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Ein Feuer, das ein Haus oder einen Teil davon vernichtet, dauert nur wenige Stunden. Aber es kostet Jahre.

Normalität ist etwas, das uns immer noch zu entgleiten droht in dieser Twilight Zone zwischen der Rückkehr in unsere Wohnung und der Verarbeitung des Traumas.

So viele von euch haben uns geholfen, das vergessen wir nicht.

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Donnerstag, 19. August 2010

Fotos vom 9. Juli

Oder vom 10. Juli? Der Brand war nachts am achten und auf den Bildern ist keine Plane auf dem Dach und die gefährlich kippelnden Kamine waren noch nicht hingelegt worden. Vielleicht war es doch der neunte.

Plötzlich stand Kicky in der Brandwohnung - war Hunderte von Kilometern gefahren, um Bilder zu machen. Mein Vater hat ihm von Kanada aus Bescheid gesagt.

Dachboden Richtung Kirche

Heute habe ich es dann endlich mal geschafft, mir die Bilder anzusehen und ein paar ins Social Web :-) hoch zu laden.

Leider gibt es noch keine Neuigkeiten, denn die Untersuchungen zur Ursache sind immer noch nicht abgeschlossen.

# 19. August 2010 um 08:28 AM
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Montag, 16. August 2010

Hart am Anschlag.

Allmählich gehe ich mir selbst auf die Nerven, aber ich funktioniere immer noch nicht wunschgemäß. Weder den Erwartungen anderer, noch meinen eigenen entsprechend.

Mir fällt es auch nach dieser “langen” Zeit noch zu schwer, die Mails der letzten Wochen zu lesen. Blogpostings und Foren habe ich noch gar nicht geschafft - ja selbst auf der Spenden-Website kann ich nicht lesen, nicht lange jedenfalls.

Erst öffne ich ein Browser-Fenster mit einem Text über uns, den Brand ... und dann wird es mir schon zu viel. Herzrasen, Druck und das Gefühl, irgendwas klappt über mir zusammen. So kenne ich mich selbst nicht. Dann flüchte ich mich zu Twitter, denn dort findet alles in leicht verdaulichen Häppchen statt.

Direkt nach dem Feuer musste ich funktionieren und mich normal unterhalten und auch möglichst normal wirken und durfte nicht zusammenklappen und schreien und weinen und hilflos sein. Das ging ja nicht.

Die Option stand einfach nicht offen.

Nach und nach fallen jetzt die Puzzleteile an ihren Platz. Vorgestern erzählte ich Tina, wie ich es während der ersten Tage nicht mal geschafft hatte, wichtige Nummern in mein Handy zu speichern und es mit dem Netbook auch gar nicht hinkriegte, Dokumente zu speichern (!), so dass ich mit einem Stapel zerfallender Notizen herumrannte, alles dreimal ausdruckte und immer wieder neu schrieb, was ich brauchte.

Das hatte ich zwischendurch schon wieder vergessen.

Jetzt sagt bitte nicht “da kann man doch um Hilfe bitten”. Schon mal jemanden um Hilfe gebeten bei einer absurd einfachen Sache, um dann freundlich informiert zu werden, weil man DAS doch nun wirklich können müsse? Das macht man in diesem atemberaubend gefährlichen Zustand nur ein einziges Mal, danach beißt man eben die Zähne zusammen und sich irgendwie durch, denn noch mehr von diesen “erstaunten” Blicken erträgt man dann einfach nicht.

Ich habe vielleicht nicht so gewirkt und habe scheinbar ja auch irgendwie funktioniert, aber ich war trotzdem vollkommen fertig.

Man konnte mir für satte 350 Euro den Sperrmüll verkaufen, wenn man die Vormieterin der Übergangswohnung war.

Man konnte ständig in den Resten meiner Wohnung herumschnüffeln, obwohl man dort nichts zu suchen hat/hatte.

‘Man’ konnte in unserem ganzen Leben herumschnüffeln und überall, wo man sonst nie willkommen wäre. 

Man konnte mich anbrüllen (lassen) und mir drohen und ich habe wunschgemäß reagiert.

Verletzungen. Grenzüberschreitungen. Große und auch viele ganz unmerkliche kleine, unerwartete.

Erfahrungen, die mir viel freundliche Durchschlagkraft verleihen und die mich für den Rest meines Lebens stählen werden. Denn an unguten Menschen zerbricht man nicht, die machen dich nur stärker.

Nicht härter, wohlgemerkt. Stärker.

Vor allem, weil sie große Ausnahmen waren in einer Zeit, in der uns ganz viele andere selbstlos und sofort geholfen haben.

# 16. August 2010 um 08:39 AM
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Samstag, 14. August 2010

9 Jahre

Kurzes Gastspiel: Far away and dreaming, unser Honeymoon-Blog 2001, steht nur am Hochzeitstag online.

Update: Wieder weg, für ein Jahr.

# 14. August 2010 um 11:00 PM
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Mittwoch, 11. August 2010

Alles ist Umbruch

Der Bericht nimmt langsam Formen an, wird aber so lang, dass ich ihn auf die einzelnen Tage aufsplitten werde.

Ich bin froh, dass es regnet.

*

Wir wohnen neben dem Krankenhaus und früher habe ich mich oft über hysterische Mütter geärgert, wenn ein Notarztwagen mit Blaulicht und Sirene am Spielplatz vorbeikam und sie die “Ogottogott Ohje, da ist was passiert, huch herrjeh, Ogottogoto-Ogottogott”-Nummer abgezogen haben: Wie unnötig anstrengend. Wenn man nicht selbst betroffen ist, sollte man den eigenen Kindern zuliebe ein halbwegs normales Verhalten hinkriegen, denn Rettungswagen fahren hier täglich viele Male, da jedesmal wegzuticken kann nicht richtig sein.

Meinem Kind habe ich also immer wieder erklärt, dass Rettungswagen total super sind, weil sie zur Hilfe kommen und weil nette Männer damit fahren und dass es einfach nur eine tolle Sache ist, dass es diese Wagen gibt. Wenn ein Wagen irgendwo stand, haben wir ihn uns genau angesehen und uns darüber gefreut.

Das hat einerseits wunderbar funktioniert: Als wir nach dem Brand in einem Rettungswagen festgeschnallt abtransportiert wurden, war die Tochter beinahe angetan und erkundigte sich genau, wer denn nun ein Arzt war und wer “nur ein netter Mann”.

Andererseits würde ich jetzt einfach auch ganz gerne mal mein Hirn in der Apotheke nebenan abgeben und eine Runde “Ogottogott” absondern, wenn schon wieder die Sirenen an uns vorbeiziehen.

Nicht nachdenken muss erlösend sein. Vermute ich.

(In der Mohrenapotheke, weil ich denen am ehesten zutraue, dass ich es in medizinisch einwandfreiem Zustand zurückerhalte.)

*

Das Schützenfest, uns mit diversen Spielmannszügen ab 7 Uhr früh direkt vor dem Fenster erfreuend, endete gestern mit einem großen Feuerwerk.

Leider haben wir keine Vorhänge und einen ganz tollen Blick darauf gehabt, so dass unser kleines Mädchen irgendwann nur noch verzweifelt schluchzte »Ich will nach Hause, Mama!«

Ich doch auch.
Ich auch.

*

Sehr gerne möchte ich den Haushaltsmüll über denjenigen kippen, der den Spruch “Dreimal umgezogen ist wie einmal abgebrannt” geprägt hat. Inklusive Klatzenklo.

# 11. August 2010 um 06:58 AM
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Montag, 09. August 2010

Bald kommt der kleine Elefant aus dem Urlaub zurück.

»Das Baby von der Elefantenmama ist gar nicht verbrannt und totgemacht, das wird noch saubergemacht wie das Lego, und dann kommt das Baby zurück zu seiner Mama!« sagt das Kind und schwenkt die verwaiste Schleich-Elefantenmutter.

Uuuuaaaah. Mein Magen dreht eine Runde auf der Achterbahn, während die Finger bereits online nachbestellen.

Alles kann man nicht ersetzen.

Aber manches eben doch.

Glücklicherweise.

# 09. August 2010 um 07:33 PM
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