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Mittwoch, 06. Juni 2001

(2)Internette Menschen, bis über alle Ohren und ...

(2)
Internette Menschen, bis über alle Ohren und Anschlüsse in eigene Projekte verkabelt und vernetzt. Hastige, eilige Grüße, virtuell dahingeworfen. “Schön dass dir meine Seite gefällt, hatte noch keine Zeit für deine. Habe soeben dies gemacht, das eingebaut, jenes getan. Das und das muss noch, dies und das wird noch. Baustellen, aber ich bin dran. Das wirst du dann online schon sehen. Bald bald. Ich muss eilen, man liest sich, die besten Wünsche!” Und fort, und weg, Mail beendet, nur auf sich konzentriert, ganz in sich gekehrt und doch hartnäckig Öffentlichkeit und Aufmerksamkeit einfordernd.

Ein Schema, das sich wiederholt, wenn Leute das Netz für sich entdecken oder schon vor Jahren für sich entdeckt haben, denn aufhören tut’s nicht. Nur noch mit der eigenen Darstellung nach aussen beschäftigt, ist die Website das wichtigste Thema. Die eigene, versteht sich. Deren Wirkung. Deren Technik. Deren Wirkung, Wirkung, Wichtigkeit. Verschrobene Verhaltensweise. Exhibitionistische Einsiedlerkrebse. Nein, das trifft es nicht ganz. “Wie du sicherlich auf meiner Homepage gelesen hast ...” geht meist Hand in Hand mit “um dich zu lesen, hatte ich noch keine Zeit / habe ich nicht regelmässig Zeit”. Das wiederum finde ich lustig, denn diese halbe Entschuldigung geht ganz selbstverständlich davon aus, dass es auch anderen wichtig ist, bedingungslos und immer gelesen zu werden. Tut ihnen diesen Gefallen aber keineswegs.

Wahrscheinlich fällt mir das so stark auf, weil ich selbst nie wirklich fest davon ausgehe, dass jemand bei mir, in meinem virtuellen Zuhause, liest. Wenn es so ist und ich bekomme es mit, freue ich mich meistens. So sollte es wohl auch sein. Aber ein Gespräch auf der Grundlage “liest du mich - dann les ich dich - und wir haben ein Thema”, das ist wahrscheinlich einfach zu hoch für mich und mein blondes Köpfchen. Anders ausgedrückt: Ich mag keinen Druck und möchte selbst entscheiden, was ich gerne lese. Wenn ich etwas gerne lese und das aber nur alle zwei Wochen und nicht alle drei Stunden, dann muss das auch OK sein.

Nicht jeder, der eine Homepage fabriziert, kann nun mal erwarten, ununterbrochen virtuell getätschelt zu werden. Schlimm genug, dass einige es werden *g* Wir verpassen übrigens in genau diesem Moment Millionen von Menschen, die eben keine Webseite basteln können / wollen, aber höchstwahrscheinlich ebenso interessante und wichtige Dinge zu “sagen” hätten wie die verehrten Anwesenden. Wir nehmen jemanden als cool oder toll wahr, nur weil er/sie zufällig ein Händchen für Grafik hat. Vermuten hinter vorgetragenen Zitaten einen Literaten. Verwechseln verwirrtes Geschwafel mit Kunst. Fühlen uns ständig und immer angesprochen, auch wenn es logisch betrachtet nur eine verschwindend geringe Chance gibt, dass man selbst gemeint ist. Halten auf anderen Homepages häufig verlinkte Internetseiten automatisch ebenfalls für megamässig toll. Lassen jemanden spontan durchs Raster fallen, weil seine Fonts ungebändigt, seine Grafiken zu animiert sind. Aber hey, wenn man uns fragt - dann zählen die inneren Werte. Hmm.

P.S. Hatte ich das schon erwähnt? Es gibt ein Leben nach dem Web. Neben dem Web. Um das Web herum.

# 06. Juni 2001 um 10:00 PM
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Dienstag, 05. Juni 2001

Die Mini-Digicam vom Plus für 99 DM ...


Die Mini-Digicam vom Plus für 99 DM ist wirklich nett. Man kann kleine Filme damit aufnehmen, 80 oder 320 Bilder machen, lomografieren, fürs Web reicht die Auflösung und das ganze (batteriebetriebene) Ding ist gerade mal größer als ein Schlüsselanhänger. Drollig! (Wer sich ärgert, das Angebot verpasst zu haben: Bei Pearl.de mit dem Artikel Nr PE-8830-906 werden Sie vergleichbar geholfen.) Nachdem einige Herrschaften sich wegen mir Milchschäumer und Digicams zugelegt haben, wurde mir empfohlen, mich zukünftig hier mit “Es begrüßt Sie Ihr Shopping Consultant” zu melden. Pah!

Eines Tages, wenn ich alt und schrumpelig bin, werde ich glücklich in einer großen Kiste mit veraltetem Elektronikschrott wühlen und dabei vor mich hinbrabbeln ‘da, das war das erste Handy mit eingebautem Modem ... und mit diesem kleinen Ding konnte ich von überall an meine Mails ... dies hier galt als technische Revolution ... und mit dem hier konnte man Kartoffeln überbacken und oben drauf gleichzeitig Steaks grillen ...” Ich habe schon vor Jahren versprochen, dass ich mal eine reizende 90jährige werde. Auch wenn ich es bis dahin wohl nicht schaffe, kann ich ja meinen jugendlichen Enthusiasmus weiterhin bewahren, gelle?

Meine Nachbarin, ein ehemaliges Model, drehte etwas unglücklich die Fotos in der Hand, die ich auf meiner Festplatte gefunden und für sie entwickelt hatte. Dabei sieht sie klasse darauf aus: Frisch, flott, gepflegt. Und grau. Aber das ist sie doch. Und trotzdem sagte sie “Ach, mir gefällt das mit dem Älterwerden einfach nicht. Man will das nicht sehen.” Doch will man. Wird man doch nicht unsichtbar ab 40, lichtdurchlässig ab 35 oder weniger begehrlich und begehrenswert ab 30. Hat ein Gesicht, hat ein Leben. Muss keine Standards erfüllen, in keine Schablone passen. Darf fotografiert und geknipst werden. Mit Vorsatz. Immer wieder. Bleibt mir bloss weg mit den verklemmten alten Hühnern, die sich an 18jährigen Supermodels messen und ihr Gesicht nicht in die Gegenwart halten mögen. Nase gerade, Kinn hoch, get a bloody LIFE! Jeder ist sehenswert, keiner muss sich ducken. Verdammt, wie mich das ärgert, wenn Leute sich am Jugendkult messen und dabei übersehen, wie viel Würze und Kraft der Individualismus hat. In jedem Alter. Grrrrr.

# 05. Juni 2001 um 10:00 PM
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Montag, 04. Juni 2001

Mein Notebook hat einen leichten Schluckauf im ...


Mein Notebook hat einen leichten Schluckauf im Sound und es wäre an der Zeit, die noch verbleibenden 30 Monate Garantie zu nutzen. Mag aber nicht. Mag die silver lady nicht hergeben. Will im Bett liegen und surfen, oder das Notebook in eine Tasche stopfen und mit insgesamt 8 Stunden Akku unterwegs sein können.

Die COMPAQ Hotline nuschelte auch nicht sehr vertrauenserweckend vor sich hin. Bin selbst schuld, klar - was höre ich mich auch wie ein kleines Mädchen an, hm? Immer hätte man natürlich auch die Wahl, in den telefonsextauglichen Rauchvoicemodus umzuschalten. Aber bitte sehr, doch nicht für so einen popeligen Nuscheltypen. Der kann mir auch einfach einen Fachhändler nennen. Müssen.

Oh dumpfes Brüten. Miss Armada ins Computerkrankenhaus bringen? Wo sie doch nur hüstelt? Dieser Depp von der Hotline hat mir einen Fachhändler ohne eigene Homepage genannt. Neeeee. Mir ist danach zumute, die Lady mit sowas festzuschrauben. Statt dessen habe ich mir selbst einen Fachhändler rausgesucht, so. Mal schauen, ob und wann die rückrufen - Kontaktformulare online sind ja immer noch vergleichbar mit Lottoscheinen und Wettervorhersagen.

Hmpf. Wäre jetzt nicht der passende Moment, sich ein Zweitgerät zuzulegen? Oder besteht die Chance, dass man ohne Notebook überlebt?? *quängel* :-(

P.S. Zusätzlich, herrje. Kaum zu glauben, dass mir jemand weniger als drei Computer zutraut.

# 04. Juni 2001 um 10:00 PM
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Sonntag, 03. Juni 2001

Anzeichen dafür

Anzeichen dafür, dass du eventuell ein Alien bist, Link bei Joeri gefunden. Gefährliche Sache, das. Möchte gar nicht wissen, wie viele der Leute, die sich für hellsichtig halten, aus dem Kaffeesatz lesen oder sich als “Geistheiler” bezeichnen, nach der Lektüre solcher Seiten auf die Heimkehr zu fremden Planeten warten. Oh Mann. Ich sag ja gar nicht, dass es nicht auch viele unerklärliche Dinge gibt. Für uns unerklärliche Dinge. Aber noch häufiger gibt es Menschen, die gerne etwas Spezielles wären und sich an den Gedanken klammern, dass “besondere” Dinge auf sie zutreffen würden.

Und diese Besonderheit, die soll dann von aussen kommen. Davon gibt es viele Varianten. Vor vielen Jahren hatte ich eine Freundin, die wirklich daran glaubte, ein ganz bestimmter nicht sehr bekannter Schauspieler sei in sie verliebt und würde nachts an ihrem Haus vorbei fahren. Würde darauf hoffen, dass sie sich von ihren Eltern lösen würde, um zu ihm zu ziehen, aber es würde irgendwie noch nicht so der richtige Zeitpunkt sein, sie wolle noch warten. Alles, was sie erzählte, wirkte durchaus nachvollziehbar und beinahe, beinahe glaubhaft. Es war sehr verwirrend, denn für sie war es die Wahrheit und ich dagegen konnte nach einigen Erzählungen spüren, dass es nicht wirklich stimmte. Nicht stimmen konnte.

Jetzt, vor einiger Zeit, hörte ich von einer ähnlichen Geschichte: Eine Frau, die behauptet, die Lebensgefährtin eines Promis zu sein. Der Bekanntenkreis muss anfangs begeistert darauf angesprungen sein, aber mit der Zeit wird so ein Netz aus Erfindungen natürlich ziemlich durchlässig. Aber was tut man? Bei meiner Freundin damals habe ich das Thema ignoriert. Ich wollte nichts von diesen erfundenen Dingen wissen. Sie hätte Hilfe gebraucht, aber Therapie war nicht so in Mode wie jetzt, wo jeder direkt losrennt und sich analysieren lässt. Darauf wären wir gar nicht gekommen, wir waren ja doch ziemlich jung und viele Dinge waren eben so, wie sie waren und nicht zu ändern. Ausserdem glaubte sie die Geschichte selbst voll und ganz, daran war nicht zu rütteln.


Wie also reagieren, wenn jemand behauptet, mit Prominenten heimlich verbandelt zu sein? Was tut man, wenn jemand dir nach dem Arm greift und dir versichert, du hättest eine wahnsinnig kräftige und lebensfrohe Aura, die schon lange vor deinem Eintreten zu spüren sei? Was ist die angemessene Reaktion auf eine Mitteilung wie “unser Waldi hat uns nie wirklich verlassen, gelegentlich kratzt sein Geist an der Kühlschranktür”? Wie reagiert man auf Sätze wie “X konnte schon immer spüren, wenn jemand bald von uns gehen würde”!? Ist mir alles schon passiert. Da wäre “übrigens komme ich vom Planeten Krypton” fast noch eine nette Abwechslung gewesen, denn ausser einem ’ähm tja also ich wollte sowieso gerade mal ins Bad’ fällt mir da meist herzlich wenig ein.

Purer Egoismus also von mir, dieser Link auf die Otherkin Homepage. Undercover Aliens sind wahrscheinlich wenigstens lustig.

# 03. Juni 2001 um 10:00 PM
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Wenn jemand dir die Stiefelsohlen leckt, setze ...


Wenn jemand dir die Stiefelsohlen leckt, setze den Fuß auf ihn, bevor er anfängt, dich zu beißen.

Paul Ambroise Valéry

Wer mit Herz und Verstand mag schon geleckte Sohlen? Niemand. Nur viele, die von sich selbst mit großer Selbstverständlichkeit annehmen, sie hätten  Herz und Verstand, die werden ganz gerne gebauchpinselt und an den Füssen beschlabbert
;-)

Aber das gönne ich denen gern, die brauchen es ja offensichtlich. Mich irritieren vielmehr die Menschen, die pinseln und lecken. Was fehlt denen denn, dass sie den entscheidenden Schritt über ganz normale Anerkennung und Respekt hinaus tun? Was ist das für eine mutierte Demut? Warum gibt es Leute, die vor dahingekotzten Sätzen auf fremden Webseiten buchstäblich erbeben und zittern? Was macht diesen impact so heavy? Ich hoffe ja immer, dass es ungesunde Einzelfälle sind, wenn jemand irgendwelche Typen so haltlos überbewertet. Es ist doch klar, dass so mancher Gartenzwerg und so manche Gartenzwergin am Ende einer virtuellen Leitung sitzen, die den Praxistest nicht eine Viertelstunde überleben würden.


Merke: Verehre niemanden, den du weder bei der Erschaffung bleibender Werte beobachten noch dem du in der echten Welt gerade heraus in ruhige und ehrliche Augen sehen konntest. Das sind nicht die einzigen Kriterien, aber ganz gewiss wesentliche.

# 03. Juni 2001 um 10:00 PM
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