Moving-Target.de

Ein Feuer, das ein Haus oder einen Teil davon vernichtet, dauert nur wenige Stunden. Aber es kostet Jahre.

Normalität ist etwas, das uns immer noch zu entgleiten droht in dieser Twilight Zone zwischen der Rückkehr in unsere Wohnung und der Verarbeitung des Traumas.

So viele von euch haben uns geholfen, das vergessen wir nicht.

Navigation

Aktuell | Rubriken | Archiv seit 1996

Blogosphärisches | Blogroll | Über ...

Aktuellste Einträge:

Abonnieren:



Letzte Kommentare:

Britta in Norwegen in Der vierte Wunsch: Vielen lieben Dank für die letzten Einträge - und den Elfen. Hmpf, ich weiß nicht wie ich es ...

Graugrüngelb in Es gibt da einen Haken. Jetzt.: Das ist ja ‘ne nette Idee. Ich fahre ja in den urlaub immer mit diesen Handtuchhaken, die man über ...

Thomas Arbs in Mittwochs im Düsseldorf: Das ist phantastisch. Es ist schwer zu schlucken, aber es soll ja auch nicht leicht sein. ...

melody in Mittwochs im Düsseldorf: (Ich weiß, dass der liebe echte Löwenherz gegen Muslime in den Krieg gezogen ist, aber die ...

Biggi in Mittwochs im Düsseldorf: ♥♥♥♥ #bosnisch: Snez?

Peripherie

Haupteingang
Notizblog
Webdesign CMS
Kurzgeschichten
Kuechenzeilen.de
Muttertag
Schutt & Asche
Notizblog | Akne Tarda
Lebkuchenhaus | Düsseldorf für Kinder

Kontakt

Impressum

powered by ExpressionEngine








Sonntag, 31. März 2002

Where he goes I’ll follow

I will follow him
Ever since he touched my heart I knew
There isn’t an ocean too deep
A mountain so high it can keep
Keep me away
Away from his love

(Zitat aus “I will follow him”, bekannt vor allem durch den Film “Sisters Act”)

Seit ein paar Tagen wache ich jeden Morgen mit diesem Lied im Kopf, ach was, auf den Lippen auf. Das wird natürlich nicht weniger, wenn man sich fünf verschiedene Versionen aus dem Netz zieht und sie ständig hört, hm.

# 31. März 2002 um 11:14 AM
heartbeat • 0x FeedbackDrucken





Donnerstag, 28. März 2002

Gut zu wissen

Gut zu wissen, dass in diesem Hause eine kleine Butterdose niemals alleine und verloren in der Gegend herumstehen wird, weil sich immer jemand finden wird, der tröstend mit einer Pfote am Deckel rüttelt. Gut zu wissen, dass man lustige kleine Nasenabdrücke und Pfotenspuren in der darin befindlichen Butter haben kann, wann immer man das möchte. Auch sehr schön ist die Gewissheit, dass niemand hier je einsam sein wird, der ein Schinkenbrot hat, und sei es noch so klein.

Und die vielen Möglichkeiten, die eigenen Reflexe und Reaktionen zu trainieren! Gut zu wissen, dass Katzen an Strohhalmen nur schlecken, sie aber nicht bedienen können. Gut zu wissen, dass sich ein durchschnittlich schwerer Plüschkater mit nur einer Hand aus einer Schüssel Bolognese zerren lässt. Wichtig auch der Gemeinschaftsgedanke: Gibt es Feineres als einen gemeinsamen Milchkaffee oder Pfefferminztee? Gut zu wissen auch, dass Langhaarkatzen Haare unter den Pfoten haben und mit diesen sehr elegant in Joghurt oder Sosse tippsen können, um sie dann noch eleganter sauber zu schlecken. 

Gut zu wissen, dass eine schwere Fellkugel herrlich den Bauch wärmt, wenn man nur vorher den Eindruck erweckt, man würde lieber alleine liegen wollen. Wenn man lieber alleine liegen möchte, umarme man den Plüsch ganz herzlich und liebkose die Katze mit Inbrunst - in den meisten Fällen wird sie es vorziehen, sich dann lieber woanders hinzulegen. Es sei denn, man möchte sich und das Viech beruhigen, dann ist es gut zu wissen, dass man Stunde um Stunde damit verbringen kann, die Finger durch Speck und Fell wohlgenährter Hausgenossen zu wühlen und den Geräuschen zu lauschen, die dabei entstehen. Gut zu wissen auch, dass Milchkaffee dazu führen kann, dass manche dieser Geräusche erstaunlich lebens- und geruchsnahe Pupse sind (denn fälschlich beschuldigte Ehemänner reagieren sehr beleidigt).

Gut zu wissen, dass Katzen auch sehr gesund sind. Ein durch einen kleinen runden Katzenrücken vorgewärmtes Kopfkissen regt die Durchblutung an, weil man dann nämlich eiligst den Bezug auswechseln muss, bevor man sich selbst hinlegen kann. Wenn drei Meter von uns entfernt Porzellan und Blumentöpfe zu Bruch gehen, zucken wir nicht einmal mehr zusammen - gut zu wissen, dass Katzen die Nerven stärken. Wer schon einhundertundvierundsiebzig Mal Scherben oder andere Bruchstücke aufgesammelt hat, weiß nämlich eins genau: Gläser und Schüsseln sind nicht mehr zu retten, aber im Nu zu ersetzen. Liebe und Katzen aber bleiben bei diesen Aktionen heil. Gut zu wissen.

# 28. März 2002 um 11:57 AM
0x FeedbackDrucken





Mittwoch, 27. März 2002

Bloody Wednesday II

Hmm. Heute war die Nadelvampirin sehr nett (generell ein schlechtes Zeichen, wenn Arzthelferinnen soooo nett zu mir sind und das tagelang am Stück, dann liegt das meist daran, dass mit mir etwas absolut nicht in Ordnung ist) und mich hat so ein halbes schlechtes Gewissen gepackt wegen dem Eintrag.

Wie immer muss man überlegen. Erstens, ob es eine Chance gibt, dass jemand die Person erkennt. Sehr unwahrscheinlich, so lange ich keine Details über den Ort und die Fachrichtung der Praxis angebe. Dann, ob sie selbst den Eintrag finden könnte. Auch nicht besonders wahrscheinlich, obwohl mit diesem rasanten Netzwachstum nichts unmöglich ist. Und drittens, was dann passieren würde. Obwohl, das weiß ich natürlich, sie wäre haarsträubend beleidigt.

So wie ich beleidigt hätte sein können, als ich wegen meiner Verweigerung des winzigen Stuhls raunzig angemosert wurde. Nur mit dem Unterschied, dass die eine Reaktion verfliegt und schnell unter anderen Eindrücken verschwindet ... während die andere zementiert und festgehalten wird und dadurch nicht abgeschwächt werden kann und nicht verschwindet.

Vor zwei Jahren oder sogar vor einem wäre das kein Thema gewesen. Inzwischen kreucht und fleucht jeder und alles online herum und was damals niemanden verletzt hätte, weil es ein anonymisiertes “Dampfablassen” war, ist nun eigentlich schon fast zu persönlich. Alleine, dass ich nach dem Absetzen des Eintrags ins Grübeln gekommen bin, sagt ja schon vieles - und dabei habe ich nichts weiter geschrieben als dass sie privat telefoniert hat, während wir warteten und muffig zu Patienten ist, ein bisschen Dickendiskriminierung inklusive.

Einer dieser

finger

linkzeigenden Proll-Einträge mit der Verletzung der Intimsphäre von Bekannten, Beziehungs- und Arbeitspartnern ist es jedenfalls ganz sicher nicht, die online zum allgemeinen Niveau- und Vertrauens-Untergang beitragen. Und doch werde ich weiter umdenken, den allgemeinen Schutzraum für mich und andere erweitern. Nicht nur ich, wie ich täglich merke.

Und ich verkneife mir jetzt ganz lieb einen Kommentar zu dem “blind in den Arm zustossen, weil man keine Vene SIEHT, was ja bei farbigen Leuten aber noch viel schlimmer ist”. Jawohl, das verkneife ich mir. Narben sind sexy. Hoffe ich.

# 27. März 2002 um 03:45 PM
0x FeedbackDrucken





Dicker als Wasser

In ungefähr meiner Stunde treffe ich meine “Freundin” wieder. Die Anführungszeichen hat sie sich redlich verdient, aber wie soll man auch jemanden nennen, der lange Nadeln in fremde Armbeugen bohrt und dabei missgelaunt vor sich hinstochert wie andere mit Zahnstochern nach Speiseresten? Vielen Blutsverwandten dieses blondierten Gestrüpps (und zu vieler Blutspenden der Vergangenheit) habe ich es zu verdanken, dass meine Venenfundgruben aussehen wie Kraterlandschaften. Eine Stelle gibt es noch, an der selbst die Unfähigsten fündig werden und Kübel voll dunkelrotem Blut abzapfen können, und diese hege und pflege ich sorgfältig und creme sie regelmässig ein.

Beim letzten Besuch, noch gar nicht lange her, wurde ich mit vielen unruhigen und besorgten wartenden Mitpatienten statt einer Radiosendung oder der Lektüre in seltsamen Zeitschriften durch eine Live-Sendung aus ihrem Leben unterhalten, denn sie telefonierte ungeniert geschlagene 18 Minuten lang privat, während sich um sie herum ungeduldige Kollegen und Notfälle deckenhoch stapelten. Schön, so wissen wir nun alle, wer wie viele Haustiere hat und warum und wer weshalb umzieht und wann. Die zahlreichen Kolleginnen sind übrigens fast durchgehend nett und höflich, was ja nun bei Arzthelferinnen eine große Ausnahme ist. Wenn man mithören kann, wie eine über 80 Jahre alte Dame hilflos am Telefon mehrere Minuten lang vergeblich versucht, die Handy-Nummer ihrer Tochter aufzuschreiben, während so eine Dauerwelle gemütlich über dem Tisch hängt und ihre Privatgespräche führt, weiß man zumindest schon mal, an wen man sich nie mit einer Frage wenden würde.

Die Blutabnahme erfolgt in einem winzigen Kämmerlein neben dem Untersuchungszimmer. Dort passen praktisch nur die Arbeitsplatte, ein winziger Stuhl, ein Hocker und zwei normal gebaute Personen hinein. Würden passen. Struppi, wie ich sie der Einfachheit halber nennen möchte, ist nicht zierlich und wahrscheinlich wird sie gerade deswegen so hochgradig aggressiv, wenn ich ihr in aller Seelenruhe immer wieder aufs Neue erkläre, dass ich zu schwer für den Campingstuhl aus Blech bin und bei der Blutabnahme deshalb auf dem einfachen Hocker sitzen möchte. Mir macht das nichts aus, denn ich habe nicht vergessen, wer hier der Kunde ist und überhaupt bin ich ein Leben lang daran gewöhnt, mich erfolgreich mit fettfeindseligen Dummbratzen herumzuschlagen.

Aber interessant ist es doch. Während sie beim ersten Mal noch ein entnervtes Stöhnen von sich geben wollte, benimmt sie sich inzwischen fast normal. Ich habe ihr lächelnd erklärt, dass ich es nicht so schlimm fände, mal kurz auf einem Hocker zu sitzen - ich würde es schon lange nicht mehr übel nehmen, wenn keine guten Möbel zur Verfügung ständen und man sich flexibel anpassen muss auch an eine so schlecht und unkomfortabel eingerichtete Sitzumgebung.

So hatte sie das wohl noch nie gesehen: Dass die Möbel zu klein sind und sich nicht qualifizieren. Ihr Mund hing halb offen und sie betrachtete mich mit einer Mischung aus Erstaunen und widerwilliger Anerkennung. Wird halt umdenken müssen, und nicht nur sie, denn ich beabsichtige keinesfalls, mich wegen irgendwelcher Kinderstühlchen befangen zu fühlen. Warum auch? Weil Frauen, die mit ihrem Körper unzufrieden sind, generell leichter dazu bereit sind, dicke Menschen/andere Frauen zu verachten und diskriminieren? Not my problem. Das steht wohl fest.

Korrektur: In ungefähr 45 Minuten wird sie eine Nadel in die kostbare letzte Vene links rammen. Es sei denn, ich geh nicht hin. Andererseits. Was bleibt mir übrig? Ich sehe gerne zu, wenn jemand eine lange Nadel in mich schiebt und kleine Gefässe mit dunklem Blut füllt. Und wo ich doch so gerne ein neues Pflaster in der Armbeuge haben möchte. 

# 27. März 2002 um 07:25 AM
0x FeedbackDrucken





Samstag, 23. März 2002

Sunny Saturday Afternoon

Heute nachmittag wollten wir eine Freundin in ihrem Garten besuchen, ihr Zweitmotorrad für den Verkauf (digital) fotografieren und vielleicht hätte es dann noch für einen Spaziergang gereicht. Jetzt sieht es aber so aus, dass ich hierbleiben muss, weil ich am Nachmittag ein [Radiointerview] gebe. Wenn ich richtig mitgezählt habe, ist es das 44. Interview, seit ich die Homepage(s) habe, und wahrscheinlich ist es nicht erstaunlich, dass ich vorher nicht aufgeregt bin. Allerdings habe ich mich selbst zur Ordnung gerufen, als ich beinahe abgesagt hätte: So was tut man nicht, man ist gefälligst gern im Radio und es ist toll, toller als ein Gartenbesuch, basta.

Na ja. Mir würde eine Radiosendung viel mehr Spaß machen, die sich auch wirklich mit einem Thema beschäftigt: Cyberkultur, Netzveröffentlichungen, Books on Demand, das private Homepage-Land. Einfach nur ein fünf-Minuten-Clipper über eine “witzige” oder interessante Homepage mit den üblichen Blabla-Antworten, das reizt mich nun nicht mehr so sehr. (Sonst hätte ich mir die genaue Uhrzeit gemerkt, grummel.)

*

Der Frühling macht sich hier drinnen immer stärker bemerkbar, wir haben den Wohnraum umgestrickt und alles sieht ohne das wuchtige Sofa viel heller und geräumiger aus. Auch der Wackeltisch ist endlich fort. Wobei wir den beinahe noch behalten hätten, einfach aus sentimentalen Gründen. Er war eins der wenigen Möbelstücke, die den Deckeneinsturz wenigstens teilweise überlebt haben, ein einfacher runder Holztisch, der früher mal aus sehr hellem Holz war und von mir behelfsmässig dunkelblau überlackiert wurde. Ich stellte ihn neben das damals neue Sofa, fand ihn zu hoch und sägte die Beine kürzer.

Dann wackelte er ein bisschen ... und ich sägte noch mal. Daraufhin wackelte er immer noch bzw. schon wieder ... nun ja. Ich sägte. Er wurde ein ziemlich tiefer Couchtisch *hüstel* gerade noch mal so hoch wie die Sitzfläche :-) Bis Oliver in mein Leben trat, nach drei Wochenenden dann aus seiner Reisetasche frische Tischbeine zog und montierte und wir hatten wieder etwas Tisch-ähnliches. Wie diese Notlösungen halt aussahen, wenn man sein Geld zusammenhalten musste und lieber mal wegfuhr oder Laptops kaufte, als ständig Möbel anzuschaffen. Mich hat es nie wirklich gestört, aber gefallen hat es mir auch nicht. Jetzt aber haben wir einen hellen eckigen Holztisch mit einer milchigen Hartglasplatte, der wie ein echter Esstisch aussieht. Weil er einer ist, natürlich.

In meinem Elternhaus warten noch diverse “alte”, wirklich edle Holzmöbel auf mich. Alle, die von Brüderchen nicht bei Laubsäge- und Malerarbeiten als Unterlage benutzt wurden wie der von meinem Urgroßvater handgeschreinerte Tisch :-( sind auch noch in absolut perfektem Zustand. Aber ehrlich gesagt, so mag ich (noch?) nicht wohnen und glücklicherweise bin ich mit Oliver auf einer Wellenlänge, was ein bisschen ausgeflippte Wohnideen angeht. Wir haben ja noch so viel Zeit, auf “konservativ bis edel” umzuschwenken. Wenn das denn je geschieht.

*

Das Telefon hat immer noch nicht geklingelt, was bedeutet, dass ich mir wirklich die falsche Uhrzeit gemerkt habe. Nehme ich das Telefon mit ins Bett und döse noch eine Runde.


17 Uhr 02
OK, das lief wie erwartet. Wie Telefoninterviews mit Radiosendern halt so sind: Man wird zum verabredeten Zeitpunkt angerufen, hängt dann in der Leitung und hört ein Stückchen Sendung mit, wird begrüßt und dann von einem “flotten” Jungmoderator anmoderiert und ein paar Dinge gefragt und dann ist es auch schon wieder vorbei. Die rechnen nie wirklich damit, dass man unbrave Antworten gibt, das wenigstens ist lustig ;-)

# 23. März 2002 um 02:23 PM
0x FeedbackDrucken





Seite 1 von 5 Seiten insgesamt.  1 2 3 >  Letzte »