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Ein Feuer, das ein Haus oder einen Teil davon vernichtet, dauert nur wenige Stunden. Aber es kostet Jahre.

Normalität ist etwas, das uns immer noch zu entgleiten droht in dieser Twilight Zone zwischen der Rückkehr in unsere Wohnung und der Verarbeitung des Traumas.

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Dienstag, 26. Februar 2002

Und die sieben Zwerge.

Gestern eingekauft und im türkischen Supermarkt den Mitarbeiter getroffen, der mich letzte Woche aufgefangen und vorm Hinfallen gestützt hat, als ein furchtbarer Krampf mein rechtes Bein durchzuckte und mich niederprügelte (während ich leider so laut aufschrie, wie ich konnte - es gibt so viele Wege, sich in den Erinnerungen von Menschen zu verankern). Er strahlte mich an, fragte nach meinem Befinden und teilte mir dann mit, ich würde ihn an seine Mutter erinnern, nur würde ich mich zwar dick, aber schöner “tragen”. Hä?

So was hört eine Frau von 35 doch immer gern. Wozu mache ich mir eigentlich noch die Mühe, mich dezent zu schminken und in akzeptable Zelte zu werfen, wenn ich Männer um die 45 an ihre Mami erinnere? Mein Gesichtsausdruck muss dementsprechend motiviert gewesen sein, denn nun wurde er ganz aufgeregt, denn das hatte er ganz anders gemeint, wie ich mir aus türkischen und italienischen Vokabeln zusammensetzte: Seine Mutter sei auch eine imposante Frau, aber halt deutlich kleiner. Und für jemanden, der so dick ist, würde ich doch wirklich sehr gut so vor mich hin laufen und überhaupt ... wir kamen sprachlich nicht ganz so gut klar, weil er mir dann zu erklären anfing, ich sollte doch mit dem Rauchen beginnen, um meinen Stoffwechsel auf Touren zu bringen und ich dann dummerweise einen Spanier fragte, ob er nicht übersetzen könne. Blödsinn natürlich, aber er hat es tapfer versucht, obwohl er kein Türke war, wie ich spätestens dann auch wusste. Aber wie hätte ich den dann wieder stoppen sollen?

Es kamen noch einige andere Herren zur Hilfe, war ja auch ein schwerwiegendes Thema. Und so stand ich dann vielen zwischen gestikulierenden dunkelhaarigen kleineren Männern und sprach schön laut, da ja bekannt ist, wie das jedes Vokabelproblem löst .... und durfte darüber diskutieren, wie und warum eine Diät sinnvoll sei und dass ein pralles dickes Prachtweib wie ich doch nicht rauchen dürfe, das sei ja eine Schande und überhaupt, jeder müsse glücklich sein und Gewicht sei nicht alles und und ...

Genau genommen wollte ich eigentlich in dem Moment nur noch wissen, warum mir ständig so was passiert. Aber wen hätte ich das denn fragen sollen? Und in welcher Sprache? Ich teilte an einem gewissen Punkt der Gruppendiskussion dann allen entschieden mit, es gäbe halt auch dicke Leute und die wichtigen Dinge in meinem Leben seien alle bestens und danke für die Komplimente und tschüs.

Bei meiner Flucht um den Trockenfisch herum rammte ich die obligatorische Delegation aus Ghana, die zu dritt in anerkennendes lüsternes Gemurmel ausbrachen und mich von Kopf bis Fuss musterten (das dauert eine ganze Weile). Ich vermute, so was sollte gut fürs Ego sein - in mir aber weckt es Mordgelüste.

Wissen unscheinbare kleine Menschen überhaupt, was für ein Geschenk sie unverdient erhalten haben? Geht es noch schlichter als in einem langen grauen Mantel? Kann sich überhaupt jemand unter 1,80 m in meine Lage versetzen? In die Lage nämlich, IMMER aufzufallen wie ein gigantischer Paradiesvogel, auch wenn man lieber dezent für sich oder in Gedanken versunken wäre?

“In deine Gesicht immer Kommunikation und weit offen ist.” sagte der Mann an der Kasse freundlich und ungefragt. Tja. Wird schon stimmen. Was auch sonst.

# 26. Februar 2002 um 12:18 PM
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Montag, 25. Februar 2002

Leichtes Mädchen: Gwyneth Paltrow

Wenn jetzt in einem Kino in meiner unmittelbaren Nähe der Film “Schwer verliebt” laufen würde, dann würde ich ihn mir anschauen gehen. Auf jeden Fall sogar. Obwohl ich weiß, dass ich ihn kaum erholsam finden würde - im Gegenteil, es ist ein schwieriges Leben als schwerer Mensch und das Versaudumpfen von Klischees in Hollywood-Manier wird sich nicht gut anfühlen für eine Zuschauerin, die sich täglich und seit Jahrzehnten mit den Schablonen in Köpfen nur mittelprächtig interessierter Planeten-Mitbewohner beschäftigen muss. Eben drum sollte man ihn sich ansehen, denn bekämpfen kann man nur, was man auch (er)kennt.

Schablonen sind nun mal ein bequemer Weg - für Andere - durchs Leben zu kommen. Wer klein und schmächtig ist, wird von anderen meist nicht für voll genommen. Wer groß und schlaksig ist, belächelt. Wer als Frau eine runde ‘Kleinmädchenstirn’ hat oder als Mann ein weich gezeichnetes Gesicht, der steckt bombenfest in einer Schublade, aus der es oft lebenslang kein Entkommen gibt. Und wer zu viel wiegt, gilt eben schon mal grundsätzlich als völlig undiszipliniert, meistens dann auch gleich ein wenig doof und darf verhöhnt werden. Wenn nicht offen, dann insgeheim. Denn wer auch sonst nicht viel kann, hungern können die meisten, zumindest in jüngeren Jahren. Und wie das so mit den lieben Mitmenschen ist, dann fühlen sie sich dem anderen, dem “Dicken” überlegen. Insgeheim, oder ganz offen.

Ein Film, der dann noch zementiert, dass die “Schönheit” der Dicken auf jeden Fall nur als innerer Wert erkennbar ist, hilft so einem verkorksten Ideal natürlich ganz ungemein. Ein paar Witze und ausgewalzte Klischees wie ein Riesenplatscher beim Sprung in einen Pool scheinen auch dabei zu sein, na fein. Eine durchgehend unglaublich schlecht und unvorteilhaft angezogene fette Hauptdarstellerin und dann ausgerechnet diese Kinderblondine Paltrow als Gegenpart ... ja, das wird nutzen. Ich bin fest davon überzeugt, dass alle hormongesteuerten Volldeppen von jetzt an nicht mehr fettnazi-höhnisch, sondern geifernd auf wuchtige Hinterteile schielen. Es könnte ja eine hübsche Frau hinter der verachtenswerten Hülle stecken. Denn das ist ja die Botschaft, richtig?

Oder ich habe dies alles nicht ganz verstanden und wir sprechen mal wieder von der seltsamen Leier über die “dünne” Frau, die angeblich in jedem Weib mit Übergewicht steckt - und die befreit werden will/muss, versteht sich. Die blonde Gwyneth muss in einer Talkshow im US-Fernsehen gesagt haben, es handele sich bei diesem Film um “a love letter to all those fat people”.

Ach ja? Liebe Gwyneth, was mich angeht, so kannst du dir diese tückische und hypersenile “Liebeserklärung” deinen knackigen kleinen Hintern hochschieben. Dort kann sie bleiben, bis du aus dem Schönheitsideal rausgealtert und nur noch für Schrumpelfetischisten interessant bist. Und wir machen mal einen ganz doll lustigen Film darüber, wie deine Umwelt dich auf Grundlage von ein paar doofen Klischees DANN größtenteils wahrnimmt. Wenn sie das dann überhaupt noch tut.

# 25. Februar 2002 um 11:44 AM
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Sonntag, 24. Februar 2002

Homepage: Immer noch Archiv-Aufräumerei

Altersstarrsinn. Sture Entschlossenheit bei der Durcharbeitung meiner Dateien. Diesmal wird es mir nicht wieder passieren, dass Teile des gigantischen Tagebuch-Archivs 1996-2001 auf der Festplatte verbleiben, nur weil ich (verständlicherweise) keine Lust habe, 66 Monatsdateien vernünftig aufzubereiten und jeden der über 1.200 Einzelbeiträgen mit einem Permalink zu versehen. Diesmal nicht! Ich beiß mich da durch und bin inzwischen bei August 2000 angekommen. Jetzt wird es erst richtig hart, denn ab 2000 habe ich viel mehr geschrieben, da ich nun tagsüber eine freie Zeiteinteilung habe.

Warum? Warum nicht das tun, was alle machen und große Brocken alter Projekte aus Bequemlichkeit einfach weglöschen oder verfallen lassen?

Weil ich nicht will. Ich sehe eine bedauerliche Entwicklung: Mehr und mehr interessante Homepages werden auf das Weblog/Diary des Besitzers zusammengeschrumpft, und ehrlich gesagt, so prall ist das meist nicht. Da gab es mal Informationen, Nützliches, wirklich Unterhaltsames, Bilder, Austausch ... nun gibt es nur noch kurz hingekackte Meinungen, deren Archiv schnell ins Nirwana verschwindet, und die bei der nächsten überflüssigen Umstellung der Software in sechs Wochen ohnehin entsorgt werden. Interessant ist nur noch die Startseite des Weblog-Teils.

Mir ist durchaus aufgefallen, dass trotz meiner Schließung des Notizblogs Hunderte von Usern mit bemerkenswerter Stumpfheit wieder und wieder auf den URL klicken - und NUR auf den. Gibt es kein Weblog, gibt es mich nicht. Bevor solche Leute bemerken, dass sich auf der echten Homepage wieder was tut, müssen sie erst durch einen Link in einem anderen Weblog darauf hingewiesen werden *LOL* :-) und auch dann werden sie wohl mechanisch nur immer dieselbe Seite ansteuern, um zu klicken, klicken, klicken und Content aufzusaugen. Hastig, einigermassen desinteressiert, unterwegs als süchtige Konsumenten und nicht als Leser.

Diese Entwicklung zur Einzeleingangsseite mit angehängtem Weblog-Archiv ist ein mehr als ausreichender Grund dafür, sehr sorgfältig alles mal wieder auf den neuesten Stand zu bringen, das sich im Großraum meiner Homepage in 6 Jahren angesammelt hat. Und wenn es Wochen dauert ... dann dauert es eben Wochen.

# 24. Februar 2002 um 03:49 PM
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Samstag, 23. Februar 2002

Homepage: Renovierung (ongoing, was sonst)

Homepage-Test auf uraltem Browser (bei [dejavu.org]. Kann ich gut mit leben :-) und auch mit dem IE von 1996 ist es auszuhalten.

Das Wichtigste aber: Mit dem [Lynx-Emulator] sieht man alles. Nicht toll, und die Image-Maps mit dem Roll-Over werden als “LINK” angegeben. Das macht aber nix, denn die entsprechenden Hyperlinks stehen darunter noch mal in der Wiederholung - und man kann an alle Texte mühelos, und darauf kommt es schließlich an.

Die Überarbeitung des Tagebuch-Archivs ist verzweifelt viel Arbeit, aber ich muss ja nicht alles auf einmal machen und habe immerhin 1996 schon online gestellt. Der Rest des Tages war sehr nett ... viel Schlaf und so :-)

Wie immer tauchten ungefragt und unwillkommen an jeder Ecke Leute auf, die direkt wie die Aasgeier in meinen Quellcode eingetaucht sind, statt sich meine Seiten überhaupt richtig anzusehen. Ich denke, solche Menschen verpassen bedauerlich viel im Leben, und dann kommt ja noch hinzu, dass ich sowieso nicht mehr als die erste Zeile einer solchen Mail lese ... spätestens seit dem Mann, der mir vorschlug, komplette Seiten “ladezeitenoptimierend” als Stücke JPG abzulegen, muss ich mir das nicht mehr geben. Was haben die nur davon?! Klar teste ich, wie meine Seiten aussehen. Aber ich teste nicht, ob sie einem Code-Fanatiker gefallen ;-)) ich war schon immer jemand, der lieber praktisch arbeitete als theoretisch viel zu wissen. (Und ich KANN die verdammten CSS, ich war nur im sichtbaren Ergebnis auf diesem Weg viel schneller, danke sehr.)

*
P.S. Nein, ich setze die Direktverlinkungen auf die alten Beiträge selbstverständlich nicht manuell :-) Ich habe einen Roh-Blogger dafür eingerichtet und kopiere dann jeweils am Stück einen ganzen Monat einzeln eingeworfene Beiträge aus dem Quelltext, um es genauer zu erklären.

Viele Fragen im Tenor “darf ich dich denn verlinken?” Ja klar. Dies ist doch kein anonymer Blog, es ist ein offizielles und auf der Homepage ausgewiesenes Diary. Sowieso: Ich habe in 99% aller Fälle nichts dagegen, verlinkt zu werden. Wenn ich nicht verlinkt werden will, dann melde ich mich schon, keine Sorge (wenn ich es denn mitkriege, da müssen letztens ja ganze Dramen abgelaufen sein, weil jemand wie ein Irrer mit tausend Bemerkungen und Querverweisen auf mich linkte und ich es nicht mal bemerkte).

Außerdem habe ich es aufgegeben zu erklären, dass es sich bei diesem Diary nicht um eine “Rückkehr” handelt. Wenn Leute, die fünf Jahre nach mir zum ersten Mal online gegangen sind, darauf bestehen, mich willkommen zu heißen, dann ist das halt so.

# 23. Februar 2002 um 09:30 PM
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Freitag, 22. Februar 2002

Thank god it’s Friday on my mind

Selbstverständlich. Jetzt, nachdem ich fertig bin und in affenartiger Geschwindigkeit sämtliche Anpassungen jeweils manuell vorgenommen habe, hatte ich endlich größere Lust, mir den Dreamweaver anzuschauen. Vorher wäre ja zu logisch gewesen. Also habe ich die Navigationsbilder dort reingeworfen und den ganzen Rest manuell gecodet, und DANACH Site-Verwaltung, Templates und Bibliotheks-Elemente angeschaut *grins :-)

Macht nix. Es ist wie mit den CSS-Dateien, die ich dann doch weggelassen habe, damit die Seite in meinem Netscape, meinem Opera und meinem IE gleich aussieht. Ist mir alles egal, Hauptsache, es sieht mal wieder auf sämtlichen Eintrittsleveln gut/nett aus und ich kann mich wieder um andere Dinge kümmern (irgendwas zu tun ist ja immer, aber der Eingang war mir langsam echt wichtig). Den ersten Ansturm auf die Mailbox habe ich locker weggesteckt, und die ersten 10, die GROWING PAINS eher zufällig fanden, sind anscheinend einen halben Meter hoch gehopst vor Schreck. Irgendwie lustig.

*
Heute morgen der Termin ist gut gelaufen, selbst wenn ich das besprochene Projekt nicht bekommen sollte (sind noch vier Mitbewerber in der Endausscheidung, von 41 anfangs), so habe ich doch Interesse an mindestens einem weiteren zu einem ganz anderen Thema geweckt.

Ich bin froh, dass ich es auch heute wieder geschafft habe, einfach aufzustehen und ich zu sein. Als würde ich den schweren kranken Körper wie ein locker über den Arm gelegtes Handtuch tragen. Es gibt doch immer die Überlegung, sich lieber auszuruhen und einfach auch mal Fieber zu haben. Eine Überlegung, die ich zu oft habe und die schon deswegen nicht zu einem Nachgeben führen darf. Doch sobald ich einem interessanten Gesprächspartner gegenübersitze, denke ich nicht eine Zehntelsekunde darüber nach, wie ich wirke und aussehe, sondern bin ich, fit und schussbereit ... und das ist ausreichend und bestens in Ordnung. Das funktioniert im Vorstellungsgespräch, bei potenziellen und vorhandenen Kunden, bei Bekannten und Freunden und auch vor TV-Kameras ... und ich beginne erst ganz allmählich zu begreifen, was für eine Gabe das ist.

Obwohl es das nicht sein sollte, es sollte immer und für alle so sein. Einige andere Frauen verschränken die Arme vor ihrem Leib, kauern sich im Stuhl zusammen, krampfen die Knöchel übereinander oder denken offensichtlich die ganze Zeit darüber nach, ob sie eine glänzende Nase haben oder ihre Haare auch sitzen ;-) Wer schlimme oder auch nur gut gepflegte Komplexe hat, denkt nun sicher, dass ich damit andere Frauen runtermachen will. Ich kann dazu nur sagen: Dummblöd ist dummblöd, da helfen keine Pillen ... ich habe nichts weiter als einen Vergleich gezogen.

Bei dem eben herauskam, dass es mir trotz Krankheit und Handikaps eben nicht so geht und ich auch bei anspruchsvollen Gesprächen und in anstrengenden Situationen entspannt bin, worüber ich mich freue. Ich bin einfach da. Manchmal stelle ich im Nachhinein fest, dass meine Nase sicher furchtbar geglänzt hat, ein Knopf zu weit auf war oder mein Pferdeschwanz eine eigene Richtung gesucht und gefunden hat. Das ist mir dann aber auch egal.

# 22. Februar 2002 um 08:53 PM
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