Die unsichtbaren Frauen
Eine meiner Angewohnheiten ist das Fotografieren von weiblichen Personen, die zwar fest zu einer aktuellen Situation gehören, aber sich eher im optischen Hintergrund aufhalten und garantiert nicht oft geknipst werden. Schon gar nicht für sich alleine. Natürlich mache ich diese Bilder nicht für mich, ich schenke sie ihnen.
Die Leiterin der Krabbelgruppe, eine Krankenschwester, Mitmütter bei der Arbeit oder eine nette Nachbarin. Zum Beispiel.
Es ist ganz erstaunlich, was alles passieren kann, wenn man einer Frau einen Stapel Fotos in die Hand drückt, auf denen nur sie selbst zu sehen ist. In Großaufnahme. Lächelnd. Oder entspannt, oder mitten in Aktion.
Von Wut bis Weinen ist alles drin.
Meistens blättern sie eilig im Stapel weiter und schauen erst mal hinten nach, ob noch andere Bilder dabei sind. Abbildungen anderer Personen, genau gesagt. So, wie sie es gewohnt sind und erwarten.
Dann schaut die Beschenkte unweigerlich noch einmal auf ihren Stapel und fragt, warum es denn jedes Bild gleich dreimal (oder viermal, oder fünfmal) gibt. Ich antworte: Damit du deinen Kindern eins geben kannst, deinem Mann, deiner Mutter. Und trotzdem noch selbst eins von dir hast, auf dem du so nett lachst.
Manchmal ergänze ich noch: Frauen denken oft gar nicht daran, Fotos von sich selbst zu machen oder machen zu lassen, und die Kinder (der Mann, die Mutter) finden es bestimmt schön, mal ein aktuelles Bild von dir zu kriegen. Später irgendwann bist du froh, dass es ein paar Bilder mehr gibt von dir - diese Freude, deswegen mache ich das.
Meistens sehen sie dann verlegen auf das Bild und freuen sich still ein bisschen. Ich lasse grundsätzlich nur wirklich schöne Porträtaufnahmen abziehen, leuchtende Augen, lachende Gesichter oder einen sehr gut getroffenen Ausdruck.
Lieber kein Bild als eins, das nur so lala ist.
Später, sehr viel später irgendwann an einem ganz anderen Termin frage ich dann vielleicht sogar mal nach, ob die Kinder, der Mann oder die Mutter sich gefreut haben.
Viel zu oft lautet die Antwort: Total gefreut - sie haben sich nur sehr darüber gewundert, dass ich tatsächlich alleine auf dem Bild war.
Vor fünf Jahren fotografierte ich ein Schulfreundinnentreffen, als eine von den Damen 70 wurde. Ich ging einfach mit der Kamera hin, als ich das Geschenk abgab. Sie wehrten sich alle während der Aufnahmen vehement gegen jedes Bild, freuten sich aber später überschwenglich über die Abzüge mit den lachenden feiernden Freundinnen und den Einzelaufnahmen, zwei baten sogar um stark vergrößerte Abzüge.
Heute morgen war ich sehr schockiert, weil die mit einem Foto bedachten Kinder sich beschwert haben, dass ja nur die Mutter auf dem Bild zu sehen sei, wie langweilig. Wo denn die anderen Leute alle seien?
Die Fotografierte blinzelte selbst ein bisschen empört, so hatte sie sich die Reaktion wohl eher nicht vorgestellt.
Manchmal ist es das erste Bild seit zehn oder zwanzig Jahren, das die Frau von sich allein bekommt.
Einmal war es das erste in ihrem ganzen Leben.
Mittwoch, 29. Juli 2009
Ambitionen

»Ohje!« Meine Mutter gibt gern kreißsägenartige panische Töne von sich, wenn es um ihre Enkelin geht: »Darf deine Tochter das?!«
Kann man getrost übersetzen mit: ‘Warum waltest du nicht deiner Aufsichtspflicht, mein kleines Enkelkind klettert auf zweieinhalb Meter hohe Spieltürme!‘
»Meine Tochter darf das, was sie kann.« antwortete ich prompt, wenn auch nicht ganz wahrheitsgemäß. Aber wozu die Feinheiten diskutieren, wenn es doch im Grunde nur darum geht, dass die Omas insgeheim die ganze Zeit denken, sie könnten es ja doch besser. Alles. Vor allem die Erziehung. Wenn sie denn bloß dürften.
Wenn ich meine Mutter bitte, dem Kind ein Brot zu machen, bekomme ich als Seitenhieb serviert » ... und wir haben dann auch noch abwechselnd immer ein Stückchen vom Apfel gegessen, denn Vitamine sind wichtig.«
Gut, das wusste ich noch nicht. Wir haben bisher Obst und Gemüse sorgfältig vermieden, ernähren uns von tiefgefrorenem und nicht aufgetautem Weißbrot und Marshmallows, ab und zu bringt der Mann ein Bison mit - das essen wir dann roh. Jetzt, da ich aus offizieller Quelle weiß, dass auch Vitamine irgendwie wichtig sind, besorge ich natürlich ein paar Pillen mit so Vitaminzeugs drin.
Vielleicht warte ich auch einfach ab, bis das Tochterkind sich artikulieren kann und sich nicht mehr so freundlich am Händchen mitziehen lässt. Vieles dürfte sich dann von selbst erledigen.
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Yours sincerely, wasting away
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yours sincerely, wasting away
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when I’m fourty four ???
Liebe Beatles, ich weiß. Ihr habt Sixty Four gesungen. Es war aber nun mal mein 44. Geburtstag, der buchstäblich in Rauch aufging vor zwei Monaten.
Selten war ich so froh… ... lesen ...
Picknick - was nimmt man mit?
Picknick - was soll mit, was lässt sich gut vorbereiten.
... lesen ...Blogbibliothek
Ein schönes neues Projekt: Blogbibliothek.ch möchte ausgewählte Texte für das Lesevergnügen zusammenstellen, ich zitiere: »Es gibt Blog-Einträge, die mit sprachlicher Sorgfalt bis hin zu literarischem Können geschrieben sind: Man möchte seine Nase in sie stecken wie in ein aufgeschlagenes Buch, das einladend in einer Bibliothek liegt. Solche Texte sollen für dieses Portal gefunden und vorgestellt werden. Eine Bewertung der Texte… ... lesen ...
melody in Bald kommt der kleine Elefant aus dem Urlaub zurück.: Das Kind denkt bei allen Spielsachen, sie seien “saubergemacht” oder “wiedergeholt” worden, weil ...
creezy in Fotos vom 9. Juli: Die Fotos angucken, das muss sehr schwer sein. ,-(
creezy in Hart am Anschlag.: Ach so Schockzustände sind eine an sich ganz praktische Angelegenheit. Ich finde, das hat die ...
Thomas Arbs in Bald kommt der kleine Elefant aus dem Urlaub zurück.: Uh-oh. Das Lego wird saubergemacht? Als es vor vielen Jahren mal im Keller brannte, haben die ...
Biggi in Fotos vom 9. Juli: Diese Bilder entstanden definitiv am 9. Ich war dabei, als Kicky kam.
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