Existenz aufgebaut hat und seinem Vater jeden verfügbaren Cent schickt, damit der seinen Arzt bezahlen kann. Und auch kein Wort über den gegenüber wohnenden Rettungssanitäter, der aus seiner Freizeit heraus zielsicher in unseren Keller gerannt ist, um die Hauptgasleitung zu schließen.”

Weil wir nichts davon wussten.

Wir sind rausgestolpert und alles danach ist ein verschwommener Alptraum, der viele Stunden anhielt. Wir wussten das nicht.

Weil wir seit diesem Tag letzte Woche keine Sekunde Zeit hatten, uns darüber zu informieren, was im Haus sonst noch geschah und jedes Mal, wenn eine Sekunde Ruhe einkehrt, passieren neue Sachen, um die man sich kümmern musste, unter anderem zigtausend Dinge, eben damit möglichst schnell saniert werden kann.

Damit die anderen ihre Wohnungen wiederbekommen und nicht mehr durch uns “belästigt” werden, wir rotieren genau deswegen doch so, damit es schnellstens weitergeht.

Und wenn man uns aktiv behindert, geht es nicht schneller.

Samstag, 17. Juli 2010 um 08:29 AM
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Ihr werdet die Zeit finden, an die Helfer der ersten Stunde zu denken, wenn ihr wieder ein bischen Boden unter den Füßen habt und ein wenig Ruhe für euch einkehrt. Jetzt seit doch erst einmal nur ihr wichtig. Sie werden es verstehen.

Und denen, die euch Steine in den Weg legen, wünsche ich in der Not Mitmenschen, mit genauo wenig Herz, wie sie selbst es haben. Unglaublich sowas.

Allerleirauh  am  17. Juli 2010

Mir wirds da grade echt zynisch ums Herz.

Wir konntet ihr euch denn das nur erlauben, Carola? Keuchend aus dem Haus zu stolpern, statt huldvoll den Rettern zuzuwinken und euch ihre Namen für die folgenden Danksagungen, Pralinengrüße, Blumensendungen und Kniefälle zu notieren?
Natürlich müsst ihr das doch alles wissen und wenn da eine Mail kommt muss das auch zackzack erledigt werden.
Hast doch alle Zeit der Welt, jetzt wo du sowieso nicht arbeiten kannst.

Mela  am  17. Juli 2010

Carola, willst Du Deine Energie wirklich auf übliches Gemenschle verschwenden?

Das Gute daran ist zu wissen, dass die Menschen, deren Heldentum von einem Einzigen (!) als angeblich von Euch nichtbenannt dargestellt wurde, um Eure akute Situation genau Bescheid wissen und auch sehr genau wissen, dass Ihr auf sie zukommen werdet, sobald ein Hauch von Luft ins Chaos zieht.

Die haben diese Egoprobleme einiger Kommentatoren nicht. Die sind froh, dass sie helfen konnten. Es gibt auch nicht so wenige Menschen, denen genau das völlig ausreicht. Denen Erwähnung unlieb ist. Danksagung unangenehm. (Was nicht heißt, dass man es nicht tun sollte.)

Weiß A. vielleicht noch nicht.

Kopf hoch!

creezy  am  17. Juli 2010

Schwafeln lassen. Einfach alle schwafeln lassen. Die einen oder anderen haben noch nicht begriffen, daß Dir die Hilfsbereitschaft Deines sozialen Netzwerkes nicht einfach so zuteil wird, sondern Du nur zurückbekommst, was Du selbst uns allen über Jahre und Jahrzehnte hinweg gegeben hast. Da kann es dann schon mal sein, daß der eine oder andere Fehlgeleitete davon ausgeht, ihm stünde automatisch Gleiches zu, obwohl wir ihn nicht einmal kennen. Der Grund für diese Annahme ist mir zwar schleierhaft, aber Fakt ist nun mal, daß es auch in diesem Fall aus dem Wald herausschallt, wie man zuvor hineingerufen hat. Und da kommt für Dich und Deine Familie nun mal eine Welle an Hilfsbereitschaft zurück.

Tja. C’est la vie, liebe Neider. Sein soziales Netz muß sich schon jeder selber stricken.

Ute  am  17. Juli 2010

Kein wort über die traumatisierte kleine Tochter, die schnell wieder ein Heim benötigt. Deren Mutter übrigens schwer krank ist, wenn es stimmt, was Mela sagt und als Freiberuflerin um ihre Existenz kämpfen wird nunmehr. Kein Wort darüber, dass diese Familie seit Tagen ihr Bestes gibt, alles so schnell wie möglich zu regeln und kein Wort darüber, wie schlimm es doch sein muss, obendrein auch noch solche Nachbarn wie André zu haben.

Jan  am  18. Juli 2010

Ihr Lieben, haltet doch mal den Ball flach. André konnte seine Situation darstellen, Carola hat dadurch Dinge erfahren, die sie noch nicht wußte und wird sich um alles nötige kümmern, sobald sie den Kopf dafür frei hat.

Alle müssen auch künftig unter einem Dach leben, da sind Beschimpfungen der Nachbarn, die letztlich auf Melody zurückfallen, nun wirklich wie Öl ins Feuer gießen.

Sanníe  am  20. Juli 2010

@Sannie: Da gebe ich Dir unumwunden recht. Zumal nach den Kommentaren und Aktionen einiger ihrer Nachbarn das Zusammenleben ohnehin nicht mehr ohne Knacks möglich sein wird. Da kann man bestenfalls noch auf Neutralität im Umgang miteinander hoffen.

Die Nachbarskommentare hier waren ja schon bezeichnend. Aber die Aktion mit dem Adresszettel ist ja wohl der Oberhammer. Runtergefallen ist der sicherlich nicht - denn was Carola macht, das macht sie gründlich. Und wenn es nur das Festkleben eines für sie wichtigen Zettels ist.

Ute  am  20. Juli 2010
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