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Samstag, 24. März 2001

Aufräumeritis. Lebensgefährliche Attacken, die harmlos beginnen. Erst ...

Aufräumeritis. Lebensgefährliche Attacken, die harmlos beginnen. Erst räumst du ein paar Dinge in eine Flohmarktkiste. Dann denkst du, eigentlich kannst du ja mal die herumliegenden Bücherstapel ins Regal räumen, dazu müssen nur so 40 bis 50 schrottige Bücher von ebendiesem ausgetrödelt werden. Dann wandern drei oder vier große, gestreifte oder neonfarbene (aber nicht mehr funktionierende) Thermoskannen mit in die Kiste, weil das nur konsequent ist. Daraufhin ist im Schrank Platz für rote (viel Tee), weiße (zusätzlicher Kaffee), kleine und sehr kleine Thermoskannen in grün (Grüntee), lila (Schwarztee) und blau (warme Milch für den Kaffee). Wo die vorher gestanden haben, ist jetzt Raum für das japanische Geschirr, das jadegrüne viereckige. Oder doch lieber in den Schrank damit? Dort ist mehr frei als vorher, weil Schrauben, Glühbirnen, Haushaltssilikon (?) und so anderes vom männlichen Insassen gekauftes Zeugs nun in einer Plastikkiste ordentlich verstaut ist und weniger Platz wegnimmt als vorher.

Die Plastikkiste gehörte vorher Oliver, aber nun hat er einen Karton mit Deckel. Der staubt nämlich nicht ein und außerdem ist er orange und das ist schöner als hellblau. Ich habe auch so einen Karton und da sind nun die anderen Bücherstapel, die von meinen Büchern, Belegexemplare und so weiter. Wo die vorher lagen ... seid Ihr sicher, dass Ihr das wissen wollt? *g*

Seit ich endlich die ätzenden Vorhänge weggeschafft habe, geht das immer so weiter. Es wird - und das weiß ich aus Erfahrung - erst aufhören, wenn ich einmal durch die ganze Wohnung bin. Solche Anfälle hatte ich schon immer, aber noch niemals half mir jemand, der so eine unendliche Geduld mit mir hat. Stellt Euch einfach mal vor, euer liebster Mensch wird von euch angerufen und am Donnerstag nach der Arbeit zu Ikea und am Freitag nach der Arbeit in den Baumarkt geschleift. Jeweils anschließend muss er montieren, was ihr gekauft habt - oder umräumen, oder wegpacken. Am Samstagmorgen dann hilft er euch, ein bis oben vollgepacktes Auto zu einer Freundin zu fahren, die Flohmärkte veranstalten lässt - und anschließend marschiert ihr fröhlich und übergangslos in einen Laden mit Räumungsverkauf, um ein bisschen nachzurüsten. Oliver muss ein zusätzliches Geduld-Gen haben.

Als ein kleines Dankeschön von hoffentlich gar nicht so wenigen hat er gestern eine Ganzkörpermassage zuhause von meiner Zehnerkarte geschenkt bekommen. Übrigens bin ich auch geduldig andersrum, jawoll. Ich werde die kostbaren Dinge im Leben nicht durch Alltagszickigkeiten ankratzen lassen - ein ewiger Schwur. Wir haben zB wegen abweichender Wasservorlieben zwei völlig unterschiedliche Duschköpfe und wer duscht, schraubt eben den bevorzugten auf. An manchen Tagen macht mich das irre. Dann halte ich mich an und sage zu dem ungeputzten Spiegel “Halt’s Maul. Du hast die beste Beziehung, die jemand haben darf und die täglichen Banalitäten werden nicht daran kratzen.” Dann weiß ich wieder, dass alles - aber auch wirklich alles - auf der Welt wichtiger ist als so banales Zeugs und dass ich mich damit nicht aufhalten werde. So gesehen ist das mit den beiden Duschköpfen eigentlich eine feine Sache und daran liegt es wohl auch, dass ich bei der Suche nach dem perfekten Aufsatz gerade mal wieder eine Pause mache. Eigentlich bin ich nämlich verdammt hartnäckig im haushältlichen Wettrüstkampf, unerbittlich, gnadenlos und immer am Ball *g* was ich meine haben zu müssen, kommt recht schnell ins Haus. Bis auf diesen Duschkopf.

# 24. März 2001 um 11:00 PM
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Donnerstag, 22. März 2001

Tschakka tschakka bumm bumm bumm. Die Außerirdischen ...

Tschakka tschakka bumm bumm bumm. Die Außerirdischen mussten gerade landen, suchend sah ich mich nach dem Raumschiff um, das meine Gegenwart mit so einer aggressiven Schallwelle überzog. Aber nein, es war nur ein vibrierender Golf samt schädelgeschorenem Schmierlapp mit Schnäuzer, der neben mir eine Ampel angegriffen hat. Weiche von mir, dachte ich und rückte mit meinem Auto unwillkürlich einen Meter seitwärts oder bildete mir das zumindest ein. Dieser kleine Scheisser hielt sich sicherlich für einen herausragenden Fahrer. Tun sie das nicht immer alle? Man kriegt Angst, wenn man sich vorstellt, dass so einer sich mit diesem Bumm-Bumm-Bumm beschallen lässt beim Fahren.

Aber ich darf über Musik nichts sagen. Ich war nämlich blöd genug, die letzte Tüte Cassetten aufzuräumen, als Oliver da war. Dazu muss man wissen, dass in 1997 in meiner vorherigen Wohnung das Dach eingestürzt ist und ich die ... unglaubliche Chance hatte, bei 0,0 (sprich Nullkommanull plus 1 Computer und 2 Katzen) wieder anzufangen und mich anschließend ganz neu mit Möbeln und Krempel einzudecken, damals. Ein paar Beutel Bücher und halbzertrümmerte alte, uralte und historische Cassetten konnte ich auch noch retten. So rümpelte ich denn aktuell für den von Ulrike organisierten Flohmarkt aus (gute Angewohnheit, übrigens, vor allem für selbst-auch Flohmarkt-Besucher *g*) und fand in einer Tüte noch zwei Dutzend selbstbespielte Tapes. Aus JENER Zeit, in der man mit Schreibmaschine sorgfältig und mühsam die Hüllen beschriftete und wochenlang an der perfekten Kombination aus den idealen Songs bastelte. Heissgeliebte Tapes, mit schwer zu ergatternden Mixes und in 1992 vom Bruder geklauten Aufnahmen (ich schicke dir dein Genesis-Tape per Post). Und dann die Cassetten, die extra für den Player im Auto zusammengestellt worden waren ... oh wei. Needless to say, ich habe Dutzende gehabt und viele auch gerettet.

Meine Tapes hatten Namen. “Candlelight Lovemaking” und so. Aber das ist nicht die gewesen, die Olli in den Player warf. Bedauerlicher Weise stand “Mix (Tough)” auf dieser sehr, sehr, seeeeehr alten Cassette. Und nun sass ich da und wand mich in Qualen, während Oliver bei jedes Lied sozusagen mit einem netten kleinen Startgeräusch begleitete. Tough music, jaja. Ich war klein, ich war dumm, was soll ich sagen? Ich FAND die Guns’n Roses damals eben härter als .. ummh. Das lassen wir mal lieber.
;-)

Jedenfalls findet Oliver - dieser baumlange Kerl in der schwarzen Lederhose und den sich amüsiert verdunkelnden grünen Augen - mich ausgesprochen putzig, spätestens seit dem toughen Gary Moore, und ich habe mich dann in der anderen Hälfte dieses Häuschens verbarrikadiert. Ich bügele sowieso viel lieber. (Im Takt zu Bonnie Tyler *stöhn*)

# 22. März 2001 um 11:00 PM
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Mittwoch, 21. März 2001

Viele Fragen, keine Antworten. Keine brauchbare Vene ...

Viele Fragen, keine Antworten. Keine brauchbare Vene mehr in meinem Arm. Zu oft Blut gespendet, nur noch Narben. Wie ein Schmetterling sieht die Spendenarbe aus Neapel aus. Kein Wunder, dass die Krankenhäuser dort mit Blutspendewagen am Hbf entlangkreuzen, außer engagierten (das richtige Wort ist mir in letzter Sekunde entrutscht?) jungen Touristinnen lässt sich sicher niemand eine mehrfach gebrauchte Nadel in den Arm rammen und anschließend mit einem Fläschchen Ananassaft in die Hitze schicken. Napoli. Ich denke an Neapel sehen und sterben mit jedem unbeholfenen Versuch, eine Nadel in meine Armbeuge zu schieben. Sie sticht und dreht, die blondgestruppte Krankenschwester und gibt dann auf. So stechen sie mich zu zweit in die Hand, sehr tief, und der Professor schaut zufrieden “Oh, das Blut läuft ja toll! Da machen wir gleich noch ein paar Tests mehr.”

Ich weiß nicht, ob das ein morbider Scherz war oder ob sie in jedem Fall vier Röhrchen von mir gefüllt hätten. Was tun sie nur damit? Verbrechen lassen sich heutzutage anhand von winzigen Spuren aufklären, einzelne Haare, winzige Kratzer. Aber von mir brauchen sie gleich immer einen halben Liter Blut, dabei habe ich gar nichts verbrochen. Ich warte insgesamt mit Unterbrechungen vier Stunden, so wie alle mehrere Stunden warten. Wie jedes Mal halt. Man arrangiert sich. Nun habe auch ich ein Ultraschallbild, das ich vorzeigen könnte. Haha. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass einige Leute darauf einen Jungen oder ein Mädchen erkennen würden, aber es ist bloss ein Bild der kleinsten und inaktivsten Schilddrüse überhaupt. Der Arzt geht raus und ich lese schnell meine Akte durch. Leider steht noch nichts über heute drin, so habe ich mich umsonst beeilt.

In der Praxis hängt ein Schild, dass man Verständnis haben soll, weil ständig Notfälle kommen würden und den Zeitplan durcheinanderbringen würden und das sei immer so, damit müsse man eben rechnen. Ich versuche mir vorzustellen, wie jemand mit der Hand am Hals die Praxis stürmt und brüllt, er habe soeben an sich eine akute Funktion festgestellt, über oder unter. Die Sprechstundenfrau sagt strafend, es handele sich wohl eher um Strahlenopfer “oder Unfälle und Ähnliches” und hüllt sich in Schweigen. Bitte sag mir, wo man mit Strahlenschäden rechnen muss in dieser Gegend, damit ich davor weglaufen kann, denke ich und schweige ab jetzt. Denn ich will es nicht wissen, meine Träume sind so schon bunt genug. Überhaupt esse ich erst gerne Steak, seit von BSE die Rede ist und muss nicht auch noch wissen, wie und wo man sich akut verstrahlen kann. Vielleicht meinte sie auch Leute, bei denen ein schwerer Schaden /eine schlimme Erkrankung festgestellt wurde? Ich will es nicht wissen.

Endlich DAS GESPRÄCH. Der Professor schleppt mich von Zimmer zu Zimmer. Er hat nämlich noch ein Ultraschallgerät, ein neues, und das möchte er an mir ausprobieren. Stirnrunzelnd schiebt er kalten Glibber an meinem Hals hin und her und beugt sich schließlich vor für DIE ULTIMATIVE INFORMATION. Ich merke, jetzt kommt das Ergebnis seiner Untersuchungen, das Fazit sozusagen. So beugt er sich noch weiter vor und meint dann sehr nachdenklich “Also, mit dieser Schilddrüse ist definitiv nichts in Ordnung.”

Na besten feierlichen Dank auch. So weit waren wir ja schon im Oktober. Die Liste mit meinen Beschwerden krame ich aus der Tasche, vorsichtshalber aufgelistet, weil ich immer so viele vergessen hab, wenn es hart auf hart kam. Er liest alles. Ich gebe ihm auch den Brief von der Therapeutin aus der Kur und er wird richtig zickig. Das hätte er doch schon untersucht! (Nie werde ich mir den Namen dieser Drüsen in meinem Schädel merken können). Das heißt, er hat natürlich nur ... brummelt vor sich hin. Meine Ohren entfalten sich mit einem leichten Knacksen, fahren weiter aus und blättern sich zu wirsinggroßen Schaufeln: Was denn? Das Brummeln läuft darauf hinaus, dass die böse böse Krankenkasse ja immer nur zwei Untersuchungen zahlt und nicht die drei verschiedenen, brummel brummel ...

Komplett entsetzt quiekse ich nur “Ja und???? Dann zahle ich die eben so!” und ernte einen ganz unglaublich leeren Blick. Scheint nicht angekommen zu sein, diese Info, denn als nächstes verkündet er “ach Quatsch, das war ja ein ganz anderes Quartal!” und fröhlich “dann machen wir das eben jetzt!” Wunderbar. Ist es doch, warum fühle ich mich dann so verarscht? Übergangslos stehe ich im Flur und soll gehen. Die Ergebnisse kommen in vier Wochen. Tschüs. Mir fehlt viel Blut für einen durchschnittlichen Donnerstag und so schwindelt mir, als ich auf der Strasse ankomme und ich kaufe nicht mal die Tasche im Shop an der Ecke, die mich anlacht und auf 195 DM runtergesetzt ist und in die bestimmt der Laptop gut passen würde. Die Antwort des Experten auf alle Beschwerden lautet auch diesmal “Warten wir das Blutuntersuchungsergebnis ab”. Meine Hand sieht aus, als würde ich mir seit Jahren harte Sachen spritzen - dabei ist die krasseste Droge meines Lebens bisher Chamagnertrüffel gewesen (und das bleibt auch so). Die Hand tut weh, und der Rest ist kalt und wütend.

Idealistisch. Das Wort, das oben fehlt. Nur junge idealistische Touristinnen kriegt man bei 39 Grad im Schatten so weit, dass sie sich eine gebrauchte Nadel in den Arm rammen lassen für eine OP an einem Kleinkind, das Blut mit Rhesusfaktor 0-negativ braucht. Hoffentlich habe ich dem Baby kein schilddrüsenkrankes Blut gespendet, damals. Hoffentlich hab ich mir diesen Mist erst danach eingefangen. Hoffentlich. Ich wusste das doch nicht.

# 21. März 2001 um 11:00 PM
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Montag, 19. März 2001

Der März ist gekommen, die Ärzte schlagen ...

Der März ist gekommen, die Ärzte schlagen aus. Medizin-Marathon. Erst Internist, dann Augenarzt, dann Endokrinologe und ‘wenn wir wissen, was der sagt, auch Neurologe’. Immer habe ich mir einen Arzt gewünscht, der sich normal benimmt und äußert. Und dann sitzt er da und sagt “Sie sind halt dicker, dann ist das eben so” und ich könnte spucken, denn diesmal habe ich vorher eine Frage gestellt (oder fünf) und unendliche verspätete Akzeptanz ist nicht die passende Antwort, im Gegenteil. Hier liegt ein Rezept für Tabletten, das innerhalb von 10 Sekunden ohne irgendeine Art von Untersuchung ausgestellt wurde und meinen Darm ruhiglegen soll. Dass es die unterschiedlichsten Ursachen von Infektionen bis Hormonstörungen für ständigen Durchfall geben kann, war da gar nicht interessant. Friss und schweig. Nein, das werde ich nicht.

Ich habe Gedächtnisausfälle? Das sind sicher nur Konzentrationsstörungen. Der Kurarzt meinte, ich solle dies, das und jenes untersuchen lassen ... ach das kann nicht sein. Sagt mein Arzt. Die Therapeutin sprach von einem Tumor in einer Hirndrüse (schlagt mich, aber ich finde den Namen für das Ding jetzt nicht), über sowas muss man gar nicht erst reden, alles sowieso Blödsinn. Seltsame Entzündungen, ständig Fieber, immer noch Wasser in dem einen Bein und die Antwort auf alle Fragen des Universums: 42, und dann schau’n wir mal.

So stolperte ich weiter, um meine Augen untersuchen zu lassen, obwohl ich damit nie Probleme hatte und auch nicht glaube, dass irgendwas in meinen Augen diese Ausfälle auslöst. Aber immerhin, mit den aktuellen Werten hab ich mir dann bei Fielmann schnell noch eine neue Brille ausgesucht. Im Vertrauen, ein Gesicht mit Brille ist nie so schön wie eines ohne in meinen Augen, mit meinen Augen, um meine Augen herum und so weiter. Brillen sind irgendwie scheisse, ausser an Oliver. Trotzdem sollte ich wennschon dennschon eine mit aktuellen Werten tragen. (Kontaktlinsen bei der Arbeit im Bett sind irgendwie auch nicht das Wahre.)

Die Innenstadt war voller Frühling und ich möchte den Arzt wechseln, schon wieder, aber es ist keiner mehr über und ich bin inzwischen interessiert genug, um mich nach Heilpraktikern zu erkundigen. Irgendein Medizinmann da draussen? Wunderheiler? Kräuterhexe? Nein, sieht nicht so aus. Dann nehme ich halt den Endokrinologen. Und danach den Neurologen. Keine Gedankenlöcher heute, nicht ein einziges beim Reden bisher/heute. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wie häufig sie waren und ob es außerhalb meines unmittelbaren Umfelds sehr aufgefallen ist. Wer mich nicht kennt, kann ja nicht wissen, ob ich unbeholfen spreche oder ob mir Worte fehlen, ob ich einen falschen Ausdruck aus Schusseligkeit, Dummheit, Abgebrühtheit benutze oder weil was durcheinander ist. Angeblich ist es logisch, dass es bei Sachtexten nicht auftritt. Blöde nur, dass ich mir die langwierige Erklärung dazu nicht merken konnte. Bäh.

Aber ich bin hellwach. So haben auch Begegnungen mit jemandem, der sich für einen höherwertigeren Menschen hält und sich Ver- und Beurteilungen anmasst, am Ende noch ihr Gutes. Und sei es nur, dass sie aufrütteln und wieder lebendig machen.

# 19. März 2001 um 11:00 PM
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Sonntag, 18. März 2001

Super. Beinahe hätte ich meinem Vater heute ...

Super. Beinahe hätte ich meinem Vater heute morgen schon wieder einen Geburtstagsgruss per Post geschickt, dabei habe ich das im Februar schon gemacht. Leider hat er im April Geburtstag. Das heißt, leider natürlich nur deswegen, weil März ist - schon wieder der falsche Monat. Ich habe das Durcheinander in meinem Kopf wirklich verdammt satt. Das kann sich wohl nur jemand vorstellen, der Ähnliches erlebt hat. Aber es gibt einen neuen Aspekt. Gestern Nacht kam eine Mail von Matz, den ich eigentlich nicht kenne (glaube ich), der hier aber schon länger mitzulesen scheint. Er fragt, ob die Gedächtnisstörungen vielleicht damit angefangen haben, dass ich die Schilddrüsenmedikamente nehme.

Es stimmt. Ich habe jetzt vor und zurück gelesen, mir mühsam mit Hilfe von Oliver einen Anlass nach dem anderen in den Kopf zurück geholt, bei dem ich auf andere Leute getroffen bin und viel gesprochen habe. Die Unfallfolgen begleiten mich ja noch immer, daher sind die Übergänge ziemlich fliessend. Auf dem Treffen in Berlin (September) habe ich geredet wie ein Wasserfall, auf dem Treffen in München (Dezember) ist jeder zweite Satz völlig falsch abgebogen. Im November war ich noch in der Lage, einen Auftrag auf Norderney abzuwickeln, drei Tage später begann ich mit der Einnahme der Medikamente und verwandelte mich nach und nach in einen Klumpen schmerzendes Fleisch. Stand ständig mitten im Zimmer und wusste nicht mehr, was ich gerade hatte tun wollen. Seitdem wurde es immer schlimmer und jetzt ist es so weit, dass mir mein Hirn einen Streich nach dem anderen spielt.

Ja, ich glaube, diese Vermutung stimmt. Schon irgendwie sch…ade, dass ein Körper Schilddrüsenhormone braucht, sonst wüsste ich sehr wohl, was ich mit den Tabletten tun würde, rein instinktiv. Obwohl ja auch die Dosierung zu niedrig (!) sein könnte. Ich habe versucht, über Suchmaschinen mehr über mögliche Nebenwirkungen zu erfahren und habe so gelernt, dass zu wenig Hormone so eine “Demenz”, eine Hirnleistungsstörung (tolles Wort, erhellt mir richtig den Montag) verursachen können, aber auch Änderungen oder zu viele Hormone. Außerdem habe ich ein paar nur mittelmäßig intelligenzbegabte bodybuildende Menschen gefunden, die mein Medikament zum ABNEHMEN nutzen. Hier eine Anleitung. Isses nicht mal wieder drollig? Die weichen sich das Hirn und die Knochen mit auf, um an Gewicht zu verlieren. Wie blöde kann man ...

Egal. Ich habe einen Ansatzpunkt, und ein Ansatzpunkt ist besser als ein Fragezeichen oder ein fremdes anklagendes Ausrufezeichen. So haben auch Wochenenden in der Pseudohölle ihr Gutes. Ich wäre alleine nicht darauf gekommen, dazu hatten sich bei mir zu viele gesundheitliche Zustände ineinander verschlungen. Danke für diesen Hinweis. Vielleicht sind doch nicht alle RAMs in meiner Birne rostig. Wichtiger noch, es liegt gar nicht an “Überarbeitung”. Beinahe möchte ich drum betteln, dass es bitte bitte an den Tabletten liegen soll, aber ich hülle mich wohl lieber in eine abwartende Haltung - wer weiß, ob es eine Alternative gibt?

Ach, die gibt es sicher. Gibt es nicht immer mehrere Möglichkeiten?

# 18. März 2001 um 11:00 PM
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