Moving-Target.de

Ein Feuer, das ein Haus oder einen Teil davon vernichtet, dauert nur wenige Stunden. Aber es kostet Jahre.

Normalität ist etwas, das uns immer noch zu entgleiten droht in dieser Twilight Zone zwischen der Rückkehr in unsere Wohnung und der Verarbeitung des Traumas.

So viele von euch haben uns geholfen, das vergessen wir nicht.

Navigation

Aktuell | Rubriken | Archiv seit 1996

Blogosphärisches | Blogroll | Über ...

Aktuellste Einträge:

Abonnieren:



Letzte Kommentare:

Graugrüngelb in Es gibt da einen Haken. Jetzt.: Das ist ja ‘ne nette Idee. Ich fahre ja in den urlaub immer mit diesen Handtuchhaken, die man über ...

Thomas Arbs in Mittwochs im Düsseldorf: Das ist phantastisch. Es ist schwer zu schlucken, aber es soll ja auch nicht leicht sein. ...

melody in Mittwochs im Düsseldorf: (Ich weiß, dass der liebe echte Löwenherz gegen Muslime in den Krieg gezogen ist, aber die ...

Biggi in Mittwochs im Düsseldorf: ♥♥♥♥ #bosnisch: Snez?

Novemberregen in Mittwochs im Düsseldorf: <3

Peripherie

Haupteingang
Notizblog
Webdesign CMS
Kurzgeschichten
Kuechenzeilen.de
Muttertag
Schutt & Asche
Notizblog | Akne Tarda
Lebkuchenhaus | Düsseldorf für Kinder

Kontakt

Impressum

powered by ExpressionEngine








Mittwoch, 31. Januar 2001

Es schneit. Mir ist kalt. Auch wenn ...

Es schneit. Mir ist kalt. Auch wenn ich ganz in die Kissen eingemummelt bin, friert meine Nase wie bei einem gesunden Hund und das schränkt die Lebensqualität doch mehr ein, als ich anfangs dachte. Gute Erfolge erzielte ich, als ich sie in fast noch heißen Pfefferminztee hielt, diese Frostnase. Aber das kann man auch nicht ständig machen (hat schon mal wer versucht, seine Nase in ein Heißgetränk zu halten? Absichtlich?). Seufz. Was soll der Mist? Ah, ich verstehe: Damit die Gliederschmerzen aufhörten, musste die “Innentemperatur” sinken und nun hab ich den Salat. Quasch. Die Nase. Dafür tut der Rest nicht mehr weh und ein Bibbernäschen ist ja nun nicht wirklich ein Problem. Schluchz.
Na gut. Vielleicht kaufe ich mir eine fesche Schaumstoffnase, es ist ja bald Saison. Oder gibt es Nasenwärmer? Soll ich das Stirnband missbrauchen? Abwechslung ist das halbe Leben. Ich geh jetzt meine Nase in einen Cappuccino stecken, das dürft Ihr ruhig wörtlich nehmen. Aber Children, don’t try this at home.

# 31. Januar 2001 um 11:00 PM
Norderney • 0x FeedbackDrucken





Montag, 29. Januar 2001

Mein derzeitiges Lieblingszitat zum Thema Online-Sucht: “Wenn ...

Mein derzeitiges Lieblingszitat zum Thema Online-Sucht: “Wenn du eins mit dem Computer geworden bist, kann ich dann dein Zipdrive haben?”
Gestern abend habe ich mein Weihnachtsgeschenk bekommen: Karten für die Harlem Gospel Singers in der Düsseldorfer Tonhalle. Das ist ein umgebautes Planetarium mit wunderbarer Akustik und die Gospel Singers brachten es erwartungsgemäß zum Erbeben. Leider sass eine Reihe hinter mir und nicht weit genug weg so ein entlaufener deutschstämmiger Mallorca-Insasse, der johlend und jodelnd so laut klatschte, wie er nur irgendwie konnte: Und er konnte. Spätestens als dann das mausgraubraune Frauchen neben mir hochhopste und stehend immer schön genau neben dem Takt mitklatschte, habe ich kapituliert, mir das eine Ohr zugehalten und mich trotzdem gefreut. Es war auch wahnsinnig schön und eine irre Stimmung und diese beiden waren nicht die einzigen, die sich so irrsinnig peinlich “deutsch” verhielten *g* Sobald etwas populär wird, trifft man solche Leute an, damit muss man wohl leben. Man merkte den beiden - die nichts miteinander zu tun hatten - deutlich an, dass sie als treueste Fans schon vorher auf diversen HG Singers Konzerten gewesen waren und sich alles ganz genau gemerkt hatten, was ein wahrer Fan zu tun hat ... denn der Rhythmus im Blut war es ganz, ganz sicher nicht, der sie als erste aufspringen und rumjohlen liess, noch Sekundenbruchteile bevor die Queen of Gospel dazu aufforderte ;-) Glücklicherweise zog dann das restliche Publikum nach und wenn sich alle bewegen, gehen die wenigen, die den Takt nun mal rein gar nie treffen, in der Masse unter. Doch, es war schön. Sehr schön sogar.

Leider hab ich im Moment eine Phase (?) in der jeder Knochen unaufhörlich schmerzt und konnte es nicht bis ganz zum Schluss aushalten, aber immerhin bis zur ersten Zugabe. Eigentlich schon eine reife Leistung. Seit Tagen scheint eine neue Entzündung in mir zu wüten, alles tut unglaublich weh, ich kann mich kaum bewegen, nicht sitzen, nicht liegen. Es versteht sich von selbst, dass der Bluttest beim Arzt zu dem Ergebnis führte, dass es mir BESTENS gehen müsste.

Vorgestern habe ich geträumt, dass ich mit dem Wagen durch Sevilla fahren würde, auf der Suche nach einem Hotel. Wie vor 9 Jahren, als ich alleine mit dem Peugeot bis nach Sagres fuhr: Durch Frankreich, durch Spanien, bis an die äußerste Ecke, die ich auf der Landkarte hatte finden können. Auf dem Rückweg dann über Sevilla, um meinen letzten Euroscheck in ein großes Hotel zu stopfen und den Rest der Tage im Auto zu schlafen. Die Luft war mild und wunderbar und ich erinnere mich ganz deutlich an das Gefühl von Freiheit und Süden und dass nichts, aber auch rein gar nichts weh tat. Weder innen noch aussen.

Ich will ... in den Wagen steigen und Paris ansteuern, um nach einem frischen Croissant und dem besten Milchkaffee ganz grob den Süden anzupeilen. Zurück nach Sagres, um die Fetzen der Seidenbluse zu suchen, die der Wind mir am Strand sanft von der Haut gefressen hat, so dass ich mich in mein Handtuch wickeln musste, um zurück zum Wagen zu rennen und eine andere zu holen ... es war meine Lieblingsbluse und sie muss schon vorher mürbe gewesen sein. Ich will mit einer fast leeren Tasche und einer Kreditkarte nach New York fliegen und durch den Schnee stapfen. Ich sehne mich nach Napoli. Nach London. Nach Roma. Ich würde mich auch nach München, Hamburg und Berlin sehnen oder nach dem See im dämlichen fernen Kanada, an dem mein Vater herumsitzt, aber an einem Tag wie heute tragen meine Füsse mich nicht mal in die Innenstadt. Tja. Eigentlich bin ich ja dankbar, dass ich das Internet habe und arbeiten, unabhängig sein kann, auch wenn ich nicht gut laufen kann. Nur gerade heute fällt diese Einstellung mir schwer. Morgen wieder. Morgen freue ich mich wieder darüber, dass ich trotzdem so viele Möglichkeiten habe ;-)

# 29. Januar 2001 um 11:00 PM
0x FeedbackDrucken





Samstag, 27. Januar 2001

Man nehme zwei Psychologinnen und installiere die ...

Man nehme zwei Psychologinnen und installiere die ALDI-Version von “Spiel des Lebens” auf dem nagelneuen Laptop der einen. Dann beobachte man ergriffen, wie sie sich verhalten *g* Die eine, die gerade ihre Diplomarbeit schreibt, wählt als “Lebensweg” sofort das Studium - die andere, die Karriere gemacht hat und macht, wählt ohne Zögern “Karriere”. Das Auto wird in der Farbe gewählt, in der das echte Auto ist oder sein soll. Und so weiter, und so weiter. Ich mag das nicht noch detaillierter ausführen, sonst gibt es sicher Zoff, aber ich habe mich köstlich amüsiert. Und hoffe weiterhin, dass ich nie auf psychologische Betreuung angewiesen bin, ein verdammtes Leben lang. Sind leider auch nur Schizos und Psychos und ganz “normale” Menschen, diese Psychologen.
Ach ja, es gibt was Neues, ganz Grausliges. Also für mich ist es neu, für mich ist es grauslig. [url=http://www.mytagebuch.de]http://www.mytagebuch.de[/url] ist so eine Art Schrotthalde für Diary-Besitzer, ein Instant-Tool mit einer Tagesbegrenzung auf 4.000 Zeichen ... einem Einheitslayout und überhaupt, das brauchte die Welt ganz sicher. Nicht. Na egal. Ab jetzt gibt es keine, aber auch wirklich keine Ausrede mehr - wer das nicht kann, kann gar nix. Seufz.

# 27. Januar 2001 um 11:00 PM
0x FeedbackDrucken





Freitag, 26. Januar 2001

Liebe Zeitkapsel,heute ist ein seltsamer Tag. Verschlafen ...

Liebe Zeitkapsel,
heute ist ein seltsamer Tag. Verschlafen im ursprünglichen Sinne des Wortes und auch im zeitlichen krabbelte ich an den PC, um dem Instinkt des Empfangen von Mails zu folgen, der so oft wider jeden Verstand meine Handlungen durchzieht. Ärgerlich las ich in einer Mailingliste für New Media Frauen (und jede andere, die jemals einen Computer aus der Ferne gesehen hat und mit der Mailadresse ihres Mannes beim Otto-Versand bestellt) eine Anfrage an alle mit dem exakten Wortlaut: “Ich suche fuer eine Powerpointpraesentation ein Bild einer Dicken, alten Ballerina (kann auch ein Mann sein, wie bei einem Sketch, als Ballerina verkleidet) (um den Zustand einer Firma darzustellen).”
Etwas angenervt opferte ich 3 wertvolle Minuten, um zu antworten:
Hallo XYZ,
supi. Ich finde, du solltest als Frau UNBEDINGT ein Bild finden, das eindeutig demonstriert: Wer fett und alt wird, ist runtergewirtschaftet und muss geholfen werden. Wie unglaublich schade, dass man eine Firma reparieren kann - dich, liebe XYZ, falls dann mal alt und molliger, wohl aber nicht mehr :-)
Ironie off. Nach deinem Crossposting mit gemixten Themen und dem von dir sicher gar nicht bös gemeinten Vorschlag sass ich hier und dachte: Da ist er wieder, der Feminismus, den Mädchen alle nicht nötig haben, weil sie nie Schwierigkeiten mit Männern hatten/haben, weil sie ja auch nie ernsthaft den Kopf aus dem hellrosa Barbie-Sand gehoben haben .....
Kann man den Zustand deiner Firma nicht auch mit einem Emu demonstrieren, der den Kopf in den Sand steckt? Mit einem sinkenden Schiff?
Weder Alter noch Fett halten vom Tanzen ab :-)
Still dancing and getting better every day
Melody

So weit, so Normalität. Frauen sind in erster Linie Deko, Männer nicht mal mehr Ernährer. So tickt die Welt, aber so darf sich ein intelligenter Mensch nicht verhalten, die meisten tun es trotzdem. Zwei Stunden später hatte ich das längst vergessen. Bis ich vom Einkaufen zurückkam - nicht was Ihr denkt, Tonnen von Kabeln und PCzubehör, kein Wocheneinkauf ausgerechnet am Samstag *g* - und meine Mailbox öffnete. Halleluja, die Schwestern sind unter uns.

Alle paar Minuten kommt jetzt eine Mail bei mir an, in der mir jemand sinngemäß schreibt: Danke dir. Ich dachte schon, ich wäre alleine auf diesem exotischen und feindlichen Planeten, nur weil ich keine Abstriche machen, mich nicht unter Wert verkaufen und für meinen Lebensunterhalt arbeiten will wie ein denkendes Wesen.

Wie hoch der Druck war, der damals von mir abgefallen ist, habe ich erst schrittweise realisiert, als ich “meine” 17 Jungs verlassen habe, mit denen ich ja alleine war, größtenteils. Auch die mit den ultraschweinechauvinistischen Verhaltensweisen waren ja immer sehr nett, aber im Nachhinein graut mir davor, dass einige Töchter haben (und Haus-Frauen). Nicht Manfred. Ich weiß, dass du das hier liest, Manfred. Dich meine ich nicht.

Niemals und nicht in vier Milliarden Jahren wird eine komplette Gleichberechtigung erreichbar sein, da sei die Evolution davor. Wenn kleine Mädchen von Frauen erzogen werden, die jede Gelegenheit wahrnehmen, sich mit Kaffeekochen beliebt zu machen oder fein zuhause zu bleiben, sobald es endlich einen passablen Grund (Nachwuchs) gibt, wie sollen daraus Frauen werden, die sich genau die Hälfte nehmen wollen und sich nicht verarschen lassen? Immer, wenn ein weibliches Wesen spürt, dass eine Benachteiligung stattfindet und darüber reden und eine Veränderung herbeiführen will, kommt eine andere Frau angerannt und rammt ihr kalt lächelnd ein Messer zwischen die Rippen: Also ich weiß gar nicht, was Ihr Emanzen immer habt. Ich habe noch nie Probleme mit Männern gehabt. Das sind die Dummtussen, die man dann in der Diskussion um die Ohren geworfen bekommt: “Also die so und so und die so wieso, die haben mir aber gesagt, SIE sehen das ganz locker. Du bist wohl einfach (sexuell? beziehungstechnisch?) frustriert.”

Irgendeine Frau muss ja wohl immer von sich geben, sie seie über solche feministischen Zicken erhaben. Es ist zum Haareraufen und Pappekauen und erstickt wertvolle Gespräche in dumpfer, ungerechtfertigter Selbstzufriedenheit.

Wenn ich sowas höre, möchte ich immer sagen: Ach Mäuschen, solange ich nur die administrative Basisarbeit (Kaffeekochen, Tippen und Schrottarbeit) gemacht habe, hatte ich das auch nicht. Andererseits hatte ich das doch, denn ich habe ja grundsätzlich solche Jobs als Übergang, als kurzfristiges Sprungbrett genommen - wenn die Herren das anders sahen, und das taten sie oft, war ich halt wieder weg. Ich lasse sie labern, die Girlies und Grrlies und Mädchen. Sie werden ihre Dusche an Diskriminierung, Missachtung und Oberflächlichkeit schon erhalten, so schade das auch ist. Ist es eine Alters-, eine Intelligenz-, eine Bildungsfrage, dass man nicht merkt, was im Alltag und im Job so abgeht? Oder sind die Ansprüche so niedrig?

Das kann’s natürlich auch sein. Wer nichts erreichen will (oder kann), ist keine Bedrohung und wird folgerichtig auch nicht bekämpft. Boah, das ist sicher ein schönes, warmes Gefühl *LOL* :-) wenn sich alle soooo lieb haben ...

# 26. Januar 2001 um 11:00 PM
0x FeedbackDrucken





Mittwoch, 24. Januar 2001

Wenn du Grippe oder Leukämie hast, an ...

Wenn du Grippe oder Leukämie hast, an juckendem Ausschlag leidest oder beim Anblick esoterischer Bücher Schuppen kriegst, dann weißt du bereits, dass deine lieben Mitmenschen allesamt zu Geistheilern berufen sind. Nicht im Sinne von Schamanen, sondern im Sinne von “in ihrem eigenen Geist wissen sie genau, wie man dich heilt oder ahnen es zumindest”.
Kostenlose Ratschläge sind meistens schon schlecht, wenn man sie haben will. Ungebeten erteilt führen sie zu Grippe, Leukämie, juckendem Ausschlag und sich ablösender Kopfhaut. Niemand würde versuchen, mit solchen Sprüchen Versicherungen zu verkaufen oder einen Ehepartner an Land zu ziehen. Doch wenn andere ein Zipperlein ereilt, dann kommt der Onkel von dem Freund von dem Kumpel von dem Werner zum Zug, dessen Schwester eine Freundin hat, deren viertgeborene Tochter mit einer zur Schule ging, die einen kannte, der das auch hatte und auf der einen Grillparty da mal erzählt hat, was der Sowieso wahrscheinlich dazu sagen würde, wenn er denn sein Medizinstudium abgeschlossen hätte (und nicht bei McDoof kellnern würde). Geballtes Fachwissen, sozusagen.

Wie man sich spätestens jetzt schon denken kann, gehöre ich zu den undankbaren Menschen, die es nicht zu schätzen wissen, unaufgefordert beraten zu werden. Früher habe ich halt zugehört. Seit es dann trotz regelmäßiger Untersuchungen nach Jahren mal einem Arzt aufgefallen ist, dass meine Schilddrüse nicht funktioniert, muss ich die Heilpraktiker von Bekannten der Bekannten von Verwandten fast mit Knüppeln abwehren. Jeder, der schon mal eine Hormonstörung hatte, will mich leider geflissentlich über alle Details informieren und weiß im Grunde (und kann es nicht für sich behalten), was ich alles zu unternehmen hätte, um zu gesunden. Blöd irgendwie, dass ich so stur bin und nicht repariert werden kann, sondern nur therapiert - und das dann auch noch Ärzten überlassen will.

Gestern ist mir also der Satz herausgerutscht, dass mein Bein entzündet ist. Dabei hätte ich doch schreiben müssen: Obwohl das Lymphödem fast verschwunden und die Schilddrüsenbehandlung unter Kontrolle ist, habe ich immer noch leichte Schwierigkeiten mit dem einen Bein, aber das ist bereits in Behandlung durch Experten und da möchte ich aus hygienisch-esoterischen Gründen jetzt keine weiteren Experimente wagen. Oder so.

Einfach schreiben “das Bein ist entzündet”, das geht ja nun mal nicht. Ich gebe zu, so ein Satz ähnelt einem Hilfeschrei aus tiefster Seele und jeder kann erahnen, dass ich einen Erfahrungsaustausch, eine Beratung und mindestens eine Enthaarungscreme brauche. Naja nicht wirklich, aber es muss wohl so gewirkt haben. Es ist also wenig erstaunlich, dass sich bei mir eine mir schon länger bekannte Dame meldete, die einen Aufschrei der Besorgnis losliess. An dem anschließend stattfindenden Gespräch möchte ich euch teilhaben lassen, da es sich um einen typischen Ablauf handelt. Besagte Person ist ... das wird nicht verraten. Verwandt, bekannt, befreundet, benachbart, sucht Euch was aus.

Person: oh mein Gott, oh du meine Güte, ach du jeh, du Arme, das Bein ist also noch entzündet??????
Melody: Mmmhmmmh.
Person: Ja aber das muss doch langsam mal besser werden, was machst du denn nur immer, also wieso das denn immer noch, ich versteh es nicht ... wie kann das denn sein, dass das immer noch entzündet ist???
(Dies natürlich in einer gnadenlosen Mischung aus mütterlich anmutender Bevormundung und unterschwelligem Vorwurf.)
Melody: Hmmmhmm. Tja, was soll ich ...
Person (unterbricht): Da muss ja nun langsam aber mal wirklich ... also ich meine ... wie sieht das denn überhaupt aus?
(Es ist bereits klar erkennbar, dass jede denkbare Schilderung aller nur möglichen Symptome zu einer Wissens- und Beratungsausschüttung von unglaublicher Expertise führen wird).
Melody: Kennst du diese ... Bilder, die manchmal in medizinischen Reportagen ... also von angeschwollenen Extremitäten, in denen das Wasser sich staut, so mit dunkelroten Entzündungen, in denen helle Stellen sind und so?
Person: Ja sicher. Oh! Oh mein Gott ...
Melody: (fährt fort) Also wo die Knöchel so gar nicht mehr von den Waden zu unterscheiden sind, weil alles eine einzige Masse ist und man die Daumen richtig tief ins Gewebe drücken kann und das Bein im Liegen so zur Seite wegsteht, weil es einfach zu entzündet ist und seitlich gelagert werden muss?
Person: (ist verstummt) ...
Melody: (eindringlich) Weisst du, was ich meine?
Person: (ziemlich ergriffen und endlich fast sprachlos) Ja.
Melody: Also so sieht es schon mal nicht aus.

# 24. Januar 2001 um 11:00 PM
0x FeedbackDrucken





Seite 1 von 6 Seiten insgesamt.  1 2 3 >  Letzte »