Dr. Seuss: "You have brains in your head. You have feet in your shoes. You can steer yourself, any direction you choose..."

Sonntag, 31. August 2008

Ach so.

Es muss nicht immer Spam sein, wenn man Mails mit Einladungen zu Swingerpartys bekommt oder Menschen sich plötzlich über das ach so angesagte Hobby »do it yourself SM für die selbstgefühlte Elite« austauschen möchten.

Manchmal hat man einfach nur einen Namensvetter, eine Namensvetterin und Pech mit deren Mailadressenwahl ... und dadurch Einblicke, die man nicht haben möchte.

Denn gibt es etwas Langweiligeres als Leute, die ihr Sexleben für ganz ausgesprochen originell halten und sich darüber im Rudel austauschen wollen? Ja: Leute, die ihr Sexleben für originell halten, sich darüber in festgetackerten Szenen rudelmäßig austauschen wollen und auch noch ausgerechnet »Spießer!« brüllen, wenn man der zelebrierten

Verblödung

Ritualisierung und Vereinsbildung im Intimleben nicht eilfertig applaudiert.

Nahezu beneidenswert. So ein simples Bild der Welt hätte ich auch gerne mal.

Vielleicht nächste Woche, Samstagnacht zwischen 2 Uhr 30 und 4 Uhr früh, da könnte ich das unterbringen.

Auf die Mails werde ich jetzt nach fünf vergeblichen Abbestellungsversuchen antworten, dass ich total gerne komme (haha hihi) und mich darüber freuen würde, wenn ich eigene Musik mitbringen dürfe, unser Schützenverein habe jetzt ein eigenes Label. Ob die anderen lieber Streuselkuchen oder Bienenstich mögen und dass ich einen tollen Latexreiniger gefunden hätte, mit dem man den ganzen Siff auch wieder aus den Klamotten kriegt.

Irgendwas sagt mir, dass engagierte Hausfrauentipps mich schneller von diesem Verteiler wieder runterkriegen als meine schlichte Bitte, die Verwechslung zu reparieren.



Sonntag, 24. August 2008

Scheuert den Magen

Den Start der neuen Woche möchte ich mit meinem tief empfundenen Dank an die Lifestyle-Journalisten und Populärwissenschaftler beginnen, die sich mit der Allergieforschung bei Kleinkindern beschäftigt haben und zu dem Schluss gekommen sind, dass eine zu steril geschrubbte Umgebung das Gegenteil des Gewünschten bewirkt. Dreck ist gesund! Das wissen auch andere mit nicht keimfreier Kindheit.

Zwar würde mich auch noch bei Gelegenheit interessieren, wie diese Ergebnisse überhaupt zustande kommen: Fragt man da nach, wer es daheim nicht so arg mit der allgemeinen Reinlichkeit hat und testet deren Nachwuchs dann stichprobenartig? Da melden sich tatsächlich welche? Und sind die Ergebnisse dann zuverlässiger als die von

Frauen

Familien, die selbstverständlich Stein und Nasenbein schwören, äußerst säuberliche Haushalte zu betreiben, obwohl man das nicht prüfen kann?

Sind nicht am Ende meistens sogar die Haushaltsvorstände am penibelsten, die stets neckisch verkünden, ja gar nicht so arg verbissen zu sein, ganz im Gegenteil sind sie locker, entspannt, lässig sogar - während sie sich mit Aufzählungen überbieten, dass sie “es” ja nicht so eng sehen würden, während parallel genauestens erklärt wird, wo die Ergebnisse tipptopp sein müssen (und zwar überall, wenn man bis zum Ende zuhört)? Unweigerlich gefolgt von Andeutungen, wer es denn nicht so lobenswert genau nimmt: ”... also ich könnte ja nicht ... aber das muss ja jeder selbst wissen ...” Auch die gemeine deutsche Heuchelkuh dürfte solche Umfrageergebnisse also wissentlich oder unwissentlich verfälschen.

Aber egal jetzt.

Denn amerikanische und andere Wissenschaftler haben bewiesen oder schreiben zumindest so häufig darüber, dass es zum Allgemeinwissen auf Goldenes-Blatt-Niveau zu gehören scheint: Allzu steril ist nicht bekömmlich, zu viel Reinigungsmittel sind gar nicht gut.

Trotzdem werde ich jetzt täglich den Flur feucht wischen. Obwohl es bestimmt nur ein Zufall war, dass das Baby plötzlich auf einem blitzsauberen runden Stück Parkett rumknubbelte, während sich außerhalb dieser Reichweite Wollmäuse und Flusen der hauchfeinen kleinen Sorte paarten, die man erst auf ca. 40cm Augenhöhe so richtig gut sieht.

Oder wenn sie an einer Stelle mittendrin fehlen.



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    Ich dagegen wollte gerne aktuelle Bilder von der Frau, die ich auch bin. In meinem normalen Make-up, ohne Gefuddel mit den Haaren und in den Klamotten, in denen man mir auch auf der Straße begegnet.

    Überzeugungsarbeit war nötig :-)… ... lesen ...

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