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Ein Feuer, das ein Haus oder einen Teil davon vernichtet, dauert nur wenige Stunden. Aber es kostet Jahre.

Normalität ist etwas, das uns immer noch zu entgleiten droht in dieser Twilight Zone zwischen der Rückkehr in unsere Wohnung und der Verarbeitung des Traumas.

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Dienstag, 31. August 2004

Dienstag IV

Ich höre das Meer. Ich würde es sehen, wenn die Vorhänge auf wären. Ich rieche, schmecke, spüre das Meer. Silbriger Sturmmond zwischen den Dünen. Wahrscheinlich sollte ich schlafen. Wie gut, dass ich die festen Schuhe mitgeschleppt habe.

# 31. August 2004 um 08:25 PM
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Dienstag III

Zwischen Münster und Leer erfuhr ich einiges über IP-Telefonie im Firmenbereich. Wir zückten beide gleichzeitig die aktuelle CT, so brach das Eis dann wohl, obwohl, da gab’s gar keins. Später las ich in einem Werk über das „erotische Schreiben“ (hier muss ich später den Link zum Buch einfügen) und konnte in der spiegelnden Scheibe sehen, dass eine kleine rothaarige Dame mich mit weit offen stehendem Mund fassungslos betrachtete und immer wieder zwischen der CT und dem Buch in meiner Hand hin und her schaute, ohne die Lippen zwischenzeitlich zusammenzulegen. Süß. Kurz nachdem BB dann ausgestiegen war, traf ich auch schon in Norden ein und wurde von Stefan eingesammelt, der mich und den ich sofort erkannte – nach 7 Jahren gegenseitigen Lesens vielleicht einfacher, als man meinen würde. Ich finde immer noch, dass er seine Site häufiger aktualisieren sollte, habe mich ein bisschen mit der besten Freundin von allen ™ zusammengerottet, eine winzige Katze bespielt und leckeren Kaffee bekommen.

Die gemeinsam verbrachten vier Stunden waren irgendwie verdammt schnell um, es war sehr nett, wir haben viel gelacht und die beiden waren dann noch so lieb, mich zur Fähre und bis aufs Schiff zu bringen – vielleicht wollten sie auch nur sichergehen, dass ich auch wirklich abfahre und nicht zurückkomme, um die Mieze zu klauen.

# 31. August 2004 um 03:57 PM
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Dienstag II

Mein mitreisendes Gegenüber mit dem Toshiba-Notebook könnte ich jetzt mühelos googeln, denn er hat sich bereits zum vierten Mal am Handy mit Firma und Namen gemeldet. Niedlich sieht er aus, dunkel gelockter und leicht bärtiger Business-Look inklusive Krawatte und festmutiertem Nokia-Handy. Leider ist er unter 30 und mein Boygroup-Modul ist irgendwie kaputtgegangen, was ich flüchtig bedauere, dezimiert es doch die optisch unterhaltsamen Männchen ganz entschieden. Da kann man wohl nichts machen, ich interessiere mich inzwischen unaufhaltsam mehr für alte Knacker ab 30 oder schlimmer.

„Null komma zwei Prozent? Das ist aber ungewöhnlich, hat die Frau T. Ihnen das geschrieben? Was wollen die denn haben?“ Blick in den Laptop und längere Ausführungen über Vorabaustausch der unter Vertrag zu nehmenden Produkte ... und das alles am Handy im Zug nach Norderney und zum dritten Mal. Da blogge ich doch lieber ein bisschen auf dem Trockenen. Also nicht weil ich müsste, ich halte mich auch nur ein bisschen an der Mouse fest. Keine Anzeichen von warmem Entzug - ich habe noch kein Mal versehentlich auf den Posteingang geklickt.

Seltsam ist das, wie man verwandten Wesen vertraut. Ich hätte nicht die geringsten Bedenken, dem schnieken Business-Bengel mit dem großformatigen Toshiba oder dem Dreadlock-Studenten mit dem abgeschabten Apple-Book meine Armada anzuvertrauen, wenn ich mal eben aufs Klo gehe. Aber die Oma mit dem Strickzeug oder diese legosteinwerfende Familie kämen nicht in Frage.

Business Boy wurde soeben zum vierten Mal von ein- und demselben Kunden angerufen. „So einen Job hatte ich auch mal.“ Das konnte ich mir nicht verkneifen. Er grinst nur. Man ist in diesen Jobs so tief gefangen, dass man gar nicht merkt, es müsste kein Lifestyle sein – ich erinnere mich flüchtig und bin auf einmal noch froher als sowieso schon. Dann habe ich ihn noch mit meinem Handy geknipst, aber ich glaube nicht, dass er das gemerkt hat. Bloggen darf ich das natürlich nicht. Persönlichkeitsrechte, und damit keiner neidisch wird, der während der Arbeit keine so schöne Aussicht hat.

# 31. August 2004 um 09:11 AM
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Dienstag I

Nichts lag mir diesmal ferner als die Idee, einen zeitnahen Reisebericht zu liefern oder beiläufig im Weblog zu erwähnen, dass ich mal eben einen Termin auf Norderney habe, der eine kurze und gut bezahlte Abwesenheit aus dem von fristgerecht kündbaren Mietsklaven so verlachten Home Office beinhaltet und genau so schön, meeresluftdurchweht und mit netten Treffen nebenbei gespickt ist, wie man vermuten würde. Ich wollte in den Zug und endlich mal vier Stunden am Stück lesen, um abends auf der Insel zu landen, gemeinsam essen zu gehen und ein bisschen aus dem Fenster aufs 100 m entfernte Meer zu schauen. Sonst nichts. Kein Weblog. Bin ja nicht süchtig oder so.

Andererseits wäre es auch nicht nötig gewesen, dass ich gleich bei der Abfahrt einen Taxifahrer erwische, der mitten auf einer Kreuzung mit laufendem Taxameter anhält, um polnischen LKW-Cowboys auf türkisch mal eben bei der Wegfindung zu helfen. Mein Hinweis, dass ich jetzt bitte pünktlich zum Flughafen wolle, muss noch zu freundlich geklungen haben, denn er wedelte nur großzügig in meine Richtung und erklärte, er sei gleich so weit. Ich nahm beide Taschen, um wortlos auszusteigen und er war geschockt. Er wollte doch nur auf meine buchstäblichen Kosten das gute Gefühl einsacken, ein warmherziger und hilfreicher Mensch zu sein und konnte nicht ahnen, dass ich über jahrzehntelange Erfahrung mit egozentrischen Psychopathen verfüge. Psychopathen, die mir beigebracht haben, wie gut man sich in meiner großzügigen Bekanntschaft wohlfühlen kann, so lange ich selbst nur keine Ansprüche stelle und auf die eine oder andere Art schön nützlich bin. Sobald ich das gelernt hatte, begann ich mit der immer noch stattfindenden Fortbildung in normalisierenden Gegenmaßnahmen und erziele inzwischen große Fortschritte.

Begegnungen mit dumpf gluckernden Wasserkopf-Egos sind ja nun häufig genug, dass man dafür trainieren kann. Seelenvampire, unausgewogene ‚Freundschaften’, jeder kennt das, jeder hat schon mal illegal anwesende bulimische Kanadierinnen einem Ausbeuterjob entrissen und für ein paar Monate zum Durchfüttern mit nach Hause genommen, jeder fällt mal auf das aus guten Gründen einsame Heulen von Schafen in verwesenden Wolfspelzen rein, um sich vergeblich als Samariter, Sanitäter oder Sanitärtherapeut zu betätigen und postwendend unter verlogenem Gekotz in den Arsch getreten zu werden, wenn anderswo mehr Nutzen gewittert wird. Bekannte mit angeblichen Firmengründungen, die unauffällig für zweitausend Mark mit dem Orient und nicht wie behauptet mit dem Nebenort telefonieren und die Kosten nie erstatten, die Erwartungshaltung, dass man von Buch bis Laptop alles auszuleihen und bei Rückgabe in dreckigem Zustand oder gar nicht gefälligst Humor zu beweisen hat: Alles ganz normal. Jeder kennt das - und es ist immer noch besser, ab und zu enttäuscht als im Grunde ein Arschloch zu sein.

Freundlichkeit ist wohl irgendwie gleichbedeutend mit doof und gutmütig und schreit offensichtlich danach, die Grenzen auszutesten. Wenn man dann aber endlich mal die Schnauze voll davon hat, die üblichen mitmenschlichen Eigenschaften als gegeben hinzunehmen, gilt das auch für Taxifahrer, die sich Unverschämtheiten herausnehmen. Meine nun abweisende Miene stachelte ihn zu charmanten Höhenflügen an und er wollte mir sogar seine Handynummer geben, indem er sie auf ein Visitenkärtchen schrieb und sie mir rüberreichte. Was ich ignorierte. Aufgehört hat er aber erst, als ich sagte, ich sei verheiratet und würde die Karte höchstens annehmen, um mich bei seinem Chef über ihn zu beschweren.

# 31. August 2004 um 08:31 AM
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Freitag, 27. August 2004

Nebenan

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# 27. August 2004 um 12:53 PM
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