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Montag, 14. März 2005

Da war noch was, dear Diary.

Am Samstagabend traf ich dann noch diese Frau, die sich die Mühe machte, sich näher zu mir heran zu setzen, als sie mich mit meinem Mann Händchen halten sah. Nicht, weil wir so aussahen, als würden wir gerne zu dritt kuscheln. Sondern um mir detailliert zu berichten, dass sie früher mit ihrem Ehemann auch so innig und zärtlich gewesen sei und dass er sie trotzdem nach neunzehn Jahren völlig überraschend für eine andere verlassen habe.

Wenn ich detailliert schreibe, meine ich auch genau das: Mit sehr viel Mühe und Einzelheiten, sie rückte näher und näher, um mir zu beweisen, dass sie mindestens genau so, wenn nicht noch schöner verheiratet war und es dann doch kaputtging, so wie es jedem passieren könne. Eine Hand auf meinem Arm, um meine Konzentration zu sich heranzuzwingen, was nicht so gut klappte. Ihre Tirade wiederholte sie drei-, vier-, oder fünfmal, ich weiß nicht so genau. Ich beobachtete lieber Oliver, dessen grüne Augen so herrlich unbeteiligt tiefschwarz sein können, während bei mir mal wieder eine in den Weiten der Welt verlorene verbitterte Psychopathin andockt, als ob ich was dafür könnte.

Konnte ich aber ganz sicher nicht, womit sollte ich das auch ausgelöst haben, durch einfaches Vorhandensein? Die Dame fand wohl einfach, man müsse mir sagen, dass ich besser nicht so glücklich sein soll, weil ja immer die Gefahr besteht, dass es nicht für immer hält.

Es war ihr sehr wichtig: Ich sollte begreifen, dass es mir jederzeit auch passieren kann. Menschen sind schon seltsam, mit ihren Vergleichen und dem dummen Gehack, das nichts verbessern kann und anderen die Aura zerkratzen soll, sonst nichts.

Ich lächelte, das weiß ich noch. Einerseits meinen Liebsten an und andererseits wahrscheinlich dankbar – weil sie wenigstens kein Internet hatte, weder bloggt noch ein Buch schreibt oder beides und auch nicht wollte, dass ich bei ihr Zuhause den DSL-Anschluss installiere wie ihre Bekannte beim Mal davor. Für voll nehmen kann ich Menschen leider nicht, die sich zu anderen setzen, um ihnen zu versichern, dass sie auch kein Glück haben werden ... mich wundert es gar nicht, dass jemand alleine ist, der so negativ ist. Ich bin positiv. Und dass sie »für eine Freundin nach einer Chemo-Therapie« gerne wissen wollte, wo im Internet man japanische Schamhaar-Toupets kauft, das ist mir zufällig schon längst wieder entfallen, so dass ich mich darum nicht kümmern muss.

(Nein, nichts davon ist ausgedacht.)

# 14. März 2005 um 02:06 PM
das leben • 4x FeedbackDrucken





Konsequent

Wenn alles, aber auch wirklich fast alles an der Blogosphäre nervt, obwohl ich seit x-einhalb Tagen kaum noch ein Blog gelesen habe, kann es für mich nur eine Konsequenz geben:

Urlaub :-)

(neinein, noch nicht. und ich unterwegsblogge natürlich. vermutlich. wahrscheinlich)

# 14. März 2005 um 01:21 PM
heartbeat • 0x FeedbackDrucken





Sonntag, 13. März 2005

Der unsichtbare Mann

Gestern auf der Party war mal wieder einer präsent, der nicht anwesend war. Solche unsichtbaren Männer haben keine Zeit und ihre Partnerin ist alleine auf der Feier, oft nur auf dem Sprung für ein oder zwei Stunden, dann eilt sie zurück zu ihm. Dass er nicht kommen konnte, macht sie verlegen, weil er in Wirklichkeit einfach nicht kommen wollte und sie hat daher gute Ausreden für ihn parat. Solide, glaubwürdige Angelegenheiten - Geschäfte, meistens. So was kommt vor bei wohlhabenden Geschäftsmännern und fällt deswegen nicht weiter auf und wenn das Thema seiner Abwesenheit zur Sprache kommt, stehen schnell einige halbausgesprochene Aussagen im Raum herum und entweder fällt erst gar nichts auf oder man könnte ein Geheimnis vermuten. Es ist aber keines, sondern nur ein Verhaltensmuster.

Ein Muster, das immer dann zu entstehen scheint, wenn eine junge Frau Mitte 20 die Lebenspartnerin eines deutlich älteren Mannes wird. Auf den Partys, auf denen ich sie dann wahrnehme/treffe, sind sie natürlich schon Mitte 30 und älter und bereits seit fünfzehn oder zwanzig Jahren die nachgerückte jüngere Partnerin, wohlversorgt, manchmal sogar trotzdem mit einem echten Job und einmal sogar eine, die nicht in ‘seiner’ Firma arbeitete. Sie kommen alleine und sehr aufgebrezelt an, erklären mehr oder weniger oder auch gar nicht verlegen die Abwesenheit des Lebenspartners und gehen dann früher, weil er ja wartet. Es scheint offensichtlich, dass er keine Lust hat, sich den Abend mit ihrem Bekanntenkreis um die Ohren zu schlagen, während sie sich nahtlos (schmückend?) in seinen einfügt. Manchmal wird es auch ganz offen ausgesprochen: Ihm liegt nicht viel dran, also arrangiert man sich. Sie gibt ihren Wunsch auf, heißt das. Umgekehrt natürlich undenkbar, wie sie dann lächelnd erzählt, mit einem gewissen pervertierten Stolz der in Besitz genommenen. Erinnert mich immer an »aber man muss doch verstehen, dass er so eifersüchtig ist« bei dem pflaumenblauen Auge von A., das zu den beiden kornblumenblauen nur sehr schlecht passte.

A. hat fünf Jahre lang jede Party ohne ihren Freund besucht, der den Abend lieber dösend vor dem Kamin verbrachte, bis auf einen. Da saßen sie gemeinsam an einem Tisch etwas abseits und unterhielten sich auf eine Art und Weise, die niemanden dazwischenließ. Das muss zwei Jahre nach dem Veilchen gewesen sein und ein halbes Jahr vor der Trennung und dem neuen (noch älteren, noch reicheren) Freund, aber das tut ja nichts zur Sache – jedenfalls nicht zu dieser. Gestern Abend dann C., wie immer teuer und sehr exquisit gekleidet und wie immer ohne B., der »geschäftliche Termine« hatte. Ich hatte das wiederkehrende Muster zu spät erkannt und fragte nach, wann man den B denn nach all dieser Zeit auch mal kennen lernen würde. Woraufhin eine Art Kulissenschieberei zwischen Eingeweihten und neugierig Zuhörenden begann, sogar ein verschwörerisches Zwinkern in meine Richtung beinhaltete diese Scharade.

Diese Art von unnötiger Geheimniskrämerei funktioniert ja auch ziemlich gut. Lenkt perfekt davon ab, dass der unsichtbare Mann einfach keine Lust hat, für seine Partnerin mit zu den Menschen zu kommen, die ihr am Herzen liegen, ihm aber nicht. Bis man das Muster mal klar erkennt. Dann ist es nicht mehr so spannend, auch wenn noch so viel Getue darum gemacht wird und die Brillis sehen aus wie Glassteine auf Blech, wenn man ihren Preis kennt. Das Zwinkern allein … nein, da hakt man dann nicht mehr nach. Vielmehr frage ich mich, woher das viele Verständnis allerseits kommt, wenn der unsichtbare Mann und sein Verhalten mal zur Sprache kommen. Was würde wohl geschehen, wenn diese Frauen so viel Geld und Unabhängigkeit wie ihre Partner hätten – würden sie sich immer noch allein auf Partys ihrer Freunde begeben, um nach drei Stunden das Aschenputtel zu machen, damit der Herr des Hauses nicht ungehalten wird? Ich hab da so meine Zweifel.

# 13. März 2005 um 07:50 AM
girltalk • 4x FeedbackDrucken





Samstag, 12. März 2005

Werktag

Heute ist so ein Tag, an dem ich gerne mal mit dem Laptop im Bett geblieben wäre, aber ich werde wohl gleich aufstehen müssen, denn wir sind noch auf eine Party eingeladen. Oliver hat das (wunschgemäß essbare) Geschenk schon besorgt und ich lasse es ruhig angehen, um mich vom Rhythmus der Woche zu erholen. Den ich mir selbst auferlegt hatte, keine Frage. Es hat verdammt viel Spaß gemacht, sich jeden Tag bewusst tief einzugraben und morgens Artikel, nachmittags eine gewisse Zeichenzahl am Fachbuchbeitrag und abends CSS- und Blog-Code zu schreiben. Genau genommen hat es sich sogar irgendwie als System bewährt, die Aufgaben, bei denen man schnell ins stundenlange kreative Ausprobieren gerät, als letzte in Angriff zu nehmen und die mit den festen Terminen und Vorgaben als erste.

Abends arbeiten ist aber immer eine Ausnahme und soll das auch bleiben.

Abgesehen davon nehmen die Sprüche über die Glückseligkeit einer ungesunden Arbeitsauslastung langsam die Dimensionen der Aussagen über die armen Kinder in Afrika an, die den verschmähten Teller sicher leer essen würden, wenn sie nur dürften.

Nein, es ist nicht besser, überarbeitet zu sein als arbeitslos. Besser ist es, wenn die zweieinhalb Jobs, die zum Beispiel eine durchschnittliche Sachbearbeiterin in den meisten Betrieben bewältigen muss, auf zwei bis zweieinhalb Arbeitsplätze verteilt werden. Und es ist nicht wirklich besser, zu viel Arbeit zu haben als keine, sondern nur finanziell sehr viel beruhigender. Eine Art von Innenruhe, die eine Freiberuflerin sowieso nicht kennt.

Wenn ich gleich mehrere Tage nacheinander halbe Nachtschichten schiebe, liegt immer etwas Besonderes an. Großauftrag, nahender Urlaub, geschätzter Kunde, hohe Zuschläge, you name it. Immer darf es nicht so sein, denn der Wichtigste in meinem Zeitplan und Leben ist fast einen Meter Neunzig groß, stoppelkinnig, schweigsam und grünäugig (und ich habe noch nie auch nur eine Sekunde lang vergessen, wie reich ich bin, mit ihm leben zu dürfen).

Mir macht es ja meistens ein bisschen Spaß, wenn jemand denkt, ich würde rund um die Uhr rotieren und ständig »arbeiten«, um meine beweglichen und festen Ziele zu erreichen und ich lasse das deswegen auch schon mal unkommentiert stehen (ich bin gar kein Workaholic, sondern eine effektive Mischung aus faul und schnell). Das Geheimnis besteht wahrscheinlich vor allem darin, sich von anderen nicht die Zeiteinteilung machen zu lassen - sondern nur die Termine. Freiheit eben.

Und ich hatte Recht, als ich schrieb, dass Träume sterben, wenn sie sich erfüllen.

Das macht aber nichts, denn neue Herausforderungen finden sich schnell. Große, mittelgroße, langfristige, spontane ... Manchmal auch ganz kleine, zum Beispiel eine Art von Kurzurlaub finden, auf die ich auch wirklich Lust habe.

Hab schon, danke :-)

# 12. März 2005 um 03:22 PM
diary style • 2x FeedbackDrucken





Mittwoch, 09. März 2005

Manchmal nimmt man sich Zeit, die man gar nicht hat.

Und ruft jemanden an, um etwas zu klären. Das ist dann gut. Nett auch. Aber jetzt muss ich mich hier erst mal wieder einsammeln und ganz schnell noch dreimal ums Blog hoppeln. Arbeitstechnisch. Einen schönen Abend allen. Besonders allen in Berlin.
:-)

# 09. März 2005 um 04:09 PM
girltalk • 0x FeedbackDrucken





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