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Ich mag Müll* « | » Misserfolgsgeheimnis

Gestern, auf dem Wochenmärktchen

Der erste von den vier Wagen ist der Verkaufsstand der Fleischerei und man tut gut daran, ihn als erstes aufzusuchen, denn die Auslage leert sich schnell. Ganz hinten lag schön anzusehendes dunkles Fleisch unter Rosmarin und ich fragte die Verkäuferin, was das nun sei. Lamm, meinte sie.

»Schade, der Mann mag kein Lamm. Dann nehme ich doch was anderes.«

Die ältere Dame neben mir sofort: »Ja machen Sie doch trotzdem das Lamm! Wenn es Ihnen schmeckt!«

Ich: »Och nö, ich möchte gerade am Sonntag dann doch lieber etwas kochen, das mein Mann auch gerne mag.«

Graugelockter Mann um die 50: »Ja was verwöhnen Sie den denn so?!«

Ich: »Sind Sie etwa neidisch? Sie können ja mal nett sein zu Ihrer Frau, dann werden Sie vielleicht auch verwöhnt.«

Daraufhin brach ein großes Gruppengelächter und -gebrabbel aus und ich wage mal zu behaupten, wir haben uns alle noch ein Viertelstündchen lang ausgezeichnet amüsiert und gingen danach ein Stückchen besser durchblutet unserer Wege.

Spannend fand ich, dass jede einzelne der älteren Frauen der Meinung war, ihr Mann habe eben das zu essen, was auf den Tisch kommt und wirklich alle fanden es erstaunlich, dass wir gemeinsam kochen (oder abwechselnd, oder wie es gerade passt). Diese Damen sind natürlich auch um einiges älter und daran gewöhnt, ihren Männern daheim die Haushälterin zu geben und ihnen notfalls noch den Arsch hinterherhzutragen (etwas, woran ich mich nie gewöhnen würde).

Wir hier besprechen meistens gemeinsam einen ganz groben Plan für die nächsten Tage, vor allem wenn Gäste erwartet werden, und kaufen dann dementsprechend ein.

Mein Vater meinte dazu den Spruch ablassen zu müssen, dass er nun wirklich nicht zu wissen brauche, für wann ich eine Hühnersuppe plane und wann einen Auflauf.

Daraufhin erklärte ich ihm, dass ich ja auch nicht mit ihm gesprochen hatte, sondern mit Oliver und dass ich es wenig erstaunlich finden würde, wenn jemand keine Ahnung hat, wie viel Arbeit ein gut durchgeplanter Haushalt mit Baustelle macht, der nicht mal seinen gebrauchten Teller bis zur Spüle stellt. Ob er Lust darauf hätte, mir das mal eine Woche abzunehmen? So mit Bio-Kost fürs Kleinkind, ebenso bio Kochen für Gäste mit drei Mahlzeiten am Tag und möglichst auch noch ‘hochwertiger’ Kuchen am Nachmittag, nebenbei Planen der Baustelle, meiner fehlenden Gesundheit, der anliegenden Arbeit und dem ganzen Drumherum? Aber dann bitte auch inklusive meiner Vollzeitberufstätigkeit.

Heute morgen stellte er seine Tasse dann selbst in die Spüle.

Sonntag, 28. März 2010 um 08:18 AM
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Bitch!

Genau richtig *ggg*

Sabine  am  28. März 2010

Ts :-)

melody  am  28. März 2010

Das ist ja überraschend, ich hätte gewettet, dass die Damen am Stand den Herren der Schöpfung nur ihre Lieblingskost mundgerecht kredenzen. Aber vielleicht ist das ihre kleine Machtnische?

Ich kann’s mir ungefähr vorstellen, wie anstrengend ein Haushalt mit Kind und Baustelle und Gästen zum Vollzeitjob sein muss, denn ich finde ja schon einen Haushalt ohne, ohne und ohne nicht ohne.

tina de luxe  am  28. März 2010

Ich hätte auch erwartet, daß gerade ältere Damen nur kochen was gefällt. Aber vielen Dank für die “Machtnische”, Tina. Ich kann das Wort gut gebrauchen - und nicht nur, wenn es das ihm verhaßte Steckrübenpuree gibt!

Sanníe  am  28. März 2010

:-) Ich weiß nur nicht, ob man explizit auf seine Machtnische hinweisen sollte ...

tina de luxe  am  29. März 2010

Ich bin immer wieder erstaunt, wenn ich diese älteren Damen höre und sehe. Meine Eltern (nun ja auch schon älter) haben, seit sie zusammenwohnen, immer nur zusammen gekocht und geputzt und was auch immer. Und meine Oma war stinkig, dass ihr Erstgeborener nichts besseres erwischt hatte - ohne zu sehen, dass ihr Erstgeborener das genauso wollte, wie es war.

Und ich Depp erwartete immer von meinen Freunden, dass sie mal einen Teller selbst mit abspülen, weil ich das von meinem Vater auch nicht anders kenne. Wie naiv von mir. :-)

Kirsten  am  01. April 2010

Sieh an, da ist dein Vater ja noch lernfähig ;-)
Ansonsten schließe ich mich den Staunenden an, denn ich dachte auch eher, da wird dem ‘Vati’ serviert, was er mag. Doch wenn ich zurückdenke: Meine Omi hat meinen Opi zeitlebens gezwungen Gemüse zu essen, obwohl er immer behauptet hatte, das nicht zu mögen. Gegessen hat er es trotzdem brav ;-)
Bei meinen Eltern war es überwiegend mein Vater, der gekocht hat.
Bei uns ist es unterschiedlich: Den Alltagskochkram mache meist ich, oft inzwichen aber auch die Kinder. Micha kocht gern am Wochenende, wenn er dazu mal Zeit hat.
Aber Essensvorausplanung krieg ich nciht mal für zwei Tage hin ;-)

Petra  am  05. April 2010
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