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Ein Feuer, das ein Haus oder einen Teil davon vernichtet, dauert nur wenige Stunden. Aber es kostet Jahre.

Normalität ist etwas, das uns immer noch zu entgleiten droht in dieser Twilight Zone zwischen der Rückkehr in unsere Wohnung und der Verarbeitung des Traumas.

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Sonntag, 31. Dezember 2000

Mag: Ausschlafen mit Oliver.Magnicht: Das Gefühl, vielleicht ...

Mag: Ausschlafen mit Oliver.
Magnicht: Das Gefühl, vielleicht sollte man doch wenigstens einen Neujahrsvorsatz oder so haben ...
Aktuelles Lieblingswort: digitieren
Da ist es, mein neues Jahr. Unbenutzt und gebrauchsfertig, pflegeleicht mit Tücken und dann auch noch das Jahr, in dem ich 35 werde. Eigentlich wollte ich mich mit 35 selbständig machen, nicht mit 33,5 Jahren. Aber nun ist es auch OK. Ich hab ne Menge vor, glaub ich. Als erstes möchte ich mal ganz dringend das Homepagebuch sehen, denn ich habe schon die allererste Lesermail bekommen und sitze hier mit ganz glühenden Wangen. Vor Stolz, versteht sich *g* denn dieser Mann schrieb, er habe das Buch direkt in einem Tag verschlungen und es sei ein Gewinn für jeden Interessierten *hüpf* :-) und ich selbst hab noch nicht mal das Cover zu Gesicht bekommen!

Das ist ein gutes Omen. Nehmt Euch davon, so viel Ihr wollt! ;-)

# 31. Dezember 2000 um 11:00 PM
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Samstag, 30. Dezember 2000

und 01.01.2001Ein neues Jahr, ein weißes Blatt. ...

und 01.01.2001
Ein neues Jahr, ein weißes Blatt. Keine ernst gemeinten Vorsätze, nur ein paar Scherze über Dinge, die sowieso umgesetzt werden müssen, ob Vorsatz oder nicht. Für mich war es ein Jahr voll Anstrengung, Arbeit und körperlicher Schmerzen. Viele Ärzte, die mich falsch behandelt haben und sehr oft eine Wand am Ende der Einbahnstraße, in der dann doch eine Tür war. Vor fast genau 365 Tagen schleppte ich mich mit einem allergischen Fieberschock und geschwollenen (von einem undefinierbaren geheimnisvollen Insekt) komplett zerstochenen Beinen in das Krankenhaus zwei Strassen weiter. Was das für Stiche waren, wissen wir immer noch nicht. Aus tropischen Früchten? Ungeziefer aus den gekauften Klamotten, die vorher auf einer Modenshow von anderen Models vorgeführt worden waren? Ein gemeingefährlicher Katzenfloh? Erfahren werde ich es wohl nie. Wie tief der Schock sass, merkte ich erst im Sommer, als ich auf die erste Gartenparty eingeladen wurde und ablehnen musste, weil die Mückenstiche in meinen Beinen Monate zum Verheilen brauchten seit dem Unfall. Auch heute habe ich drei offene blutende Stellen am Bein, Katzenkratzer vom Spielen, die seit Wochen nicht abheilen. Inzwischen zucke ich nicht mehr bei jedem Insekt zusammen.
Genauso anstrengend war es, zu krank zum Laufen zu sein und von der Teamsekretärin ständig angezickt zu werden, wie lange ich denn noch geruhen würde, mich auf einem gelben Zettel auszuruhen. Natürlich war sie - in diesem konkreten Fall - nicht annähernd entscheidungsfähig, aber die war auch fast der einzige Kontakt zum “Team” zu der Zeit, als es mir am schlechtesten ging: Das zerrte unglaublich an den sowieso schon strapazierten Nerven. Mein Chef war innerlich bereits auf dem Absprung, die Firma zu verlassen, das konnte ich spüren (war auch ein halbes Jahr später so) und ich wartete schon wieder mo-na-te-lang auf einen anderen/besseren Vertrag, der mir zugesagt worden war. Wozu war ich fast ein Jahrzehnt lang mit Grippe, Fieber und Knochenbrüchen aufmarschiert, wenn mir nun ein so ungutes Gefühl vermittelt wurde, obwohl ich lebensbedrohlich krank war? Ich war komplett und auch aus noch ganz anderen Gründen aus dem Job herausgewachsen.

Trotzdem war es natürlich ein Selbstmord-Stunt, in dieser Lage zu kündigen. Ich hätte, wie es so Mancher getan hätte, ein Jahr oder so allen mit einem Krankenschein auf der Tasche liegen und dann in Frührente gehen sollen *grins* Nun ja, nicht wirklich. In meinem Kopf war immer sowas von “schlimmer als nach dem Unfall in Südamerika und dem Deckeneinsturz in Kombination kann’s sowieso nicht mehr kommen”, aber natürlich konnte es doch. Es kann immer schlimmer kommen. That’s life.

Aber es geht dann doch immer weiter. Wenn ich anhalte und nachdenke, gibt es nicht eine einzige Erfahrung, die ich rückgängig machen würde. Nicht einen einzigen mir bekannten Menschen, mit dem ich auch nur Teile seines Lebens tauschen würde. Und DAS ist ne Menge und ne Menge wert. Dieses Jahr war sehr schwierig. Aber es war auch schön. Oliver und ich sind uns noch näher gekommen, was ohne eine Krise von aussen gar nicht möglich gewesen wäre, denn wir waren uns von Sekunde 1 an unglaublich nah. Ich habe viel gelernt über das, was ich kann und bin jetzt mit deutlich mehr PS unterwegs auf der Datenautobahn. Einiges verdanke ich Zufällen ;-) zum Beispiel war mal an entscheidender Stelle ein Redakteur in Urlaub und die Urlaubsvertretung wusste nicht, dass ich nur die Anfängerin “fürs leichte Entertainment” war, reichte einen großen Brocken Technik rüber. Es klappte dann bestens und daraus hat sich unglaublich viel anderes entwickelt. Glück gehört eben genau so dazu wie Einsatz und Fortbildung.

Aber es gibt eben auch viel Stress. Das Web zerrt an mir, ich spüre täglich den Druck der zu beantwortenden Mails, der auf Nachricht wartenden Menschen, die ständig weiter anschwellende Erwartungshaltung. Es fällt mir oft schwer, nicht mitten in anderen Aktivitäten alles beiseite zu legen und erst mal Mails zu beantworten. Es fällt mir auch oft schwer, nicht super genervt zu sein, wenn ich spüre, wie auf der anderen Seite wer an mir “zieht”, virtuell, weil der andere Mensch nicht warten mag. Fast dasselbe gilt für das Online-Tagebuch. Ich habe keine konkreten Vorsätze für 2001. Aber ich habe schon vor ein paar Wochen für mich beschlossen, mich vom Internet nicht terrorisieren zu lassen und es locker und easy anzugehen. Mir geht es oft körperlich nicht gut, ich habe als immer noch frischgebackene Selbständige (heute sind es 9 Monate *g*) irre viel zu tun und abgesehen davon möchte ich es mir immer noch selbst aussuchen, wie ich meine Zeit einteile. Wenn dann jemand auf Antwort warten muss, dann ist das eben so. Ich bin ganz sicher, die Menschen, die einen Kontakt wert sind, die verstehen das auch. Sowieso werden eine Menge Leute noch umdenken müssen, was die schnell zu verursachende Hysterie und Unmittelbarkeit der virtuellen Kommunikation angeht. Es trennt die Spreu vom Weizen, ob Leute denken, die Welt habe auf Knopfklick bereit zu stehen - oder nicht ;-)

Mit ein paar fiesen Leuten hatte ich zu tun, worauf ich gut hätte verzichten können. Man lernt dazu, manches würde mir kein zweites Mal passieren und es gibt Menschen, die braucht man wie juckenden Ausschlag. Aber wichtiger ist: Mindestens achtmal so viele nette, interessante und wertvolle Menschen habe ich “getroffen”, nicht alle im Web oder nur online. Bestehende Freundschaften habe ich bewahrt, auch das schafft man in Krisen nicht immer, sondern nur, wenn es die richtigen Freunde sind. Ich bin härter geworden und mag das, jawohl - ich mag das. Ich bin stärker geworden und das geniesse ich sehr. Das Jahr war schwierig, dabei bleibe ich, und es sollte nun vorbei sein, endlich.

Aber es war auch ein sehr gutes Jahr. Irgendwie. Das muss ich mir nicht einreden, das ist so ;-) und aus dem nächsten werde ich wieder alles Optimale herausholen.

2001:
Ich wünsche Euch alles, was Ihr Euch wünscht und das niemandem schadet und Euch auch wirklich nutzt. Aber denkt daran, es ist auch nur ein Neues Jahr und es ist spätestens am 2. Januar nicht mehr von dramatischer Bedeutung, wie es begonnen hat ;-)

# 30. Dezember 2000 um 11:00 PM
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Freitag, 29. Dezember 2000

OK, ich könnte den Kopierer auf die ...

OK, ich könnte den Kopierer auf die Blechkiste stellen (haha) und schnell noch ein paar Bücher schreiben, um sie zu füllen. Darauf bin ich alleine auch schon gekommen *Dankeschön-Knix* Andererseits habe ich mit ein bisschen Logik und Umstellerei doch noch irgendwie einen passenden Winkel für beides gefunden. Es ist hier jetzt sogar mehr Platz als vorher. Mich hat gestern nämlich der galoppierende Schwachsinn gepackt und ich habe angefangen, trotz anderweitigem Stress im großen Stil zu entrümpeln. Vor einigen Wochen schon hatte ich große und kleine “Kisten” aus Karton und Plastik besorgt, um die Schränke besser zu organisieren. Die standen also herum und wurden als Zwischenlager für dies, das und jenes genutzt. Dann fasste ich gestern den fatalen Entschluss, die Flohmarktkartons wennschondennschon auch richtig voll zu machen. Ich stellte die hausinterne Regel auf, dass alle Kisten und Kästen beschriftet sein müssen. Und dass es nicht lohnt, irgendwas zu verwahren, das nicht thematisch so einem Kasten zugeordnet worden kann. Konsequenterweise besitzen wir jetzt Boxen mit sorgfältig maschinell erstellten Aufschriften wie “Haushaltskrempel” und “gemischtes Zeugs”. Auch egal.
Jedenfalls machte Olli den Fehler, nach der Arbeit nach Hause zu kommen und jetzt habe ich ihn zwangsinfiziert. Wir haben geräumt, gerumpelt und gerümpelt und heute morgen auch noch IKEA heimgesucht, um einen Berg transparente Plastikboxen zu erstehen, um auch die restlichen Schränke zu intelligentem Stauraum zu machen. Pünktlich zum neuen Jahr habe ich 80 Prozent des Frühjahrsputzes schon hinter mir. Ätsch. Und jetzt drehe ich denen dreimal eine lange Nase, die sich unglaublich über Banalitäten in Online-Tagebüchern aufregen, sich aber nicht mit genug aktiven Hirnzellen qualifizieren ... um das Lesen dann doch einfach zu lassen.
Ätsch again ;-)

Nächstes Mal wird’s wieder ernster. Oder auch nicht. Whatever. Ich habe noch nie ein kalkuliert geschriebenes Diary gelesen, das mich wirklich fesseln konnte - oft aber schon gerne und wiederholt in fremde Banalitäten hineingeschielt, wenn ein Funke übersprang. Let’s sparkle.

# 29. Dezember 2000 um 11:00 PM
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Donnerstag, 28. Dezember 2000

zwischen den TagenSo fühlt es sich auch ...

zwischen den Tagen
So fühlt es sich auch an, oder? Irgendwie unwirklich. Auch die Sachen, die man dringend erledigen müsste, sind irgendwie in Watte gepackt und weiter weg. Das ist nicht richtig gesund so, aber ich kann es auch nicht ändern.
Je näher der letzte Tag des Jahres gekrochen kommt, desto unruhiger bin ich. Letztes Jahr wollte ich nichts weiter als einen romantischen Jahresanfang und landete direkt in der Notaufnahme. Zuhause bleiben ist keine Sicherheitsgarantie :-( aber alles, was ich mir auch diesmal wünsche, ist ein Abend ganz alleine mit Oliver, in aller Ruhe und ohne dass jemand vorbeikommen will. Über Weihnachten haben wir mehrere Einladungen abgelehnt, wobei ich mir eine Dame fast vom Leibe prügeln musste. Wir hatten aber auch keine Lust, nur deswegen aus dem Bett zu kriechen und das Haus zu verlassen, damit sie das Auto nicht sieht - also habe ich ehrlich gesagt: Wir wollen nicht. Wir möchten lieber alleine sein. Dann hörte es endlich auf. Dieses blöde Jahr war hammerhart und anstrengend, was ist daran so schwer zu verstehen, dass wir uns Ruhe und Zeit zu zweit wünschen? Parties und Treffen mit Freunden machen sowieso mehr Spaß, wenn sie nicht so termingebunden stattfinden. Aber egal, was mir sonst gefällt, diesmal will ich einfach die Tür schliessen, Oliver kocht mexikanisch, wir machen uns einen gemütlichen Abend und wenn das Neue Jahr anfängt ... hätte ich auch nichts dagegen, diesmal nicht viel davon zu merken. Schön kann man es sich auch einfach so machen.

Das Homepage-Buch ist laut Amazon bestellbar und gestern nacht sind zwei meiner drei Testbestellungen (einmal Ende November, einmal Ende Dezember) angeblich an mich ausgeliefert worden *freu* andererseits kam direkt danach eine Mail für die dritte Testbestellung, es habe sich beim Verlag was geändert und man wisse nicht, blabla ... nun heißt es abwarten :-) noch eins bestelle ich jedenfalls nicht, denn ich kriege ja auch noch Referenzexemplare. Wenn auch wohl nicht so viele wie bei einem Roman *g* die französische Übersetzung kam jedenfalls nur 3mal.

Es würde das Jahr jedenfalls nett für mich abrunden, wenn das Ding auch endlich im Handel erhältlich wäre. Ich hatte ein paar schlimme Nächte, als ich mit dem Manuskript kämpfte. Einmal sass ich bis morgens um 7 an dem letzten Kapitel, und das entzündete Bein war steif geworden, angeschwollen und unbeweglich und schmerzte unglaublich. Aus einer Stelle lief anhaltend ein schmaler Streifen Blut und Gewebeflüssigkeit und ich hatte verdammte Schwierigkeiten, mich aufrecht zu halten. Aber ich war schon über dem Abgabetermin und viel zu bockig, um aufzugeben. Jaha, das kann man sich bestimmt nur schwer vorstellen, wenn man im warmen Büro sitzt oder Papi, Mami und/oder der “Ernährer” den tröstenden Geldhahn bereithalten *g* aber leider war der Unfall im Januar nicht die erste Katastrophe meines jungen Lebens, sondern die soundsovielte in einer Serie und zu dem Zeitpunkt war kein Ende in Sicht, jedenfalls nicht für die Krankheitssymptome. Große Brocken Geld wirft man nicht von sich, wenn man noch nicht mal 6 Monate selbständig ist und sich selbst kranken- und rentenversichert, keine Ahnung hat, was man übernächste Woche arbeitet und wie lange man überhaupt noch arbeiten kann. Also habe ich mich eben bis zum Ende von diesem Manuskript durchgebissen. Ich schreibe es hier und heute auf, weil dieses Diary meine Zeitkapsel ist, denn ich selbst kann mich an die unzähligen Dinge, die im Laufe der Monate passieren, sowieso kaum noch erinnern. Es geschieht einfach zu viel. Auch sehr viel schönes, klar :-)

Bereuen tue ich es nicht, dass ich weitergeschrieben habe, obwohl es mir so furchtbar schlecht ging. Es hat noch nie geschadet, bis an die Grenze zu gehen, im Gegenteil, es macht stark und stärker, sowas durchzustehen und nicht ständig wimmernd und winselnd zu überlegen, warum etwas sowieso nicht gehen kann. Aber das ist bei vielen ja schon zur Charaktereigenschaft geworden, dieses “sowieso nicht wirklich wollen können”, darüber kann ich mich hoffentlich im nächsten Jahrtausend nicht mehr aufregen. Am besten gefällt mir noch die mit kuhäugigem Glotzen vorgebrachte Aussage “es hat halt nicht jeder so eine Power!” Stimmt. Dann kann man’s ja auch gleich lassen und leben wie eine Amöbe.

Übrigens, wenn mir jemand erzählt, er sei ja sowas von pleite und verzweifelt ... und würde jetzt erst mal in Urlaub fahren, um sich gründlich von seinem ach so anstrengenden Leben auszuruhen ... der/die braucht nicht ernsthaft zu erwarten, dass ich sie noch für voll nehme *g* Es sind immer die Pleitegeier, die sich als erste einen DVD-Player kaufen, meistens die abgebranntesten Leute, die ohne Premiere World nicht existieren können. Die dümmsten Deppen haben die allerdicksten Karren. Die am lautesten schreien und wehklagen, bekommen oft noch kurz vorm Rentenalter monatliche Zuschüsse von den Eltern. Und so weiter. Es ist genauso belustigend wie ärgerlich.

Aber, und das ist wichtig: Es ist nicht mein Problem. Have a nice day!

# 28. Dezember 2000 um 11:00 PM
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Jetzt weiß ich es. Ich bin shopping-behindert. ...

Jetzt weiß ich es. Ich bin shopping-behindert. German Parcel, UPS und die deutsche Post und es ist nicht mal 14.00 Uhr. Der ganze Flur ist voller Pakete. Ja OK, es ist auch einmal Arbeit dabei (äääh) und eins ist Mamas Geburtstagsgeschenk. Aber der Rest ist eine Katastrophe. Völlig paralysiert starrte ich sicher eine Viertelstunde auf die große rote Blechkiste, die ich bestellt habe. Irgendwas mit 80 cm hatte ich gelesen und Blech. Seit dem Deckeneinsturz hab ich natürlich? eine kleine Macke weg, was Dokumentensicherheit angeht. Hätten meine Papiere nicht in einer Blechkiste gesteckt, als die Wohnzimmerdecke runterkam ... weia. Jedenfalls habe ich beschlossen, das Prinzip Zeitkapsel zu erweitern und eine furchtbar wichtige Kiste zu haben. Eine, in die ich von jedem Buch mindestens zwei Ausgaben schmeisse, was zugegebenermassen bei einem kleinen Taschenbuchroman eine eher peinliche Angelegenheit gewesen wäre, höhö ....
Jetzt könnte ich “Liebe auf den ersten Klick”, dann noch “Frauen und andere Katzen”, die passende Großdruckausgabe dazu und das Homepagebuch auf Deutsch und Französisch hineinwerfen - außerdem noch zwei Bücher, zu denen ich je einen Beitrag geliefert habe. Ist zwar auch noch nicht so wunderprächtig, aber immerhin. Sind ja auch weitere Sachen im Orbit. Ich orderte also etwas gedankenzerstreut diese Blechkiste, die bei OfficeXL.de im Angebot war.

Tja, und da steht sie nun und füllt das halbe Wohnzimmer. Die eine Seite ist zwar 80 cm, aber leider wohl eine andere, als ich angenommen hatte *waaaaaaaaaaaaaaahrgh!* WOHIN soll ich mit diesem Kleinkindersarg????? Blechkisten liegen anscheinend in der Familie. Big Dad reist mit so einem Monster um die halbe Welt, was soll ich da ein Eckchen mit Büchern füllen????? Och mönsch. Aber zurückschicken geht auch nicht. Ich meine, sie ist immerhin feuerwehrautorot und man kann sie abschliessen. Wie soll ich die wieder hergeben? Nur weil sie halbschreibtischgroß ist und ich nicht mal weiß, wo ich den neuen Kopierer hinstellen soll?

Auf den Schock hin habe ich erst mal einen der vier Schränke im Wohnzimmer entrümpelt und eine Flohmarktkiste für Ulrike fertiggemacht - sie leitet so ein Tagesgruppenheim und zweimal im Jahr ist Trödelmarkt. Die ziemlich große Pappkiste (ratet mal welche ... die liefern Blechkisten in Riesenkartons, sag ich Euch ...) war im Nu voll. Leider kamen in der Zwischenzeit schon wieder neue Pakete, denn einiges war über Weihnachten wohl im Stau. Glücklicherweise war auch meine Schlafmaske von Jamz dabei und so kann ich jetzt ermattet in die Kissen sinken. Neujahrsvorsatz Nummer Drei: Erweitere Mantra von “keine Taschen” auf “no shopping”.

  1. Gesund werden.
  2. Nicht ärgern über Leute, die immer nur im zweiten Gang leben.
  3. No more shopping for completely sinnloses Quatsch and Krams.

Oh-meine-Güte. Das ist ja nicht zu schaffen ;-)
# 28. Dezember 2000 um 11:00 PM
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