Moving-Target.de

Dies ist ein privates Blog und dies istdie vermaledeite Datenschutzerklärung.

Navigation

Aktuell | Rubriken | Archiv seit 1996

Blogosphärisches | Blogroll | Über ...

Aktuellste Einträge:



Letzte Kommentare:

Linn in Von Arschlöchern lernen: War das auf Facebook? Als ich den Anfang des Artikels las, wollte ich auch auf jeden Fall ...

Britta in Norwegen in Der vierte Wunsch: Vielen lieben Dank für die letzten Einträge - und den Elfen. Hmpf, ich weiß nicht wie ich es ...

Graugrüngelb in Es gibt da einen Haken. Jetzt.: Das ist ja ‘ne nette Idee. Ich fahre ja in den urlaub immer mit diesen Handtuchhaken, die man über ...

Thomas Arbs in Mittwochs im Düsseldorf: Das ist phantastisch. Es ist schwer zu schlucken, aber es soll ja auch nicht leicht sein. ...

melody in Mittwochs im Düsseldorf: (Ich weiß, dass der liebe echte Löwenherz gegen Muslime in den Krieg gezogen ist, aber die ...

Kontakt

Impressum

Datenschutzerklärung

powered by ExpressionEngine








Montag, 15. November 2004

Vor 10 Jahren

Nachdem der Eintrag nun doch auch anderswo verlinkt wird, obwohl er sich ja nur auf mein persönliches Erleben bezieht, muss ich doch glatt noch ein bisschen ergänzen :-)

In 1994 hatten nur wenige Firmen an jedem Arbeitsplatz einen PC, ich selbst war in meinem ersten Job bei Panasonic Technics die einzige Person mit Computerkenntnissen außerhalb der hauseigenen Buchhaltungsanlage gewesen und saß nun an einer Sun Workstation mit dem wunderbaren windows-basierten Globalview, ohne damals schon zu ahnen, wie gut ich es hatte an meinem 21” Monitor und der ganzen Power des Globalnets.

Privat leitete ich einen internationalen Faxfreunde-Club mit einer monatlichen Zeitung. Ein halbwegs brauchbarer Computer war für unter 5.000 DM kaum zu kriegen, ein Monitor von 17” war groß und das 28.800er ein verdammt schnelles Modem. BTX war die einfachste Möglichkeit für Nichtstudenten, online zu gehen. Mailboxen waren jedoch der Ort, an dem die Action stattfand und das Buch Lange Leitung von Fredrika Gers war der erste deutschsprachige Mailbox-Roman ohne Science Fiction Elemente (wenn man mal von den Microchips in Tampons absieht, hm).

Sobald ich mich einem PC näherte, kamen acht Männer gerannt, um mich vor der Technik zu retten und das änderte sich auch nicht, wenn ich sie auf der Alternativkiste bei Leisure Suit Larry abgehängt hatte oder als einzige mit der Sun und der Präsentationssoftware mehr als einfache Balkendiagramme machte und damit ihren Arsch rettete, weil sie vorher behauptet hatten, es zu können und dann nichts hochbekamen. Vom Server.

Daheim hatte kaum jemand einen PC, aber viele Leute über ihren Fernseher oder ein kleines Terminal BTX, zumindest viele, die ich kannte – das war vermutlich faxclubbedingt, es waren viele gehörlose oder gehbehinderte Menschen im Club, die sich mit diesen hilfreichen Techniken gut auskannten. BTX-User wurden auf Wunsch durch eine Sperre bei 600 DM monatlich vor sich selbst geschützt, wer ein privates Faxgerät hatte, war schon verdammt innovativ und als ich fragte, warum man denn an der Entwicklung eines Farbfaxgerätes arbeiten würde, wo es doch E-Mail gibt, wurde ich von den Jungs ganz laut ausgelacht, denn von denen schickte eigentlich niemand jemals Datei-Anhänge. Etwa 15 Stunden jede Woche wurden damit verbracht, Daten aufzubereiten, die ich mit heutigen Bordmitteln in einer halben Stunde in die Druckerei jagen würde. Disketten waren unterschiedlich groß bis ziemlich riesig, jedenfalls die meisten, denen man auf der Arbeit begegnete, um mit verschiedenen Ausgabegeräten irgendwelche Daten runterzuholen. Ich kannte einen, der kannte einen, der hatte einen Bekannten mit Scanner und scannte mal ein Passfoto von mir für mich, aber ich musste dafür nicht mal mit ihm schlafen.

Ja. So war das damals. Also für ‘normale User’ wie mich - dass es sich mit etwas Pech nur um Minuten kann, bis ein Hardcore-Geek von 1872 in den Comments triumphierend seinen immer noch funktionierenden und sich am Drittrechner in Gebrauch befindlichen Akkustikkoppler schwenkt, ist mir völlig klar.

Die Leute waren weder schlechter noch netter, es gab nur weit weniger davon online und die technischen Herausforderungen waren andere. In 1998 rief die Geschäftsführerin mich zu sich (und ich meine: Die Geschäftsleitung Personalbereich in einem Konzern, nicht vom Hausfrauenclub aus der Vorstadt) und fragte mich besorgt, ob ich einsam sei, sie hätte von diesem Internetbuch gehört, das ich geschrieben hätte. Denn das Netz, das stand allgemein und rundherum für Hacker, Kinderpornographen und komplett verkrachte Gestalten, die Tag und Nacht nichts Besseres zu tun hatten, als ihren Autismus erfolglos in fragwürdigen Aktivitäten zu ersticken. Dass ich mich prompt vor Kichern verschluckte und fast seitlich vom Stuhl sackte vor haltlosem Lachen wird nicht dazu beigetragen haben, dass diese Dame ihre Meinung änderte.

Jetzt ist jeder online und alles könnte so schön unauffällig ablaufen, aber nein, jetzt werden ausgerechnet Blogs zur weltweit gehypeten großen Mode. Das sitze ich jetzt auch noch aus.

# 15. November 2004 um 05:20 PM
lifestyle • 6x FeedbackDrucken





Neue Bedienungsanleitung für Frau Carola Heine

Jedes Gespräch über angeblich nicht vorhandenes Kleingeld, Haushaltsgeld, Urlaubsgeld, Freizeitsgeld oder verhungernde Sparschweine, privat fehlende Renten- oder Zahnarztzuzahlungskassen etc etc endet sofort und ohne jede Verzögerung, wenn es sich beim beteiligten Gesprächspartner um eine/n RaucherIn handelt.

Interessiert mich nicht, will ich nicht wissen.

# 15. November 2004 um 11:33 AM
ranting • 2x FeedbackDrucken





Rollbraten

Sie liegen aufgeplustert da, scheinbar entspannte Plüschkugeln. Nur die Ohrenhaltung verrät, dass sie auf etwas warten. Ab und zu zuckt der Hüftspeck der Prinzessin, schüttelt der kleine Goldbär eine Vorderpfote aus. Jetzt drei, vier, fünf Minuten warten.

Dann fallen sie plötzlich beide fast gleichzeitig um und strecken sich der Länge nach aus. Dicke kleine Bäuche beben verzückt und die Miss wälzt sich in plüschiger Ekstase.

(Dank Smart-Technologie wird die Heizdecke nur dort warm, wo etwas draufliegt. Manche Katzen lassen sich gerne komplett durchgaren, andere wenden die volle Liegefläche nach 10 Minuten und gehen dann irgendwann auskühlen.)

Nachts verwahren wir sie in Schüsseln.

image 

# 15. November 2004 um 07:34 AM
cat content • 2x FeedbackDrucken





Samstag, 13. November 2004

Der 14. November 1994 war ein Montag

Ein Montag, und das wusste auch der Kontoauszugsdrucker der Bank, der unerschütterlich ein leeres Blatt nach dem anderen ausgab. Nicht ohne bemühte Druckgeräusche zu simulieren. Frustration, als ich den dicken Stapel pseudobedrucktes Papier in der Hand hielt und mir die Sachbearbeiterin eiligst die Glastür zum Vorraum vor der schon fast eindringenden Nase zuschloss, weil die Filiale pünktlich in die beamtengleiche Siesta-Starre fallen wollte.

Die Mittagspause war eigentlich schon zu Ende. Zuhause warteten mindestens 25m frische Faxe, die meisten sicherlich wieder von neuen Mitgliedern, die unbedingt die Liste mit den anderen Fax-Friends haben wollten und daher nachfragten, ob ihr Unkostenbeitrag eingegangen war. In der Firma saß James und hoffte, dass ich pünktlich zurückkommen würde, weil ich ihm verraten hatte, dass ein regionaler Radiosender für ein kurzes Radio-Interview anrufen würde. Überstunden waren nicht drin, denn in einer Spätsendung würde ein anderer Sender ein weiteres Interview übers Telefon machen und am nächsten Tag wollte eine Frau von EinsLive vorbeikommen, also musste ich auch noch die Wohnung aufräumen, bis auf die Faxlawine, die abends oft schon fast die Wendeltreppe erreichte, bis ich die Thermoschlange zerteilte.

Die Faxclub-Zeitung hatte von Anfang an eingeschlagen wie eine Bombe, aber seit die Medien auf den Club aufmerksam geworden waren, fraß die Orga meine ganze Freizeit. Und dann war da immer dieser Mist mit dem Auszugsdrucker.

Schneematsch und Nieselregen in viel zu leichten Schuhen und einer sich bereits ankündigenden Grippe. Keine Kontoauszüge. Deswegen ist es dann wohl auch passiert. Drei Straßen weiter genau hinter meinem Zufallsparkplatz war ein Telekomladen, und die hatten keine Mittagspause. Dafür aber ich ein paar Minuten später ein funkelnagelneues lächerlich kleines BTX-Gerät namens Multikom S1, das es mir ermöglichen würde, zukünftig vom heimischen Schreibtisch aus jederzeit ins Clubkonto zu gucken.

Abends den kleinen Kasten an die Faxleitung anschließen, anmelden. Drin. DFÜ mit 9600 Baud. Banking-Demo anschauen, sich anmelden und ein Forum finden. Stundenlang lesen. Einen Bekannten fragen, was außerdem noch geht. IRC. Furchtbar spannend, weil so viel darüber gelesen! Einmal reingeschaut und ohne jede Verzögerung vom Channel-OP mit einem fetten Spruch wieder rückwärts zur Tür rausgeworfen, weil ich nur ein scheißdoofer BTX-User war - meine Kennung verriet der selbsternannten Internet-Elite ja sofort, dass ich Zugangs-Lepra hatte.

So war das, an diesem Abend vor 10 Jahren, als ich zum ersten Mal von zu Hause aus online ging. Technisch haben wir diese Zeit weit hinter uns gelassen, menschlich wohl eher nicht (möchte jemand ein Karma-Bonbon? Vielleicht kann ich die ja in die pMachine einbauen).

Es dauerte dann noch ein Jahr, bis ich den Faxclub aufgab, weil klar wurde, dass bald alle E-Mail haben würden, die jetzt noch faxten. Ein Jahr, in dem ich zum ersten Mal online jobbte, einen Roman schrieb, zwei Verlage fand, rund dreißig Interviews gab, einmal im Fernsehen war, fast ein Bein verlor, jeden Abend online ging, monatlich die magische 600er-Grenze bei der Telekomrechnung ausreizte und dann eines Tages ein Päckchen in der Post hatte, das ich nicht bestellt hatte: Ein Modem.

Ohne zu wissen, dass ich mich an einem Literaturwettbewerb beteiligte, hatte ich den »Forenbeitrag des Monats« gewonnen und besaß nun ein Modem. Zuerst noch keinen PC, aber ein damals höllisch schnelles 28.800er Creatix. Ich kaufte mir ein wenig später den passenden Computer, wechselte zu einem regionalen Provider, beta-testete nebenbei AOL und als klar war, wann mein Buch erscheinen würde, beschloss ich, mir eine kleine Website basteln. Nur eine ganz kleine.

Das alles wusste ich aber noch nicht, als ich zum ersten Mal vom Bett aus online ging. Heute vor 10 Jahren. Tja. Ich kann wirklich nicht sagen, dass ich es bedaure -  mal schauen, was die nächsten Jahrzehnte bringen.

# 13. November 2004 um 11:18 PM
diary style • 16x FeedbackDrucken





Schrottwichtelt es dieses Jahr?

Irgendwo hab ich noch eine originalverpackte Packung Soft-Tampons

Bastelmaterial, werde ich ganz sicher nicht selbst ausprobieren.

# 13. November 2004 um 09:00 PM
strange stuff • 0x FeedbackDrucken





Seite 4 von 6 Seiten insgesamt. « Erste  <  2 3 4 5 6 >