Moving-Target.de

Ein Feuer, das ein Haus oder einen Teil davon vernichtet, dauert nur wenige Stunden. Aber es kostet Jahre.

Normalität ist etwas, das uns immer noch zu entgleiten droht in dieser Twilight Zone zwischen der Rückkehr in unsere Wohnung und der Verarbeitung des Traumas.

So viele von euch haben uns geholfen, das vergessen wir nicht.

Navigation

Aktuell | Rubriken | Archiv seit 1996

Blogosphärisches | Blogroll | Über ...

Aktuellste Einträge:

Abonnieren:



Letzte Kommentare:

Graugrüngelb in Es gibt da einen Haken. Jetzt.: Das ist ja ‘ne nette Idee. Ich fahre ja in den urlaub immer mit diesen Handtuchhaken, die man über ...

Thomas Arbs in Mittwochs im Düsseldorf: Das ist phantastisch. Es ist schwer zu schlucken, aber es soll ja auch nicht leicht sein. ...

melody in Mittwochs im Düsseldorf: (Ich weiß, dass der liebe echte Löwenherz gegen Muslime in den Krieg gezogen ist, aber die ...

Biggi in Mittwochs im Düsseldorf: ♥♥♥♥ #bosnisch: Snez?

Novemberregen in Mittwochs im Düsseldorf: <3

Peripherie

Haupteingang
Notizblog
Webdesign CMS
Kurzgeschichten
Kuechenzeilen.de
Muttertag
Schutt & Asche
Notizblog | Akne Tarda
Lebkuchenhaus | Düsseldorf für Kinder

Kontakt

Impressum

powered by ExpressionEngine








On Target

Montag, 30. Mai 2016

Nahtoderfahrungen

Aufwärts, weiter trotz Schmerzen, schnaufen, schwitzen, das ganze Kaleidoskop von Selbsthass bis Stolz ... die ersten drei Minuten auf diesem Trimmrad, immer.

Nach drei Minuten nachschauen, ob ich versehentlich “Morning Raid Kilimandscharo” eingestellt habe, nach fünfzehn überlegen, ob man diese ... rosig weit geöffneten ... Poren nicht für eine Anti-Aging-Maske nutzen könnte und dann nebenbei online einkaufen, weil man ja nur Nivea nutzt bisher.

Nach zwanzig Minuten darüber nachdenken, ob das bei so viel Aua nicht eigentlich reicht. An die Hardcore-Sportlerinnen in meiner Timeline denken, die noch rennen würden, wenn sie aus den Augen bluten und ein Bein an der letzten Sehne hinter sich herziehen.

Weiterstrampeln und hoffen, dass sie alle Tetanus haben. An das Krankenhaus vor 20 Jahren erinnert werden, als ich Andrea kennen lernte und an den Trip mit dem Taxi, im Nachthemd, mit Tropf, weil ich mal was anderes anziehen wollte als den Hauch von Negligé, den der Ex vorbeigeworfen hatte.

Trimmrad verliert gegen Südamerika alleine und eine Heimreise mit einem bereits grün schillernden Bein. Kurz vor der dreißigsten Minute allerdings nur knapp.

# 30. Mai 2016 um 04:12 AM
On Target • 0x FeedbackDrucken





Freitag, 06. Mai 2016

Stories for Nox 2

„Hey – guten Morgen!“ sagte der kleine schwarze Hund, aber nur mit den Augen. Er konnte sich voll drauf verlassen, dass sein feuchtbrauner Blick ausreichte, warum also Geräusche machen?

Sobald die Frau näher kam, fiel er vorsichtshalber schon mal um und stellte sich erwartungsvoll auf ihre Handbewegungen ein: Sie streckte die Hand nach ihm aus und der kleine Rücken bebte schon in zwei Metern Entfernung, die Pfoten zuckten und er wälzte sich, um das Bäuchlein besser zu präsentieren.

Die Frau war sehr zufrieden mit dem Fernstreicheln und den synchronen Bewegungen ihrer Finger und seiner Pfötchen, wollte dann aber doch lieber einen Arm voll Hund. Der schwarze warme Rücken passte genau von Ellbogen bis mit Fell gefüllter Handfläche und die Sonne stresste nur ein ganz klein wenig herum, weil eine Treppe höher schon die Arbeit wartete. Deswegen entnahm sie sich noch schnell fünf Minuten aus ihrem Tag, um die Finger zart unter den haarigen Rippenbogen zu schieben – es war nämlich ihre Spezialität, die Stellen zu finden, die andere vergaßen.

Als er zufrieden seufzend unter ihren Fingern entspannte und die Augen kaum noch offen halten konnte, weil sie so warm und weich war und ihn so schön an den Rippchen krabbelte … schleckte er auffordernd in ihre Richtung, weil er eine Geschichte wollte.

Sie überlegte kurz, denn bei jeder Geschichte, die man einem Hundebaby erzählt, sind der Anfang und das Ende sehr wichtig. Der Rest nicht so. Man kann sogar einfach nur den ersten Satz sagen und alles andere später, Hundekinder träumen sich dann einfach die Zwischenräume.

Ein guter erster Satz muss es sein, der Versprechungen enthält und Möglichkeiten eröffnet. Die Sprache wiederum ist ganz egal, und so beugte sie sich vor und flüsterte dem kleinen schwarzen Hund ins Ohr: “I’ll protect you from the hooded claw.”

# 06. Mai 2016 um 06:40 AM
On Target • 0x FeedbackDrucken





Stories for Nox

Es war einmal ein kleiner schwarzer Hund mit dicken Zotteln, einem kompakten Rücken und rundem Po, der war mit weitem Abstand der beste Hund in dem Haus, in dem er lebte. Wenn er wollte, konnte er mit allen vier Pfoten gleichzeitig in die Luft springen, er war aber auch sehr begabt im Ganzkörperwedeln, fiel um wie kein zweiter und hatte die beste feuchte Nase von allen, die dort wohnten.

Eines regnerischen Tages, es ist noch nicht sehr lange her, da kam eine Frau und drehte ihn einfach um. Da lag er dann mit dem Bauch nach oben in ihrem Arm und dachte sich „Die will doch was. Die küsse ich jetzt einfach mal.“ Das war aber ein Missverständnis. Sie wollte seine haarige Brust kraulen, mit dem Finger unter dem Rippenbogen langschmeicheln und die spacken Schenkelchen zwacken – Zungenküsse wollte sie nicht. Der kleine Hund, entspannt und schwer in ihrem Arm, fragte nach, ob er dann wenigstens eine Geschichte bekommen konnte.

Das ging. Und sie erzählte ihm von einem kleinen schwarzen Hund mit zotteligem Haar, der sein Haus gegen Mäuse, Trolle und die Zahnfee schützte und seinen Menschen dabei half, mal wieder richtig schnell zu rennen und die komischen Quietschgeräusche wiederzufinden, die sich in ihrem Entzückungsbereich schon so lange verkeilt hatten, dass sie sie kaum noch kannten. Der kleine schwarze Hund unterstützte seine Mitbewohner auch beim Bücktraining, beim Lieben von zotteligen Zottelwesen und bei Fingerübungen im krausen Bauchfell. Auch sonst war er ein nützlicher Hund, der einen sehr guten Job machte. Die Zahnfee jedenfalls hatte schon lange keiner mehr gesehen.

Der Hund fand die Geschichte ganz gut, hatte dann aber Hunger.

# 06. Mai 2016 um 06:37 AM
On Target • 0x FeedbackDrucken





Samstag, 01. August 2015

Kein Wunschkonzert

Wenn mal bitte jemand herausfinden könnte, warum in Blogs kaum noch jemand kommentiert - aber wenn, dann sind die Bemerkungen von Fremden leider kaum noch interessante Ergänzungen wie früher?

Heute sind (oft) nur noch unerwünschte Analysen, noch unerwünschtere Beratungen und übergriffige Wertungen im Angebot. Gelegentlich garniert mit süffisanten Belobigungen, wenn einer der vorbeisurfenden Egomanen einen eigenen Gedanken wiedererkennt und sich angenehm gespiegelt fühlt.

Kurz zusammengefasst: Zu viele haben doch ein Rad ab, und das hängt nicht mehr locker am Fahrgestell.

Ich meine jetzt nicht die typischen Begleiterscheinungen: Die notorisch auftretenden Drüberalleskommentierer, die selbst ernannten Oberlehrer und die militanten Missionare zu den üblichen Verdächtigen unter den Aufregerthemen.

Wir haben wahrscheinlich alle gelernt, diese größtenteils einfach zu ignorieren, weil sie sich gut einordnen lassen - viele ansonsten normale Menschen mutieren auf Facebook zur Thread-Pocke, was soll man da machen? Nix.

Aber wie jemand das virtuelle Wohnzimmer anderer Leute betreten kann in der Annahme, dass eine umfassende Wertung erwartet und willkommen ist, das finde ich einfach nur verblüffend.

Einerseits eine solide Grundhaltung, als sei man ein zahlender “Gast”, andererseits die Kostenlos-Mentalität, dekoriert mit Gespack: In Deinem Blog muss ich nicht investieren in Bekanntschaft oder Freundschaft, um eine Meinung dazulassen - hier kann ich einfach hämisch reinrotzen.

Zwar meine ich gar nicht dieses Blog, sondern andere. Trotzdem ist es fraglich, ob ich die Kommentarfunktion offen lasse. Nicht, dass sich hier so viel tut, es geht mehr ums Gesamtgefühl. Wo ich privat herumblogge, muss es mir nicht alles an den Rand spülen, was rumkreucht, wenn ich doch mal aktiver werde.

Ach ja, und bei meinem privaten Facebook kann deswegen nicht jeder kommentieren, weil ich so schon kaum noch nachkomme mit dem Lesen der Benachrichtungsdings. Gefährlich oft klicke ich auf “alles als gelesen markieren”, wenn ich noch gar nicht überall war, das muss nicht noch weiter eskalieren.

Mir ist zwar bekannt, dass sich dazu auch schon Leute kritisch geäussert haben, aber so lange sie sich nicht die Mühe machen, mich persönlich darauf anzusprechen, erfahren sie die Begründung halt auch nicht von mir persönlich.

Dann habe ich noch ein Wort für euch, das ich heute zur Welt gebracht habe: Nölant.

Nölant/in: Jemand, der/die so oft rumnölt, dass das Genöle nach einer Weile alles ist, was einem zu jener Person noch spontan einfällt, obwohl er/sie sicherlich/hoffentlich noch andere Talente hat und wahrscheinlich sogar nett ist, aber virtuell die rumkrittelnde Dauerplärre gibt und damit irgendwann einfach jeden anderen Eindruck übertönt.

# 01. August 2015 um 07:24 AM
On Target • 1x FeedbackDrucken





Donnerstag, 23. Juli 2015

Das Netz, das wir vergassen zu bewahren

Artikel auf zeit.de: Das Internet, das wir bewahren müssen.

Zu spät. Dieses Net ist gestorben mit den Wichtigwichsern, den Bedeutungshanseln und allen, die Leser mit Fans, Followern und Anbetern verwechseln. Wenn ich lese, dass sich jemand als “Influencer” bezeichnet, muss ich lachen. Aber die meinen das ja alle ernst, sehr ernst sogar. Es ist die Anerkennung, die sie sich gewünscht haben und es wäre unhöflich, das dann zu kommentieren.

Außerdem ist es ja nur meine Version, in der Paralleldimension ist das vielleicht alles gar nicht so flach. Sondern das, was manche Menschen unter einem erreichenswerten Ziel verstehen.

Stille Hoffnung, dass nicht die ganze Menscheit so dumm sein kann wie ihre Kommentare. Immerhin gibt es ja noch den einen oder die andere, die nicht auf Klettverschlüsse setzen müssen, sondern ihre Schnürsenkel gebunden haben. Hoffentlich alleine.

Und natürlich gibt es die Bubble, die Kompatiblen. Und das Drumherum mit den verschiedenen Schwerpunkten, die Menschen (sich) setzen. Meine scheinen mir oft praxistauglich, aber verschroben im Vergleich.

Mir zieht es ja zB immer noch die Zehennägel hoch, wenn begeistertes Networking in erster Linie daraus besteht, das Gegenüber auf Nützlichkeit für die eigenen Zwecke abzuklopfen.

Einfach mal “Nein” zu sagen führt zu erstaunlichen Reaktionen, meistens so eine Art Applaus, WEIL MAN SICH DAS JA DANN VON MIR MITNEHMEN KANN, WIE MAN SICH ABGRENZT.

Ich bin nicht netzmüde, aber leider immer seltener ernsthaft begeistert.

# 23. Juli 2015 um 09:21 AM
On Target • 0x FeedbackDrucken





Seite 3 von 132 Seiten insgesamt.  <  1 2 3 4 5 >  Letzte »