Clowns are evil II
Nachtrag: Der Eintrag vor diesem ist nicht sonderlich ernst gemeint. Ich hab mich kurz geärgert, aber wirklich nicht sehr, denn die anderen Drachen sind heil und vor allem »Ernest« hat ein wunderbares Rauchblaugrau, das perfekt zum neuen Sofa passt. Außerdem sind meine Hände voller Drachen, wenn ich wirklich noch einen will, wird er sich schon herauslocken lassen ...
Ernest ist prächtig geworden. Auf dem Bild kann man das nicht sehen, weil die Wand (inzwischen) ebenfalls blau ist, da fehlt dann wohl der Kontrast:
Und noch was: Clowns gehen gar nicht. Sie sind immer schauderhaft, auf Bildern, auf Kacheln, aus Ton, einzig und allein lebendige Clowns kann man sich halten, alles andere ist einfach ... abgrundtief bäh. Der Tonklumpen da eben aber war wirklich obendrein auch noch sehr gestümpert und viel, viel zu groß. Der Herr vom Brennservice musste mir sogar erklären, dass es ein Clown werden sollte, sonst hätte ich gedacht, es sei ein Fußball mit Tumoren.
Clowns are evil
Gewiss, ich hätte ihn auch fotografieren können, den monströsen weißen Clown aus Ton, der nicht nur plump und hässlich war, sondern auch so ungeschickt angefertigt, dass er beim Brennen explodierte und das liegende Drachenmädchen zertrümmerte. Andererseits war das Scheissteil so abgrundtief geschmacklos und potthässlich, dass ich niemandes Persönlichkeitsrechte verletzen will und es daher nicht fotografiert habe, denn ich bestehe darauf zu behaupten: Ziemlich offensichtlich war dieser uninspirierte Clownklumpen in Fußballgröße mit dem kleinen Tennisballkopf und den widerlichen Keramikschleifen und, schlimmer noch, -knöpfen, das Werk einer Serientäterin, die vermutlich auch Pullover mit Strassteddybären strickt und auf jede Bringmit-Party der letzten 8 Jahre immer dasselbe fettige Vorzeigegericht mitgeschleppt hat, um von jenen Feiglingen dafür überschwenglich gelobt zu werden, denen es in Wirklichkeit längst zum Hals heraushing. Besessen von dem Gedanken, in der netten und nicht so netten Nachbarschaft ungemein kreativ zu erscheinen und rückhaltlos bewundert zu werden, patscht sie vermutlich in jeder freien Minute diese formlosen Klumpen zusammen, zweifellos ermutigt und beglückwünscht von anderen bastelnden Hausfrauen, denn auf diesem Kreativitätslevel hält man zusammen wie Pech und Schwefel, da kommt kein Kritiker dazwischen, geschweige denn jemand, der es wirklich kann und hilfreich anleiten könnte. Wahrscheinlich malt sie auch noch oder schreibt Romane, ich wäre kein bisschen erstaunt.
So stellt euch nun doch bitte einen weißen Riesenbappen Ton vor, dem jemand eine Faustvoll Gematsch aus Ton obendrauf gedrückt hat, auf dem ein an den Rändern schäbig wegbröckelnder, uninspirierter Ton-Schlapphut sitzt, der ungleichmäßige ‘lustige’ Knöpfe den Bauch lang hat wie ein Schneemann seine Kohlnarben und dem man eine schlecht geschnittene Keramikschleife zwischen Fuß- und Tennisball gewürgt hat und an dem das einzige Erträgliche ist, dass der Tennisball seitlich weggeplatzt und abgefallen ist ... leider auf das Drachenmädchen, aber wenn dafür diese Monströsitat ebenfalls sterben musste, so hatte ihr Tod wenigstens beinahe einen Sinn.
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