Moving-Target.de

Ein Feuer, das ein Haus oder einen Teil davon vernichtet, dauert nur wenige Stunden. Aber es kostet Jahre.

Normalität ist etwas, das uns immer noch zu entgleiten droht in dieser Twilight Zone zwischen der Rückkehr in unsere Wohnung und der Verarbeitung des Traumas.

So viele von euch haben uns geholfen, das vergessen wir nicht.

Navigation

Aktuell | Rubriken | Archiv seit 1996

Blogosphärisches | Blogroll | Über ...

Aktuellste Einträge:

Abonnieren:



Letzte Kommentare:

Britta in Norwegen in Der vierte Wunsch: Vielen lieben Dank für die letzten Einträge - und den Elfen. Hmpf, ich weiß nicht wie ich es ...

Graugrüngelb in Es gibt da einen Haken. Jetzt.: Das ist ja ‘ne nette Idee. Ich fahre ja in den urlaub immer mit diesen Handtuchhaken, die man über ...

Thomas Arbs in Mittwochs im Düsseldorf: Das ist phantastisch. Es ist schwer zu schlucken, aber es soll ja auch nicht leicht sein. ...

melody in Mittwochs im Düsseldorf: (Ich weiß, dass der liebe echte Löwenherz gegen Muslime in den Krieg gezogen ist, aber die ...

Biggi in Mittwochs im Düsseldorf: ♥♥♥♥ #bosnisch: Snez?

Peripherie

Haupteingang
Notizblog
Webdesign CMS
Kurzgeschichten
Kuechenzeilen.de
Muttertag
Schutt & Asche
Notizblog | Akne Tarda
Lebkuchenhaus | Düsseldorf für Kinder

Kontakt

Impressum

powered by ExpressionEngine








On Target

Dienstag, 10. Januar 2006

Öj jäj jäj Baby oh Chiquita pliiiese

Bevor ich reinging, hatte ich gar nicht mehr gewusst, warum ich so lange nicht mehr in einem Internet-Café war, jetzt weiß ich es wieder. Die vier Billard spielenden jungen Herren orientalischer Abwurzelung vier Meter hinter mir haben überhaupt kein Problem damit, bereits mitten in der Nacht die eine oder andere Eminem-Imitation abzuliefern. Wenn sie ein Wort nicht kennen, wird es entweder durch “Chiquita” oder “Mama” oder “jäj jäj jäj öj” ersetzt. Stört hier auch niemanden, dass im Grunde ein Shakira-Song läuft - ich kann trotzdem jedes fünfzehnte Wort oder so als “Eminem” identifizieren.

Tja. So viel dazu. Sie hingen reibeisenfremdsprechend an einem Tischchen ab und starrten gemütlich grunzend auf die Fernsehleinwand, als ich reinkam. Aber jetzt ist der Raum voll Übungstestosteron und man spricht sehr laut und sehr abgebrochen Deutsch und tanzt als Hommage an Eminem (?) um den Billardtisch herum. Wäre ich zwölf bis vierzehn Jahre alt und würde ich auf Oberlippenfusseln stehen, die wie Kaffeeprütt aussehen und auf alles, was es nicht bis in die nächste Boygroup geschafft hat, dann, ja dann wäre es jetzt sehr spannend hier.

So ist es nur extrem laut und ein bisschen nervig, weil man nicht zum Arbeiten kommt.

Dummerweise habe ich gerade reflexartig rübergeguckt, als sich einer von denen quer über den Billardtisch warf und irgendwas von “Banana” brüllte und nun geht da drüben richtig die Chiquita-Baby-Post ab, weil man sich wohl irgendwie bestätigt fühlt. Es ist sowieso ein ganz seltsames Phänomen, dass es Menschen gibt, die sich laut pöbelnd danebenbenehmen und sich dann stolz umsehen und darauf hinweisen, dass man sie beachtet. Ja was denn sonst? Um einer Sache aus dem Weg zu gehen, muss man sie zunächst mal wahrnehmen.

Wenn ich jetzt erzähle, dass fünf Meter hinter mir eine halbes Dutzend Pubertätsdeppen im Kreis steht und im Chor einen Song intoniert, in dem es ständig um ihre Mama geht und von dem sie nur anderthalb Sätze kennen und diese immer wiederholen - dann bin ich mir nicht so sicher, ob mir das jemand glaubt. Aber so ist es, und es ist gnadenlos.

Mama ich hab nur für dich diesen letzten Satz
Mama ich weiß dass du mich in deinem Herzen hast
Tsch kk tschh kk tschkkkk Mama MAMA yeha.
Mama bitte is sich Blut wenn du weinst
Mama ich hab nur für dich diesen letzten Satz ...

Ab und zu sagt ein ganz Mutiger in einem beliebigen Zusammenhang ‘ficken’ und dann ist die Aufregung sehr groß, denn der Held muss entsprechend bekichert werden und die anderen müssen dringend noch nachlegen. Sehr anstrengendes Ambiente für eine Frau, auch wenn man das Blagenpack ignoriert, sie sind eben doch sehr laut. An einem unangemessenen Outfit meinerseits in tiefreligiösen Kreisen (...)  kann es nicht liegen, dass die so wegticken - ich bin in Jeans und Pulli unterwegs, während die schwarzgelockte ältere Dame vom Verkaufstresen hautenge Tigerleggings und ein ziemlich durchsichtiges Netzoberteil trägt. Aber das ist ja “Mama” von mindestens einem, das zählt wohl nicht.

Sie sind gefühlt etwa so alt wie Kenzo und der Welt ginge vermutlich nicht viel verloren, wenn man auch diese Bande im Herbst zum Kastrieren bringen würde. Sag ich mal so. Ich geh nicht davon aus, dass sie so lange Sätze lesen können.

Meine eigene Mama sagt immer, man soll auch mal was Nettes sagen. Meistens sagt sie das, wenn es gerade nicht so gut passt, trotzdem hat sie Recht. Dieses Internet-Café mit seiner orientalischen Hinterzimmerhölle kostet nur 1 Euro die Stunde. Wenn das nicht nett ist ...

# 10. Januar 2006 um 09:46 AM
On Target • 5x FeedbackDrucken





Samstag, 07. Januar 2006

Neues Jahr, neues Glück, neue Software, neues Design

Unter der Epidermis meines Blogs wohnt eine frische ExpressionEngine. Bis alles andere umgezogen ist, wird vielleicht noch eine Weile vergehen. Irgendwie ist mir nach den kuscheligen Weihnachtstagen in trauter Zweisamkeit überhaupt nicht nach Freizeitstress zumute, das geht alles auch langsamer.

Muss es wohl auch, denn wenn ich das richtig verstanden habe, zähle ich ab meinem 40. Geburtstag im Sommer zum alten Eisen und kann mir sämtliche Privilegien herausnehmen, die zum gesetzteren Alter gehören. Also auch Behäbigkeit.

Vielleicht verwechsele ich auch gerade absichtlich eingeforderte Privilegien mit angewandten Vorurteilen, aber das ist im Grunde völlig egal. Was Blog-Einträge angeht, so kann man sich sowieso ganz sicher sein, dass man nie richtig verstanden wird und deswegen auch gar keinen Versuch unternehmen sollte, unmissverständlich zu schreiben oder den einen oder anderen kleinen Scherz zu erklären.

Es sei denn, man steht auf exklusive Zeitverschwendung. Kommt bei mir nicht vor. Ich mache einfach gerne Dinge, die mir gut gefallen. Das ist schon alles.

Vierzig werden scheint mir seltsam, irgendwie verfrüht. Falten oder graue Haare hätte ich mindestens erwartet bis zu diesem Zeitpunkt. Oder größere Reife, wenigstens im Umgang mit mir selbst. Ist nicht so. Trotzdem hätte ich diesen Meilenstein ganz gerne schon abgehakt, einfach weil ich ihn ganz gerne erreicht hätte. Wirklich logisch ist das vermutlich nicht, aber mir gefällt der Gedanke.

So etwa ab dem Alter von 36-37 fühlt man sich unweigerlich in der gesellschaftlichen Gruppe »Enddreißigerinnen« erfasst, dazu habe ich schon seit Ewigkeiten keinen vorteilhaften oder auch nur halbwegs netten Vergleich mehr gelesen, ganz im kontinuierlichen Gegenteil - während ich neulich beim Zahnarzt im Blatt zum Goldenen Schrott gelesen habe, wie eine Frau als ‘jung’ bezeichnet wurde, die mit 43 schon in die Wechseljahre kam.

Alles bleibt eben relativ, im Grunde müsste man nur die Lektüre wechseln und hätte so immer das Universum, das einem gerade gefällt.

Aber das ist natürlich kein neuer Trick. Blogger kennen den schon lange.

# 07. Januar 2006 um 07:32 AM
On Target • 19x FeedbackDrucken





Samstag, 31. Dezember 2005

Zeit der Rückblicke, Zeit der guten Vorsätze

Sogar wenn man sich nichts vornimmt, weiß man doch genau, wie die guten Vorsätze lauten sollten, wenn man denn welche hätte. Ich auch. Zum Beispiel finde ich, dass man sich nichts vornehmen sollte ab einem bestimmten Datum oder zu einem bestimmten Zeitpunkt, sondern es jederzeit sofort umsetzen sollte, wenn man etwas Bestimmtes erreichen will. Ein Vorsatz gegen gute Vorsätze, sozusagen.

Das ist natürlich nur Theorie, die Praxis wird von der Realität überlagert. Wenn man sich beispielsweise vornimmt, jeden Tag eine Stunde zu lernen oder zu schreiben, Sport zu treiben oder zu lesen, so kann man damit zwar ohne jede Verzögerung beginnen - doch der Alltag wird sich täglich dagegenstemmen und wenn aus dem Vorsatz keine lieb gewonnene Gewohnheit wird, zerbröselt er sich ganz von selbst wieder.

Wir müssen gar nicht so viel darüber reden, um wie vieles aufwändiger es ist, eine Gewohnheit zu haben im Vergleich zu einem Vorsatz, es ist etwa derselbe Unterschied wie anderen beim Küssen zuzusehen oder selbst eine hingebungsvolle Zunge im Hals zu haben. Nur dass man sich nicht vornehmen muss, lange und gut zu küssen, das passiert eben einfach immer dann, wenn man Lust darauf hat.

Lust auf etwas zu haben ist sowieso ein Faktor, den man nicht unterschätzen sollte. Hat man keine oder wird sie einem gründlich ausgetrieben, ist die Motivation recht groß, grundsätzliche Veränderungen herbei zu führen.

Wer bis hierhin gelesen hat, ist übrigens zum eigentlichen Beitrag vorgestossen.

Irgendwann im Sommer (2005) stellte ich zähneknirschend fest, dass inzwischen immer – aber auch wirklich immer – eine drängende unbezahlte Aufgabe auf mich wartete, wenn ich gerade gerne etwas Zeit für mich gehabt hätte.

Und zwar waren das durchgehend Aufgaben, die nichts mit meiner Entscheidung zu tun hatten, meine Zeit in sinnvollen Projekten einzusetzen, statt online nur herumzudümpeln.

Im Gegensatz zur aktiven Beteiligung am Netz waren das ganz andere und bei weitem nicht so sinnvolle Baustellen, Altlasten nämlich. Im Laufe der fast 10 Jahre mit eigener Homepage habe ich diverse nichtzahlende Gäste auf meine Webserver genommen, vielen Sites den entscheidenden Schwung verpasst, bin im Bekannten- und Verwandtenkreis zur Beraterin mutiert und schon seit langer Zeit zur Anlaufstelle für die kleine Website nebenbei geworden. Im letzten Sommer hat man sehr schön merken können, dass jetzt wirklich alle im Internet sind und dort auch irgendwas erreichen möchten, denn nun wollte ständig irgendjemand irgendwas, und zwar hartnäckig. Außerordentlich hartnäckig sogar.

Bedrängen funktioniert ja sowieso ziemlich gut bei mir: Nichts macht es mir einfacher, einen Kontakt zu beenden, als wenn ich massiv unter Druck gesetzt werde, damit sich das Leben in seinen mich betreffenden Details geschmeidig den Vorstellungen anderer Menschen anpasst. Das ganze bescheuerte Jahr 2004 bestand online praktisch nur aus Personen, die irgendwas von mir erwarteten - meistens eine Reaktion, die sie dringend für ihr schwächelndes virtuelles Ego brauchten (und genau so reagierten die allesamt dann auch, wenn ich nicht entsprechend handelte). Diesen Filz zurückzulassen war wohltuend, befreiend und half obendrein gegen alle fünf typischen Erkältungsbeschwerden, Verschleimung inklusive.

Den Berg scheinbarer Verpflichtungen hatte ich allerdings eigenhändig erbaut und ihn abzutragen war wesentlich aufwändiger. Es ist erstaunlich, wie manche Menschen reagieren, denen man einen Gefallen getan hat, wenn man ihnen danach aber keinen weiteren mehr tun möchte. Einige (nicht alle) reagieren mit völligem Unverständnis, ähnlich einem kleinen Kind, dem man unerwartet einen Schnuller wegnimmt. Man kann doch nicht einfach aufhören, was soll das denn? Besonders gefallen hat mir in mehreren Fällen das Argument, man habe doch keine Zeit, sich selbst mit diesen Dingen zu beschäftigen.

Noch erstaunlicher ist, wie schwer es mir fällt, einfach Nein zu sagen. Es wird aber mit jedem Mal einfacher.

Das waren zwei von meinen fünf großen Verschiebungen in 2005: Sinnvolle Projekte umsetzen. Virtuelle Altlasten abbauen.

Eine weitere Änderung ergab sich von selbst, größere Sorgfalt in Bezug auf Bekanntschaften nämlich (endlich) und damit verbunden eine richtig schöne lange Phase mit alten und neuen Kontakten on- und offline.  Lohnend, persönlich bereichernd, spannend, interessant und einfach nur sehr nett.

Ein guter Nebeneffekt von Stressabbau und Entschlackung der to-do-Liste besteht darin, dass man Menschen wieder richtig wahrnehmen kann und die Ruhe hat, sich auf einzelne ‘einzulassen’. Vielleicht gibt es überhaupt gar nichts anderes, das sich tatsächlich lohnt. Der allgegenwärtige dumpfe Hype, besser als irgendwer anderes sein zu wollen oder zu sollen, kann das jedenfalls ganz klar nicht. Wenn man mal bewusst einen Schritt davon zurücktritt, lässt sich das gut erkennen.

War es also ein gutes Jahr?

Jawoll. Das war es. Viel erreicht, viel getan, vieles bewegt und nicht nur im eigenen Saft geschmort. Menschen, die zu vermissen sich lohnt, Projekte mit Nährwert, Raum für Experimente und vor allem und immer wieder ausgesprochen nette Kontakte. Es war richtig schön. So kann’s bleiben. Besser werden darf es natürlich auch.

# 31. Dezember 2005 um 11:40 AM
On Target • 0x FeedbackDrucken





Donnerstag, 17. November 2005

Mobile Massage Düsseldorf

Meine Empfehlung für mobile Massage in Düsseldorf: http://physiopowersurge.de

# 17. November 2005 um 03:02 PM
On Target • 0x FeedbackDrucken





Sonntag, 21. August 2005

Mobile Massage Düsseldorf

Mobile Massage in Düsseldorf: Mein Tipp ist Herr Ströhle, http://physiopowersurge.de für Massagen und Lymphdrainagen. Wer gut ist, hat auch mal Lob verdient :-)

# 21. August 2005 um 10:02 PM
On Target • 0x FeedbackDrucken





Seite 132 von 133 Seiten insgesamt. « Erste  <  130 131 132 133 >