Moving-Target.de

Dies ist ein privates Blog und dies istdie vermaledeite Datenschutzerklärung.

Navigation

Aktuell | Rubriken | Archiv seit 1996

Blogosphärisches | Blogroll | Über ...

Aktuellste Einträge:



Letzte Kommentare:

Linn in Von Arschlöchern lernen: War das auf Facebook? Als ich den Anfang des Artikels las, wollte ich auch auf jeden Fall ...

Britta in Norwegen in Der vierte Wunsch: Vielen lieben Dank für die letzten Einträge - und den Elfen. Hmpf, ich weiß nicht wie ich es ...

Graugrüngelb in Es gibt da einen Haken. Jetzt.: Das ist ja ‘ne nette Idee. Ich fahre ja in den urlaub immer mit diesen Handtuchhaken, die man über ...

Thomas Arbs in Mittwochs im Düsseldorf: Das ist phantastisch. Es ist schwer zu schlucken, aber es soll ja auch nicht leicht sein. ...

melody in Mittwochs im Düsseldorf: (Ich weiß, dass der liebe echte Löwenherz gegen Muslime in den Krieg gezogen ist, aber die ...

Kontakt

Impressum

Datenschutzerklärung

powered by ExpressionEngine








Donnerstag, 02. November 2000

Schublade, ick hör dir klappsen. Wie doof ...


Schublade, ick hör dir klappsen. Wie doof ist das doch, wenn man gleich für eine Yuppie-Idiotin mit nervösem Handy-Tick gehalten wird, nur weil man einmal in 34 Jahren unterwegs per Handy und Laptop Verbindung mit dem Internet hält ... Finanziell betrachtet war das sicher nicht schlau, aber die hundert oder höchstens zweihundert Mark interessieren mich ehrlich gesagt nicht so sehr. Ich wollte das probieren, ich hatte einen Heidenspaß und das ist es, was zählt. Es ist klasse, von überall erreichbar zu sein, Bilder von der Digicam direkt auf die Platte laden und bearbeiten zu können und mobil zu sein mit den Dingen, die einen interessieren. Bevor man in der Gegend rumzappelt und eine Telefondose anbettelt, doch mal eben das Modem ranzulassen, nehme ich doch lieber das Handy. “Sorgen” (ist ja in Wirklichkeit doch nur Neid *g*) muss man sich erst machen, wenn ich auf einem Tretroller mit integriertem Handy ankomme, während neben mir her ein Butler joggt, der dienstbeflissen alle paar Meter einen Schluck gekühltes Mineralwasser reicht ;-)
Gestern im Zug habe ich einen Stapel Zeitungen durchwühlt, den jemand da hatte liegen lassen, und einen Artikel gelesen, in dem es um Neue Medien, Zukunft und Arbeitsplätze ging. Irgendwie war ich fest davon überzeugt, ich hätte ihn rausgerupft und mitgenommen, aber ich find den jetzt nicht mehr? Dabei war das schon ziemlich interessant, es ging um Quereinsteiger in die Branche und ob die in ein paar Jahren abserviert werden würden, wenn die Kids mit den entsprechenden Studiengängen nachgerückt sind. So nach dem Motto “lieber jetzt nicht das schnelle Geld machen, ohne qualifizierte abgeschlossene Ausbildung wird man sonst mit 45 (wenn man jetzt Mitte 20 ist, davon ging das wohl aus) in die Reihe der Sozialhilfeempfänger einrücken und dort den Rest des Lebens hängen bleiben”. Kleiner Nachtrag zu Halloween? Naja, in Deutschland wird es wohl immer so sein, dass man mit einer abgeschlossenen Ausbildung und entsprechender Berufserfahrung grössere Chancen hat. Aber auch das allerfeinste Studium und die schönsten Scheine helfen nicht, wenn keine Power und Initiative dahinterstecken. Mist, ich finde das nicht mehr :-( da war so eine schöne Liste mit Tipps rund um das Überleben als Quereinsteiger dabei, die mir jetzt aber alle nicht einfallen, weil ich ja dachte, ich könnte das in Ruhe noch mal lesen ... Hmpf.

# 02. November 2000 um 11:00 PM
0x FeedbackDrucken





Mittwoch, 01. November 2000

4.30 UhrHellwach. Der Hase sitzt vor meinem ...


4.30 Uhr
Hellwach. Der Hase sitzt vor meinem Fenster im Flieder, er rennt erschrocken in Richtung Dünen davon, als ich vom Fensterbrett klettere und durch den Garten in Richtung Meer gehe. Meine Nase läuft. Ich könnte natürlich durch die Tür, aber so ist es schöner. Muskelkater in jedem Knochen und dsa Gefühl, ganz unglaublich lebendig zu sein, wenn man die Nase gegen den Wind stemmt und zum Wasser stapft. Um kurz vor 6 noch eine Stunde schlafen. Seelig. Entspannt.
11.20 Uhr
Niemand spielt Akkordeon auf der Fähre. Ich würde nicht sagen, dass ich die Sturmwarnung sonderlich vermisse, aber wegfahren von der Insel ist nicht so schön wie hinfahren, das steht fest. Ich esse frische Garnelen in heissem Knoblauchöl, Baked Potatoe mit Dip und trinke Apfelschorle. Die kleinen Jungs (wieder eine Schulklasse) beäugen gierig den Laptop, über den Lautsprecher singt “Jürgen” vom großen Bruder und ich habe eine Steckdose gefunden. Das Leben ist wunderbar, denn ich fahre nach Hause, zurück zu Oliver. Die Bengel vom Nebentisch sind beinahe in Ohnmacht gefallen, als ich gerade das Handy an den Laptop klemmte. Dabei habe ich diese Seite noch nicht mal hochgeladen ;-)

13.09 Uhr
An manchen Tagen sieht man einzelne Menschen wie scharf gestochene Großaufnahmen. Der spitznasige triefäugige und totenbleiche Zehnjährige mit der schmuddelbeigen Oppamütze, der lächerlichen Hose mit riesigen Taschen am Schienbein und dem Rucksack, der fast so hoch ist wie er selbst, schleift zwei weitere Taschen mit sich und tritt sich dabei ständig selbst auf die offenen Schnürsenkel an den lachhaft dicken Schuhen. Diese Kinderkarikatur, er ist nur einer von vielen, die alle so oder schlimmer aussehen. Sind die in dem Alter so? Waren die schon immer so?

Die siebte oder achte bebrillte Blondine in hohen Stiefeln mit Absatz, bizarr hoch umgekrempelten Jeans, schwarzer Lederjacke und City-Rucksack - oder ist es immer dieselbe, und sie ist den ganzen Tag damit beschäftigt, ein- und auszusteigen aus Zügen, durch Abteile zu wandern und Taschen und Kaffeebecher vor und zurück zu tragen? Das schöne schwarzhaarige Mädchen mit dem langen dicken Zopf trägt ihr Baby in so einem Teil zum Umschnallen vor sich her, es beobachtet vergnügt (mit dem Gesicht nach vorn) die Gegend. Sie sieht aus, als könnte sie Schlaf brauchen. Der bärtige Mann hat eifrig sein Sony-Notebook aus dem Koffer gekramt, als er meines erblickte. Sony Vaio - irgendwie zu lila, wackelt auch hin und her, aber ich war so nett und habe es bewundernd gelobt. Die besoffenen Kölner Kegelclubweiber sind ausgestiegen: Ordinäre, verlebte Frauen - fast alle rötlich getönte Haare, “praktische” Kurzhaarfrisuren - das und der Alkohol verleihen ihnen eine bemitleidenswerte und schmuddelige Schwesternschaft. Sie schwanken wie Zombies auf dem Weg den Bahnsteig hinunter und haben auch den leeren Blick. Ich glaube ehrlich und ernsthaft, dass ich mit 45 lieber tot wäre als so eine. Aber das ist müssig, ich kann weder kegeln noch saufen noch mich in eine Gemeinschaft aus derart gestylten Frauen einfügen. Yippie ;-)

14.28 Uhr
Hiermit erbitte ich untertänigst die offizielle Erlaubnis, die nächste Person, die mir UNAUFGEFORDERT einen guten Rat zukommen lässt, mit der flachen Hand quer durch das Gesicht schlagen zu dürfen. Zum Wecken, versteht nicht, nicht mal aus Aggression. Es ist sowas von ermüdend und nervtötend, wenn jemand sich zum ehrenamtlichen Berater, Erziehungsberechtigen oder Aufpasser berufen fühlt. Ich möchte mit den Füssen aufstampfen und fragen “kannst du deine verdammten persönlichen Defizite nicht woanders kompensieren???” und wer weiss, wenn diese Dame ihr orangebraunes schmales Faltenmündchen nicht bald hält, werde ich es auch tun. Erst habe ich ein Buch empfohlen bekommen (ich lese die Stumme Herzogin und sollte doch lieber ??? hab ich vergessen lesen, der diese Epoche in Sizilien weit treffender beschreibt). Nun ist Cola ein ungesundes Getränk und dann fingen die Ernährungstipps an. Es ist grausam von mir und ungerecht, aber wenn sie nicht so alt und faltig wäre, würde sie mich nur halb so sehr nerven. Übrigens, ihre Nichte hat auch ein Internet. Das ist schön. Ich fand ja schon immer, jeder sollte eins haben.

In diesem Sinne ....

# 01. November 2000 um 11:00 PM
0x FeedbackDrucken





Seite 4 von 4 Seiten insgesamt. « Erste  <  2 3 4