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Freitag, 07. September 2007

Making growling sounds inside

Ein Vortrag. Lauter interessierte Menschen, die sich auf den Vortragenden konzentrieren.

Natürlich sitzt die eine Person, die ihren Arsch nicht stillhalten kann, genau vor mir. Erst muss sie ihren Rucksack drapieren, fünfmal hochnehmen, Notizbücher und Stifte und ein Wasserfläschchen heraussortieren, auf den Stuhl neben sich legen und dann wieder aufstehen, ihre Jacke ausziehen, zu einem Kissen falten und sich darauf setzen. Dann sitzt sie endlich und bewegt sich ununterbrochen von links nach rechts nach links nach rechts, immer schön mit dem kompletten Oberkörper. Da ich den Redner gerne sehen würde, wenn er spricht, zwingt sie mich, ihrem idiotischen Gehibbel zu folgen und mich auch immer mal wieder von rechts nach links zu lehnen.

Mühsam gewöhne ich mich an den Gedanken, dass es jetzt zwei Stunden so weitergeht genau vor meiner Nase, während tatsächlich alle anderen Anwesenden völlig gelassen stillsitzen. Da beginnt sie, sich alle zwei drei Minuten vorzubeugen, ihre Knie zu umarmen, den Rücken dann zu dehnen, ein Miniatur-Schlückchen aus der Wasserflasche zu nehmen, diese umständlich wieder zu verwahren, sich die Locken durchzuwuscheln und dabei die ganze Zeit weiter von rechts nach links von links nach rechts zu wibbeln auf dem Stuhl.

Ich widerstehe der Versuchung, meine Fingernägel tief in ihren Rücken zu graben und wähle stattdessen die Lehnen meines Stuhls. Vor mir bewegt sich der kurzgelockte Stuhlinhalt unaufhörlich. Ein Schlückchen Wasser, nach rechts lehnen, einmal auf den leeren Notizblock schauen, den Stift umständlich wieder wegstecken, das Wasserfläschchen verstauen, nach links lehnen, vorbeugen, Knie umarmen, nach rechts lehnen, Notizblock und Stift wieder vorräumen, das Wasserfläschchen wieder in die Hand nehmen, sich nach rechts und sofort wieder nach links lehnen …

Da ich keinen Mord begehen möchte,  jedenfalls nicht vor so vielen Zeugen, finde ich mich damit ab, den Redner immer nur für Sekunden sehen zu können. Hin und her, von rechts nach links, von links nach rechts, Wasserfläschchen, Notizblock, von rechts nach links, von links nach rechts, leerer Block, Schlückchen Wasser, alles wieder verstauen, die eigenen Locken durchwuscheln, wieder auf die andere Seite lehnen, sich mal kurz am Schuh pulen und dann dringend wieder das Wasserfläschchen …

Wahrscheinlich würde ich freigesprochen.

Trotzdem ziehe ich es vor, diesen Platz in der ersten Pause zu verlassen, denn nun fängt sie auch noch an, sich nicht nur vorzubeugen, sondern auch noch nach rückwärts zu dehnen, zu strecken und beide Arme im Nacken zu verschränken, um sich selbst zu massieren.
Auf der Flucht werfe ich einen Blick auf ihr Gesicht und finde, was ich erwarte. Sie langweilt sich. Aber statt einfach zu gehen, gibt sie den renitenten Bewegungsclown.

Oder die ist immer so. Das täte mir natürlich leid. Irgendwie.

# 07. September 2007 um 09:53 AM
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Donnerstag, 06. September 2007

Die Schuldmaschinerie

Ein für mich neues, aber nicht unerwartetes Phänomen ist DIE SCHULDMASCHINERIE. Im Zweifelsfall gegen die Angeklagte: Wer Mutter ist oder wird, muss Verantwortung für alles übernehmen, was mit dem Kind zu tun hat und darf verbindlich damit rechnen, für jedes Problem erst mal die Schuld zugeschoben zu bekommen.

Rechtfertigungen kann man sich jeweils vermutlich sparen, zu viel Spaß macht den ZuweiserInnen und FingerzeigerInnen dieses Gesellschaftsspiel, das genüssliche Auftrumpfen. Beobachtet habe ich das schon lange anderswo. Hatte auch schon die ersten Gelegenheiten, freundlich lächelnd die Zähne zu zeigen und Einmischtussis frontal abprallen zu lassen.

»Machst du dir keine Sorgen, dass du schon in Rente gehst, wenn dein Kind gerade Abi macht?« Antwort: »Nö. Extra dafür habe ich einen jüngeren Mann geheiratet, der kann dann meinen Rollator für mich mit auf den Abschlussball nehmen.« (Außerdem gehe ich fast 10 Jahre später in Rente, aber das hat ja mit der Intention hinter so einer bissigen Bemerkung eh nichts zu tun).

Das Kind ist krank? Die Mutter hat sich wohl nicht ausreichend um die Immunversorgung gekümmert. Hibbelig schon als Säugling? Sicher hat sie während der Schwangerschaft falsch gegessen (Mandelhörnchen?). Aufmüpfig, oder gar schwierig? Da wird sich nicht, zuviel oder falsch gekümmert.

Mama arbeitet? Rabenmutter. Mama arbeitet nicht? Nur doofe Hausfrau also. Mama arbeitet Teilzeit? Ja wozu hat sie dann ein Kind bekommen? (Vielleicht, weil sie eine Familie haben wollte und trotzdem Geld verdienen muss/will?)

Der Feind: Die besseren Mütter. Die keine Mandelhörnchen gegessen haben während der Schwangerschaft, dafür die Weisheit mit Löffeln gefressen und die Wahrheit gepachtet. Die kinderlosen Frauen, die exakte Vorstellungen davon haben, wie sie ein hypothetisches Kind viel besser, gesünder und sowieso erziehen würden als Leute es tun, die schon eins haben oder kriegen.

Hätte ich mit Höllenschmerzen und tonnenweise

Eiter

Eiweiß im Urin die Harnwegsentzündung durch Anzünden von Kräuterkerzen und Akupunktur bekämpfen müssen, statt in der Schwangerschaft Antibiotika zu akzeptieren? Im Krankenhaus war ich gar nicht mehr in einem Zustand, darüber zu entscheiden, jetzt aber höre ich ständig bedeutungsschwanger-dämliches »Also ICH hätte ja Angst, wenn ...«, als ob ich mir das Zeug nachträglich wieder rauszupfen könnte.

Wird es meine Schuld sein, wenn das Kind eine Allergie bekommt? Immerhin habe ich einen halben Chicken McNugget mitgegessen, und in der Panade sind Erdnüsse, was ich nicht wusste. Auch kleinste Spuren von Erdnüssen soll man vermeiden. Werde mich also vorsichtshalber schon mal in Schuldgefühlen wälzen. Nur zum Üben.

»Ach weißt du, wenn du erst mal das winzige Herzchen deines Kindes auf dem Ultraschall gesehen hast und wie schnell es schlägt, dann trinkst du auch keinen Kaffee mehr ...«

Giftpfeile mitten ins Hirn. Mit Wonne verschossen. Man möchte ja alles richtig machen, man will eine gute Mutter sein und ist deswegen (zunächst) offen, verletzlich. Früher hätte ich es aufgeschlossen genannt.

Aber das gibt sich relativ schnell, unter so einem Beschuss kann man nicht ungeschützt verbleiben:

Die Fingerzeiger, die Bedenkenträger und Bevormunder, das ganze Gelaber darüber, dass man nie wieder in Ruhe schlafen wird und die Begeisterung, mit der man ständig erzählt bekommt, dass alles ja eh noch schlimmer wird ... man lernt sie auszublenden. Das geht von Tag zu Tag besser und ist ganz sicher eine prima Vorbereitung auf eine Zeit, in der sowas die Einmischfinger nach dem geschlüpften Kind ausstreckt.

Aber wenn mir noch mal einer ungefragt und unerwartet auf den Bauch tatscht, wird ein Kiefer brechen. Und es wird nicht meiner sein.

# 06. September 2007 um 10:21 AM
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Mittwoch, 05. September 2007

Schon wieder durchgefallen.

Vor mir im Reformhaus eine Frau mit dem ganzen Arm voller Öko-Windeln, Öko-Feuchttücher, Bio-Apfelmusgläschen und noch diversen anderen Dingen, die auf intensive Vollwert-Babypflege hindeuteten. Sah nach einer sehr ernsten Sache aus und war auch nicht das erste Mal, denn sie schickte die Verkäuferin direkt los, ein paar Sachen zu besorgen, die sich noch im Lager befanden. Dann zeigte sie mit dem Kinn (was anderes war nicht frei) auf das wohlverstaute Babymädchen und meinte: »Es ist sehr wichtig, auch in der Schwangerschaft schon darauf zu achten!«

Sie fand es dann wohl eher irritierend, dass ich nur ein Mandelhörnchen kaufen wollte.

Olivers Kommentar: »Das also war eine Dinkelmama.«

# 05. September 2007 um 08:34 AM
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Dienstag, 04. September 2007

Warnhinweis

Nachdem mich diverse Menschen auf die Existenz dieser Sendung hingewiesen habe, schaltete ich soeben (also gerade jetzt) RTL ein, um »Mein Baby« zu schauen. Da sitzt eine blonde Frau, die aus Angst vor der Geburt einen Kaiserschnitt will. Weil es angenehmer ist, aufgeschnitten zu werden und eine risikoreiche OP machen zu lassen, nehme ich an (?!) und die andere erzählt dann auch ganz frisch, sie hätte beides probiert und es wäre wesentlich komfortabler gewesen, mal eben einen Kaiserschnitt machen zu lassen. Ist halt die einfachste Variante, so ohne Schmerzen und so, das wäre ihr halt lieber. Sagt sie.

Ja OK.

Deswegen änderte ich den Titel dieses Postings soeben in “Warnhinweis”, denn meine frisch erwachte innere Einmischmama kriegt gerade steigenden Blutdruck und mir fällt eine Menge unnötiger Polemik zu der Einstellung ein, dass man es immer schön bequem und kosmetisch schmerzfrei haben möchte im Leben und dafür sein Hirn an der Garderobe abgibt und nur sieht und hört, was man wissen will - aber ein paar Momente später damit anfängt, ein Kind zu erziehen und diese tolle Einstellung dann sicherlich 1:1 weitergeben wird.

Vier Filmsequenzen später hat Blondie sich nach eindringlicher Beratung doch noch für eine natürliche Geburt entschieden und ich habe mich völlig umsonst darüber aufgeregt, dass sie vorher naiv rumgewinselt hat. Das Sendungskonzept geht voll auf - es ist komplett unmöglich, so eine Pseudodokumentation zu verfolgen, ohne irgendwann die ‘Darsteller’ zu be- und verurteilen, denn sie werden systematisch genau so vorgeführt, dass man sich ständig an den Kopf packen will.

Edit: Darum geht’s ja, höre ich gerade. Einblicke und so. Ehrlich gesagt: Da lese ich doch lieber Blogs. Bloggende Hauptdarsteller behalten die Kontrolle über ihre Inhalte, können ggf. Informationen nachreichen oder entfernen und werden nicht reißerisch zusammengeschnitten.

# 04. September 2007 um 08:27 AM
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Montag, 03. September 2007

Blog-Umbau ...

... ist arbeitstechnisch wirklich nicht drin, aber das grüne, grüne Gras des Blogs musste nun endlich doch mal weichen.

Der Umbau im anderen echten Leben schleppt sich ein bisschen und verhindert soziale Aktivitäten recht gründlich, aber das wird auch wieder anders. Vielleicht schon ganz bald. Morgen wieder ein Besichtigungstermin (wir besichtigen den Maler und er den Raum, für den er das Angebot erstellen soll), es könnte ja mal klappen und ich irgendwann mal wieder halbwegs normale Tagesabläufe haben.

Bis das Baby kommt, versteht sich. Ich weiß. Es ist nicht nötig, mir schon wieder zu erzählen, dass dann alles anders wird. Wir nie mehr schlafen können. Erst mal der ganz große Stress rollt. Wir kriegen das schon hin, vor allem, weil wir zu zweit und ganz entspannt sein werden.

# 03. September 2007 um 08:16 PM
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