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»Somebody said it takes about six weeks to get back to normal after you've had a baby. Somebody doesn't know that once you're a mother, normal is history.«
»There are times when parenthood seems nothing more than feeding the hand that bites you.« Peter de Vries
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das leben
Gesegnet.
Drei eher kleine Monarchen mit Pappkronen und etwas älterer weiblicher Begleitung sangen Kenzo eben das Sternsingerlied oder eins davon vor. Er warf sich sofort auf den Rücken und zeigte sein Bäuchlein, vielleicht wusste er, dass anschliessend die Wohnung gesegnet wird. Ich, im Bademantel, hatte diesen Termin vergessen, bei mir waren sicher zwanzig Jahre lang keine Sternsinger und außerdem war ich gerade 30 Sekunden wach, als ich die Tür öffnete und musste das ganze Lied lang überlegen: Trick oder Treat? Verdammt, hab ich noch Süßes oder Scheine im Haus und was will noch mal ein Sternsinger? Ah ja, Spenden, klar. Sie bekamen dann auch eine, keine Sorge - und ich eine Anleitung, wie man einen Schein zusammenrollt und in eine Spendendose würgt.
Oliver schaffte es, 50 Sekunden nach mir vollkommen angezogen aufzutauchen, aber der trägt ja auch wesentlich unkompliziertere Unterwäsche. Miss Peppermint war die letzte, die sich das Singen anschaute, woraufhin König III seinen Vortrag unterbrach und uns darüber informierte, dass er eine Katzenhaarallergie habe. Dann klingelten sie bei den Nachbarn und wir standen verwirrt im Flur, schnurrende Katzen um uns und den “Segen” in der Hand.
Es ist schon irgendwie anders, wenn man direkt an der Kirche wohnt. Oliver muss am nächsten St. Martin unbedingt zuhause sein, wenn die Horde um die Kirche strömt, ihre Beute schwenkend und die unterschiedlichsten Gesänge absondernd.
40 Jahr, kein graues Haar
Is this a lasting treasure
Or just a moment’s pleasure?
Can I believe the magic of your sighs?
Will you still love me tomorrow?
(The Shirelles, 1961 - » Will you still love me tomorrow «)
*
Diesen Eintrag wollte ich im Juli an meinem 40. Geburtstag schreiben, nur steckte ich an diesem Tag und an den weiteren bis zu beiden buchstäblichen Ellbogen in Umzugskisten und bildete mir damals tatsächlich noch ein, dass wir den zweiten Teil unserer Wohnung im Sommer 2007 fertig saniert haben würden, so dass wir meinen Geburtstag und unseren 5. Hochzeitstag zum 41. nachholen und zusammen mit der Wohnungseinweihung feiern könnten. Inzwischen bin ich weiser.
Eigentlich will ich auch nur kurz bestätigen:
Vierzig werden ist ganz OK und tut kein bisschen weh. Ich dachte mir ja schon, dass es nicht so schlimm ist.
Ganz im Gegenteil kann es sogar sehr nett sein, immerzu nette Komplimente zu erhalten, weil man jünger aussieht. Eigentlich sehen ja fast alle Frauen »jünger« aus, die ich kenne. Es gibt eben einfach kaum noch weibliche Wesen, die zum formlosen grauen Haustier mittleren Alters mutieren, sobald die Folgegeneration halbwegs alleine mit den Schularbeiten klarkommt. Vierzig ist die neue dreißig. Mindestens.
Die vierzigjährigen Damen, die ich kenne, laufen Marathon oder modeln, arbeiten in ihren Traumjobs und wirken auf mich keinesfalls so, als sei irgendwas Wesentliches schon gelaufen und unwiderruflich verloren, wenn man 40 wird.
OK, wenn man noch eine halbe Fußballmannschaft eigenbäuchig zur Welt bringen möchte, sollte man sich vermutlich beeilen, und in manchen Branchen fällt man sicherlich aus dem typischen Raster, weil die Kiddies nachrücken. Irgendwas ist ja immer. Aber abgesehen davon könnten so ziemlich alle auch 30 oder Mitte bis Ende 40 sein, das tut sich alles nicht mehr viel - wenn man nicht will.
Jeder positive Text zum gefühlten 40. Meilenstein wird wohl aber ohnehin nur von denen wirklich geglaubt werden, die genau so alt oder älter sind und daher schon wissen, dass man den 40. überlebt, ohne dass um Mitternacht die Zähne ausfallen oder spontaner Flaum die Kinnlinie umgraut.
Jeder muss selbst herausfinden, wie nett es sein kann, ein paar Jahre älter zu werden und welche Vorteile es hat und die wenigsten möchten scheinbar tatsächlich vorher wissen, dass es ganz gut auszuhalten ist. Sie gruseln sich einfach viel lieber, wovor auch immer.
Weibchen zwischen 16 und 35+ scheinen zum Beispiel stets freundlich-wissend zu nicken und dabei mitleidig zu denken »die arme alte Frau, natürlich redet die sich das Altwerden schön, was soll sie auch sonst machen.« und quieken dann arg niedlich »Uh-ooooh, aber ohne 4 vorne ist es doch irgendwie toller!«
Solche Gespräche kann man sich also irgendwie auch gleich sparen. Solche Blogeinträge auch.
Wirtschaftlicher Totalschaden
Gerade erzähle ich Biggi noch, dass wir gerne mit meinem heiß geliebten und zuverlässigen kleinen Peugeot Diesel fahren können an dem einen bestimmten Datum ... da verstirbt das Auto überflüssigerweise, weil jemand das Leck unterm Kühler für nicht therapiebedürftig hielt und es nicht wirklich ernst nahm, als ich ihn bat, sich als zurzeit ständiger Fahrer des Wagens drum zu kümmern. Die Werkstatt sagt, da ist jetzt auch leider nichts mehr zu machen.
Ich glaube, ich hole besser meine Knirschschiene jetzt.
Ageless
Es war eine harte Woche. Sie ist noch nicht vorbei.
Temporäre Erkenntnisse: Ich bin mir gerade nicht so sicher, ob ich die professionell durchgeführten Fassadenrenovierungsarbeiten von Madonna und Sharon Stone wirklich zu schätzen weiß. Es muss doch einfach auch mal in Ordnung sein, wie 45 oder 50 auszusehen, wenn man 45 oder 50 ist.
Nur: Wie sieht man mit 45 oder 50 aus? Das weiß man doch heute gar nicht mehr.
Gerade mal zum Thema reingegoogelt: In Bürde altern bei Spiegel Online.
Solche Tage oder solche
Also ich hatte früher mal fast 17 Jahre lang einen Hund (ein Pudeldackelterrier-Fräulein namens Tebethekla, kurz Tebby genannt). Außerdem habe ich keinen guten Tag abgekriegt heute, genau genommen die ganze Woche noch keinen auch nur halbwegs brauchbaren.
Das erklärt es vielleicht.
Denn eben wollte ich im Vorbeigehen den Kater anleinen und mit raus zum Briefkasten eine Straße weiter nehmen. Erst als ich die Hand in seinem Nacken hatte und statt nach dem Halsband ins Leere griff, fiel mir auf: Der benimmt sich zwar wie ein Rottweilerbabyrüpel, wird sich aber trotzdem nicht gerade bedanken für einen Ausflug. Denn draußen gibt es kein Dach, und das findet er total gruselig.
Ich ja auch. Manchmal. Aber da muss ich durch. Und er nicht.
Er kann weiter auf der Heizung dösen.