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Ein Feuer, das ein Haus oder einen Teil davon vernichtet, dauert nur wenige Stunden. Aber es kostet Jahre.

Normalität ist etwas, das uns immer noch zu entgleiten droht in dieser Twilight Zone zwischen der Rückkehr in unsere Wohnung und der Verarbeitung des Traumas.

So viele von euch haben uns geholfen, das vergessen wir nicht.

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Mittwoch, 21. Dezember 2011

Ruhig ist es um mein Blog geworden

“Ruhig ist es um dein Blog geworden, da könntest du ja wirklich mal wieder mehr schreiben.”  Zuerst habe ich, so glaube ich, einfach nur geblinzelt: Es hat etwas durch und durch Erfrischendes, auf Bekannte zu treffen, die es irgendwie geschafft haben, unseren Ritt durch die Privatapokalypse völlig zu verpassen, obwohl sie immer mal wieder das Blog lesen. Ist nur eben ziemlich selten.

Völlig außer Frage steht, dass ich in jedem Gespräch so lange punkten könnte, bis das Gegenüber nur noch verstört schweigt. Kann oder sollte ja kein Gesprächsziel sein. Da ich aber selbst nicht weiß, was ich zu jemandem sagen würde, der mit einer Thrombose im Bein und einer lebensgefährlichen Erkrankung halbnackt das eigene Kind aus dem brennenden Eigenheim inklusive Büro getragen hat, um dann erst mal anderthalb Jahre lang mit einer thyreotischen Krise zu kämpfen, während die Hausratversicherung sich über einen sehr langen Zeitraum gefährlich ungnädig benahm und der Mann nach Aufenthalt auf der Intensivstation Verbrennungen dritten Grades ausheilte und wir parallel um unsere Existenz kämpften, murmele ich in der Regel nur was von “viel zu tun”,wenn einer fragt, wie es so geht.

Was ja auch stimmt. Irgendwie.

Vor allem bin ich damit beschäftigt, nicht zu einer jener monothematischen Persönlichkeiten zu werden, die einmal im Leben ein einschneidendes Erlebnis meist negativer Art hatten und nun wie das Kasperle aus der Kiste springen und dieses Thema intervallartig ein Leben lang aufarbeiten. Wir wissen alle, wie das ausgehen kann. Da kommt dann einer und stülpt seine gemachte Erfahrung bei der erstbesten halbwegs passenden Gelegenheit übers anliegende Thema.  Die Frau Kelef kennt einen Thailand-Experten, der das auch ohne Trauma schafft. Wir alle kennen den geheilten Extremkranken, der danach aposteln geht mit Rohkost oder Dauerlauf und vielleicht am allerschlimmsten sind noch jene, die einmal für 5 Minuten Medienaufmerksamkeit hatten und noch am Rollator humpelnd erzählen werden, wie das damals so war.

Das Feuer war schlimm.
Die Erlebnisse danach waren schlimmer.
Die Erlebnisse danach waren aber auch unglaublich toll.

Auch das muss verarbeitet werden.

Vielleicht schreibe ich wirklich irgendwann mal den ganzen Bericht fertig und ins Blog. Aber erst, wenn diese Achterbahnfahrt allmählich ausrollt. Denn davon kann auch siebzehn Monate nach dem Brand noch nicht die Rede sein. Unsere Wohnung ist noch nicht wieder aufgebaut, gesundheitlich bleibt alles schwierig und momentan habe ich nicht mal Lust darauf, darüber zu bloggen, wie ich in Quarantäne geschickt wurde, um radioaktiv verseucht zu werden. Obwohl das ganz lustig war, und hoffentlich den gewünschten Erfolg (zerstörte Schilddrüse) erzielt.

Ja,es ist ruhig um mein Blog geworden. Überleben im übertragenen und sprichwörtlichen Sinne ist und war erst mal wichtiger. Doch ich habe immer noch Lust zu bloggen, werde ganz sicher nicht aufhören und es bleibt also nicht auf Dauer so ruhig.

Euch allen wunderbar entspannte Feiertage, ganz viel angenehme Langeweile und ein herrlich ereignisloses, rundum gesundes Jahr.

# 21. Dezember 2011 um 07:59 PM
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