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Ein Feuer, das ein Haus oder einen Teil davon vernichtet, dauert nur wenige Stunden. Aber es kostet Jahre.

Normalität ist etwas, das uns immer noch zu entgleiten droht in dieser Twilight Zone zwischen der Rückkehr in unsere Wohnung und der Verarbeitung des Traumas.

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Dienstag, 30. September 2008

Zungentanz

Wie wichtig war der erste Kuss, fragt sie mich und ist dabei so sechzehn, wie ich es niemals war. Ich öffne den Mund für eine spontane Antwort und schließe ihn wieder. Erst muss ich überlegen.

Es gibt den ersten Kuss, und dann noch den ersten echten, wichtigen Kuss. Welcher zählt? Das feuchte Herumstochern, das der große Bruder der besten Freundin sich kaum traute. Der Zungennahkampf bei »Wahrheit oder Pflicht« in der Waldhütte unter dem Sichtschutz der miefenden Karodecke oder der Gutenachtkuss vom Kumpel, der unerwartet ein Upgrade erhielt?

Ich entscheide mich für die Antwort, dass von Bedeutung nicht der erste Zungen-Zwischenfall ist, sondern der erste echte Kuss, der sich genau richtig anfühlte. Dann zählt es nicht, wer den ersten Schritt gemacht hat, ob die Umstände ideal waren oder ob man ihn nur geträumt hat. Welcher Kuss, wird man sofort wissen, wenn es passiert. Er ist so unvergesslich, dass man darüber nicht nachdenken muss, welcher es ist.

Sie fragt noch einmal vorsichtig nach, ob ein geträumter Kuss wirklich auch zählt und ich weiß, dass sie Angst hat, ausgelacht zu werden.

Ja. Wenn es der richtige Kuss ist, weiß man es.

Damit gibt sie sich zufrieden.

*

Er war der männlichste Mann, den ich jemals gesehen hatte. Das war nicht weiter bemerkenswert, trottete ich doch mit geschlossenen Augen durch ein Kleinstadtleben, zwischen sommersprossigen Altersgenossen und schlaksigen Bauernsöhnen an BWL-Poppern vorbei, die sich alle miteinander für meine Gefühlswelten nicht als männlich identifizierten. Nur als gleichaltrige Jungs.

P. war anders. Für Muskeln wie seine verbrachten die bodybuildenden Angeber der 80er viel Zeit vor Studiospiegeln - er hatte sie einfach. Wie die grünen Augen, blonden Locken und das unverschämteste Grinsen der Welt. In Jeans und engem weißem T-Shirt stand er auch bei Schnee und Minustemperaturen hinter der offenen Verkaufstheke und brachte der weiblichen Hälfte der Stadtbevölkerung den Verzehr von Pizza to go näher.

Meine Freundinnen fanden ihn umwerfend und pilgerten täglich für einen Snack vorbei. Ich ging mit, obwohl ich ziemlich pleite war und daher eine Leidenschaft für einfache Pizza Margherita entwickeln musste. Dann standen wir im Schnee vor der Verkaufstheke und taten so, als würde man dort am Straßenrand in der Innenstadt besonders gut plaudern können, während sie ihn beobachteten und beim Hochwerfen jedes Teigflatschens kicherten und quietschten, wie gnadenlos süüüüüß er doch sei.

Ich schaute woanders hin. In die Scheibe vom Kaufhaus gegenüber, die ausreichend reflektierte.

Süß fand ich ihn nun nicht. Gefährlich gut aussehend, doppelt so alt wie nötig und ein bisschen zu lässig, als das man sich in seiner Nähe je auch für kurze Momente hätte entspannen können. Ein Raubtier, seiner selbst sehr sicher und immer umlagert von interessierten Damen, auf die er nicht wirklich einging. Nein, zum Quietschen süß fand ich ihn wahrlich nicht. Nur atemberaubend gefährlich und unendlich interessant. Ich beobachtete ihn so wie die anderen, nur ohne jede Illusion.

Denn wenn ich auch nicht viel wusste, eins war mir völlig klar: P. war für mich so unerreichbar wie der Mond. Er war nicht nur älter, zu attraktiv um wahr zu sein und gebaut wie Mädchenkryptonit, er sprach auch kein Wort Deutsch und ich kein Italienisch. Die schönsten Frauen umschwärmten ihn aktiv, und ich war nicht schön. Vor allem aber stakste ich auf 182cm durch die Gegend, an kühnen Tagen noch zusätzlich mit High Heels ausgestattet … und dieser hinreißende Mann war einen ganzen Kopf kleiner und wurde durchgehend von einem halben Dutzend Standard-Barbies umschwärmt. Warum sollte er sich mein Kinn von unten anschauen?

So fern war P und so unerreichbar für mich, dass ich mir das Tagträumen nicht mal aus Sicherheitsgründen verbieten musste. Stumm kaufte ich meine Pizza, schweigend aß ich sie. Nach drei Wochen traute ich mich, ihn in der Dorfdisco zu grüßen, als würden wir uns kennen. Nach einer weiteren Woche grüßte er zurück. Mir war schon klar, dass das nichts zu bedeuten hatte. Trotzdem holte ich mir dann keine Pizza mehr und besuchte auch die Disco nicht mehr.

Bis zur Silvesterparty. Irgendwer hatte erzählt, dass P. arbeiten müsse, was ja soooo ungerecht sei allen gegenüber, die sich schon auf ihn gefreut hatten. So ging ich tanzen, auf hohen Schuhen und hungrig, damit ich später vielleicht noch einen Grund hatte, mir eine Pizza zu holen. Tanzte stundenlang, schaute mich erst um kurz vor Mitternacht nach den anderen aus meiner Clique um … und fand als ersten Bekannten P vor, der an der Bar saß und mich so anlächelte, dass ich mich zuerst noch fragte, wer wohl hinter mir steht. Im Sitzen war er noch kleiner. Neben ihm saß Superbarbie, ganz in pink, die Hand besitzergreifend auf seinen Ellbogen gelegt.

Mir blieb nichts anderes übrig, als aufs Klo zu gehen und eine Weile in den Spiegel zu starren. Hilfe war von dort nicht zu erwarten, immerhin ging das alte Jahr endlich weg und das neue kam unauffällig zur Tür herein. Schließlich entschied ich, auf das sichere Terrain Tanzfläche zurückzukehren, bewusst ohne mich auf dem Weg dorthin umzusehen. Also tanzte ich, bis ein fremder Mann kam, mich an den Rand der Fläche winkte und mir sagte, er habe etwas auszurichten. Der Herr G könne momentan noch kein Deutsch, wolle mir aber gerne durch ihn mitteilen lassen, er habe eine Treppe gefunden.

Eine Treppe. Gefunden. »Was geht mich das an, was soll das?« schnippte ich den nach Wein riechenden Fremden an, denn wer Herr G war, das musste ich nicht mehr fragen. Er zuckte die Schultern und zeigte hinter mich: »Es ist diese hier.«

Natürlich drehte ich mich spontan, um diese bemerkenswerte Treppe zu sehen … mitten hinein in muskulöse Arme, die mich festhielten und nicht mehr losließen. In einen Geruch von Wärme, Rauch und Lebendigkeit und P und vor allen in einen Kuss, der das Cover eines Nackenbeißer-Romans geehrt hätte. Durch Intensität und Dauer, vor allem aber durch den perfekten Winkel. Dank Treppenstufe.

Wie sich in den kommenden Wochen herausstellte, war Herr G auch in der Lage, Bordsteine, Gartenzäune, gepflasterte Umrandungen und noch viele weitere Treppen zu finden. Aber das ist eine andere Geschichte.

 

# 30. September 2008 um 06:39 PM
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Montag, 29. September 2008

Kein bisschen überrascht

Das Kind nutzt sein erstes Wort recht souverän.

Schuhe anziehen? »Nein!«
Brei statt Große-Leute-Essen? »Nein.«
Küsse auf die Nase? »Nein! Nein! Nein!«

Dann ein Kichern und ein feuchter Kuss. Mit Zunge und Zähnen. Sage ich zu den ganzen Zähnen auch mal NEIN!, fällt sie vor Lachen um. Ich bin also nicht so sicher, ob das ungelenke Vorgehen nicht doch Absicht ist.

Das energische »Nein!« lässt meist ein leises J mitschwingen, Neijn oder so. Papamp und Mamma sagt sie inzwischen zwar auch. Doch es gibt keinen Zweifel am ersten Wort, am ersten Satz und auch nicht daran, dass sie die Bedeutung kennt. Sie nimmt streng verbotene Gegenstände, schüttelt sie feste und flüstert ihnen dabei leise »Nein« ein.

That’s my girl. Andere müssen erst in Selbstbehauptungskurse, um so gut Nein sagen zu lernen.

# 29. September 2008 um 08:04 PM
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Samstag, 27. September 2008

Haarige Themen

»Ach, das tut mir ja sehr leid für Sie.« Auf meinen verständnislosen Blick hin: »Das mit Ihrem armen, armen Baby.«

Fünf Gesprächsminuten weiter, in denen das latzhosenbekleidete Kuschelkind vergnügt in seinem Wagen herumturnte, wusste ich wieder mehr über das Universum.

Beispielsweise, dass es ‘dienstleistende’ Menschen gibt, die einer Mutter allen Ernstes tief empfundenes, ja fast ehrliches Beileid dafür aussprechen, dass ihr Baby kaum oder keine Haare hat, weil das ja nicht so schön aussehen würde wie goldene Löckchen.

Auf die ebenso offene Frage hin, ob sie das nicht ein bisschen sehr blöd finden würde, wegen einer solchen optischen Belanglosigkeit derartige Sprüche abzulassen, erläuterte sie mir nochmals sehr ausführlich, wie bedauerlich die haarige Situation doch sei, denn diese Optik … also schön sei das ja nicht so. Sie würde viele Kinder mit total vielen Haaren kennen, blah.

Auf meine erneute Frage hin, ob sie das nicht ein bisschen arg dumm finden würde, wegen eines solchen unwichtigen Details solche Sachen zu fremden Leuten zu sagen und ob sie bitteschön mal ein wenig über Menschen mit echten Problemen nachdenken könne:

Wie das zum Beispiel bei Kindern mit gesundheitlichen Schwierigkeiten sei, das seien doch die ernsteren Themen. Babyfrisuren eher nicht, und ob es denn nicht wesentlich wichtiger sei, dass unser Kind vergnügt und froh ist, als dass es einen Kopf voll Haare hat, die irgendwann schon noch kommen werden … antwortete sie wiederum mit weit aufgerissen dramatisch hin und her rollenden Augen, es sei doch aber unendlich schade und auch gar nicht hübsch, wenn …

Nun ist es nachweislich nicht die beste Idee, sich mit jemandem anzulegen, der einem gerade die Mähne schneidet. Aber ich habe es mir trotzdem nicht nehmen lassen, es klipp und klar zu sagen:

Ob das Kind jetzt schon Haare hat oder nicht, könnte kaum unwichtiger sein. Sie ist lieb, süß und gesund und dafür sind wir jeden Tag tief dankbar, und Schluss, aus jetzt mit dem bescheuerten Thema.

Jetzt sind meine Haare schon wieder 5 cm kürzer als ich sie eigentlich haben wollte.

# 27. September 2008 um 05:47 PM
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Mittwoch, 24. September 2008

Wieder aufgelegt: Brunnen 2.0

Es gibt so Projekte ... auch nach sieben Jahren (!) kamen immer noch Nachfragen, wann ich denn endlich den Froschkönig-Brunnen wieder eröffnen würde, damit man dort Frust ablassen kann.

Eine brunnensteinerweichende Mail kam vor ein paar Tagen, schöne Grüße an Sina, tatsächlich ist nicht Harmoniegesüchtel, sondern Zeitmangel der Grund - und gelegentlich habe ich auch daran gedacht, die alten Seiten einfach zu löschen. Wenn man keine Fragen danach mehr kommen.

Ihr merkt es schon. Sie kamen.

Also habe ich den alten Froschkönigbrunnen ein wenig umgearbeitet, der Allgemeinheit geöffnet (und nicht mehr nur Frauen, die Exfreunde einwerfen wollen) und werde das Ding sogar irgendwann fertig bauen, sobald ich die Zeit dafür finde.

Bitte schön: abgehakt.net.

# 24. September 2008 um 12:41 PM
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Samstag, 13. September 2008

Du bist Deutschland (und so)

Neun Häuser und eine Ampelüberquerung entfernt findet jeden Samstag ein niedlicher kleiner Wochenmarkt statt. Die vier Stände bieten den durch eine Einkaufszone in der Nähe verwöhnten Anwohnern nur das Wesentliche, aber das reicht: Fleisch- und Wurstwaren mit ein paar Extras wie Sauerkraut aus dem Fass und herkömmliche »Salate« (Fleischsalat und Genossen), die niederrheinische Landbäckerei bringt saftiges schweres Schwarzbrot, Vollkornbrote und früh am Morgen auch Kuchen vorbei. ‘Teilchen’ und die süßen Backwaren fängt sich allerdings wirklich nur ein Frühaufsteher, so schnell sind sie stets ausverkauft. Marktwagen Nummer 3 hat Obst, Gemüse und freilaufende Eier, am vierten Stand gibt es frische Blumen.

Nur das Wichtigste eben.

Neun Häuser und eine Kreuzung, das sind nicht einmal 100 Meter Fußweg. Es ist mild, nieselt zwar etwas, aber noch braucht man keine Jacke. Deswegen fand ich es nicht so schlimm, als ich erst unten im Erdgeschoss nach dem Abstieg mit Kind bemerkte, dass der Nachwuchs sich die Mütze wieder abgezupft hatte – zwei Minuten laufen, zehn Minuten einkaufen und wieder heim, das übersteht man im Spätsommer auch ohne Kopfbedeckung.

Sollte man meinen.

Bereits als ich den Kinderwagen die Stufen runterknallen ließ, was den Nachwuchs stets vortrefflich amüsiert, sah ich die erste ältere Dame mit gerunzelter Stirn auf der Straßenseite schräg gegenüber.

Nun gibt es eine Sorte Frau, denen sieht man schon mit Anfang Dreißig die zukünftigen Nörgel- und Besserwisserrunzeln an, ab 50 sind sie dann fester Bestandteil der Gesichtsanordnung und da ist dann eh nichts mehr zu retten. Außerdem sieht es vermutlich wirklich etwas wüst aus, wie ich den Kinderwagen nach unten über die drei steilen Stufen ziehe, also lächelte ich nur in die verkniffene Konstruktion hinein und schob von dannen.

Neun Häuser weiter halt.

Auf halbem Weg wurde ich von einer entsetzten Dame in einem praktischen Parka gestoppt. Praktische Parkas (PP) sind in der Regel beige oder braun, vorsorglich gesteppt und mit Taschen ausgestattet, die Raum für die Ausstattung einer Polarexpedition bieten sollen, obwohl die Träger damit nur im nächsten Stadtpark herumwalken. Außerdem haben sie seltsame zusätzliche Verriegelungen mit verknoteten Laschen aus Bindfaden samt länglichen Knebelknöpfen, die dem gefälligen Betrachter suggerieren sollen, dass kein Reißverschluss unter der Vorderklappe ist. Was sie aber nicht vollbringen.

Der praktische Parka also raste hinter einem Auto hervor und warf sich in meinen Weg, um mit einem Arm in meinem Gesicht herumzuwedeln und in einer gekonnten Mischung aus Entsetzen, Vorwurf und Ich-mein-es-doch-nur-gut zu zischeln: »Das Kind hat keine Mütze!«

Doch, erklärte ich geduldig. Das Kind hat sogar zehn Mützen mindestens, es trägt nur gerade keine. Weil es schlauer und schneller ist als ich und sie sich vom Kopf gerissen hat, als ich es nicht bemerkte und nun gehen wir schnell zum Markt, mützenlos, und sind gleich wieder zurück im warmen Bereich.

Während ich den Wagen vorsichtig um den praktischen Parka herum schob, der inzwischen die Hände erziehungsberechtigt in die Hüften gestemmt hatte und aussah, als ob ein Michelinmädchen daraus werden solle.

Die letzten 20 Meter bis zum Markt schafften wir ereignislos und holten uns dann brav an jedem Stand den Einkauf und die Information, dass das Kind keine Mütze aufhatte sowie die Belehrung, dass es eine brauche. Meistens zweimal, denn auch der Rest der Wartenden hatte ja Zeit und eine Meinung, so dass ich schnell eine Routine entwickelte, diese Gespräche abzuwürgen und darauf hinzuweisen, dass das Kind seine Mütze eben erst verloren habe und wir die nun suchen würden.

Aber auch das war nicht genug, fand sich doch mühelos ein Herr, der es unverantwortlich fand, dass wir nicht erst nach Hause gingen und eine andere Kopfbedeckung holten, obwohl wir ja längst fertig eingekauft hatten und sowieso auf dem Weg nach Hause waren.

Das Kind massierte währenddessen vergnügt die geschenkte Scheibe Fleischwurst ohne Knofi in jede Falte des Kinderwagensicherheitsgurts, hatte warme Finger, warme Ohren, warme Nase und ausreichend Stoff und Schuhe an. Trotzdem fand sich auch auf dem neun Häuser langen Rückweg noch ein Mitbürger, der nach einem kritischen Blick auf den Kinderwagen mahnend den Finger hob und mir mitteilte, das Kind sei unbemützt.

Liebes Deutschland, liebe Leute.

Ihr parkt kerngesund auf Behindertenparkplätzen und seid zu desinteressiert, um zur Wahl zu gehen. Fresst billigstes Supermarktfleisch mit allen Konsequenzen bei dessen ‘Herstellung’ und benötigt für jede Entscheidung unter mehr als drei Personen eine Vereinsgründung plus Kassenwart. An einem hilflos hingestürzten Menschen in einer Fußgängerpassage geht ihr lieber schnell vorbei, der könnte ja auch ein Drogenkranker oder Besoffener sein, deren Unfälle keiner Hilfe würdig sind, dafür kauft ihr Weihnachtskarten von Unicef und denkt, das sei eine ausreichend wohltätige Spende.

Aber wenn mal ein Kind da draußen an der frischen Luft für zehn Minuten keine Mütze trägt, dann kann man sich auf euch verlassen. Da hab ich jetzt wirklich keinen Zweifel mehr.

# 13. September 2008 um 10:26 AM
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