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Ein Feuer, das ein Haus oder einen Teil davon vernichtet, dauert nur wenige Stunden. Aber es kostet Jahre.

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Dienstag, 31. Januar 2006

Wayback in the Machine II

Als Autorin, die seit vielen Jahren online schreibt, durch ihr Blog von Kolumnen, Buchverträgen und anderen Aufträgen gefunden wurde und bald noch so einiges ausprobieren möchte online, betrachte ich das Archive.org als etwas, das abzuschalten gilt – auch, weil ich selbst entscheiden möchte, wann ein Text von mir aus dem Web verschwindet. Als Webdesignerin ist mir ja prinzipiell jedes (eigene) Design fünf Minuten nach dem Stapellauf schon wieder eine Last, die es zu erneuern gilt, sobald man Zeit findet - die inzwischen über 20 früheren Layouts von Blog und Website muss es wirklich nicht auch noch zum Durchblättern geben.

Als Frau und Netzkreatur aber entzückt mich die Vorstellung, dass gewaltige Cybermaschinen schweigend und unaufhörlich jede einzelne Seite verdauen, über die sie crawlen können, um sie für immer in ihren Eingeweiden zu bergen.

Ein Archiv für alle, die spät nach uns kommen: Sie haben es verdient, auch die Anfänge zu sehen. Bevor die Horde kam und sich vereinheitlichend über alles wälzte. Die erste Zeit hatte was. Viele Stimmen sangen in jeder Nacht, wichtiger noch: Es gab genug Raum, sie auch tatsächlich zu hören. Manchmal fand man im sanften Rauschen der Datenströme ein Textjuwel, an dessen Aufprall im Hirn man sich noch Jahre später lächelnd erinnern konnte.

Wenn du jemanden nicht mochtest, dann bist du eben fortgewandert im Browser-Fenster: Ein in Vergessenheit geratener Luxus, den sich jeder leisten kann. Früher war nicht alles besser, aber vieles auf gute Art ganz anders. Wer nicht dabei war, kann es nicht verstehen und kann nur sein eigenes Früher erleben, immer in dem Moment wenn es zerstört wird durch Nachwachsendes.

Es ist eben alles so, wie es sein muss.

Deswegen liebe ich den Gedanken, dass es Archivare und Bots gibt, die sich nicht um Anweisungen in einer robots.txt kümmern werden, sondern das Netz aufnehmen in jeder für sie denk- und ergreifbaren Version. Die Wayback Machine wird wohl nicht das einzige aufsaugende Wander-Tool sein oder bleiben. Irgendwo entstehen dann gigantische Momentaufnahmen, eine nach der anderen, aneinandergereiht durch Hyperlinks, die morgen schon zu Broken Links werden könnten – aber das passiert ihnen nur online und nicht in den Tiefen des Archivs, das eines Tages viel weitreichendere Möglichkeiten der Analyse bieten wird als wir es uns zurzeit vorstellen.

Wenn Blogger träumen, durchwandern sie vielleicht nur ihre eigenen Archive und die anderer Blogs, in die sie versehentlich geraten. Stolpern über Permalinks, die sie nicht selbst angelegt haben und suchen nach Personen, die sie mit in eine für die Ewigkeit bestimmte Ablage nehmen würden, obwohl sie sich bisher nur über Kommentarfunktionen kennen.

Wovon träumt dann wohl jemand, der die Inhalte der Wayback Machine irgendwann nach Hundert oder mehr Jahren wieder liest?

Ich hoffe, sie schreibt es ins Netz.

# 31. Januar 2006 um 10:03 PM
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Mitnehmkiste und Bilderrätsel

Rübe in Kiste

Die Mitnehmkiste wurde gestern von einer Flohmarktgängerin auf einen Schlag geleert, auch so was kommt vor. Man beachte die Abbildung von heute: Eine Falschaussage (oder so ähnlich) hat sich ins Bild geschnurrt.

# 31. Januar 2006 um 01:20 PM
Saftnasen • 8x FeedbackDrucken





Montag, 30. Januar 2006

Schenke mit Geist ohne List

Das Telefon klingelt. Es klingelt auf der Leitung, deren Durchwahl ich nur bei Bestellungen angebe, ich bin also vorgewarnt. Melde mich freundlich und lausche aufgeschlossen den Dingen, die da nun durch die Leitung kommen können. Man könnte mich als vorbereitet bezeichnen.

Eine recht überschwängliche Hotline-Dame begrüßt mich mit der aufrichtigen Herzlichkeit einer lange vermissten Seelenverwandten und freut sich darüber, dass ich schon so lange Kundin beim XXXX-Verlag bin.

Ich: »Ich hab da letztes Jahr einmal was gekauft, ja, das stimmt wohl.«

Dame: »Ach, das ist ja schön, wir freuen uns auch sehr darüber.«
(Holt Luft und will richtig loslegen, aber ich unterbreche vorher.)

Ich: »Ist das hier ein Verkaufsgespräch?«

Dame: »Nein, wie kommen Sie denn darauf?«

Diese Lüge steht nun zwischen uns, das merkt sie wohl auch - also legt sie in Sachen Herzlichkeit gleich noch mal eins drauf.

Dame: »Wir haben ein Geschenk für Sie!«

Ich: »Will kein Geschenk.«

Dame: »?????«

Ich, sehr herzlich und aufrichtig und so: »Ich möchte bitte kein Geschenk und keinen nur noch diese Woche geltenden supertollen Rabatt oder so was und auch keine Prämie. Ich möchte einfach nur dann etwas bestellen, wenn ich etwas bestellen will und das dann auch kriegen. Sonst nichts.«

Dame: Stammelt Wirres über Geschenke und ob ich nicht wenigstens neugierig sei.

Ich, ganz lieb: »Nein, bin ich nicht. Ich möchte bitte kein Geschenk. Tschüs.«

Dame, fassungslos »Tschüs.«

Ich: Lege auf.

Geiz ist so ungeil. Gier auf Kostenloses ist so freudlos-doof. Ich spiel einfach nicht mehr mit.

(Schenke mit Geist ohne List: Ringelnatz-Zitat)

# 30. Januar 2006 um 12:35 PM
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Samstag, 28. Januar 2006

Für immer und ewig in der Wayback Machine

Es ist schon ein paar Jahre her, da schrieb ich darüber, wie man den Google-Cache ausschaltet und verhindern kann, dass man in der Wayback Machine auftaucht. Damals musste man noch eine ganze Zeitlang warten, bis eine Website neu indiziert worden war, wenn man wie beschrieben den Zugriff über die robots.txt Datei gesperrt hatte.

Als ich vor ein paar Tagen damit begann, meine Projekte in die ExpressionEngine umzuziehen, bekam ich auf einmal eine Leser-Mail zu einem Text, von dem ich mir sehr sicher war, dass ich ihn aus dem Netz genommen hatte. Nichts von großer Dramatik, einfach eine eher persönliche Geschichte, etwas, das man der aktuellen Blogosphäre nicht zum Frass vorwerfen würde: Wenn das verträumte kleine Dorf zum Ballermann-Areal ausgebaut wurde, kann man nur noch den Zaun ums eigene Grundstück höher ziehen. Ich fragte also und erhielt zur Antwort, dass dieser Leser sich schon seit Jahren irgendwelche Texte abspeicherte, wenn sie ihm gut gefielen (auch so etwas, an das man erst denkt, wenn man damit konfrontiert wird) und dass er sich zurzeit aus dem Archive.org einiges rauspicken würde, was er vor ein paar Jahren nicht rechtzeitig gespeichert hatte.

So fand ich denn heraus, dass man über die robots.txt keineswegs den kompletten Zugriff für die Wayback-Machine sperrt und die vorhandenen Dokumente automatisch entfernt.  Man kann den Zugriff auf die Suche sperren: Als ich die robots.txt frisch hoch lud, war innerhalb von Sekunden kein Zugriff mehr möglich: We’re sorry, access to .... has been blocked by the site owner via robots.txt. Ich löschte sie wieder - und man konnte viele der archivierten Versionen abrufen. Übergangslos.

In der Beschreibung auf Archive.org steht, dass mit dem Aufspielen der robots.txt alle alten Versionen gelöscht werden. Das ist zumindest interessant, denn wenn das so wäre, hätte genau das ja nicht geklappt.

So was bedeutet zum Beispiel, dass man den Zugriff aufs Archive.org durch einfaches Entfernen der robots.txt jederzeit wieder freischalten kann, wenn es um die Beweislage in Streitfällen geht, um zu prüfen, ob dort nicht doch noch Reste irgendwelcher Texte herumliegen. Es bedeutet auch, dass niemand von uns wirklich entscheiden kann, wann seine Inhalte aus dem Internet entfernt werden, aber das war ja seit den Social-Bookmark-Diensten klar.

Mich würde interessieren, ob es sich um einen Einzelfall (Fehler im System) handelt oder ob auch andere wieder an ihre Daten kommen, obwohl sie den Zugriff eigentlich blockiert hatten in der Annahme, dass die Daten dann entfernt werden.

Ich werde jetzt auch gleich mal hinmailen und nachfragen, wie das kommt.

Update: Olivia ergänzt (per Mail) folgende Infos:

“Und falls doch jemand seine Seiten aus dem Archiv entfernen möchte? Kein Problem, sagt Web-Oberarchivar Kahle. “Wir wollen nichts in unserem Archiv haben, das die Autoren nicht darin haben wollen.” 
Quelle: morgenwelt.de

Außerdem schickte Liv mir ein Stück Text von der archive.org Seite, in dem wiederum steht, dass eventuell nicht alles entfernt wird, wenn man die robots.txt aufspielt. Während in der Anleitung ausdrücklich steht, dass dann alles gelöscht wird. Ich nehme mal an, dass es kein Problem sein dürfte, die komplette Löschung anzufordern.

Allerdings setzt das voraus, dass man überhaupt etwas davon weiß, dass dort so ein Archiv entsteht.

# 28. Januar 2006 um 04:33 PM
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Freitag, 27. Januar 2006

Freezer Blues.

Mir ist schon wieder die Klappentür im Tiefkühlschränkchen abgebrochen.

Ich will keinen netten praktischen kleinen Tiefkühlschrank. Lieber wäre mir eine Tiefkühltruhe. Ein platz- und energiefressender weißer Sarg, groß genug für die Entsorgung unliebsamer Verwandter und gefüllt mit seltsam geformten großen Dingen. Halslose Enten und Suppenreste, bei denen man schon im Moment des Einfrierens weiß, dass man sie nie wieder auftauen will und das alles in mehreren Schichten, so dass man sich über die Truhe beugen und überfrorene Beutel und Lebensmittelkartons hin und her schichten muss, um den Spinat zu finden.

Seufz.

# 27. Januar 2006 um 03:32 PM
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