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Donnerstag, 20. Juni 2002

Sag ich ja: Gästebuch muss man regelmäßig kontrollieren

Homepage-Betreiber muss “Gästebuch” regelmäßig kontrollieren
«Wer auf seiner Homepage ein so genanntes Gästebuch führt, muss dessen Inhalt regelmäßig kontrollieren. Unterbleibt die regelmäßige Überprüfung, macht sich der Betreiber nach Ansicht des Landgerichts Trier den Inhalt der Eintragungen zu Eigen und handelt daher möglicherweise rechtswidrig (Az.: 4 O 106/00).» mehr und Quelle

Und noch einer: [SpiegelOnline]

Extra für jenen penetranten Menschen, der mir das absolut nicht glauben will, und mich mindestens zweimal im Monat zuplärrt, ich solle doch ein Gästebuch, Forum, Comments oder was-weiß-ich installieren.

# 20. Juni 2002 um 12:54 PM
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Mittwoch, 19. Juni 2002

Unsere kleine (Frosch)Farm

Es war nicht ein Frosch und es waren auch nicht nur zwei, es waren zwei orangefarbene Springfrösche und zwei erdgraue kleine Kröten. Ich bin sehr froh, dass ich gestern nicht wackelnden Standes dieses Fenster allein geöffnet habe, denn obwohl ich nicht gerne quieksige Mädchengeräusche von mir gebe ... hätte ich zweifellos die Nachbarschaft zusammengekreischt, wenn Hitchcocks giftig orangene Komparsen mir im Dritteldutzend unerwartet aus den moderigen Blättern entgegengehüpft wären.

gut getarnte Minikröte

Oliver hat alles eingesammelt, was so herumhopste und in einen Eimer gesetzt. Nachdem die Frösche ordentlich befeuchtet worden waren und fest stand, dass sie nicht als Vogelfutter willenlos durch die Gegend torkeln würden, hat er sie wieder ins Schilf gebracht.

 

versammelte Besucher

Wir wohnen übrigens nicht an einem Sumpf, sondern gegenüber vom Wald und die Mini-Krötenwanderung aus dem Strassengraben (alle paar Jahre mal) ist auf den erleuchteten Lichtschacht unseres Badezimmerfensters zurückzuführen. Wenn ein paar Faktoren zusammenkommen, zum Beispiel regenfeuchte Strasse, Krötenwanderzeit und ein bisschen Licht an der richtigen Stelle und eine Menge nicht ordnungsgemäss entsorgtes Laub auf dem Parkplatz, dann klopfen sie auf einmal von innen ans Badezimmerfenster :-)

-

Aber es wird nach den Berichten über die laute Nachbarschaft - die inzwischen wieder wunderbar leise ist - und den froschigen Einlagen wohl wirklich Zeit, dass ich auch mal Positives berichte über dieses wunderhübsche kleine Haus in dem schönen und gepflegten Garten mit den fast durchgehend super netten Nachbarn in der schönen Gegend mit den günstigen Verkehrsanbindungen. Genau jetzt gerade wird es zum Beispiel frisch gestrichen. Einfach so, ohne dass man als Mieter ewig nachhaken musste: Alle zwei bis drei Jahre wird alles tipp topp auf Vordermann und Vorderfrau gebracht.

Keine Fenster zur Strasse, alle in den Garten. Super nette Nachbarn. Eine Wohnung, die uns sehr gefällt und richtig gut durchorganisiert ist. Garten- und Umgebungspflege (meistens) durch den Hausmeister. DSL-Anbindung, drei Minuten bis zum Ratinger Wochenmarkt und 8 Minuten mit der Strassenbahn, die wenige Hundert Meter entfernt, aber völlig ausser Hörweite fährt. Und ... es ist kühl hier drin. Nur im Sommer, versteht sich :-)

Und der übergroße fleischfarbene Gummi-Penis, der laut soeben erfolgtem Statusbericht meiner Nachbarin M. immer noch im Fenster der Waschküche steht, ist hoffentlich nur ein weiteres überaus geschmackvolles Überbleibsel der russischen Hochzeitsparty.

# 19. Juni 2002 um 08:55 AM
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Dienstag, 18. Juni 2002

Summer in the City

Die Wärme wird bald über der Stadt zusammenklappen und einmal mehr durchwandere ich unser hübsches Häuschen und verschiebe potenzielle Umzugstermine ein halbes Jahr oder noch weit länger in Gedanken nach hinten. Es ist herrlich kühl hier drinnen, und besser noch: Es bleibt auch so, wenn draussen (und in anderen Wohnungen) alles zur Sauna wird. Vielleicht kann man ja doch sein Leben lang in zwei großen Zimmern hausen und wir probieren es einfach mal aus :-)

Vor dem Badezimmerfenster, das einen Licht- und Luftschacht hoch zur Strasse hat, tobt ein orangefarbener kleiner Frosch hin und her. Er muss sich irgendwie durch das Abdeckgitter gewürgt haben oder er ist schon länger da drin und auf der Unterlage aus feuchtem Laub und all dem, was mit totem Laub so zusammenhängt *bäh* weiter gewachsen. Nun wird er es in dem Schacht auch noch aushalten müssen, bis Oliver nach Hause kommt, denn ich kann einfach nicht sicher genug stehen, um in der Badewanne herumzubalancieren, oben das Fenster zu öffnen und dann erst den Frosch (die Frösche?) zu angeln und dann das feuchte Laub rauszuschaffen. Wäre er nicht so giftig orange, würde ich es vielleicht trotzdem versuchen, aber hm, nein danke, ich hab einfach keine Lust auf orangefarbene Dinge mit Beinen und muss mich noch um zu vieles anderes kümmern.

Mir geht es also heute wieder wunderprächtig, aber trotzdem frage ich mich, ob das sein muss, dass man solche Horror"tage” wie gestern verbringen muss, wo die Menschheit doch inzwischen aufstellbare Zahnpastatuben und selbstreinigende Backöfen, Klimaanlagen und Hormontabletten ge- und erfunden hat (mehr als vier Schmerztabletten auf einmal nehme ich nicht, dann leide ich lieber weiter). Schon

Oliver

den Männern zuliebe, die vielleicht nicht so gerne grundlos angebrüllt werden oder in brütender Hitze was Besseres zu tun haben, als Unmengen von stark gewürztem Fleisch aus einem griechischen Imbiss zu holen. War doch bisher immer so, dass Dinge sehr viel schneller entwickelt wurden, wenn sie Männern zugute kamen, also wie wär’s?

Alternativ hätte ich gerne die Erlaubnis, alle mir gänzlich unbekannten und mich trotzdem salbungsvoll-belehrenden Trullas einmal saftig zu ohrfeigen, die mir unaufgefordert eins vorsäuseln, dass sie mit einem Wärmfläschchen und einem Teechen und ein paar Dehnübungchen immer gaaaaaaaaaanz entspannt aus der Nummer wieder rauskommen. Ach wirklich. Wie schön. Und was geht mich das an?

Hmm-mm. Wenn ich es mir genau betrachte, ist es vielleicht doch noch nicht ganz überstanden. Ich sollte besser dankbar sein, dass das Häuschen so kühl ist und ich mich nicht wie ein Schmerzklumpen in der Sauna durch die Gegend wühlen muss. Ich sollte besser dankbar sein, dass es nur alle paarzig Jahre soooo schlimm ist wie diesmal. Ich sollte jetzt duschen gehen und dabei dem Frosch zuwinken.

# 18. Juni 2002 um 10:58 AM
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Montag, 17. Juni 2002

Ja genau.

Aktionsbündnis gegen Studiengebühren

 

Wenn es denn unbedingt ein Tag mit 35 Grad im Schatten sein muss, warum ist das dann ausgerechnet einer, an dem ich das Haus verlassen und mittags zurückkehren muss? Warum ein Seminar und dann noch die Abschlussveranstaltung und ich dummerweise vorne am Podium und nicht wegdösend in den Sitzen? Warum exakt anlässlich einer großen Bluterei und Unterleibskrämpfen und Unlust und Aua und überhaupt? Wer hatte diese Scheiss-Idee, dass es mindestens ein weibliches Organ geben muss, das sich innerlich häutet und blutige Fetzen abstösst, wenn man es am wenigsten brauchen kann?

 

Aaaaaaaaaaaaah!

OK. Immer mit der Ruhe, mir geht es jetzt schon besser. Viel besser. Richtig gut. Fast. Ommmm und so. Ommm. OOOOOOOMMMMM. OMMMMMMMM! Omm!! OOOOOMMMMM!!!!!!!!!!!!! Ommmm?!! OMMM???

Ohooooohoommmmmm hab ich gesagt!

Örks. Na, wird schon vorbeigehen. Wenn “Ommmm” nicht hilft, Karameleis wird. Man muss nichts weiter tun als so viel Karameleis essen, wie man schafft und drei Tage warten und alles ist wieder wunderbar. Würde vielleicht auch ohne Eis klappen, aber ich riskier es lieber nicht.

# 17. Juni 2002 um 11:52 AM
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Samstag, 15. Juni 2002

Don’t wake me up before they go go

Es muss um 10 Uhr 15 gewesen sein, als das Tor für Deutschland fiel, denn da fiel ich auch aus dem Bett, plötzlich hellwach von dem Urschrei der sich aufbäumenden Nachbarschaft. Herrje noch mal. Das ist doch nicht eure persönliche Leistung! Ein paar absurd hoch bezahlte haarige Männer haben gegen einen Ball getreten. Jeder einzelne Tritt der Gegenwert von dreizehn Monaten eines Durchschnittsgehalts - darüber sollte man weinen, wenn überhaupt irgendwas. Na gut, ich gebe es zu, aufregen kann ich mich auch nicht, dieser Massensport lässt mich einfach völlig leidenschaftslos. Bin nur schlecht gelaunt, weil das Wetter so nervig ist, weil ich länger schlafen wollte, weil ich auch einfach mal schlecht gelaunt bin, egal warum. Und warum soll ich das für mich behalten? Seh ich nicht ein.

Um den Haushalt habe ich mich natürlich NICHT prompt heute morgen gekümmert (siehe ersten Satz dieses Eintrags), aber der Gedanke hat offensichtlich einigen von euch gefallen. Es muss eine wahre Wonne für manche seltsamen Menschen sein, sich vorzustellen, wie ich meine elfenbeinweiße Haut mit Putzmitteln in Verbindung bringe und niedere hausfrauliche Tätigkeiten verrichte ... so wie ein fehlgeleiteter «Fan» dieser Seiten rhythmisch-hilflos zu dem Gedanken onaniert, dass ich ja eigentlich eine Sekretärin sei und es mir nur einbilde, mein Geld seit Jahren mit ganz anderen Angelegenheiten zu verdienen. Zweifellos zurückzuführen auf meine irgendwann mal stattgefundene erfolgreiche Ausbildung und Prüfung zur Europasekretärin oder wie das heisst, steht irgendwo in meinem Jobprofil auf der Haupthomepage.

Oder auf die Jobphase als Assistentin des Geschäftsführers vor zig Jahren? Auch egal. Mir ging’s nicht schlecht in jener Stelle, vor allem das sehr nette Gehalt einer qualifizierten GL-Assistentin passte schon recht gut und die selbstständigen Reisen auf Konferenzen im Ausland waren eine Zeitlang auch OK ;-) ich wollte jedoch langfristig eben andere, für mich persönlich interessantere Dinge tun beruflich ... und konnte das ohne familiären Anhang ja auch, musste keine große Show daraus machen und auch keine offizielle Finanz- und Lebenskrise inszenieren, um diese Möglichkeiten einfach mal anzutesten.

Ich weiß übrigens immer noch nicht, was ich werden will, wenn ich später mal groß bin. Und es geht mir wunderbar damit.

Aber ich bin dennoch irgendwie erstaunt, dass so eine Würstelgurke es offensichtlich als Demütigung und Beleidigung ansieht, jemand anderen SEKRETÄRIN zu nennen. Sekretärin/Assistentin ist ein Beruf und keine Lebensphilosophie. Gerade Leute, die offensichtlich nie eine Assistentin oder einen Assistenten beschäftigen werden, sollten nicht so voreilig in der Abqualifizierung dieser ja doch ziemlich anspruchsvollen Koordinationsaufgaben sein. Das muss irgendwie mit aus dem Ruder gelaufenen Machtansprüchen zu tun haben, manche Leute ohne (Macht) denken offensichtlich, dass Menschen aus Dienstleistungs-Jobs jeder Spielart ihnen automatisch untertan wären. Lachhaft. Mehr kann ich dazu wirklich nicht sagen, das erübrigt sich wohl.

Was den Haushalt angeht: Wenn der mich wirklich komplett ankotzen würde, würde ich ein paar Cent investieren und die lästigen Tätigkeiten outsourcen. Aber er nervt mich nicht mehr und nicht weniger als andere Leute auch von ihren ständig wiederkehrenden und im Endeffekt völlig witzlosen Alltagsaufgaben angeätzt sind. Staub ist eine sinnfreie Erfindung, das steht wohl fest. Wonnevolle Mails im Tenor “viel Spaß beim Kloputzen” finde ich verwirrend, verraten sie mir doch, dass manche andere das Klo wahrscheinlich eigenmäulig sauberlecken müssen, oder woher kommt so ein vermutlich entfrustender Gehässigkeitsausbruch? Auch dieser Schuss geht irgendwie weit vorbei, man kennt den Mechanismus dahinter ja irgendwann mal in- und auswendig.

Diese Art von Charaktersport/Hausfrauenhobby ist schon immer hochinteressant für mich als interessierte Beobachterin gewesen, auch in vorvirtuellen Zeiten: Da sitzt jemand, der hat die Möglichkeit, sein eigenes unzufriedenes kleines Leben zu ändern. (Es muss ja unzufrieden sein, sonst wäre er, sie oder es nicht so ein Charakterschwein.) Aber statt die eigenen Chancen durchzugehen und zu schauen, wo sich hoffentlich noch was verbessern lässt, wird bei anderen geschaut - oder eher gehofft, meistens - wo sie vermutete Schwachpunkte haben oder wie in diesem Fall “unangenehme” Dinge :-) erledigen müssen.

Das ist doch Zeitverschwendung. Was hilft es mir, wenn ich mir einrede und es als bedenkenswertes Thema ansehe, jemand anderes müsse ja unzufrieden sein - statt mich darum zu kümmern, dass ich selbst mal was auf die Schienen setze? Das ist nichts weiter als Selbstbetrug :-)

Denn: Ich kann doch nur mein eigenes Leben leben. Korrektur: Streiche das «nur» und das «doch». Jeder kann sein eigenes Leben leben, sonst nix. Dabei hilft es mir nicht weiter, wenn ich mir wonnig vorstelle, wie XYZ hoffentlich unter ihrem ungnädigen Freund leidet oder YXZ seine Ausbildung vermutlich vermasselt hat oder ZXY vor fünfzehn Jahren wahrscheinlich mal einen Aushilfsjob als Kellnerin hatte oder was weiß ich.

Oder hilft es anderen Menschen, so zu denken? Lindert es den brennenden Schmerz, in diesem großen Universum voller Möglichkeiten und Chancen immer ein bisschen ein deplatzierter und desillusionierter Fremder zu sein? Hilft es bei Aua-Aua und gegen Erfolglosigkeit? Gegen Zahnweh, Zecken und PMS und sexlose Beziehungen?

Dann will ich mal nicht so sein. Ich werde diesen morgenmuffeligen Eintrag hier als Therapiehilfe für alle online setzen, die den geistigen Sprung in ihrer Vorstellungskraft nicht alleine schaffen, wenn es darum geht zu erkennen: Online-Tagebücher sind nicht nur Ascii, sie werden von MENSCHEN geschrieben. Im Normalfall nicht von anonymen Feiglingen oder von inszenierten Romanfiguren mit Perfektionsanspruch. Sondern von echten Menschen, die bunte und abwechslungsreiche Lebensläufe haben, ihr Geschirr spülen und ihre Wäsche waschen und dicke Haufen ins Klo scheissen. Zumindest, wenn sie leckeres vollwertiges Essen zu ihrer täglichen Verfügung und eine wohltuend geregelte Verdauung haben.

Mahlzeit.

# 15. Juni 2002 um 10:04 AM
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