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Dritter Tag auf der Insel. Immer noch ...


Dritter Tag auf der Insel. Immer noch nicht erkältet, obwohl in den ersten beiden Nächten die Heizung ausgefallen war. Mir hat das eigentlich gar nichts weiter ausgemacht, ich habe geschlafen wie ein Stein. Meine Wangen glühen, meine Nase ist feucht und kalt ;-) und die Bronchien arbeiten auf Hochtouren, ich bin aktiv und gut drauf: Das “Reizklima” tut mir verdammt gut. Gesundheitlich betrachtet müsste ich wohl hierhin umziehen, zumal ich auch ständig aufgefordert werde, noch länger zu bleiben. Es ist schön, nicht immer so schnell müde zu sein und sich einen ausgewachsenen Muskelkater von Strandwanderungen bei Sonnenaufgang zu holen. Aber den Rest meines Lebens mit zusammengebundener Haarmähne rumlaufen wegen dem Inselwind? Die Inselpreise mit Zuschlag zahlen? An den Wochenenden mit Schulklassen, Kegelclubs und Ballermann-Ausflugsfahrten konfrontiert werden?
Zugegeben, die Inselmänner sind Kavaliere. Sie machen sich vorsorgliche Gedanken darum, ob und was eine Frau alles allein kann und darf. Alleine mit einem Kegelclub konfrontiert werden, ohne Gesellschaft schlafen ... oder ohne männliche Begleitung Taxi fahren, essen gehen - alles wird aufs Fürsorglichste kommentiert. Taxifahrer, ich glaube, das lege ich jetzt lieber nicht schriftlich nieder, die Eindrücke sind zu frisch. Es könnte daran liegen, dass die Menschen hier im Durchschnitt gute zehn bis 12 cm größer sind als in Liliput-Land und ich mit meinen einhundertzweiundachtzig Zentimetern die Männlichkeit nicht so überrage wie sonst. Da traut sich schon mal eher einer, frisch zu werden. Ich bin etwas aus der Übung, habe am ersten Tag echt eine halbe Minute gebraucht, bis ich begriff: “Bettdecke mit Ohren usw.”, das hiess, der hatte mich doch tatsächlich gefragt, ob ich armes Ding alleine übernachten muss oder ob ich kurzfristig einen Insulaner ausleihen will ... au backe.

Vielleicht liegt es daran, dass ich mich so wohl und locker fühle auf der Insel. Es stimmt schon, ich passe in vielen Dingen am besten in den Norden. Wenn man Düsseldorf mit seinem Charisma und seinen Möglichkeiten an die Küste bringen könnte, es wäre perfekt. So aber bleibt mir nichts übrig, als mir in Erinnerung zu rufen, wie gut mir ein Urlaub auf der Insel tun würde.Hier läuft alles herausragend (“wir” hatten heute keinen Feiertag), ich bin sehr zufrieden und fahre morgen zurück. An die nächste Handy-Rechnung darf ich gar nicht denken ... online mit dem Modemhandy bzw. Handymodem klappt jedenfalls ziemlich gut *g*

Dienstag, 31. Oktober 2000 um 11:00 PM
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