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Montag, 27. Dezember 2004

Dann hatte ich den Salat.

Beinahe wäre ich in diesem Jahr der Fresslawine entkommen. Auch ohne das Schokoladenäquivalent eines Metalldetektors ließ sich mühelos erraten, dass sich in einigen der bereits vor dem Fest anwesenden Pakete Leckereien befinden würden, teils durch Ankündigung, teils konnte man es erschnuppern und den Rest hoffte ich einfach mal herbei – und kaufte entsprechend wenig ein. Geholfen hat es mir nichts, denn der Mann an meiner Seite denkt ja mit. Darüber sollten wir dann wohl mal reden. Vorher, beim nächsten Mal.

Mein Plan, dem Wahnsinn wenigstens am 25. nach der üppigen Mahlzeit vom heiligen Vorabend mit einem bodenständigen roten Linseneintopf entgegenzutreten, scheiterte ebenfalls bzw. endete in fünf frisch eingefrorenen Portionen. Nicht nur, weil wir einfach im Bett geblieben sind und uns in den Schlaf- und Ehepausen von Plätzchen und Bratenresten ernährt haben, sondern auch wegen der spanischen Einladung am 26, die noch auf uns wartete. Man kann zwar versuchen, vier Tage am Stück immer schön heftig durchzuessen, aber man sollte das nicht. 

Die besagte Einladung erstreckte sich dann auch prompt auf ein Essen von über 5 Stunden. Es war köstlich, es war wunderbar, die Karte war 12 Seiten lang, wir saßen gut, der Wein war fantastisch und ich verzehrte mich bereits beim knusprigem Vorspeisenbrot nach einem frischen, grünen gemischten Salat. Ich liebe Salat.

Bis auf die Nebenwirkungen:

Hat schon mal jemand versucht, in einer gemischten Runde aus Krabbenkillern, Muschelcocktail-Schlürfern, Tintenfischzerrupfern, Schmorpfifferlingzutzlern und Filetspitzenlängsaufschlitzern einen schlichten Salat zu bestellen? Einfach ist das nicht. Ich durfte erst, nachdem ich versprochen hatte, mir später noch ein richtig schönes Hauptgericht auszusuchen und bestellte - erschlagen von dem übermäßigen Interesse an meinem Grünzeugkonsum - ein Filet zum Spinat.

Während wir uns unterhielten und auf das Essen warteten, senkte sich die Dämmerung über die Baumspitzen vor den Fenstern und das Lokal mit seinen Kerzen und Lichtern wurde zunehmend gemütlicher. Das müssen sich auch die Spaziergänger da oben auf dem Berg gedacht haben, denn es kamen immer wieder einzelne Grüppchen auf einen Kaffee oder Wein herein.

Eine scheinbar ziemlich junge Clique stürmte lautstark den Tisch hinter mir. Ich drehte mich nicht um, auch nicht, als eins der Mädchen mit ihrem billigen Bettelarmband in meinen Haaren hängen blieb und ich die Strähne freizupfen musste. Sie waren laut, sie stanken nach Bier und die Männer erzählten spätpubertäre Witze über ‘rasierte Bären’ und brüsteten sich mit ihren Erlebnissen im Skiurlaub. Die Frauen teilten sich sauber auf in eine lautstark rumkumpelnde herbe Typette, die sich zwecks cliqueninternem Akzeptanzgewinn wie ein Kerl aufführte und drei gnadenlose Tussen. Dem Tonfall nach Tangastrippen oder die Einheitslook-Arschgeweihsorte, auch wenn ich das nie erfahren werde, denn ich wollte diese Menschen allesamt nicht sehen und drehte mich nicht um.

In der Fensterscheibe gegenüber konnte ich dennoch ihre Umrisse erkennen und die Gesten, mit denen sie in ihrem sozialen Umfeld um Beachtung kämpften. Und über das Essen redeten. Während die Typette offensichtlich mit den anderen Kerlen gern bergeweise Fast Food einschob … aßen die Tussen eigenen Aussagen nach gar nichts. Nicht wenig, nicht kalorien- oder fettarm, sondern gar nichts. Und sie waren stolz darauf.

Leider werde ich nie erfahren, wie das Essen von Nichts in der Praxis aussieht, denn als diese Clique einen Blick auf die Preise in der Speisekarte geworfen hatte, war sie ziemlich schnell wieder weg. Nicht ohne auf die Cola-Preise in diesem “Etamblissmang” zu schimpfen.

Und ich, ich hatte dann endlich den Salat.

# 27. Dezember 2004 um 03:14 PM
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Mittwoch, 22. Dezember 2004

Haarige Angelegenheiten

So wie man in manchen Geschichten durch einen Spiegel in eine andere Zeit gehen kann, verschiebt sich die Wahrnehmung um zweieinhalb bis drei Jahrzehnte, wenn die Tür ‘meines’ Friseurs hinter mir ins Schloss fällt. Hier ist zwar alles hypersauber, aber garantiert schon eine Generation lang nicht mehr von Grund auf renoviert worden. antiker Charme Im heimeligen Rundumgilb tummelt sich ein halbes Dutzend berufstätige Mütter zwischen 40 und 60, die mit strenger Hand für einen zartgrauvioletten Oma-Einheits-Look auf allen verfügbaren Rentnerinnenköpfen sorgen (und das sind viele).

Für Mütter halte ich die angestellten Damen übrigens aufgrund des allgemeingültig weisungsberechtigten Tonfalls. Aufgrund meiner aufwändig erworbenen Vorurteile also, um es genauer zu formulieren. Vermutlich lässt sich diese freundlich-bestimmte richtungweisende Kommunikationsgrundhaltung aber auch in anderen geschützten Räumen als einer Familie mit Kindern erlernen. (Ein kleiner Friseursalon mit zementenen hierarchischen Strukturen beispielsweise bietet sich an, vor allem, wenn sich dort auch sonst nur selten etwas ändert.) Ich mag das ja, es amüsiert mich. Ist lustig dort, der Service ist gut und die Friseurinnen sind wirklich nett.

Die netten Damen dort im Zeitsprung-Salon also wissen genau, was gut für mich ist und ich wehre mich jeweils so lange dagegen, bis ich halbwegs kriege, was ich will. Da sich meine Anforderung auf »Spitzenschneiden« beschränkt, geht das meistens gut. Meistens. Manchmal werden aus den 3 angesagten Zentimetern auch plötzlich fünfzehn oder zwanzig, die sich später nur schlecht rückwirkend wieder anbringen lassen. Normalerweise aber verhandeln wir einfach geschlagene 10 Minuten wie auf einem orientalischen Basar.

Ich eröffne mit »nur die Spitzen, höchstens einen Zentimeter« und zeige mit den Fingerspitzen anderthalb cm an, woraufhin mir erst mal ein merkwürdiger geblümter Plastikumhang um den Hals gewürgt wird, um mich gefügiger zu stimmen. Dann rupft die jeweilige Dame mütterlich eine Strähne hoch, um sie mir vor die Nase zu halten und zu zeigen, dass mindestens ein halber Meter ‘ab’ muss, damit ich wieder ‘gesundes Haar’ habe. Wir diskutieren meine Vorliebe und ihre Wünsche und ich gebe dann nach einigem Gesträube die zwei bis drei Zentimeter bei, die ich von Anfang an geschnitten haben wollte. (Die Haare werden mir dann von einer zufriedenen Person geschnitten, das ist mir auch irgendwie wichtig.) Aufstehen und in dem tollen, sich hysterisch aufbäumenden Blümchenumhang unter der niedrigen Decke rumstehen muss ich dann trotzdem, denn die Zeiten des gemütlichen Herumlungerns in Frisiersesseln sind etwa 40 cm vorbei. Man kann von den Damen wohl schlecht erwarten, dass sie sich wegen mir auf den Fußboden setzen. Wo ich doch nur komme, wenn Gefahr besteht, dass ich bald auf den Zotteln sitze.

gilb und braun und risse in der Tapete Um weit hinten im Zeitsprung-Salon zwischen den anwesenden Damen aufgeteilt zu werden, muss man an einer kleinen Eingangstheke, einer großen Garderobe und einem merkwürdig bizarren Herren-Einheitsschnittverpasser-Salon vorbei durch einen schmalen Gang mit Abstellkammervorhängen. Vorne an der Eingangstür steht der Hinweis: »Wir bedienen Sie ohne Voranmeldung!« und jedes Mal, wenn ich komme und mein Sprüchlein aufsage, werde ich gefragt, warum ich keinen Termin gemacht habe. Wirklich. Jedes Mal. Ich habe es längst aufgegeben, mit mindestens zwei Fingern auf das Schild zu zeigen und verständnisbefreite Geräusche von mir zu geben. Es nützt ja nix und ich komm dann doch trotzdem irgendwann dran.

Manchmal lese ich dann das Goldene Blatt und erfahre, mit wem Stephanie von Monaco gerade um die Zelte zieht oder ob die englischen Prinzen inzwischen geschlechtsreif sind. Auch übt man sic hin diesen Räumen im Zurückstarren und spontan Loslächeln, wenn man quer durch den Raum von einer unter Lockenwicklern festgeschraubten Oma fixiert wird. Es ist ganz erstaunlich, wie so ein giftiger Missgunstblick in ein bebrücktes Rituallächeln umgewandelt werden kann, wenn man sich nicht irritieren lässt. (Wenn es mich irritieren würde, von irgendwelchen verbitterten Gestalten grundlos, anhaltend und missgünstig genauestens beobachtet zu werden, könnte ich kaum bloggen.)

ohne Voranmeldung Heute tat ich es dann: Ich rief an und fragte nach einem Termin. Halb rechnete ich ja damit, dass es wieder passieren würde: Sie würden mich fragen, ob ich das Schild denn nicht gesehen hätte, auf dem extra steht, dass man keinen Termin braucht. So wie sie mich immer fragen, warum ich keinen Termin vereinbart habe, wenn ich vor dem Schild stehe. Stattdessen hörte ich nur so ein Beamtenschnaufen (“Das geht ja heute nun gar nicht mehr! Wir haben viel zu viel zu tun!”) und konterte halbherzig: »Aber ich will doch nur die Wimpern gefärbt kriegen und die Spitzen geschnitten ….«

»Aha!« Mit einem energischen Aha hatte ich nicht gerechnet, damit konnte ich nicht umgehen und wiederholte mein Anliegen der Einfachheit halber, denn mit Wiederholungen habe ich in so Beamtensituationen ganz gute Erfahrungen gemacht. Am anderen Ende hörte ich mehrere weibliche Stimmen und schließlich erkundigte sich Frau X bei mir: »Sie sind die große Dame mit den ganz langen Haaren, richtig?” - »Richtig.« - »Dann kommen Sie um halb 5 dran.«

Sprach’s und hängte ein. Nie würde ich Widerspruch wagen, außerdem musste ich jetzt sowieso was bloggen, nachdem ich gerade verkündet hatte, dass ich das Blog in den Winterschlaf gleiten lasse. Warum also nicht dies extra Stündchen nutzen? Manche Dinge sind eben genau so, wie sie sind. Kein Grund, sie zu ändern.

[Alles lief wunderbar, ich kam pünktlich in den fast völlig leeren Salon, wurde sofort gefragt “ob ich es gerade noch geschafft hätte”, setzte mich zuerst an das falsche Waschbecken - das mit der kaputten Mischbatterie - und danach ging alles flott und nett und gut wie immer. 15,50 Euro Haareschneiden und Wimpernfärben. Mein Lieblingsfriseur. Da gehe ich so lange hin, bis ich traditionell und vom Alter (der Haarwurzeln) her eine Oma-Einheitsfrisur tragen müsste, mir dann aber eine Glatze schneiden lassen werde.]

# 22. Dezember 2004 um 03:23 PM
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Dienstag, 21. Dezember 2004

Weihnachtsgeschichten

Ungewöhnliche, ehrliche oder ungewöhnlich ehrliche Weihnachtsgeschichten:  Vielleicht hat ja auch sonst noch jemand Lust, s/eine eigene aufzuschreiben, dann würde ich mich über einen Hinweis per Mail oder Trackback freuen, denn die würde ich diesmal irgendwie sehr gerne lesen. Dies ist nicht unbedingt als Mitmachdings für Dutzende Blogs gemeint, ich möchte nur keine solche Erzählung verpassen.

Mein Text steht dann hier im Blog.

 

P.S. Ich meine und meinte echte Geschichten, keine “weihnachtlichen Kurzgeschichten”. Die sind zwar streckenweise ganz drollig und haben ihre Zielgruppe/n, aber ich befinde mich nicht in dieser (Zielgruppe). Das liegt an einer Überdosis in den letzten Jahren, also an mir und nicht an euch. 

Edit: Guter Vorsatz für 2005: Aufs Wesentliche konzentrieren :-)

# 21. Dezember 2004 um 05:32 PM
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Dämmerung und später.

Eigentlich wollte ich nun einen leicht verfrühten Weihnachtsgruß hier einstellen und dann so tun, als würde ich einen leichten Winterschlaf im Blog jetzt erst einleiten, obwohl ich per Mail darauf hingewiesen wurde, dass er bereits aufgefallen ist (der Winterschlaf). Jetzt hat sich jemand von mir einen Text gewünscht. Eigentlich steht der in diesem Buch, aber sie weiß, dass es eine andere Version gibt und wünscht sich diese zu Weihnachten.

Na gut. Aber erst am 24.
:-)

# 21. Dezember 2004 um 05:19 PM
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Montag, 20. Dezember 2004

10 Jahre vor Plan fertig: Die A31

Das Foto hat mein Vater vor einigen Wochen bei seinem letzten Deutschlandbesuch gemacht:

a31

# 20. Dezember 2004 um 10:38 PM
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