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Donnerstag, 30. Oktober 2003

Schwer entflammbar. Und doch.

Schmerzhaft steinharte Stelle unter dem rechten Schulterblatt. Die Verspannung ist real. Wie bei vielen anderen Schmerzen

Verhärtungen konnte ich bis zu einem gewissen Punkt selbst entscheiden, wie nah ich sie an mich heranlasse. Aber wenn der Tee erst mal in der Tastatur sitzt, um mal eine verträglichere Variante vom überstrapazierten Brunnenkind zu erschaffen … wenn also der Adapter erst verbogen ist, dann hilft nur noch Schadensbegrenzung.

Vielleicht ist die Annahme falsch, dass man für wenige intensive Momente lebt und der Rest nur Beiwerk ist. Vielleicht sollte man sich einreihen in die Armee der lebenden Toten, die an der Oberfläche aller Dinge dem unhaltbaren Zustand Glück nachjagen und dabei vergessen, dass nur Zufriedenheit im materielosen Zentrum ein Ziel sein kann. Was auch immer. Man kann es scheinbar sowieso nicht richtig machen, so nicht und anders auch nicht.

Zumindest kenne ich meine Warums.

# 30. Oktober 2003 um 01:49 PM
heartbeat • 0x FeedbackDrucken





Mittwoch, 29. Oktober 2003

Es war einmal online

… da draußen im fremden kalten fernen Internet eine mir bis dahin fremde Frau, die sich als Leserin dieses Weblogs outete, mir eine E-Mail schrieb und mir anvertraute, sie hätte Leukämie. Ihr Timing damals war exzellent, sie wählte einen Zeitpunkt, an dem ich meinen eigenen verdammten kaputten blutenden fiebrigen entzündeten Körper kaum noch durch die Tage schleppen konnte. Solche Mails geben dir im richtigen Zeitpunkt die Demut zurück, die uns allen so dringend fehlt. Vermute ich. Irgendwer ist also immer schlimmer dran. What else is new?

Jedenfalls wollte sie sich gerne und unbedingt unterhalten. Mit mir. Es war der blanke Horror. Für mich. Wenn ich könnte, ich würde schon aus Selbstschutz ununterbrochen alle und jeden entlasten, heilen, reich und gesund machen und wenn jemals in einer gemischten Runde ein gewalttätiger Kidnapper oder terroristischer Erpresser die Frage stellen würde, wen man den erschießen solle, ein Menschenopfer wäre fällig, so würde ich sofort die Hand heben. Sofort. Alleine das schlechte Gewissen, weiter zu leben, wenn andere …

Also, auf mich kann man da zählen. Bei jedem verdammten Sturz, jedem kleinen Unfall, an jedem verlorenen Tag wische ich mir lässig das Blut weg, knote improvisierte Verbände aus meinen Rüschenunterröcken um die Wunden und krieche auch ohne Wasservorräte gen Horizont. Weil es nicht anders geht. Und weil es anderen schlechter geht. Eine Situation, in der ich nichts tun kann und die zu groß für mich ist, drückt mir die Atemluft ab. Bei Freunden kann man zuhören, helfen vielleicht, da sein wenigstens - wenn ich es darf. Wenn ich es darf. Aber bei Fremden?!

Sie schickte mir dann also irgendwann so ein Foto von sich mit einer Nadel oder einem Tropf oder so was irgendwo in einer Ader am Hals. Dieses Bild hat mich durch endlose Fieberträume begleitet. Ich konnte ihr Tagebuch nicht mehr lesen. Ich wollte ihre Mails nicht lesen. Ich versuchte sie weiter weg zu schieben, es gelang nur schlecht, nie recht.

Sie war gnadenlos penetrant. Noch vor kurzem schickte sie mir unaufgefordert wieder Nachrichten und Einladungen in ihr inzwischen passwortgeschütztes Web-Tagebuch. Aber da ich wusste: Sie hat Freunde, online und offline und dann hieß es auch, sie sei geheilt – ich hoffte sehr dringend, sie brauchte mich nicht. Denn ich stand nicht zur Verfügung, schon der Gedanke daran zog mir die Kraft ab. Nicht ein einziges Mal bin ich hingesurft. Ich konnte das auch nicht. Ich wollte es so gerne können, aber ich konnte es nicht.

Was auch immer ich da können sollte.

Dafür schämte ich mich zwar (natürlich. irgendwie), denn was wollte ich mit meinen paar Schmerzen und den Fieberkrämpfen und dem Kummer – sie hatte ja Recht, sie war viel schlimmer dran. (Staub bin ich und in den Staub werde ich zurückkehren. Ist mir schon völlig klar. I’d rather be ashes than dust though, and I’ll do my very best to walk through the fire.)

Ich kann nun mal nicht die Welt retten, ich kann nicht mal mich selbst retten und ich hab so meine Zweifel, ob es irgendjemandem hilft, wenn ich meine Kraft an jemanden vergeude, den ich gar nicht kenne und die andere Freunde hat. Mich machte es fertig, und ich brauchte die Kraft fürs tägliche Überleben. Also Abstand. Gedacht habe ich trotzdem immer daran. Unter anderem auch, weil sie so unerbittlich penetrant war und weil es mich so unglücklich gemacht hat, das schlechte Gewissen - weil ich diese Penetranz nicht ertrug, wo ich doch edel und hilfreich hätte sein können. Müssen. Dachte ich.

Und jetzt das http://www.zotty.org/diary/031018.html. Lesen könnt Ihr selbst. Ich zitiere nur einen Satz: Und dann stellt sich nach über 1,5 Jahren raus: Ätsch, alles erlogen und erfunden. (mehr)

Es tut mir sehr leid für diejenigen, deren Freundschaft über eine so lange Zeit systematisch ausgesaugt und beschmutzt wurde. Mir laufen seit vorhin hilflose Tränen übers Gesicht, und ich kannte dieses widerliche Weib nicht mal. Ich kann mir kaum vorstellen, wie es Leuten geht, die sie getroffen und täglich mit ihr gemailt haben. Was ist das für ein kranker Kick, warum tut jemand so etwas?

Gerade jetzt habe ich das starke Bedürfnis, die Hand auszustrecken nach einigen Menschen aus dem WWW, die ich kenne und denen ich vertraue. Mich vergewissern, dass es euch gibt und dass ihr das seid, was ich glaube.

Ich bin froh, dass ich mit einigen Menschen darüber gesprochen habe, wie schwer es mir gefallen ist, mit diesem Nadel-in-der-Halsader-Foto umzugehen und was für ein schlimmes Gefühl das war, auf die penetranten Mails nicht zu antworten. Ich bin froh, dass ich so lange online unterwegs bin und so viele wertvolle Dinge erlebt habe, dass ich jetzt das Vertrauen nicht völlig verliere. Ich bin froh, dass ich keine Zeit auf diesen gestörten Emotionsvampir verschwendet habe. Ich bin froh, dass meine Ängste echt sind. Und meine Liebe auch.

Dass es einfach wird, das hat sowieso nie jemand versprochen.

# 29. Oktober 2003 um 11:15 PM
das leben • 31x FeedbackDrucken





I would rather be ashes than dust. Und so weiter.

My head feels full of cheese. Das beschreibt den aktuellen Zustand ganz gut. Der Gedanke, für einen Euro bei Ebay eine DVD mit “reifen Frauen in Nylons” zu ersteigern und fein eingepackt als Weihnachtsgeschenk ... Nun, das hat mich ganz kurz erheitert. Bis mir einfiel, dass ich das in absehbarer Zeit auch selbst drehen kann. Was man da für Geld sparen könnte. Wenn man zufällig ...

Nun. Egal. Sieht so aus, als müsste ich weiter nach Geschenkideen suchen. Nicht bei Ebay, versteht sich. Da suchte ich eine DVD. Ich fand sie, habe sie aber nicht gekauft. Vier Wochen gesucht und dann einfach nicht gekauft. Jagen, nicht erlegen.

# 29. Oktober 2003 um 07:58 PM
diary style • 0x FeedbackDrucken





Simplify your Wife

Nein. Kein männerfeindlicher Eintrag, der vor diesem. Erschreckend sind die dumpfen Kopfklischees, die unweigerlich davon ausgehen, dass er “eine hässliche Alte” haben muss, der tagträumende Schwanzträger. Wieso eigentlich? Woher kommen diese Bilder, diese starren Witzvorstellungen in euren staubigen Schädelhöhlen? Drop them.

Die Welt ist groß und bunt.

# 29. Oktober 2003 um 03:37 PM
girltalk • 4x FeedbackDrucken





Montag, 27. Oktober 2003

Lost (in) Time

Zeit quillt langsam über den Rand. Schmerz in Wellen und sich ausdehnenden Kreisen. Der stärkste Traum versickert, das Gefühl von Verlust und Sehnsucht bleibt. In der anderen Welt wanderten Fingerspitzen wärmend über Haut, küssten meine Lippen vernachlässigte Stellen zwischen Schulterblättern und gruben sich Nägel zärtlich in Fleisch.

Erwachen in Slow-Motion, orientierungslos und fiebrig. The soul never thinks without a picture.

# 27. Oktober 2003 um 11:00 PM
das leben • 0x FeedbackDrucken





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