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Arbeiten mit Ton

Die vielen Reaktionen zu den Tonfiguren haben mich überrascht und erfreut. Eigentlich wollte ich ja nur eine Handvoll Mosaiksteine nachkacheln, ich renoviere einen sehr alten Tisch, den mein Urgroßvater wie viele andere Erbstücke selbst gebaut hat, und die Drachen kamen irgendwie von selbst - machen ja auch mehr Spaß als Kacheln. Ich wusste immer, dass ich mindestens eine solche Figur noch töpfern würde, denn ich habe vor 20 Jahren einmal einen großen weißen Tondrachen zurücklassen müssen, weil er gebrannt zu schwer für einen Transport war. Dabei wäre er damals das einzige Stück gewesen, das ich behalten hätte. Ernest (danke Lazerte für den Namen) wird ein würdiger kleiner Nachfolger sein, wenn er das Feuer überlebt, und einen Kräutergarten bewachen.

Pfingstdrachen 2004
Der liegende Drache aus schwarzem Ton ist ca. 30 cm lang und auf dem Bild etwa 20 Stunden alt, also noch ganz feucht. Die stehende Figur aus gelben Ton ist anderthalb Tage älter und trocknet bisher problemlos (ohne Risse).

Die gute Nachricht für alle, die mir begeistert geschrieben haben, dass sie als Kind so gerne “töpferten”: Man muss nicht zwangsläufig in einen Volkshochschulkurs oder ähnliches gehen, und man braucht auch keinen eigenen Ofen.

Sucht in den Gelben Seiten oder im Internet nach “Brennservice” und ihr werdet Anbieter finden, die für zwei bis fünf Euro pro Kilo Töpferwaren brennen. Mein Tipp wäre, auch den - hochwertigen - Ton und die Glasuren beim Betreiber des Brennservice zu kaufen, denn es gibt qualitativ minderwertige Sonderangebote in Baumärkten usw., die einen guten Brennofen auch ruinieren können und daher verständlicherweise von den Inhabern der Brennöfen mit Misstrauen betrachtet werden. Außerdem werdet ihr vernünftig beraten, könnt das Zusammenspiel von Ton und Glasuren vorher anschauen und habt so die Möglichkeit, euch auch mal kleinere Mengen von anderthalb oder 2 kg abpacken zu lassen und müsst zuhause nicht so viel Ton verwalten, der ja auch Platz wegnimmt und das richtige Raumklima braucht.

Ton kostet zwischen 6 und 10 Euro für 10 Kilo-Batzen (meinen Erfahrungen nach, es mag da noch ganz andere Spannen geben) und Glasuren ab 3 bis 4 Euro für ein Töpfchen, es gibt aber auch größere Mengen. Lasst euch am besten vor Ort beraten, schaut euch fertige Stücke an (die dort zum Trocknen oder nach dem Brand herumstehen werden) und probiert verschiedene Sorten aus: Der schwarze Ton für die Drachin baute sich mit geschmeidiger Leichtigkeit auf, dagegen kletterte Ernest nur vergleichsweise langsam aus dem gelben Ton, den ich für Kacheln gekauft hatte.

P.S. Die Drachen sind hohl, keine massiven Tonbatzen. Jemand hat gefragt, ob ich nicht mal schrittweise aufschreiben kann, wie das geht ... aber ich glaube, das würde dann schon eine ziemliche Fotostrecke erfordern, daher hier für absolute Beginners nur der Hinweis: Die Drachen und andere solche Figuren aus Ton sind hohl mit einem Loch im Boden, sonst könnte man sie nicht brennen. Ich hätte euch sehr gerne ein paar Anleitungen für Einsteiger gegoogelt, aber leider haben »Die Dialer« jetzt auch diese Art von Links übernommen. Kauft euch also lieber ein preisreduziertes Buch bei Amazon Marketplace (so was) oder Ebay, statt Link für Link mit Download-“Optionen” zu kämpfen.

Ach ja ... und falls jetzt jemand inspiriert wurde und bald mit tonverschmierten Händen gesichtet wird: Ich würde mich freuen, davon zu erfahren :)

Montag, 31. Mai 2004 um 01:21 PM
dragonmakingLinkDrucken

Ich weiss, was das gibt. Das gibt Tonbloggen ;-))

Birthe  am  31. Mai 2004

mein Favorit ist der liegende Drachen :)

Tina  am  31. Mai 2004
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