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Ein Feuer, das ein Haus oder einen Teil davon vernichtet, dauert nur wenige Stunden. Aber es kostet Jahre.

Normalität ist etwas, das uns immer noch zu entgleiten droht in dieser Twilight Zone zwischen der Rückkehr in unsere Wohnung und der Verarbeitung des Traumas.

So viele von euch haben uns geholfen, das vergessen wir nicht.

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Donnerstag, 18. Dezember 2008

Ein halber Jahresblick zurück

man kann auch alles einfach immer auskippen

Die Weihnachtsgeschenke zu 98% abgewickelt, den Backwahn absolviert und aus dem Burnout wieder ausgestiegen wie Phoenix aus den Resten einer rheinländischen Grillparty: Das wäre eine feine Ausgangssituation für ein Pausen-Posting oder gutes Blog-Füllmaterial zum Jahresende.

Tatsächlich sind fast alle Geschenke eingewickelt und verschickt, während die Weihnachtsbäckerei sich noch hinzieht. Über den Zustand des eigenen Akkus breite ich jedoch den Mantel mürrischen Schweigens. Viel Optimierungspotenzial für die Life-Work-Balance im nächsten Jahr, Zusammenfassung »what else is new«.

Das Leben mit Kind ist anders auf eine gute Art, anstrengend bis spannend und wesentlich besser als jemals erhofft. Der Umwälzungsprozess war beachtlich und ich betrachte mit weit größerem Interesse als vorher alle, deren Ehe/Beziehung einen Hausbau, eine Sanierung und/oder Familiengründung überlebt hat. Mein Fazit: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

2008 war das Jahr der Wochenendbesucher, Feiertagsgäste und Zwischendurchtermine. Noch nie hatten wir so viel Besuch, noch nie haben wir so oft bewirtet, eingeladen, spontane Treffen vereinbart und für so viele Tage Überraschungsgäste gehabt. Atemberaubend, wunderbar und irgendwie zum Ende hin dann auch ganz schön erschöpfend. Den Rest hat uns dann aber auch die Mischung aus Arbeit, Baustellenkrempel und Noro-Virus gegeben, die fast den ganzen November klaute.

Uff. Jetzt reicht’ s. Weg mit dem Jahr, wir brauchen ein neues.

Wie gut es uns trotz Dauerpower-Belastung geht, ist mir eben während eines Telefonats klar geworden. Die Gesprächspartnerin fragte nach unserem Befinden, doch hängte an jede meiner Antworten ein besorgt-mitleidiges »Aha??!!« an. Ein mitmenschlich-kommunikatives Äußerungsgeräusch, welches mich förmlich darum anbettelte, mich mal so richtig auszujammern, um dann kompetent beraten zu werden. Berufskrankheit ihrerseits, sozusagen.

Das darf man sich so vorstellen: Befragt nach der Wohnung, erkläre ich fröhlich, dass wir die Bauarbeiten auf Eis gelegt haben, weil wir ja in den bisher erschlossenen 95 Quadratmetern auch nicht schlecht leben und auf den Dauerlärm im Home Office erst keine Lust mehr hatten.

»Aha?!!« fragte es daraufhin deutlich alarmiert bis höchst besorgt aus dem Hörer, so dass ich mich genötigt sah zu erläutern, dass wir nicht im Schutt leben, sondern dieser durch eine Tür vom aktuellen Wohnbereich getrennt verweilt – uns geht’s prima, und irgendwann haben wir noch ein paar Zimmer mehr, was ja noch besser ist. Das nächste Aha klang dann irgendwie totaaaaaal enttäuscht.

Da müssen wir wohl mal bei einem Ingwertee drüber reden, vielleicht fällt mir bis dahin ja noch irgendein Desaster ein, das diese Dame etwas aufheitert.

*

Vorherrschendes Gefühl für 2009? Unconditional Love.
2008 zum ersten Mal getan? Mama genannt worden: Kernschmelze.
2008 nach langer Zeit wieder getan? Gebastelt und gewerkelt.
2008 leider gar nicht getan? Sport getrieben. Eine Misere.
Wort des Jahres? Tochterkind.
Zugenommen oder abgenommen? Ja, mal so mal so mal so. (Viele Waffeln, fürchte ich.)
Stadt des Jahres?—
Alkoholexzesse? Zwei Glas Rotwein zum Rindfleischtopf zählen wohl eher nicht.
Haare länger oder kürzer? Ja. Jetzt wieder etwas länger.
Kurzsichtiger oder weitsichtiger? Ja. Fürchte ich.
Mehr ausgegeben oder weniger? Abzüglich Kernsanierung? Mehr.
Höchste Handyrechnung? Das hab ich gekündigt und jetzt eine winterschlafende Call-Karte.
Krankenhausbesuche? Einer. Ein Abschied.
Verliebt? Jepp.
Die schönste Zeit verbracht mit? Family.
Die meiste Zeit verbracht mit? Family.
Song des Jahres? Öhm. Niemand mit einer Mundharmonika, das steht fest.
Buch des Jahres? Es waren höchstens zehn ... Schatten des Windes, das lese ich gerade noch zu Ende, wenn das Jahr mich lässt.
TV-Serie des Jahres? Nein, eher nicht.
Erkenntnis des Jahres? Das waren so einige.
Drei Dinge auf die ich gut hätte verzichten können? Noro-Virus, Burnout, zehn Kubikmeter Schutt.
Schönstes Ereignis? Vielleicht der Moment, als das kleine Mädchen vom Kater das Schmusen erlernte und sofort zu mir herüberkollerte, um liebevoll die Stirn an mir zu reiben.
2008 war mit einem Wort? Aufregend.

# 18. Dezember 2008 um 10:11 PM
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