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Montag, 07. Januar 2013

Der rauchfreie Balkon

Wir sind Nichtraucher. Deswegen wird in unserer Wohnung nicht geraucht. Soweit besteht ganz sicher kein Erklärungsbedarf, da sind wir uns eventuell auch alle einig.

Wir möchten aber aus diversen Gründen auch nicht, dass auf unserem Balkon geraucht wird.

Das wiederum ist ein höchst interessantes psychologisches Experiment.

*

Ich habe ja nie geraucht, aber ich stelle mir vor, dass ich so eine Ansage „Bei uns wird nicht geraucht, und wir möchten das auf dem Balkon auch nicht haben“ einfach zur Kenntnis nehmen und akzeptieren würde, wenn ich Raucherin wäre.

Denn Rauchen ist ja nicht Origami, Stricken oder iPhone-Sucht, nett-lästig-harmlos und sonst nix: Man erzeugt Müll, verpestet die Luft, hinterlässt Geruch. 

Wenn jemand das im eigenen Lebensraum nicht haben möchte, dann sollte man das einfach akzeptieren. So meine naive Annahme.

Tatsächlich aber passieren seltsame Dinge, wenn man freundlich darüber informiert, dass man eine rauchfreie Etage mit einem rauchfreien Balkon möchte.

Eine Person keifte, dass man sie in ihren Persönlichkeitsrechten beschränken würde (hä?), wenn sie nicht mal an der frischen Luft rauchen dürfe bei uns und verschwand wutschnaubend auf Nimmerwiedersehen (das war eine Haushaltshilfe, die mir auch in der Schwangerschaft keine rauchfreie Etage gönnen wollte. Ja, das Thema ist mehrere Jahre alt, aber immer noch aktuell).

Wäre die Dame noch drei Minuten länger geblieben, so hätte ich ihr erklären können, dass Rauch auf und von unserem Balkon leider immer zurück in die Wohnung zieht. Auch wenn jemand die Tür hinter sich zugemacht hat, stinkt es irgendwann nach dem Hereinkommen unweigerlich drinnen nach Rauch, wir hatten ja bedauerlicherweise inzwischen Hunderte von Handwerkergelegenheiten, das zu testen.

Aber auch wenn es gar nicht stinken würde, wir haben unsere Gründe, wir haben diesen Wunsch, wir wollen auf unserer Etage, in unserem Lebensraum keinen Rauch.

Genauer gesagt: Wir hatten schon auf sehr viele sehr unterschiedliche Weisen ganz üble Erfahrungen mit Zigaretten, mit Kippen, mit Rauch. Schon Jahre vor dem Brand hatten wir Grund genug, Nikotin strikt abzulehnen (gesundheitliche Katastrophen der und durch die Kettenraucherverwandtschaft). Danach kam der Brand, danach das Verarbeiten der Erfahrungen und der Verbrennungen und der Rauchvergiftung, auch beim Kind.

Unsere Wohnung soll also komplett rauchfrei sein und bleiben, bitte.

Andererseits muss ich gar nichts erklären, oder? Rauchfreie Etage ist rauchfreie Etage, und ob auf dem Balkon geraucht wird, entscheiden immer noch wir. Dachte ich.

Bis eine Bekannte sich meine Erläuterungen anhörte, mich dann rundherum anstrahlte und mir lieb lächelnd mitteilte „Ach was, auf dem Balkon, da darf man doch schon rauchen“.

Das war so herrlich selbstverständlich für sie, dass man über meine absurde Ansage ebenso selbstverständlich einfach hinweggehen konnte.

*

So geht das jetzt weiter, oder?

Jeder einzelne Raucher wird erst mal erstaunt sein, generell eine Erklärung/Rechtfertigung erwarten und dann ist es Glückssache, ob diese auch akzeptiert wird, richtig?

# 07. Januar 2013 um 01:32 PM
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