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Montag, 14. Januar 2008

Snupfen & Besuch

Gestern musste Henrietta lernen, dass es Situationen gibt, die sich nicht durch anhaltendes Geschrei bereinigen lassen wie Hunger oder Unterbodennässe. Muss sehr frustrierend sein, so ein allererster Schnupfen - selbst wenn man sich damit seit 40 Jahren auskennt, findet man Röcheln und Schleim schliesslich immer noch BÄH. Ein paar Tropfen Kochsalzlösung, die unsere vorausdenkende Hebamme uns hiergelassen hatte, halfen aber relativ schnell und so schlimm hatte es sie wohl nicht erwischt. Aber die anfängliche Empörung war groß. Dafür hat sie später von 22 bis 7 Uhr durchgeschlafen, was irgendwie doch sehr verwirrend ist. Weil man selbst ja doch spätestens um 5 Uhr mit einem Ohr auf hungrige Geräusche horcht.

Abgesehen von der verstopften Mini-Nase am späten Abend war es ein wunderbar entspannter Sonntag mit sehr nettem Besuch, viel zu vielen tollen Geschenken bei Mandelwaffeln und Karottenkuchen. Danke für die vielen tollen Mitbringsel und den schönen Nachmittag!

Etwas enttäuscht bin ich allerdings. Da haben die beiden Damen zusammen viermal soviel Kinder wie ich und keine hat mich belehrt, wie ich Henrietta zu füttern, wickeln oder zu versorgen habe. Nicht mal kritsche Fragen nach der Ernährung oder dem Impfen kamen auf - so abgrundtief normale Unterhaltungen ist man nach drei Monaten mit Babybesichtigungen gar nicht mehr gewöhnt
:-D

Der Rest der Familie geht jetzt zum Pekip und ich muss meinen Schnupfen durchs Büro prügeln, aber so viel Eintrag musste noch sein. Eine schöne Woche allerseits!

# 14. Januar 2008 um 02:18 PM
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Mittwoch, 09. Januar 2008

Zeitsprung

Das Kind war schon fast keins mehr und ihre Mutter hatte erwartet, dass sie nun bald Fragen rund um Beziehungsthemen stellen würde. Nur nicht unbedingt diese. »Mama, wo hast du eigentlich Papa kennen gelernt?«

»Deinen Vater habe ich 1988 zum ersten Mal getroffen, das weißt du doch … und dann dauerte es auch gar nicht lange, bis wir zusammenziehen wollten.«

»Jaaa, ich weiß das. Aber – wie war das genau? Ganz genau?« Die Mutter sah nachdenklich auf ihre langen weißen Finger mit den perfekt geformten Nägeln, die ihr das erste ganz spontane Kompliment von ihm eingebracht hatten. Damals. Im Sommer. Wenn sie an den kleinen mit Wärme gefüllten Innenhof dachte, fühlte sie alte Sehnsucht und Zartheit aufsteigen.

Unwillkürlich wandte sie ihr Gesicht von den forschenden Augen der Tochter ab und begann zu erzählen:

»Wir hatten einen wirklich heißen Sommer. Aber ich wollte Geld verdienen und hatte mir deswegen einen Ferienjob gesucht. Während also meine Clique den ganzen Tag im Freibad hing, war ich damit beschäftigt, in einem alten Haus ein ganzes Büro zu sortieren und alte Unterlagen wegzuwerfen, die anderen neu abzuheften. Anfangs habe ich mich sehr gelangweilt, aber dann entdeckte ich, dass ich den großen alten Schreibtisch auf den Balkon zum Hof schieben konnte und da oben saß ich dann den ganzen Tag, halb im Schatten, in einem Berg Papier, und konnte in die benachbarten Gärten gucken …«

Sie wartete auf ein Zeichen der Ungeduld, weil die Geschichte so langsam begann, aber das Mädchen lauschte noch aufmerksam.

»Eines Tages tauchte im Innenhof ein schlaksiger junger Mann auf. Er suchte tagelang Sachen aus einem Schuppen zusammen. Dann konnte ich ihn sehen, wie er auf dem Boden in der Schuppentür saß und an einem kleinen Kasten schraubte und bastelte, völlig vertieft. Manchmal rieb er sich den ganzen Dreck von seinem Werkzeug ins Gesicht oder er merkte gar nicht, wenn es regnete und er tropfnass wurde.

Erst wollte ich nur gerne wissen, was er da überhaupt machte.

Dann gefiel es mir immer besser, wie konzentriert er aussah und wie er manchmal sehr männlich, manchmal unglaublich jung wirkte. Seine Haare waren immer ein bisschen zu lang, die Lederhose schon uralt und die T-Shirts hatten undefinierbare Farben irgendwie, aber das passte alles perfekt zu ihm. Du würdest ihn wahrscheinlich mit Keanu Reeves vergleichen, aber der machte damals ja noch fast in die Windeln und jetzt findest du ihn alt. Aber so ein Typ eben. Ein Junge, der schon ein Mann war.

Bald verbrachte ich jeden Tag fast so viele Stunden damit, ihn zu beobachten, wie er in der Schuppentür hockte und verträumt an seinem Kasten baute. Sein Hintern war auch nicht schlecht.« ergänzte sie dann noch, als sie merkte, dass ihre Tochter sich vergeblich vorzustellen versuchte, wie ihre alte Mutter jemanden aus der Ferne anschmachtete.

»Irgendwann merkte ich, dass ich nur noch in das alte Büro ging, um ihn zu sehen. Ich hätte längst fertig sein können mit dem Job, aber ich zögerte den Moment hinaus, an dem ich nicht mehr auf diesem Balkon sitzen konnte. Jeden Abend blieb ich länger dort. Einmal sogar, bis es dunkel wurde. Das war der Tag, an dem er seinen kleinen Kasten repariert bekommen hat. Woran ich das gemerkt habe, weiß ich jetzt gar nicht mehr, ich wusste es eben.

Dann kam die Nacht und endlich fand ich heraus, was er da die ganze Zeit gemacht hatte: Der Kasten war ein Filmprojektor. Als es dunkel genug dafür war, fing er nämlich plötzlich damit an, einen alten französischen Film an die gegenüberliegende Wand zu werfen. Du kannst dir nicht vorstellen, was mein Herz für einen Hüpfer machte, als ich hochguckte und plötzlich in das riesengroße Gesicht von Jean Gabin sah … nein, den musst du nicht kennen … und dann merkte, dass er unten im Innenhof stand und mich anlächelte, einfach so. Er hatte die ganze Zeit gewusst, dass ich da sitze und ihn beobachte. Die ganze Zeit schon. Ich habe nie herausgefunden, seit wann er das wusste.«

Die Mutter schob eine Haarsträhne zur Seite mit einer Bewegung, der man anmerkte, dass die Mähne einen halben Meter länger sein müsste, um so nach hinten geworfen zu werden. Sie unterdrückte die Versuchung, ihre Augen zu schließen und sich zurück in diesen Sommer fallen zu lassen, der immer noch honigsüß nach Sehnsucht mit Mücken schmeckte und nach Tagträumen von barmherziger Präzision.

Ihre Tochter sah überaus zufrieden aus. Sogar von ihrem Teenie-Universum aus, das sich naturgemäß nur um sie selbst drehte, konnte sie nachvollziehen, wie romantisch es gewesen sein musste, monatelang einen süßen Freak zu beobachten, der dann einen Innenhof in ein Kino mit alten Filmen verwandelte. Cool. »Und das war dann mein Papa und ihr habt geheiratet und später mich bekommen.« fasste sie zusammen.

»Nö.« sagte die Mutter.

»Das war sein bester Freund Paul, der für die Abi-Fete den Projektor repariert hatte, damit da auf der Party Popvideos an die Wand geworfen werden konnten. Harald kam dann nur ihn und den Filmprojektor abholen, als ich gerade unten im Innenhof war. Und dann haben wir irgendwann geheiratet und dich bekommen.«

# 09. Januar 2008 um 10:40 PM
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Donnerstag, 03. Januar 2008

2008

Das Leben ist so anders jetzt. Ein Jahresrückblick 2007 würde das nur noch stärker herausarbeiten, gute Vorsätze für 2008 habe ich nur die üblichen Verdächtigen, die ich mit drei Vierteln der Nation teile: Wieder das Gewicht von vor der Schwangerschaft erreichen, mich besser organisieren, gesünder leben. Nicht sehr originell, dafür aber dringend.

Ein Weihnachtsfest, an dem man zu erschöpft ist, um Grüße an alle zu senden, an die man während des Jahres trotz Stress wenigstens nett denkt, ist irgendwie auch aufschlussreich. Das muss ich wohl nicht näher ausführen :-) ist auch nicht schlimm.

Der Jahreswechsel war laut, da vor dem Haus ein Kirchplatz mit wild feiernder Meute. Die ersten 30 Minuten hat das Baby sich noch wacker geschlagen, dann fing sie an zu wimmern und wir waren vollauf mit Trösten von Kind und Katzen beschäftigt.

Jetzt sind die ersten drei Tage schon um. Wow.

Allen, die es immer noch nicht aufgegeben haben, hier hineinzulesen, wünsche ich ein gesundes und gut auszuhaltendes Jahr, in dem Träume in Erfüllung gehen.

(Und allen täglich Rumnervenden, die hier nur kommentieren, weil das Blog PR5 hat, wünsche ich Zahnfäule und Oberlippenschwund in Kombination. Ich lösch euch sowieso, auch wenn ihr irgendwann die letzten seid, die noch herfinden.)

# 03. Januar 2008 um 11:49 PM
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