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Gibt es eigentlich inzwischen Handtuchclips? Also eine ...

Gibt es eigentlich inzwischen Handtuchclips? Also eine anständig zupackende Spange, die man zwischen Brustbein und Frottee rammen kann, damit das Badetuch, in das man sich gewurstet hat, nicht alle 48 Sekunden neu drapiert werden muss? Wenn nicht, so erfinde man sie bitte jetzt. Es nervt. Das ist mir früher nie bewusst geworden, aber das lag daran, dass die meisten Handtücher sich aufgrund von Stoffmangel nicht mehrfach um mich drapieren liessen. Dass das jetzt mühelos geht, liegt nicht an verschwindendem Umfang meinerseits, sondern daran, dass die Deutschen täglich fetter werden und das jetzt sogar der “Markt” gemerkt hat und viele Produkte anpasst. Nach Jahren der Idiotie, wohlgemerkt, in denen erwachsene Frauen ab Kleidergröße 42 zu verzweifelten Klopsen degradiert wurden, die Kleinkindermode anprobieren mussten.

Die einen können besser hungern. Das sind die, welche ab einem bestimmten Alter mit Osteoporose und herausfallendem Beisswerk stolz auf einen Stoffwechsel zurückblicken, den sie tapfer so trainiert haben, dass eine normale Mahlzeit wie ein Festgelage entgegengenommen wird. Nicht dass irgendwen dann noch das Ergebnis interessiert, aber immerhin: Zähne und Hirn sind weg, aber die Figur - ja, die “Figur”, die ist noch da. Herzlichen Glückwunsch, übrigens.

Die anderen, die können es nicht, das Hungern - und machen Plöpp wie ein feister, fetter Hefeteig, wenn das erste Kind kommt, die erste Krankheit, das erste Jahr ab 35 und so weiter. Die sind einerseits entsetzt, dass sie nicht gut genug hungern können für die erste Liga, andererseits ganz froh darüber, dass es jetzt ja doch irgendwie egal ist, wenn sie alles in sich reinfuttern. Außerdem haben sie jetzt endlich ein Thema zum Besprechen, Bejammern und Bedauern, für manche ist das echt sehr schön. Kann auch ein gutes Ziel sein, denn wenn alles andere im Leben gut läuft, so kann man sich immer noch selbst damit beschweren, dass es zuviel von einem selbst gibt. Sonst, ja was wäre eigentlich sonst? Wir werden es nie erfahren. Glückwunsch auch hier.

Dann gibt es noch die von “Natur aus Dünnen”, aber hier konkret jene, die stolz die Gabe (?) der Natur mit einer ihnen eigenen Qualifikation verwechseln. Sie leben in ständiger Gefahr, ohne es zu wissen. Dabei kann es ihnen jederzeit passieren, dass ein frustrierter Moppel ihnen die klapperigen Knochen mit einem Doppelwhopper zertrümmert. Nichts kotzt mehr an als zum fünfundzwanzigsten Mal “ach ich bin so froh, dass ich essen kann, so viel ich will ....” und ständiges “bei mir setzt halt nichts an, seufz”. Männer mögen Titten, kapiert? Schweres, pralles Fleisch, keine Hängeläppchen. Möchte ich sagen, tue es aber nie. Denn rein technisch betrachtet weiß ich, dass es auch Männer gibt, die nicht mal hingucken, wenn sich ordentlich was wölbt. Hahaha. Müsste ich mich für das Wort “Titten” entschuldigen? Nö. Nicht wirklich. Es bevölkert sonst nicht mein Vokabular, aber es ging in diesem Zusammenhang schließlich um Männer.

Es gibt auch andere von Natur aus zierliche Menschen, die nicht den ganzen Tag rumrennen und mit ihren Stockbeinchen und Kindertaillen protzen, nur weil die gerade in Mode sind. Die benehmen sich normal. So wie es sein sollte, bei dick oder dünn. Lass mich mal überlegen, was wohl der Unterschied zu den Knochenklapperern sein könnte. Ah ja. Die haben es nicht nötig, weil sie mehr können als nur dünn sein. Dazu aber nun ernst gemeinten herzlichen Glückwunsch.

Und die dicke Variante, die Jammerklopse. Hach, das Leben ist so ungerecht, die Welt ist gemein, die Klamotten teuer und all das ist eigentlich ein Grund, lieber gar nichts zu unternehmen und einen kleinen Snack zu nehmen. Manche sind eßgestört, oft aber nicht therapiewillig, doch ich kenne auch einige, die einfach nur fressen. Andere sind eben dick. Einfach von Natur aus. Wäre es nicht schön, wenn die das einfach sein dürften? Ganz normal, ohne sich für etwas rechtfertigen zu müssen, das sie sind - und ohne dagegen anzugehen?

Es ist schwer mit einem mediengefütterten Verstand zu erfassen, ich weiß das. Aber auch wenn die Optik das erste ist, was andere von dir wahrnehmen ... so ist das doch kein Grund, sich wie ein willenloser Klumpen Hirnmasse verzweifelt an dem Bild zu orientieren, das Werbung, Mode-Industrie und Fernsehen einem vorgaukeln. Klar wäre der Einheitsmensch praktischer für viele ... Firmen. Eine Frau mit wenig Form ist leichter einzukleiden, die Klamotten müssen ja praktisch nix können, außer runterzuhängen. In der Masse verschwinden, aussehen wie alle, unauffällig, wenig sein, das gilt als erstrebenswert. Man könnte auch sagen: Kinder, Küche, Kirche sind nicht mehr lebensfüllend, seit es Kindergärten, Elektroherde und Privatfernsehen gibt, die dummer Weise viel Freizeit übriglassen am Ende eines kurzen, nicht anstrengenden Tages. Also gebt doch diesen dummen Weibern etwas anderes, womit sie sich rund um die Uhr beschäftigen können: Komplexe. Auch mit K.

Letztes Jahr irgendwann im Herbst habe ich eine Computerschulung für vier sehr hübsche, nette Mädels gegeben. Alle so zwischen 25 und 35, würde ich sagen. Wir arbeiteten tapfer an HTML und mittags gingen wir essen. Ich fühlte mich müde und wollte was Aufputschendes mit Zucker, und so bestellte ich mir eine Cola. (Sonst trinke ich keine, aber ich gehe mal davon aus, dass ich alt genug bin, um das selbst zu entscheiden und wenn ich täglich fünf Liter davon trinken würde, so wäre das zwar schwer blöde, aber meine Sache.)

Nun ja, die anderen tranken natürlich Wasser und Cola Light und als mein Zuckerwasser kam, sahen sie mich alle an und dann versicherten sie sich alle gegenseitig, dass es durchaus in Ordnung wäre, wenn auch molligere Leute einfach mal so eine Cola trinken. Nun muss ich dazu sagen, dass das Thema gerade irgendwie auf Diätenwahn gekommen war (logisch, in einem Restaurant ....*augenverdreh*) und ich mit Nachdruck versichert hatte, dass ich durchaus nicht vorhabe, mich durch einen pervertierten Schönheitskult in irgendeine Richtung quetschen zu lassen, die mein Körper offensichtlich nicht einschlagen kann.

Diese bereitwillige allgemeine Beteuerung, dass ich eine Cola trinken durfte, war natürlich total nett gemeint. Das ist ja das perverse. Man müsste sich an den Kopf fassen, wenn der nicht so schmerzen würde. Diese Situation hat sich mir ganz deutlich eingeprägt. Hätten wir nicht zufällig über Gewicht, Übergewicht und Diäten gesprochen, mit denen diese vier (schlanken) Frauen sich offensichtlich ihr ganzes Leben lang beschäftigt hatten, hätten sie keinen Pieps gesagt und sich ihren Teil gedacht. Die Dicke trinkt ne Cola. Kein Wunder also, dass sie viel wiegt. Nicht diszipliniert genug.

Disziplin, dass ich nicht lache. Einfach normal zu sein ist sehr viel disziplinierter als sich dem anerkannten Irrsinn zu beugen. Es kostet viel Kraft, in Gesellschaft normal zu essen, wenn man zu viel wiegt. Ich tue es grundsätzlich. Wenn ich keinen Hunger habe, esse ich nichts oder wenig, wenn ich viel Hunger habe, gehe ich auch dreimal zum Büffet. Wenn mir nach einem Salat ist, esse ich den. Wenn ich Sahnetorte will, auch die. Wenn ich zweimal Torte will, auch zweimal. Ich gehe alleine in Restaurants, wenn ich auf Geschäftsreise bin, hole mir was zum Essen an einem Imbiss und gehe auf Parties. Und niemand, der das nicht am eigenen schweren Leibe kennt, hat auch nur die geringste Ahnung, was es bedeutet, ständig unter öffentlicher Beobachtung zu essen. Andererseits, sollen sie doch gucken. Wer sind die schon, die da glotzen ;-) wichtig können sie nie sein.

Es wäre wunderbar, wenn jeder einfach sein könnte, was er oder sie ist. Ohne zu hungern, ohne sich selbst zu hassen wie viele, ohne sich randvoll zu stopfen - ohne aufzugeben aber auch, ohne um jeden Preis zu versuchen, zu gefallen. Einfach sein. Ja, ich weiß. Das würde wohl nur funktionieren, wenn Handtücher von 1,20x2m sich als Einheitskleidungsstück durchsetzen (meinetwegen auch die Strandlakenvariante, für die Kleinen *g*) und wenn die Mädchen zwischen 13 und 33 die Meinungen von Männern nicht mehr so übertrieben bewerten würden. (Diese Jahre halte ich für die kritischste Phase, in der auch schon mal das Hirn aufgrund von Hormonschüben ausfällt. Vielleicht ist es auch 13 bis 43, das finde ich gerade heraus, ob das so ist ...) Das wiederum setzt intelligentere Männer voraus, ein Thema, das ich heute besser ruhen lasse, bevor ich in diesem Handtuch noch erfriere.

Einen schönen Samstag wünsche ich Euch. Und wenn du das nächste Mal einen dicken Menschen eine Treppe hochschnaufen siehst, dann sei nicht verächtlich, sondern denkt daran, dass er vielleicht ganz nett ist. Oder dich hässlich findet. Oder dein neuer Chef ist, oder keine Schilddrüse hat, oder einen Tumor an der Hirnanhangdrüse, der sein Körpergleichgewicht stört, oder einfach jemand, dessen Aussehen dich einen feuchten Kehricht angeht. Oder eine Frau aus dem Wellen-
brecher und schwanger, denn die werfen momentan wie die Karnickel - sorry *gggg* Nein, nicht ich! Und ich mag Kaninchen sowieso gerne. Mit Rosmarinsosse?

Freitag, 16. März 2001 um 11:00 PM
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