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Dienstag, 21. August 2007

Warten, brüten, wenig planen.

Unter meinem linken Rippenbogen finde ich mit tastenden Fingern eine harte, apfelsinengroße Kugel, rechts wird kräftig gegengetreten. Scheinbar hat das Babymädchen gerne den Kopf oben - wer könnte es ihr verübeln, dass sie nicht nach unten hängen mag ... Unbeschwertes Einatmen wird eh überschätzt.

Immer noch hatte ich keinen Shopping-Flash. Mir erscheint es unlogisch, beliebig viel Kleidung für jemanden zu kaufen, deren Typ man noch gar nicht kennt und kleines rosa Zeugs fällt ohnehin aus der Richtung der werdenden Omas vom Himmel. Beruhigend, dass auch Oliver winzige pinkfarbene Kleidungsstücke zum Geburtstag bekommen hat und nicht nur ich.

Ausgefeilte Pläne gibt es auch immer noch keine,  es ist völlig ausreichend, dass jeder andere Bewohner des Planeten offensichtlich gefestigte (wenn auch unbefugte) Vorstellungen davon hat, wie andere Menschen ein Kind zu erziehen, zu bilden und zu prägen haben. Kann ich mit leben, da ich immer besser im Ignorieren solcher Tiraden werde.

Nur einen Vorsatz habe ich gefasst bisher.

Egal was organisatorisch bewältigt werden muss und ganz gleich, wie unser Tagesablauf hier sein wird, niemals möchte ich so unter selbst gebautem Terminzwang stehen, dass ich für normal entspannte Menschen kaum zu ertragen bin. Zwar kann ich mir sowieso nur schwer vorstellen, dass ich fast hysterisch werde, wenn ich beim Bügeln gestört werde oder mich jemand anruft, wenn ich gerade die Küche putzen wollte, so dass unglaublich anstrengende, abrupte Gespräche entstehen (bitte stört mich JEDERZEIT beim Bügeln, sollte ich es denn tatsächlich mal tun).

Auch halte ich es für unwahrscheinlich, dass ich es hinkriege, jeden Tropfen Alltag so mit künstlicher Hektik zu durchdringen, dass jeder ausgedachte und noch so unwichtige Zeitplan minutiös eingehalten werden muss, weil ich sonst innerlich fast verrecke und man mir das auch anmerkt. Geht einfach nicht, diese Art von Kontrollzwang. Geht gar nicht. Aber es gibt so viele ‘Mammas’, die irgendwie so drauf sind?!

Das will ich nicht. Da mach ich nicht mit.

# 21. August 2007 um 03:07 PM
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Sonntag, 19. August 2007

Playback

Das Kirchenfest ist vor dem Fenster. Sinatra ist gerade der King of the Hills, und das ist um Längen besser als vorhin die ganze Schlagerbande. Oder der selbst gebaute Kanon (sorry).

Die Katzen finden das Pfarrfest nicht witzig, da sehr laut. Ich weiß nicht, wie ich es finde.

Wahrscheinlich müsste man darauf brennen, sich die paar Meter nach unten zwischen die bunten Buden zu begeben und sich mit Smalltalk zu vergnügen, Crepes zu essen und Nachbarn zu treffen. Mich erinnert die Geräuschkulisse aber gerade ganz fatal an heimische Schützenfeste, auf denen um mich herum alles soff, schwankte, kotzte und sich irgendwann gaggelnd befummelte, während ich nüchtern am Rand stand und später erfuhr, ich seie ja wohl total arrogant. Dabei war ich zumindest anfangs nur erstarrt, absolut nicht kompatibel und sehnte mich nach dem Index (das ist über 20 Jahre her, ich verbrachte so viel Lebenszeit wie möglich im Index damals - no regrets).

Babymädchen ist damit beschäftigt, sich in Richtung der Musik vorzuarbeiten, wenn auch nicht bei allen Liedern. Die Hützelbacher Spatzenbengel oder so ähnlich findet sie gar nicht gut, da ist Ruhe im Bauch. Im Grunde findet sie keine der drei Melodien gut, auf denen 95% des deutschen Schlagerliedguts basieren und Schunkeln ist ganz sicher auch nicht ihr Ding. Glücklicherweise werden da unten sämtliche Musikrichtungen sehr brutal untereinander gemixt, so dass man nichts wirklich lange aushalten muss.

# 19. August 2007 um 10:42 AM
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Freitag, 17. August 2007

Streifen, quer

Gestern wieder ein frühmorgendlicher Endokrinologentermin und ich spät dran, also kopfüber in eins der wenigen T-Shirts gesprungen, die noch locker Spielraum haben und los. Schon auf dem Weg zur Straßenbahn wurde mir klar, dass ich dieses bunte, fatalerweise quer gestreifte Shirt wahrscheinlich nicht mehr in der Öffentlichkeit anziehen werde. Es bringt die Körpermitte zur Geltung wie es ein rosa Tüll-Tutu bei Biena Maja tun würde – kleinere Personen aus der Nachbarschaft begrunzten auf Hüfthöhe mit freundlichen Grußlauten meinen Bauch, ohne mich einen halben Meter drüber auch nur zur Kenntnis zu nehmen.

In der Straßenbahn saß mir ein reizender älterer Herr gegenüber, dem plötzlich die Tränen in den Augen standen. Seine Kinder sind inzwischen 45+ und haben aus verschiedenen Gründen – die ich bis zur Innenstadt alle noch erfuhr – keine Enkelkinder geliefert und er wünschte uns/mir alles, alles Gute und gratulierte zu dem großen Mut, sich auf eine Familie einzulassen. Verlegenes Füßegescharr vom Businessmenschen, der den anderen Platz in der Vierergruppe besetzte und bald nicht mehr wusste, wohin er gucken sollte: Auf die interessiert glotzenden stehenden Passagiere, auf den gerührten älteren Mann oder die knallbunt gestreifte Riesenkugel.

Ungestörtes Lesen in der Bahn kann ich wohl bis auf weiteres aufgeben.

Im übervollen Wartezimmer des Endokrinologen dauerte es nicht lange, bis allgemein über die besten Babyvornamen abgestimmt wurde, während ein Missgunsthuhn darüber philosophierte, dass Schilddrüsenerkrankungen ja eventuell auch vererbt würden. Missgunsthühner finden mich überall. Entweder sind es frühzerfallende Schrumpelstöcke mit einem Lollipop-Kopf, die früher mal 7 Pfund Übergewicht hatten und mir nun ungefragt erzählen, dass meine Knochen darunter leiden, dass ich zu schwer bin und dass ich es ihnen nachtun solle, was den Abbau von Persönlichkeit und Körperfett angeht. Oder es sind etwas molligere Damen mit Kurzdauerwelle und sozialpädagogischen Ambitionen, die im Verlaufe der Wechseljahre alle Hemmungen verlieren und ihre leider meist eher beschränkten Lebensweisheiten weitervermitteln möchten, koste es was es wolle. Gerne auch in Aufzügen oder an anderen Orten, die ein Entkommen erschweren. Diese abgelaufene Wartezimmerhenne wurde von einem drittel Dutzend jüngeren Frauen energisch niedergequasselt, die ihre Familienplanung alle wohl noch nicht abgeschlossen und trotzdem eine Schilddrüsenerkrankung hatten.

Die fünfte Blutabnahme in dieser Woche und ein Update über die Familienprobleme der netten Arzthelferin, die es stets beim ersten Anlauf schafft, mir oben auf dem Handrücken Saft abzuzapfen. Der Endokrinologe erzählte mir dann, wie seine neue Laboreinrichtung mit einem Kran angeliefert worden war und wie die Praxis bald umgebaut wird, damit das Wartezimmer nicht immer so voll ist. Mir war das genau so recht wie das neununddrölfzigste Gespräch darüber, dass ich weiter engmaschig überwacht werden muss, und unterhaltsamer war es sowieso.

In der Straßenbahn ein großes braunes Neufundländerbaby kennen lernen. Nach Hause kollern und pragmatisch jeden zurückgrüßen, der dem gestreiften Bauch zunickt, zuwinkt oder ‘Hallo’ auf Nabelhöhe sagt. Vorm Spiegel prüfen und von mir selbst bestätigt bekommen, dass die Bauchphase überschritten ist, in der bunt quergestreift noch in der Öffentlichkeit tragbar ist.

Der Mann findet das Shirt ganz toll. Aber der wartet ja auch schon seit Wochen gespannt darauf, ob sich endlich mein Bauchnabel nach außen stülpt.

# 17. August 2007 um 10:12 AM
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Donnerstag, 16. August 2007

Immer wieder gerne.

Unseren sechsten Hochzeitstag haben wir sehr romantisch teils mit dem Abtransport von Altbauholz, teils beim Arzt verbracht. Das war der Vormittag, mit einem Zuckerbelastungstest für mich mal wieder – und wo Babymädchen und ich schon mal da waren, auch noch mal Toxoplasmose und den ganzen Rest sowie ein CTG. Alle Werte waren bestens, was immer wieder gut zu hören ist. Vor allem, weil ich damit rechnen muss, dass es ganz anders ist, so rein statitisch gesehen. Aber was sind schon Statistiken.

Danach haben wir uns in dem italienischen Restaurant getroffen, in dem wir auch unser erstes »richtiges« Date hatten. Wir waren so früh dran, dass noch gar nicht geöffnet war, aber sie haben uns trotzdem reingelassen und gefüttert und da saßen wir dann – ein bisschen Bauschutt, ein paar Pflaster auf den Fingerkuppen und das unsichtbare Baby, das wohlwollend rumwubbelnd auf David Bowie und Aerosmith reagiert, sich aber Albano und Romina Power komplett verweigert. Braves Mädchen.

Danach musste ich mich hinlegen, der Mann schleppte weiter Abfallholz. Später am Tag wurde die Wand zwischen unseren beiden Wohnungen durchbrochen und glücklicherweise direkt wieder vernagelt, da es ganz konkret nur um den Abtransport von Schutt ging dabei, der heute erfolgen wird. Wir besichtigten die Geröllhalde und bestätigten uns gegenseitig, dass wir komplett bekloppt sind, uns so was angeschafft zu haben. Dann kamen die Nachbarn gucken und bestätigten das auch. Wir sind uns aber alle einig, dass es lohnen wird, zumal es eh kein Zurück mehr gibt, wenn man in drei Tonnen Schutt steht.

Ein paar Termine wurden vereinbart, damit es nun zügig weitergehen kann. Ich erinnere mich vage daran, dass wir abends einen großen frischen Eisbecher statt Abendessen geholt und eine DVD eingelegt haben, und mehr hätte ich gestern auch wirklich nicht verkraftet. Dann muss ich eingeschlafen sein, für sogar mindestens fünf Stunden am Stück. Ein perfekter Hochzeitstag also. Ich jedenfalls hätte gestern wirklich nichts anderes gewollt als gute Werte beim Arzt, Fortschritte auf der Baustelle und so viel Zeit mit Oliver, wie man dazwischenquetschen konnte.

# 16. August 2007 um 06:23 AM
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Mittwoch, 15. August 2007

Sechs Jahre

Oder neun. Ganz wie man zählen möchte. Für mich zählt jeder Tag. Danke, Oliver.

P.S.

Für eine kurze Weile wieder online: Flitterblogger 2001.

# 15. August 2007 um 12:13 AM
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