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Ein Feuer, das ein Haus oder einen Teil davon vernichtet, dauert nur wenige Stunden. Aber es kostet Jahre.

Normalität ist etwas, das uns immer noch zu entgleiten droht in dieser Twilight Zone zwischen der Rückkehr in unsere Wohnung und der Verarbeitung des Traumas.

So viele von euch haben uns geholfen, das vergessen wir nicht.

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Montag, 30. April 2007

Wärmer wird es

Der Mensch an sich neigt zum Temperaturausgleich wider jede Jahreszeit und wir wohnen nicht mehr so unterkühlt wie vorher und sind auch wesentlich mehr unterwegs, so dass ich in diesem Jahr die Gelegenheit zu einer offensichtlich längst fälligen Feststellung habe.

Früher dachte ich, es ödet mich einfach nur bis an den Rand allen Beschreibbaren an, wenn jemand etwas vorliest, das ich auch auf Papier zum Selbstlesen erhalten könnte, denn warum würde ich sonst einschlafen, sobald sich jemand auf einem Podium an eine Lesung macht? (Es ist tatsächlich so, wenn ich nicht aufpasse, döse ich schon bei den ersten Sätzen weg. So kann man sich eine Menge Ärger einhandeln, ohne es je bös gemeint zu haben oder wirklich nachlässig zu sein, ich vermeide seitdem jegliche Vorleserei großräumig.)

Außerdem nahm ich an, dass es nun aber mal langsam Zeit für die Selbstständigkeit wurde, als ich sowohl in London, Paris und auch Lissabon nur mit allergrößter Mühe ein Nickerchen unterdrücken konnte auf unterschiedlichen Konferenzen, obwohl der Chef daneben saß und ich mich im Grunde darauf vorbereiten sollte, selbst Ergebnisse zu präsentieren, statt mich auf Schnarchvermeidung zu konzentrieren. Bisschen Leidenschaft sollte man haben für das, was man tut. Dass internationale Business Trips sich enorm abnutzen in der Aufregung, wenn man sie denn tatsächlich unternimmt, ist ja auch nichts Neues, so fand ich das damals eine natürliche Entwicklung (und wechselte aber erst mal in den IT-Bereich, wo ich bei den Meetings deutlich wacher blieb. Das Fenster war meist auf.).

So allmählich stelle ich jetzt fest:

Es ist mitnichten (nur) so, dass mich einiges so wenig interessiert, dass ich einfach einschlafe - was ich da habe, ist eine Art Klimaanlagenallergie.
Einerseits erkälte ich mich in künstlichem Klima sehr schnell ganz mörderisch und habe dann wochenlang damit übel zu tun, andererseits führt die gekühlte Luft bei mir zu einer großen, erschöpfenden Mattheit, die mich ziemlich schnell überfällt und ganzkörperlähmt. Wenn ich dann nicht in Bewegung bleibe, nicke ich auch während laufender Unterhaltungen oder in Autos fremder Kamikazefahrer ein.

Ich erinnere mich an Meetings, in denen ich verzweifelt versuchte, die Augen offen zu halten, die furchtbar müde brannten. Der Kopf wollte auf die Tischplatte, ich will gar nicht wissen, wie oft ich auf jemanden komplett uninteressiert gewirkt habe, obwohl ich nur gegen die gekühlte Luft kämpfte. Es war eine Qual, dass auch das dreckige Krankenhauszimmer ‘klimatisiert’ war, die Erkältung habe ich immer noch.

Ich sollte den Plan vergessen, in mein neues Büro eine Klimaanlage zu setzen.

# 30. April 2007 um 06:05 PM
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Samstag, 28. April 2007

Touché.

Den Mann zu ärgern hat keinen Zweck, er gewinnt eh immer. Wenn ich ihn darauf hinweise, dass sein prächtiger großer schwarzer Kater ein jämmerliches Wimmern von sich gibt, sobald man ihn anpustet, erklärt er mir, das sei nicht peinlich, sondern norwegisch gewesen (ich muss das mal prüfen).

Als ich fragte: »Wie viele dicke große schwarze Kater gibt es wohl, die nicht alleine aufs Fensterbrett kommen und eine Leiter brauchen?« meinte er nur: »Wie viele dicke große schwarze Kater gibt es wohl, die nicht alleine aufs Fensterbrett können und denen die Frau des Hauses dann eine eigene Leiter hinstellt?«

# 28. April 2007 um 11:27 AM
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Donnerstag, 26. April 2007

Flurbewohner

Vor ein paar Monaten bezog ein kleiner Froschkönig das Fensterbrett auf dem obersten Treppenaufgang und sitzt seitdem jeden Tag ein bisschen anders. Wir stellen ihn jedes Mal an einen anderen Fleck, in die Ecke gegenüber oder auch schon mal auf den Boden vor dem Fenster und nach einiger Zeit begann die kleine Kitschskulptur dann auch zu wandern, wenn wir sie nicht selbst versetzt haben.

Eine Zeitlang wurde der Froschkönig von einer noch kitschigeren Mini-Elfe begleitet, die jetzt wieder weg ist und seit Ostern ist es ein blaues Huhn. Das Huhn kam von uns. Dieses kleine Keramikhuhn hat jetzt auch noch eine große blaue Feder produziert, die der Froschkönig gestern wie eine Boa um den Hals geschwungen hatte. Wir wissen nicht viel über die Herkunft der Feder.

Am Ostermontag ging Hagen mit seinem Vater nach unten auf den Kirchplatz, um Fahrrad fahren zu

lernen

üben. Ein Event übrigens, an dem so ziemlich alle Bewohner des Hauses vom Fenster aus teilnehmen, wie sich bei Gesprächen herausstellt: Hagen mit Helm auf dem heftig schwankenden Rad, wie er hoch konzentriert alleine um die Kirche eiert, um die Ecke verschwindet … nach endlosen Sekunden auf der anderen Seite hochrot im Gesicht wieder auftaucht und am Ende triumphierend umfällt, wenn er die Runde geschafft hat, das will man nicht verpassen.

Als er die Treppe wieder hochkletterte, hatte das Keramikhuhn zwei Schokoladenhasen geworfen, auf denen »Hagen« und »Lea« stand, was ihn schwer erschüttert hat: »Aber WOHER kommen die Hasen denn jetzt?!«

Ob sein Vater es wusste, ist uns nicht bekannt.

Dieser Eintrag hat keine Pointe.

# 26. April 2007 um 08:09 AM
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Mittwoch, 25. April 2007

Immer wieder anders

Man kann sich bei mir sehr schnell sehr beliebt machen, wenn man mich fragt, ob ich mir nicht auch mal so eine flotte kurze Sturmfrisur wie gewisse Politikerinnen zulegen möchte. Erstens trage ich keinen hochtoupierten Helm mit Klemme, von dem ich mich befreien müsste, zweitens bin ich noch lange nicht in dem Alter für diese Art von Umschwung und außerdem, ach, ich weiß auch nicht.

Die traumatischen Krankenhauserfahrungen der letzten Woche haben immerhin dafür gesorgt, dass ich gestern Olivers Oma beim Telefonieren einfach eingehängt habe, als sie aufs Negativste ihren behämmerten Altersstarrsinn auspackte. Geht doch. Man muss mit niemandem reden, der so drauf ist. Auch nicht im Falle einer angeheirateten oder Blutsverwandtschaft. Muss man einfach nicht, basta. Ich plane, zukünftig einfach immer aufzulegen, wenn ich angekeift, angemotzt oder mit öden Krankheitsgeschichten zugetextet werde. Belehrungen sind auch ein eventueller Auslöser – ihr seid gewarnt.

Um das kosmische Gleichgewicht zu halten, habe ich mir im Gegenzug fest vorgenommen, mich im Sommer dann endlich wieder bei vielen netten Leuten zu melden, die es irgendwann aufgegeben haben, den Kontakt mit mir zu halten, weil ich immer zu beschäftigt oder krank war, um einen regen Austausch aufrecht zu erhalten. Oft tat und tut mir das leid, aber scheinbar gibt es Lebensphasen, in denen man sich nicht notwendigerweise aussuchen kann, wie kommunikationsfreudig man ist.

Es sei denn, man ist 137 Jahre alt und/oder erzählt den Leuten gerne den ganzen lieben langen Tag detailliert von allen Beschwerden, die man gerade rund um den Analbereich hat.

Bei mir ist beides nicht der Fall.

# 25. April 2007 um 09:17 PM
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Bitte lesen.

Der Tote und die Blogs, bei Jens.

# 25. April 2007 um 05:43 AM
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