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Montag, 17. Oktober 2005

Nandi von Chera, 02.04.1991 - 17.10.2005

Um 3 Uhr nachts ist Nandi auf meinem Arm gestorben, nachdem er in meiner Armbeuge liegend eine Vollnarkose erhalten hat, die ihn auf eine Spritze ins Herz vorbereiten sollte. Sein geschwächter Körper hat aber schon die Narkose allein nicht mehr verkraftet und so spürte ich, wie er noch einige Male schwerer atmete und dann ruhig wurde.

Wir denken, dass wir den richtigen Moment abgepasst haben: So lange er noch Freude am Magerquark, Thunfisch und frischem Wasser hatte, alleine ins obere Klo konnte und herumstrolchte, um sich einen Liegeplatz auszusuchen und freudig schnurrte, wenn man ihn an der Stirn berührte, war es zu früh. Am Sonntag aber hatte er Schwierigkeiten, sich hinzulegen, zu trinken und hat auch nicht mehr geschnurrt, er war sehr erschöpft und lief eher aus Verzweiflung herum als aus Interesse.

Ein Happen frischer Thunfisch war seine letzte Mahlzeit, ich glaube aber eher versehentlich und reflexartig. Danach wollte er nichts mehr essen, konnte kaum trinken, hatte Schwierigkeiten mit dem Liegen … Wir warteten erst noch ab und wollten sehen, ob er nur einen schlechten Tag erwischt hatte. Am Abend aber war klar, dass er nicht mehr konnte und wir wussten, dass wir ihn nun gehen lassen mussten. Dann wollten wir aber auch nicht mehr die ganze Nacht warten.

Seine letzte Amtshandlung bestand darin, sein Köpfchen vertrauensvoll in meine Hand zu drücken, als die Narkose gesetzt wurde. Ich erzählte ihm dann von den vielen Menschen, die heute an ihn denken würden und bedankte mich für jedes einzelne der vierzehn Jahre plus dreieinhalb Monate, die er mir geschenkt hatte und besonders für die letzten drei Wochen. Dann spürte ich ihn nicht mehr. Die Tierärztin war der Meinung, dass unser Timing richtig war, das ist immerhin besser als andersherum. Morgen holen wir ihn ab und werden ihn dann einäschern lassen.

Nun hat Nandi keine Beschwerden mehr, und darüber ist ein Teil von mir sehr froh. Der andere Teil sucht immer wieder nach dem goldenen Klecks, der vierzehn Jahre lang ständig in Reichweite gelegen hat und der leise zu brömmen begann, wenn ich seinen Namen sagte. Wenn ich mich nicht mehr so furchtbar betäubt fühle, werde ich viel Kummer haben.

Von allen blonden Bonsai-Löwen war er der feinste kleine Kerl, wir werden ihn unendlich vermissen.

# 17. Oktober 2005 um 01:14 AM
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Sonntag, 16. Oktober 2005

...

Heute also.

# 16. Oktober 2005 um 10:53 PM
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Manchmal hat man romantische Vorstellungen und weiß es nicht einmal.

Manchmal hat man romantische Vorstellungen und weiß es nicht einmal, bis man sich von ihnen verabschieden muss.

Als ich diesen kleinen Kater damals zu mir geholt habe, versprach ich ihm auf die goldene Pfote, dass ich mich immer um ihn kümmern würde. Auch wenn er krank und alt ist und sterben muss. Dabei hatte ich im Hinterkopf das Bild eines geschwächten Tieres, das vielleicht gesäubert und einzeln gefüttert werden muss und viel Zeit in Anspruch nimmt, die man dem kleinen Wesen dann gerne schenkt.

Nichts und niemand hat mich darauf vorbereitet, dass ein erstaunlich kräftiger und zäher, immerzu schnurrender kleiner Opa Stunde um Stunde in seiner Lieblingsschüssel stehen würde: Unfähig, sich bequem hineinzulegen. Er würde gerne trinken, aber es klappt kaum und dann schaufelt er mit den Pfoten in der Schüssel herum, hält den Kopf in den Wasserstrahl und irgendwann schlabbert er ein wenig.  Dieses Schnurren bei jeder Berührung und Ansprache, es bricht mir das Herz. Es geht ihm so schlecht, aber er freut sich über Liebe, Futterduft und Streicheleinheiten.

Mir wird langsam und krampfhaft klar, warum man in der Tierklinik immer wieder so eindringlich darauf hingewiesen hat, dass man nicht zu lange warten dürfe mit der Erlösung: Nein, es wird nicht so sein, dass er irgendwann elend zusammengeklumpt nur noch in seinem Lieblingskarton liegt und wir dann zweifelsfrei sehen werden: Jetzt ist es wohl soweit.

So einfach ist dieses Versprechen nicht zu erfüllen. Es wird eine Entscheidung geben müssen, und sie wird unter Zweifeln und Versagensangst geboren, unter Tränen durchgeführt werden und einen schmerzenden Nachhall hinterlassen. Eine leere Stelle, wo die Liebe in goldenen Knäueln herumlag und prachtvolle Sahnepfoten mit behaarten rosa Ballen ausstreckte. Trotzdem führt kein Weg um diese Entscheidung herum, und wir müssen sie nun sehr bald treffen.

Er kauert sich zu einem Häufchen bepelzter Knochen zusammen, trotz aller immer noch vorhandenen Neugier auf sein Umfeld. Mit viel Diplomatie und Geduld haben wir ihn auf eine Stelle bugsiert, auf der er halbwegs bequem liegen kann und darunter die Heizdecke angestellt. Dort liegt er jetzt, vermutlich weil er denkt, dass wir die Decke dort nicht für Katzen hingelegt haben, das sind ja immer die besten Plätze.

Jemand telefoniert mit der Verwandtschaft und erklärt nochmals, warum wir heute an diesem 80. Geburtstag tief im wilden Osten nicht teilnehmen, obwohl wir schon vor 2 Jahren für diesen Termin fest zugesagt hatten. Jemand hat einen Einäscherungsservice für Haustiere gefunden und beschlossen, dass der kleine Kater bald für immer in dem Garten bleiben darf, den er so liebt. Jemand sucht Adressen und informiert und beruhigt, und ich kenne diese Person kaum, wahrscheinlich wirkt sie von außen so kalt wie ein gut durchorganisierter Fisch.

# 16. Oktober 2005 um 02:06 PM
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Samstag, 15. Oktober 2005

Nandicam

Heute:

Im Frühjahr:

Der Kater ist so dünn, futtert aber mit Appetit und trinkt auch.

Vor einem Jahr:

# 15. Oktober 2005 um 11:29 AM
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Freitag, 14. Oktober 2005

Will he still love me tomorrow?

Eine Frage, die sich auch glücklich verheiratete Frauen ab und zu stellen, meistens im Shopping-Afterglow. Es ist nämlich so: Ich habe soeben bei Ebay zwei von diesen Dingern gekauft, die eigentlich überhaupt nicht existieren dürften. Aber da man sie nun mal kaufen kann, sollte es sie ganz bestimmt nicht in einem Haushalt mit mehr als fünf Computern und gewissen vierpfotigen Mitbewohnern geben. Der zweibeinige Mitbewohner ist es, der eventuell nicht so wirklich begeistert sein wird.

Andererseits ist ein von uns beiden innig geliebter kleinerer Mitwohner der Grund für den kulturellen Zusammenbruch. Er möchte seit dem Fortschreiten seiner Nierenerkrankung so gerne an fließenden Gewässern trinken - was ganz niedlich wäre, würde er nicht langsam etwas zu wackelig für den Trip über den Badewannenrand. Also habe ich es getan: Ich habe bei Ebay zwei Zimmertrinkbrunnen gekauft, die hoffentlich so in etwa Wasser ausgeben, wie es auf den dazugehörigen Bildern angezeigt wird.

Sie verfolgen unterschiedliche optische Konzepte: Der eine besteht aus ungemein scheußlichen gelöcherten schwarzen Porzellanpilzen in unterschiedlicher Größe, die wie ein feuchtes giftiges Gewächs in einer neckischen Dreiergruppe zusammengebaut sind, und zwar in so einer Art Auflaufform aus Keramik. Laut dem Bild fließt von dem größten Giftpilz ein Wasserstrahl auf den zweitgrößten und so weiter. Nein, der war nicht teuer. Obwohl “Feng Shui” dran steht.

Vorher habe ich noch einen weiteren ergattert, den aus unerfindlichen Gründen jemand für nur 5 Euro loswerden will. Der ist noch sehr viel schlimmer. Obwohl er laut Beschreibung nur 22 cm groß ist, türmt sich auf so eine Art von Wäschewanne eine Art Lattenzaunrest (?), an dem übereinander drei Eimerchen in “Landhaus-Stil Metall-Look” hängen. Laut dem Bild fließt aus dem obersten Eimerchen ein Wasserstrahl in den zweitgrößten und ... genau.

Das sind zwei sehr scheußliche Einrichtungsgegenstände, doch ich schwöre auf das frische Katzenklo: Sie sind bei weitem noch die schönsten, die man für unter 100 Euro abgreifen kann. Es sei denn, man steht auf Delfine, die aus türkisfarbenen (leicht wasserrauschenden) Porzellanrüschen springen, oder auf perlmuttschimmernde Salzkristall-Tempel, oder auf terrakottafarbene Toskana-Häuschen mit Sprudeldach oder Mischungen aus Teelichthaltern, Öllampen und Zimmerquellen, von denen man nur hoffen kann, dass sie nicht in 2.000 Jahren von irgendwelchen Historikern als typische Wohnaccessoires unserer Zeit ausgebuddelt werden.

Es gibt auch sehr viele große und hässliche Steinklumpen mit Berieselungsoption, die in runden oder eckigen Auflaufformen stehen. Kaskaden, Pagoden, Keramik-Pandabären auf Keramik-Bambus, regenbogenbunt beleuchtete Plastikpyramiden mit der Bezeichnung ‘Wasserspiel’ und (ganz schlimm) Edelsteinbrunnen und Wasserwand-Brunnen. Wer würde sich einen Brunnen in Herzform aufstellen, dessen Herzhälften von skizzierten ‘Liebenden’ dargestellt werden, die sich über einer beleuchteten Kristallkugel einander zuneigen und wo soll da noch Wasser durch und will ich das wissen? (Ebay 4410132273). Schieferplatten in Aufhängungen, die mich an die Aufbewahrung von Frühstücksbrettchen erinnern und über die später wahrscheinlich Wasser rinnen soll, mehrere Modelle mit dem Namen ‘Vulkan’ (wtf?) und überhaupt, wer mal wirklich was zu lachen haben will, sollte sich einfach bei Ebay Zimmerbrunnen anschauen.

Was unseren angeht: Wir werden ihn (oder auch beide) auf den Tisch stellen und den Katzen verbieten, daraus zu trinken. Das sollte reichen, damit sie ihn als neue Wasserquelle akzeptieren, hoffe ich – es war wirklich ein verdammter Anfängerfehler, den “Trink-Dom” explizit als Katzen-Accessoire anzupreisen.

# 14. Oktober 2005 um 12:50 PM
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