Moving-Target.de

Dies ist ein privates Blog und dies istdie vermaledeite Datenschutzerklärung.

Navigation

Aktuell | Rubriken | Archiv seit 1996

Blogosphärisches | Blogroll | Über ...

Aktuellste Einträge:



Letzte Kommentare:

Linn in Von Arschlöchern lernen: War das auf Facebook? Als ich den Anfang des Artikels las, wollte ich auch auf jeden Fall ...

Britta in Norwegen in Der vierte Wunsch: Vielen lieben Dank für die letzten Einträge - und den Elfen. Hmpf, ich weiß nicht wie ich es ...

Graugrüngelb in Es gibt da einen Haken. Jetzt.: Das ist ja ‘ne nette Idee. Ich fahre ja in den urlaub immer mit diesen Handtuchhaken, die man über ...

Thomas Arbs in Mittwochs im Düsseldorf: Das ist phantastisch. Es ist schwer zu schlucken, aber es soll ja auch nicht leicht sein. ...

melody in Mittwochs im Düsseldorf: (Ich weiß, dass der liebe echte Löwenherz gegen Muslime in den Krieg gezogen ist, aber die ...

Kontakt

Impressum

Datenschutzerklärung

powered by ExpressionEngine








Donnerstag, 23. September 2004

48 Stunden Wien

48 Stunden Wien reichen aus, um vor Ort aus dem Taxi zu hopsen, ins Hotel einzuchecken und sich fast übergangslos zum Musical nebenan zu begeben, wunderbar chinesisch zu essen und einen fastmitternächtlichen Einkauf in einem fast24Stunden-Supermarkt zu tätigen. Am nächsten Tag eine mitgebloggte Stadtrundfahrt abzuhaken, den dringenden Wunsch nach einem 2stündigen Aufenthalt im Bett mitten am Tag zu erfüllen und vorher noch einmal im China-Restaurant sehr gut eine Kleinigkeit zu speisen und dann nach der kurzen Entspannung ins Café Ritter zu fahren, um die Chronistin zu treffen, Kaffee-Vokabeln zu lernen und dem Mann Sachertorte zu bestellen (der Befehlston färbt ab). Später gemeinsam mit ihr abgeholt zu werden und bei den zwei Lieseln – oder waren es drei? – ganz wunderbare Schnitzel und Leber und Pfannkuchenstreifensuppe, dann viel Veltliner und Gespräche und Gelächter bei einem Heurigen und später eine wunderbare verrückte Stadtrundfahrt, über deren Details ich mich besser ausschweige. Aber so ein innovatives Navigationssystem wie das vom Sufi hab ich noch nie erlebt und vom Wein kann ich nicht so trunken und glücklich gewesen sein, es waren das Lachen und die Gespräche und überhaupt … schön war das. Richtig schön. Um 2 Uhr ins Hotel, um 5 Uhr wieder auf und am Bahnhof dann den Bus zum Flughafen gerade noch davonfahren sehen. Das Pauschalangebot eines serbischen Taxifahrers angenommen, der außer diesem keinen für uns verständlichen Satz hervorbrachte, aber dennoch tapfer smalltalken wollte. Einchecken, Kaffee, Rückflug, Bett. Perfekt. Da hätte nichts anderes mehr dazwischengepasst.

# 23. September 2004 um 03:22 PM
diary style • 5x FeedbackDrucken





Mittwoch, 22. September 2004

Vienna

Es ist 10 Uhr und Sissi erzählt von den Türkenbelagerungen und vom Belvedere Sommerschloss. Wie immer frage ich mich, warum ich mir diese Touristensachen zustoßen lasse, wieso verbringe ich den Vormittag in einem Bus voller den Laptop misstrauisch beäugender Rentner, mit einer ihr Programm unerbittlich routiniert abspulenden Reiseführerin namens Sissi? Weil ich nicht gut genug laufen kann, um einfach loszuziehen, und dann hatten sie so bunte Zettel und ich immer ein schlechtes Gewissen, weil ich mit gutem Kaffee und Leutegucken schon zufrieden bin in den Metropolen dieser Welt, deren Atmosphäre mir auftanken hilft. Nicht deren Sehenswürdigkeiten. Kann man diese Art des Reisens anderen zumuten? Zu zweit kann man sich nur schlecht treiben lassen, wenn dann Gefahr besteht, dass einer nichts sieht, weil eine nicht gut laufen kann.

Also eine Bustour. Heute ist die Ringstraße gesperrt, autofreier Tag europaweit irgendwas. Man hat sich ein Alternativprogramm ausgedacht. Zu Fuß zum Belvedere. Interessiert mich nicht, ich brauche mein Bein heute noch und muss meine Energie einteilen. Und so kommt es dann, dass ich gerade einmal alleine um die Stadt gefahren wurde von einem kleinen Italiener in einem wahrhaft großen Bus, schön laut mit Frankie goes to Hollywood. Nicht schlecht. Einfach mal sitzen bleiben, wenn alle anderen aussteigen. Kann ich nur empfehlen. Ganz vorne im Bus auf dem Tourguide-Platz sitzt es sich auch gleich ganz anders. Als die anderen wiederkamen, saß ich brav wieder in der Bank.

Sissi zählt schon wieder alle durch. Irgendwer fehlt. Scheinbar fahren wir trotzdem los. Find ich gut. Wer es schafft, bei einem 10-minütigen Spaziergang verloren zu gehen, obwohl extra alle mit gelben Punkten beklebt wurden ....
PLUS-Supermärkte heißen hier Zielpunkte. Die Kelten sind schuld an Wien, aber Sissi sagt, man sieht von denen keine Überreste mehr. Sie ist schon bei der Mama von Marie Antoinette angekommen, die Sissi, als ich noch bei den Römern bin und ich habe die Befürchtung, dass ich in Schönbrunn aussteigen soll, aber ich war doch schon mal da und ich will die 1440 Räume nicht sehen und auch keine 15 davon. Ich will Kaffee und kein altes Schloss und ich würde gerne wissen, warum man in Wien in 36 Stunden so viel herrische dunkelhaarige mittelältere Frauen mit dem Oberschwestersyndrom trifft wie in Düsseldorf in einem Jahr. Heute morgen stand eine winzige Brasilianerin an der Kaffeekanne im Hotel und so ein Schwiegermutterimitat drückte ihr die Hand auf den Schlüsselbeinbereich und sie nach hinten weg wie einen lästigen Hund, der am Tisch bettelt – einfach weil die kleine Dame den deutschsprachigen Anranzer („Gähäns jetzt mal weg da, Kaffee wird nachgefüllt!“) nicht verstand und fuchtelnde Kommunikation ihr wohl als sinnlos erschien. Ich war fassungslos, denke aber inzwischen, das könnte hier jederzeit jedem passieren. Der nicht zufällig 182 cm groß ist und ein deutlich hörbares Knurren von sich geben kann.

11 Uhr 30

Sitze kaffeetrinkend vor dem Schloss Schönbrunn, während die meisten der anderen drin rumlatschen. Es gibt bestimmt schlechtere Orte in Europa, um sich ein bisschen vom Wind durchwuscheln zu lassen und ein Stündchen mit Leutegucken zu verbringen. Die Spatzen klauen Krümel vom Tisch oder denken das zumindest, ich hab sie ja extra hingelegt. Schön ist das, so ohne Termine. Meine Begleitung ist losmarschiert, „gelbe Dinge“ fotografieren, und die x-te ruppige Dame des Tages wischt demonstrativ feucht um mich herum. Habe keinen Zweifel daran, dass ich zum Aufstehen aufgefordert würde, hätte ich kein Fläschchen Wasser nachgekauft. Neben mir raucht eine spanische Reisegruppe vor sich hin, nur Frauen. Auch solche spanischsprachigen Gruppen haben wir heute schon mehrfach getroffen. Sie sind sehr gepflegt, ohne aufgedonnert zu sein, die Kolleginnen aus Deutschenlanden sehen leider nicht vorteilhaft gegen diese älteren Ladies aus. Wir hatten sogar kurz überlegt, in den englischen Bus zu steigen, um einer hartgesichtigen, lautstark rumkumpelnden Jogginganzuggruppe zu entgehen. Sie trugen nicht wirklich Trainingsanzüge, wirkten aber trotzdem so. Die Spatzen sind satt und nun rückt eine Taube bedrohlich näher. Bah. Ich habe einem Spatzen ein besonders großes Stück gegeben, aber meine Hoffnung, ihm beim Zerpicken zuzusehen, wurde zerschlagen – er konnte es wegtragen.

12:25

Der Mann behauptet hartnäckig, den Text des Radetzky-Marschs zu kennen und grinst, weil er weiß, dass ich weiß, welchen Werbespot er meint. Sissi verkauft im Bus eine DVD mit Produkteigenschaften, die auf vieles in der Welt zutreffen: „Wenn es nicht passt, einfach umdrehen – die andere Seite funktioniert nur für Amerika“. Eine der älteren Damen informiert sich genauestens über die Inhalte der DVD. Wir kaufen ein Touristenbilderbuch. Warum, weiß ich nicht. Mal nachschauen, welche Bilder in meinem Kopf sein könnten, wenn ich ihn nicht mit anderen (und Kaffee) voll stopfen würde.

Wir fahren am Naschmarkt vorbei (ich denke an die Meisterköchin, die immer vom Einkaufen dort schreibt) und die Rentner nebenan nehmen eine CD mit Walzermusik von der Sissi, woraufhin der Mann verständnislose Zuckungen absondert – ich versteh es aber auch nicht. Es ist gemütlich im Bus und die Aussicht ist schön. Ab und zu schaue ich sogar aus dem Busfenster, die meiste Zeit aber beobachte ich meinen Lieblingstouristen und freue mich darüber, dass immer noch ein warmes Kribbeln aufsteigt und um die Lungenspitzen flutet. Ich bin reich, egal wo ich bin. Es ist nicht wichtig, dass ich nicht weit laufen kann und über Kopfsteinpflaster vor Schlössern schon gar nicht. Heute ist es sonnig und windig. Über das Handy kam vor ein paar Minuten die Nachricht über einen Hirntumor eines Bekannten an mein Ohr und sickert langsam ein, ganz langsam.

Sissi befiehlt uns gerade, was wir uns noch alles anzusehen haben, weil diese Bustour natürlich nicht alles abdeckte. Der Tonfall ist herrisch, die Stimmlage angenehm. Vermutlich könnte sie ein Vermögen machen als Domina. Oder auch nicht, heute hörten sich schon viele Damen so bestimmend an in dieser Stadt. Direkt neben mir finden Dialoge statt, die man eigentlich nur mitschreiben müsste. „Da steht Stadtpark auf dem Schild, ob man da auch zum Stadtpark kommt?“ – „Der Ring ist bis 14 Uhr gesperrt, wir gucken aber trotzdem mal eben (mit diesem riesigen Bus voller Leute) ob man wieder durchkann (und werden dann erstaunlicherweise von der Polizei fortgewinkt)“ – „Als Beethoven wiederkam, war Mozart schon tot.“ – „Was schreibt die denn da mit dem kleinen Computer“ – „Was wird sie schon schreiben, das was die Frau da erzählt natürlich“. Sissi befiehlt uns gerade, einen Heurigen mindestens aufzusuchen, das sei Pflicht und das dürfe man nicht auslassen. Ein anderes wichtiges Thema sind die Mehlspeisen, sagt Sissi. Sachertorte dürfen wir nur mit Schlagobers essen, angeblich haben die keine Kalorien, wenn man sie als Tourist isst.

Wien rauscht links und rechts an mir vorbei, Jugendstil und Karlskirche und die Pest von1713 und alles was ich will, sind weiche weiße Kissen und ein Bett. Der Mann hat ein Internetcafé geknipst, als alle anderen auf Fassaden guckten. Die Tour endet hier. 13 Uhr.

# 22. September 2004 um 11:10 AM
lifestyle • 9x FeedbackDrucken





Dienstag, 21. September 2004

Barbarella

Ich mag Musicals. Seit ich mit 18 in London auf den preiswertesten Plätzen an mehreren Abenden nacheinander mein ganzes Essensgeld wieder und wieder in 42nd Street investierte, seit ich als Helferin zusammen mit 200 geistig behinderten Jugendlichen gänsehautüberschauert Starlight Express sah, seit ich mich trauernd durch Jesus Christ Superstar heulte, seit wir in New York die Rocky Horror Picture Show sahen, seit Melle in Kiss me Kate sang. Ich mag Musicals.

Die Music von Barbarella hat Dave Stewart von den Eurythmics geschrieben und sie ist auch richtig gut. Die Lichteffekte auch. Wenn diese Leute da nicht auf der Bühne rumgelaufen wären und gesungen hätten, hätte ich beides geniessen können.

Barbarella

# 21. September 2004 um 10:10 PM
diary style • 0x FeedbackDrucken





Gegen schlechte Laune helfen gute Pläne.

Eine Frau hat ihre Rechte, auch das auf PMS. Ich würde zwar gerne davon zurücktreten, aber wohin? Im Spiegel mag hinterfragt werden, ob Blogs gegen Alzheimer helfen (Link gefunden bei Jeremin), gegen Menstruationsbeschwerden und den Höllenritt vorher helfen sie nicht. Das gebe ich euch hier, schwarz auf weiß, Blog auf Monitor, muss keiner mehr erforschen, ich hab das längst versucht. No Chance. Die gute Nachricht:

Während Bloggen und Alzheimer unaufhaltsam verlaufen, geht PMS vorbei.

Die Nebel lichten sich und dann weißt du wieder, wohin du die wohlmeinende Zischelkuh stecken kannst, die dich für die Isolation im Home Office bemitleidet hat, als es dir eh schon körperlich dreckig ging. In eine Kiste mit der struppig blondierten Ex-Kollegin mit den kurzen kaputten Dauerwellen nämlich, die dir zuckersüß erzählen wollte, für hüftlange Haare seist du ja so gar nicht der Typ, ob du schon mal über eine schick radikale Kurzhaarfrisur nachgedacht hättest?

Jawoll, aber nicht am Kopf.

Neid im Schafspelz. Eine Quelle der Inspiration, wenn man ihn erst mal durchschaut hat. Ich bringe meine Langmähne jetzt mal anderswohin zum Kaffeetrinken. Die Welt ist nämlich groß und schön und voller netter Leute.

# 21. September 2004 um 08:28 AM
feeling feline • 7x FeedbackDrucken





Montag, 20. September 2004

Ein Klassiker, neu aufgelegt:

Hier herrscht kein Lesezwang.

# 20. September 2004 um 02:19 PM
ranting • 2x FeedbackDrucken





Seite 3 von 7 Seiten insgesamt.  <  1 2 3 4 5 >  Letzte »