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Samstag, 17. Juli 2010

Gnadenlos.

Jemand aus dem Haus hat meinen Zettel entfernt, dass Pakete und Warensendungen bitte in die nahe gelegene Wohnung gegenüber gebracht werden sollen.

Der Paketbote hatte ihn gestern gesehen und brachte mir die DRINGEND benötigte Sendung trotzdem.

Aber wer entfernt denn in so einer Lage so einen Zettel? Wer ist so hartherzig und gnadenlos?

Leute, ich habe eines über Karma gelernt in den letzten Tagen:

Wer so ein enges, kaltes und gemeines Herz hat, dass selbst ein (für uns sehr wichtiger) Hinweiszettel als störend empfunden und ungefragt entfernt wird .... der sollte besser nicht auf allzuviele Freunde warten, wenn er/sie in Not ist.

# 17. Juli 2010 um 08:11 AM
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Freitag, 16. Juli 2010

nun wollen sie zehntausend euro von mir

so viel kostet es, den hausrat jetzt aus der wohnung zu holen. das zahlt keine versicherung, das müssen wir bezahlen

selbst machen darf man nicht nach brand, sagte man mir
geht auch nicht wegen einsturzgefahr

und schnell gehen muss es auch noch, die ersten mitbewohner im haus beschweren sich über das abgeplante dach.

kein mensch weiß, was und ob und wieviel die hausratversicherung dann zahlt
vorher muss ich noch da rein und jedes Einzelteil auflisten und fotografieren.

man könnte beinahe mutlos werden momentan.
wenn denn zeit dafür da wäre.

UPDATE: Also die Kosten müssen von uns übernommen werden, abtransportieren darf man nach Brandschäden nicht selbst, geschehen muss es bald und wie das alles richtig heißt und so weiter und was man dann macht, fnde ich noch heraus.

Bitte versteht, ich hatte noch nie ein Feuer, ich würde gerne alles verständlicher erklären (oder überhaupt verstehen und dann hier weitergeben). Aber am Freitagabend erreicht man ja auch keine fachliche Beratung mehr.

Später mehr, hoffe ich

Edit, zwei Jahre später: Die Kosten mussten von uns vorgestreckt werden. Ich habe bei myHammer Angebote für Brandsanierung eingeholt, die deutlich unter 10.000 lagen und die als Verhandlungsgrundlage genommen. Irgendwann werde ich die Kraft haben, alles vernünftig aufzuschreiben.

# 16. Juli 2010 um 02:02 PM
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Update: Die Woche danach

Leider aufgrund von enormem Zeitdruck von unterwegs nur ganz kurz!!!

Wir sind vollkommen überwältigt von der Hilfsbereitschaft überall und haben beide erst einmal eine Stunde lang geweint, als wir von der Spendenaktion hörten. Ihr seid alle verdammt großartig. Dazu später mehr, sobald ich wieder richtig online bin.

Jetzt ganz wichtig:

Die vielen, vielen Dinge, die ihr uns schenken wollt - bitte spendet sie bei http://kinder-armut.de oder für Frauenhäuser (zum Beispiel das internationale Frauenhaus der AWO),  Mädchenheime wie http://www.geso-jugendhilfe.de oder gebt sie in die Sammelstellen wie Kleiderkammer der Caritas oder http://www.DKHW.de/Kinderarmut 

Denn wir haben bereits geliehen oder geschenkt bekommen (oder beim “Sommerfest” des Möbelschweden sehr günstig ergattert):

Waschmaschine, Trockner, Herd, Kühlschrank, Betten, Schrank und ganz viele nützliche Sachen, die wir momentan zusammenfassend auf “Schredder” getauft haben, weil man in diesem Geröll keinen Überblick mehr haben kann. wir haben ja auch gar nicht viel Platz momentan und alles ist total chaotisch, aber die allerwichtigsten Gegenstände sind dank wunderbarer hilfsbereiter Menschen vorhanden.

Danke, danke, danke euch allen!

Es gibt unendlich viele Menschen, denen ihr mit guten Haushaltsgeräten und Kleidung das Leben erleichtern könnt und wenn dieser unglaublichen Spendenaktion (ich hab mich noch gar nicht getraut, die Website genauer anzuschauen, das kommt alles noch) und eurer ebenso unfassbar großen Hilfsbereitschaft diese vielen Sachen dort landen, wo sie noch mal richtig Sinn machen - das wäre absolut genial.

Wir brauchen nämlich keine 28 Waschmaschinen und 15 Trockner :-)) andere aber schon.

Und wenn Ihr das Gefühl habt, dass ihr keine Haushaltsgeräte durch die Gegend schleppen könnt, kauft doch mal einen Esel für Nepal (das Nepal-Projekt läuft noch! und verändert dadurch ein fremdes Leben für immer.

So wie ihr alle meins gerade.

Aber dazu später mehr - mein Leben brennt, ich muss weiter, bin ab 26. wieder “zuhause” online, wenn alles klappt. Naja, und das tut es ja selten auf Anhieb.

*

P.S. Tochter gesund, aber verstört - Mann aus dem Krankenhaus und elend mit Verbrennungen dritten Grades - aber alles wird gut. Bald können wir auch die Katzen holen, die bei der lieben Rosi wohnen.

# 16. Juli 2010 um 09:14 AM
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Sonntag, 11. Juli 2010

Das Leben, wie ich es kannte II

Eine Frau, die man um 1 Uhr nachts anrufen kann, wenn das Haus brennt und die sofort versteht, warum man ein Handy ins Krankenhaus braucht und die kommt, auch wenn sie dafür weit fahren und alles stehen und liegen lassen muss: Biggi
http://www.mehralstext.de
ihr blog http://www.pommeswelt.de kämpft in der blog WM um den Titel, bitte stimmt für sie ab

Eine Familie, die ohne zu zögern die Arme und die Wohnung öffnet und sofort mein Kind mit zu ihrem ganz kleinen Baby und der Tochter aufnimmt, während Jörg mir von der ersten Sekunde an nicht mehr von der Seite wich, um zu räumen, zu tragen, zu helfen und zu stützen, wo es einzustürzen drohte - und ich meine nicht das Haus.
Jörg Friebe
ein großartiger, pragmatischer, praktisch und intelligent denkender Mensch mit einem großen Herzen, der momentan eine Stelle sucht, um seine Familie zu ernähren
und diese Woche ein Vorstellungsgespräch bei der Rheinischen Post als Sachbearbeiter bei der Druckerei hat
er ist Druckermeister
und ich würde mir einen Daumen abhacken, wenn das seine Chancen erhöhen würde, aber wahrscheinlich wäre es besser, wenn ihr sie einfach nur alle, alle für ihn drückt

ich danke allen, die uns mailen und helfen wollen
wir sortieren immer noch die Katastrophe
haben bald eine Wohnung in der gleichen Straße

es ist sehr lieb von euch allen, dass noch niemand darauf hingewiesen hat, wie treffend der Titel Schutt und Asche für mein Heimwerker-Blog ist. aber ich kann bereits selbst darüber lachen.

zeit rennt
ich muss los
und habe keine zeit den vielen anderen zu danken

# 11. Juli 2010 um 06:36 AM
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Samstag, 10. Juli 2010

Das Leben, wie ich es kannte

Das Leben, wie ich es kannte, endete gestern, als ich halbnackt mit meinem Kind auf dem Arm vor den Flammen flüchtete.

Das neue begann damit, einen Tag später den lebenden Kater doch noch aus den Trümmern zu ziehen, nachdem wir ihn alle schon betrauert hatten. Aber ich konnte es nicht glauben, dass er tot sein sollte - und hatte Recht. Ich hätte jedes Stück Holz aus dieser Wohnung gekratzt, um nach ihm zu suchen und verspreche, dass ich ihn nie mehr “den Braten” nennen werde.

Wir sollten jetzt alle als Familie zusammen sein, aber der Mann ist noch im Krankenhaus (nicht mehr auf der Intensivstation endlich), die Katzen bei einer freundlichen Nachbarin. Das Kind schläft auf dem Sofa, von dem ich gerade aufgestanden bin, weil es für 2 zu eng ist, auch wenn eine von uns klein ist.

Ein Berg Geröll aus geretteten Gegenständen in Taschen und Körben umgibt mich und ich weiß: Wir können hier nicht wirklich lange bleiben und dieser befreundeten Familie ein Flüchtlingslager aus ihrem Leben machen, das geht einfach nicht.

Ohne unsere Freunde, wie hätte der Tag gestern ausgesehen? Ich bin froh, dass ich es nicht erfahren muss.

Die Sonne wird in ein paar Minuten aufgehen. Fünfunddreißig Grad warten auf mich. Meine Thrombose ningelt vor sich hin wie die lieben Verwandten, die ich gestern trösten musste. Nicht getröstet werden müssen, wenn anderen die Existenz zerbricht, das kommt auf die lange Liste “wie ich als alte Frau nicht werde, wenn ich denn eine alte Frau werde”.

Ich muss so schnell wie möglich Stauraum besorgen, Kartons oder Kästen, Helfer zum Retten weiterer Gegenstände, eine Wohnung für die nächsten Monate, Geld verdienen.

Ein verdammt langer Tag liegt vor mir und ich würde so gerne endlich weinen können.

# 10. Juli 2010 um 03:10 AM
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