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Dienstag, 03. April 2007

Grandios, auch in der Wiederholung

Meine liebsten Unterhaltungen sind ja immer die auf Talkshow-Niveau, wenn irgendwas Rundschädeliges vor mir steht und mir augenrollend verkündet, wie die Welt aussieht und warum ich nicht Recht haben kann, auch nicht bei Dingen, die meine persönliche Meinung sind. Besonders beliebt alle Variationen von: »Als Nichtmutter kann man nicht mitreden.« Wage ich es, eine Meinung über ein Kind (einen Vorfall, ein eigenes Erlebnis - mein eigenes Erlebnis, wohlgemerkt) zu haben, werde ich anschließend ausführlich belehrt, dass man “das alles” erst mal selbst mitgemacht haben müsse.

Kinder seien eine Zumutung und die solle man sich doch sparen - auf meinen Einwand hin, dass es anscheinend auch ein paar Leute gibt, die das anders sehen: Das weiß man ja sowieso alles erst, wenn man eigene hat. Sprich: Du hast keine, also halt’s Maul.

Kinder seien eine enorme Belastung - auf meinen Einwand hin, dass man das nicht so pauschalisieren könne und manche Leute hätten eben doch Spaß daran, zum Beispiel die Kinder der Nachbarn mal mit in den Zoo zu nehmen: Das kann man sowieso erst beurteilen, wenn man mitreden kann, und mitreden kann man erst, wenn die Kinder nach dem Zoobesuch nicht wieder abgeben kann, sondern wenn man mindestens dreimal selbst geworfen hat. In meinen Worten ausgedrückt, pardon.

Und so weiter. Und so weiter. Und tatsächlich immer noch weiter so, völlig egal, ob man antwortet oder nicht: Es gibt eben Leute, die haben Kinder und wissen daher, dass man keine haben sollte und wer aber keine hat, sollte das Maul halten, weil keine Ahnung. Oder so.

Rein sachlich ist mir klar, dass das unerträgliche Gewäsch eine Niveaufrage ist und es gute Gründe dafür gibt, dass mittägliche Talkshows stets mit Gästen gefüllt sind. Emotional betrachtet aber möchte ich den halbleeren Rundschädel mit dem Gesicht ins nächste Katzenklo drücken und erst wieder loslassen, wenn die Tante brav ihr Schüsselchen aufgegessen hat.

# 03. April 2007 um 07:36 AM
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Sonntag, 01. April 2007

Nachschlag

An der Straßenbahnstelle erklärte Hagen mir plötzlich, er wolle zu dem Mädchen gegenüber rennen. Stellte sich heraus, dass er das aktuelle H&M Poster meinte, küssen und später heiraten möchte - er peilte die Höhe der Oberweite an und Oliver hatte richtig Spaß.

# 01. April 2007 um 08:29 PM
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Termine

Wir kennen jetzt jeden Fisch im Aquazoo beim Namen. Beim Vornamen. Jede Qualle, jede Schildkröte, jeden Affen, jedes meerschweinchenähnliche Tier und die Krokodile auch. Hagen hat sich mit sehr großer Ernsthaftigkeit durch den kompletten Zoo gearbeitet, offensichtlich nicht zum ersten oder achten Mal. Denn während er noch nicht lesen kann und daher darauf bestand, dass man ihm die Schilder an den Aquarien vorlas, bemerkte er doch jede Abweichung sofort. Vorlesen reichte natürlich nicht, weiter konnte man erst gehen, wenn jedes Tier aufgefunden wurde, das auf der Beschriftung stand. Uffz.

Wir hatten großes Glück, der Tintenfisch war in Poserlaune und glubschte lange und eindrucksvoll an seiner Scheibe entlang. Jedes Detail seiner Tentakel war zu bewundern. Ich kann die Dinger jetzt wohl nicht mehr essen.

Lea wiederum hatte schon bei der Terminvereinbarung darauf bestanden, dass wir die ersten im Zoo sein mussten. So war dann auch für jedes einzelne Schild genug Zeit, denn das Gedränge fing erst irgendwann nach uns an. Irgendwann nach gefühlten fünf Stunden stellte ich verzweifelt fest, dass gerade mal sechzig Minuten vergangen waren. Sämtliche possierlichen, pelzigen und puscheligen Tierchen wurden kurz und schmerzlos abgenickt. Alles mit Tentakeln, glibberigen Flossen und merkwürdigen Essgewohnheiten kam gut an und wurde ausgiebig diskutiert. Da die Familie offensichtlich schon sehr oft im Aquazoo war, hatte auch Lea ihre eigene Routine entwickelt, den Zoo durchzuarbeiten und irgendwann überliess ich Oliver die Beckenvorleserei und ließ mich einfach nur noch durch die Fische treiben.

Hagen sprach viel von seiner Kommandobrücke, die es zu erreichen galt. Gemeint war der Holzweg über den Krokodilaufbewahrungstümpel. Die Krokodile hatten nicht viel Lust, besichtigt zu werden, aber das war irgendwie auch egal. Denn Hagen, der sicher vorher schon zweitausendmal ermahnt wurde, nicht das Geländer hochzukrabbeln, hatte herausgefunden, dass man sich alternativ auch auf die Bohlen werfen konnte, um durch die Ritzen zu schauen. Andere Besucher mussten dann eben ein bisschen ausweichen. Hatte ich schon erwähnt, dass diese Familie oft in den Aquazoo geht?

Menschen, die den Zoo zwei Stunden nach uns betreten hatten, zogen lässig an uns vorbei in Richtung Ausweg, während wir darüber diskutierten, ob die Backenhörnchen nun einen flachen Popo hatten oder nicht. Inzwischen war ich mir auch sicher, dass ich mir die mitleidigen Blicke der Aquazoo-Angestellten bei unserer Ankunft nicht eingebildet hatte, als wir sozusagen die Kasse eröffneten und Hagen sich sofort einen Gummihai kaufte, Lea irgendein madegassisches Tier und beide einen Fisch- bzw. Pinguinstempel, ohne auch nur eine Sekunde zu überlegen. Dabei war vorher die Rede von Seepferdchen gewesen, nur wusste Hagen da noch nicht, dass ein Hai zum Verkauf stand. Er hat zwar schon sehr viele Haie, aber das macht ja nichts.

Nachdem wir den Zoo gewissenhaft durchgearbeitet hatten, gab es erst mal ein Eis. Selten war ich so froh über frische Luft und Stracciatella.

*

Wir waren dann noch mit der U- und S-Bahn unterwegs, haben uns zu den goldenen Bögen praktisch abgepackten schnellen Essens durchgeschlagen und sehr lange gebraucht, um einen Mops und eine Bulldogge für die Juniortüten zu bekommen. Hagen begann seinen Marsch zum Klo damit, erst die Hose herunterzuziehen und dann loszulaufen, ich denke, die Reihenfolge sollte man noch mal üben. Ansonsten haben wir uns wacker geschlagen, die Kinder wirkten recht zufrieden und die Eltern heiter erholt. Sie wussten ja, was ihnen entgangen ist.

Die nächsten Termine mach wieder ich.

# 01. April 2007 um 07:16 PM
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