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Samstag, 15. Dezember 2007

Der Geburtsbericht

Kleine Tochter, die Ärzte hatten sich für dich einen Geburtstag Mitte Oktober ausgedacht, der zwei Wochen vor deinem errechneten Geburtstermin liegen sollte, damit du auch garantiert nicht unter Wehen geboren würdest. Ein primärer Kaiserschnitt an einem Montagmorgen sollte es werden, mit allen möglichen Spezialisten in der Nähe, für alle Fälle und Komplikationen. Schwierigkeiten erwarteten fast alle Ärzte von Anfang an und auch unsere Hebamme war der Meinung, dass ein geplanter Schnitt das geringste Risiko für dich darstellen würde.

Du hast dann noch exakt so lange gewartet, bis wir ein weiteres Zimmer unserer Baustelle halbwegs bezugsfertig gemacht hatten. Sobald das Bett stand und die letzten Steckdosen in der Wand landeten, hatte ich zum ersten Mal ein dumpfes wirklich schweres Ziehen im Unterbauch und einen gewissen Verdacht. Aber wenn man zum ersten Mal ein Baby bekommt, halten einen alle für etwas dämlich und so erfuhr ich von diversen Wissenden, dass man als Erstgebärende ständig denken würde, man habe Wehen. Es seien aber ‘Übungskontraktionen’ und die könne man wochenlang haben, ohne dass tatsächlich ein Baby dabei herauskommt und ich hätte ja noch fast vier Wochen Zeit. Aha.

Morgens um 7 Uhr am 3. Oktober erlebte ich eine ‘Übungskontraktion’, die mich fast in die Knie zwang und fragte im Kreißsaal des nächstgelegenen Krankenhauses an, ab wann denn Wehen echt seien. Wenn sie regelmäßig kämen, das sei bei mir aber ja wohl nicht der Fall – hieß es beschwichtigend und ich tat, was ich morgens um 7 eben immer so tat in den letzten Wochen dieser Schwangerschaft: Ich spritzte mir Heparin gegen das Thromboserisiko und versuchte, noch an eine Runde Schlaf zu kommen. Schlafen war seit ein, zwei Tagen fast unmöglich, ich hatte Wasser in den Füßen und fühlte mich unglaublich tiefer gelegt und da war dann noch ständig dieses Ziehen ...

Mittags stand ich auf und verspürte den unwiderstehlichen Drang, Sauberkeit um mich herum zu schaffen. Nein, ich habe natürlich nicht geputzt, ich war ja nahezu quadratisch durch deinen kleinen dicken Hintern, der mir vorne aus dem Bauch guckte – ich habe also nur dem Fensterputzer eine Mail geschrieben und wollte mich dann wieder hinlegen, als ich merkte, dass ich den ganzen Flur entlang eine Spur aus blutigen Tropfen hinterlassen hatte: Du hattest dir wohl gedacht, dass ein Feiertag ein guter Geburtstag ist und die Fruchtblase ein bisschen platzen lassen, aber rücksichtsvollerweise nur so, dass ich tröpfelte.

Ich wusste sofort, was ich nun dringend sofort tun musste: Flur wischen, dann Dusche und die Haare waschen, wer weiß, wann ich das nächste Mal dazu kommen würde. Vorher sagte ich noch deinem Vater Bescheid, der kreidebleich und zerzaust aus dem Bett kletterte und sich von mir quer durch die Wohnung dirigieren ließ, damit noch ein paar Drogeriewaren und Nachthemden in der immer noch nicht fertig gepackten Kliniktasche landeten. Dann klemmte ich mir ein Handtuch unter die Jogginghose, weil mir der Gedanke widerstrebte, das Auto vollzubluten – und wir fuhren zur Uniklinik.

Vorher hatte ich noch dort angerufen und uns angekündigt, woraufhin die Dame mit Telefondienst sich erkundigte, ob wir denn auch sicher seien, dass dein Köpfchen fest im Becken stecken würde - sonst hätte Gefahr eines Nabelschnurvorfalls bestanden und ich hätte dringend liegend abtransportiert werden müssen. Wir waren aber zwei Tage vorher beim Arzt gewesen, der mir erklärt hatte, dass du vorbildlich falschrum mit dem Köpfchen dort sitzen würdest, wo du auch hingehörst und bekamen grünes Licht für die Fahrt durch die Stadt.

Da du dir einen Feiertag ausgesucht hattest, konnten wir in einem Rutsch ungehindert durchfahren und ich fing an, mich wie verrückt darauf zu freuen, dich endlich kennen zu lernen. Nervös war ich auch, aber nicht so sehr, denn ich war zu sehr damit beschäftigt, die Wehen zu erfühlen, die ich ja gar nicht hätte haben dürfen und die immer stärker wurden. Im Kreißsaal landete ich auch direkt bei einer eifrigen Ärztin und wurde informiert, dass man den notwendigen Kaiserschnitt nun mal eben vornehmen wolle. Das musste ich aber ablehnen … es war leider noch nicht 12 Stunden her, dass ich mir Heparin gespritzt hatte und unser Termin wurde deshalb auf 20 Uhr festgelegt und ich bekam Antibiotika.

Das war am Nachmittag so gegen 3 und ich begann herauszufinden, dass Wehen wirklich nicht so romantisch sind, wie ich mir das vorgestellt hatte. Vor allem, weil ich ja eigentlich keine haben durfte. Ich kam an den Anti-Wehentropf, Oliver besorgte uns ein Elternzimmer und meldete uns ordnungsgemäß überall an, dann warteten wir. Ich tröpfelte blutiges Fruchtwasser und sollte sowieso liegen, die Stunden zogen sich endlos.

Um kurz vor 8 kam eine Hebamme und sagte uns, dass wir noch warten müssten: Es hätte einen Autounfall gegeben und die Chirurgen würden dort gebraucht. Wir kämen um 22 Uhr dran. Ein Notfall geht immer vor, dafür hatte ich Verständnis und klammerte mich ein bisschen fester an den Anti-Wehentropf, der inzwischen nicht mehr so richtig gut wirkte. Nur zwei Stunden, das wollte ich irgendwie schaffen. Du tobtest in meinem Bauch herum und hast mir über das CTG mehrfach ausrichten lassen, du wärst nun aber mal soweit. Nur hatte ich leider keine Wahl und wir mussten warten.

Um 22 Uhr kam eine andere Hebamme und erklärte uns, dass wir noch warten müssten: Es habe einen weiteren Unfall gegeben, die Chirurgen müssten ein Kind versorgen. Wir kämen auch dran, aber keiner wüsste genau wann und überhaupt sei es doch viel besser, wenn ich bis zum nächsten Morgen durchhalten würde – dann stünde ein frisches OP-Team zur Verfügung und nicht die Feiertagsbesetzung. Sprach’s und verschwand, ohne darauf einzugehen, dass ich seit dem frühen Morgen weder gegessen noch getrunken hatte.

Ein Notfall geht immer vor, dafür hatte ich immer noch Verständnis und war froh, dass ich ja offensichtlich keiner war. Die Nacht wurde dann noch ziemlich lang und Wehen finde ich jetzt auch nicht mehr interessant. Wenn man ein paar Male welche hatte, die einen vom Bett in seltsame Positionen fegten, reicht das irgendwie.

Der Anti-Tropf half so gerade mal eben bis zum Schluss. Am Morgen packte man mich dann auf eine Transportliege, in einen Krankenwagen und quer übers Klinikgelände in die Chirurgie. Dort warteten so viele Ärzte, dass mir ganz anders wurde. Wir wussten zu dem Zeitpunkt nicht, dass die meisten nur mal gucken wollten, weil in der Chirurgie so selten frische Babys auftauchen und so wirkte die grüne Truppe ganz schön … viel. Nicht, dass ich darüber lange hätte nachdenken können.

Ich wurde mit viel Trara verdrahtet und von der Hüfte abwärts betäubt, man hängte mir leider einen Vorhang vor die Brust, so dass ich nicht zuschauen konnte und dann merkte ich, wie man mich aufgeschnitten hat und in mir herumwurschtelte, um dich heraus zu ziehen. Es tat (da) natürlich nicht weh, aber ich merkte schon genau, was vor sich ging.

Man holte ganz kurz vor dem Schnitt wie erbeten auch noch Oliver in den OP. Sehen konnte er aber auch nicht mehr als ich.

Dann fühlte ich, wie etwas … Rundes? … von mindestens drei Händen aus meinem Bauch gezogen wurde und wir hörten, wie du sofort energisch »Quääph Quääph!« gemacht hast, so dass ich plötzlich felsenfest davon überzeugt war, dass es dir prächtig geht. Auch dein Papa hatte Tränen in den Augen stehen, als wir dich zum ersten Mal hörten und er durfte dich dann abholen. Für kostbare 30 Sekunden hast du mir deine winzige Hand und dein aufwärts gestrecktes Näschen gezeigt, mehr konnte ich nicht sehen und dann musstest du aus dem klirrend kalten OP zu den notwendigen Untersuchungen gebracht werden. Oliver ging mit, er hatte mir versprochen, dich nicht alleine zu lassen.

Anschließend wurde ich ungefähr eine Stunde lang zugenäht und in einen Aufwachraum geschoben. Für lange Zeit. Sehr lange Zeit. Die Schmerzen waren beträchtlich, der Kummer noch größer. Als ich endlich von den Krankentransporteuren abgeholt wurde, war ich in Tränen aufgelöst, weil ich dich immer noch nicht richtig gesehen hatte, obwohl du schon drei Stunden mindestens auf der Welt warst.

Die beiden jungen Herren orientalischer Herkunft fanden daraufhin, daran müsse man aber dringend etwas ändern und obwohl sie mich in den Kreißsaal bringen sollten zur Nachversorgung, fuhren sie mich stattdessen (nackt, frisch vernäht, nur mit OP-Laken zugedeckt, Tropf in der Hand und auf einer wackeligen Transportliege …) auf eine andere Etage zur Kinderstation und taten dann so, als hätten sie sich vertan, während einer der beiden zu den Babys flitzte und deinem Papa und dir Bescheid sagte, dass ich auf dem Flur bin.

Du warst so winzig klein, als du mir zum ersten Mal gereicht wurdest und ich werde nie vergessen, wie du dich schlagartig komplett entspannt hast, als du gemerkt hast, dass du nun bei deiner Mama bist.

Endlich, dachte ich nur noch. Und dir ging es wohl nicht anders. 

# 15. Dezember 2007 um 12:36 AM
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Donnerstag, 13. Dezember 2007

Frisch gebackene Businessblogger sind ja so schlau.

Sie informieren sich akribisch, wie sie in der wichtigen Blogosphäre so auffindbar werden, dass sie in den noch wichtigeren Toplisten landen und machen sich dann in peinlich genauer Fleißarbeit ans Durcharbeiten des Erlernten: Immer schön verlinken und verlinkt werden und am besten überall kommentieren, auf Blogs mit gutem ‘Pagerank’ - so wird man nicht nur angeklickt von einigen, sondern erhöht auch die Google-Blutwerte.

Es sei denn, man beackert Blogs, deren Betreiber sich nicht benutzen und beschmutzen lassen.

Wer hier nur aufschlägt, um mal eben rankinggierig eine Spur zum eigenen Blog zu hinterlegen, kann sich die Mühe sparen. Hier fliegen zurzeit jeden Tag fünf bis zehn Kommentare in den Müll oder werden um ihre URL bereinigt, weil sie ganz offensichtlich von Ranking-Trittbrettfahrern kommen.

# 13. Dezember 2007 um 02:21 PM
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Dienstag, 11. Dezember 2007

Buletten-Linkdump

Muss mal eben eine hungrige Suchmaschine füttern :-)

Frikadellen-Rezepte, Tipps und weitere Anregungen willkommen!

# 11. Dezember 2007 um 04:42 PM
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Freitag, 07. Dezember 2007

Standby

5 Uhr 42. Fünf Meter rechts liegt ein frisch gefüttertes Baby, das brabbelnde knarzende Geräusche macht (Marke “in die Jahre gekommener Seebär mit Bronchitis”). In kurzen, aber regelmäßigen Abständen werden die Geräusche leicht verzweifelt, das ist der Schnuller-Check: Ist der Milch- und Windelservice noch da? Ist er. Plöpp, denn Plöpp, das heißt Stöpp und man kann wieder gemütlich rumgnartzen. Bis zum nächsten Check. Wie um viertel vor Drei, um halb Vier und seit halb Fünf.

Das Brabbelknarzen ebbt ab, jetzt schnauft es im Schlaf. Die Fastruhe hilft mir aber leider nichts.

Ich bin so verdammt wach. Warum bin ich nur so wach?

# 07. Dezember 2007 um 04:42 AM
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