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Ein Feuer, das ein Haus oder einen Teil davon vernichtet, dauert nur wenige Stunden. Aber es kostet Jahre.

Normalität ist etwas, das uns immer noch zu entgleiten droht in dieser Twilight Zone zwischen der Rückkehr in unsere Wohnung und der Verarbeitung des Traumas.

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Mittwoch, 29. November 2000

12:05EasyEverything Internetcafe, ich schreib mir selbst ne ...


12:05
EasyEverything Internetcafe, ich schreib mir selbst ne Mail. Die hol ich dann mit dem Laptop ab und lade sie ins Diary hoch, damit Ihr was zu lesen habt. Hihihi. Fünfhundert Plätze gibt es hier, rund um die Uhr geöffnet, gegenüber ist der Hauptbahnhof, ich habe eine Scheibe Glücksgefühl, genau richtig für heute. Rechts, links und geradeaus sitzen sie alle, die Geistesverwandten, Seelenbekannten, und tippen in Hotmail, GMX und AOL-Mail. Ein winziges Stück virtuelles Zuhause. Menschen, denen man nichts erklären muss, die sind genauso. Links ist ein sehr großer, sehr schlaksiger rothaariger junger Mann. Wir sind gleichzeitig an diesen Platz gegangen - er von links, ich von rechts. Haben uns eingeloggt, sind auf die Mailabrufseite gegangen, die wir beide jeweils nutzten ... haben gelesen ... und haben gleichzeitig angefangen zu tippen. Aber auch beide mit mindestens 350, wenn nicht sogar 400 Anschlägen in der Minuten. Dann haben wir gleichzeitig aufgehört und uns verwundert angesc haut. Gegrinst. Und weiter"gearbeitet”.
Es war superwunderschön gestern. Termin war OK, das hat bestens geklappt, und dann habe ich jemanden zum ersten Mal getroffen, mit dem (der) ich schon seit Jahren Kontakt habe. Wir haben beieinander sofort eingeloggt, sind absolut kompatibel. Minus anderthalb Sekunden, schon waren das Gesicht und die Gesten absolut vertraut und wir haben geschwatzt und gelacht, als hätten wir uns nur jahrelang nicht gesehen statt noch nie. Wieder gilt, dass ich nicht schreiben werde, wer es war, weil ich nicht weiß, ob es ihr recht wäre - jemand ohne Homepage, ohne Online-Diary ist vielleicht ja auch bewusst nicht im Web präsent *g* Aber es hat mich sehr gefreut und ich hoffe, wir wiederholen das bald.

12:25
Die Internetterminals sind in die Wand eingelassen, also in eine etwa 140 cm hohe Holz-Stellwand. Auf der Wand, an der ich tippe, hängt eine Asiatin. Mit “hängt” meine ich, sie hat sich auf das Ende der Stellwand gehängt, mit dem Kinn, und hängt da. Ob sie auf jemanden wartet oder eine neue exotische Entspannungsmethode entwickelt, weiß ich nicht zu sagen. Sie hängt da seit gut 40 Minuten. Plätze sind reichlich frei, falls sich das jemand fragen sollte. Rätselfrage. Wer geht ins Internetcafe und ruft dann Notepad auf, um zu schreiben, statt zu surfen? Genau. Aber es ist mir durchaus ne Mark die Stunde wert, auf einer großen Tastatur zu hämmern und nicht komisch dafür angeschaut zu werden. Das große RedHead neben mir ist sicher ein Engländer oder Ire. Er muss seine Beine fast um den Stuhl knoten, wenn er sich unglaublich konzentriert vorbeugt und in dieser irren Geschwindigkeit in die Tasten hämmert. Er hat geniest und ich habe ganz automatisch “bless you” gesagt statt “G’sundheit”, weil er in meinem Kopf ein fach englischsprachig ist und Colin, Henry oder so heißt. Hat aber nur gegrinst.

Gleich noch ein Termin, und um 14.15 Uhr oder so fahre ich in Richtung Melle :-)

Morgen ist dann endlich der erste Adventskalendertag. Beinahe hätte ich gestern abend schon den ersten Tag hochgeladen, so übermüdet war ich. Etwas verärgert über mich selbst habe ich festgestellt, dass ich eine neue Übermüdungsangewohnheit habe. Statt “hmm hmm” zu sagen, egal wer, ob und was gesagt wird (das war auch übel ... *hüstel* hat nun aber aufgehört), wiederhole ich das, was ich zu sagen habe, mindestens dreimal. Wie so ne tüddelige Oma. Nicht, weil ich es meinem Gegenüber nicht zutraue, sich das beim ersten Mal zu merken - sondern wahrscheinlich eher, damit ich selbst auch zuhöre. Wenn ich ausgeschlafen habe, ist es weg. Notiz: Muss dringend öfters ausgeschlafen sein.

Ich sitze hier und blinzele. Redhead ist gerade aufgestanden, um seine Jacke anzuziehen. Dann hat er mir seinen Internetcafe-Bon gegeben und gesagt “here you go - another 45 minutes” und bevor ich mich bedanken konnte, war er weg. Dann kam er plötzlich noch mal wieder, um das Passwort draufzuschreiben (man kann sich hier wieder neu einloggen, wenn die Zeit um war, klar, und deswegen muss man ein Passwort vergeben). Er gab mir den Zettel und plötzlich sagte er “gotta catch a train” und beugte sich so herunter, um mich um die Schultern zu knuffeln - also so, wie man sich von jemandem verabschiedet, den man ewig kennt. Weg war er, und ich sitze hier mittelschwer verwirrt und schaue auf das Passwort: CollinGww. Mamma mia, hatte der grüne Augen! Fast so schön wie die von Olli. Aber nur fast. Ich fühle mich, als wär ich 14. Hoffentlich ist das legal. Ich meine, es ist nicht so, als wäre diese Knuffelei meine Schuld gewesen oder so *g* ich fremdele bei Fremden eher ziemlich.

Puh. Ich muss rennen ;-)

# 29. November 2000 um 11:00 PM
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Dienstag, 28. November 2000

9 Uhr 10Gut eine halbe Stunde zu ...


9 Uhr 10
Gut eine halbe Stunde zu früh am Flughafen. Fünfeinhalb Mark für einen Cappuccino, der fast nur aus Schaum besteht. Ziemlich viele Anzugmänner, die alle sehr gleich aussehen. Rennt nur, hastet und hetzt. Gebt Eure Seele für das, was ihr für eine Karriere haltet, während Ihr über Euer neues Auto und den Golfplatz nachdenkt. War ich auch so dumm? Na klar. Unzählige Überstunden der Vergangenheit garantieren mit einen Platz im muffigen Bürokarrierehimmel. Wie blöd nur, dass ich nicht mal tot dahin zurückkehren würde ;-)

Ich habe ein neues Mantra. KEINE TASCHEN, lautet es. Nein, ich werde keine Tasche kaufen. Nicht hier am Flughafen und auch nicht in München. Zwei Handtaschen in London, eine kleine Reisetasche schon vorher ... ganz zu schweigen von den anderen Sünden in Schrank, Regal und Garderobe - und was ist mein Handgepäck? Ein hässlicher Pilotenkoffer, der eine Tonne wiegt *schluchz* es ging aber nicht anders, zwei schwere Taschen schaffe ich nicht - eine schon. Wenn es in München auch so warm ist wie hier, werde ich schon im Flughafen durch die Bodengitter tropfen. Kleiner Tipp: Kauft Euch während einer Hormonbehandlung keine Jacke. Sobald Ihr eingestellt seid, ist sie zu warm oder kalt.

Der Akku ist gleich leer, habe vergessen, ihn aufzuladen. Ich könnte mich vor der Säule da vorne auf den Boden legen und in 2 m Höhe die Steckdose ... na gut. Sicher gibt es auch in München Computer und Internet. Gibt es doch???? Wenn nicht, ist es auch nicht schlimm. Ich, ich brauche nur Strom.

12.45 Uhr
S-Bahn (oder U-Bahn?), unterwegs zum Marienplatz. Wir haben eine Menge Spaß, diese Münchner und ich. Wer auch immer sich diese wunderbaren Fahrkartenautomaten ausdenkt, viel kann er für die Besucher von Großstädten nicht übrig haben. “Marienplatz” murmelte ich vor mich hin und liess versuchsweise ich einen Finger über einer Taste schweben, da kreischte es von links unten “NEIN! Nehmen Sie eine Streifenkarte, das ist preiswerter!” Brav erwarb ich also eine Streifenkarte. Nur: Als ich mich umdrehte, um zu fragen, was eine Streifenkarte eigentlich genau ist, stand ich alleine. Nun gut, ja, jetzt und nach hilflosem Herumgefrage weiss ich auch, dass der Stadtplan in - bunte - Fahrtzonen unterteilt ist, von denen man jeweils eine mit zwei Streifen von dieser Karte gegenstempelt, bzw. eben die Summer dieser Streifen, die man braucht, um von Ziel A bis Ziel B zu gelangen. Bloss war genau da, wo ich war, kein solcher Stadtplan, sondern nur ein Automat pur. Internetcomputer gibts inzwischen für jeden Hirnlevel, aber F ahrkartenautomaten werden von Menschenfeinden designed, das steht fest.

Recherche auf dem Strickmuster der öffentlichen Verkehrsmittel ergab, dass ich keinen falschen Zug nehmen konnte, da sie alle früher oder später bzw. mit nur wenig Abstand den Marienplatz anpeilten. Also marschierte ich mit dieser frisch erworbenen Sicherheit im Umgang mit fremden Städten abwärts und nahm auf dem Weg noch eine fragend umherirrende Touristen mit. Die ältere Dame hatte von mehreren Münchnern ein “da gehns da runta und schauns” oder so ähnlich zur Antwort erhalten, als sie fragte, wie man denn zum Ostbahnhof kommt. Ich versprach, sie rechtzeitig aus dem Zug zu schubsen. Kein Problem, denn es kommen ja auch immer Durchsagen, an welcher Station man gerade hält.

“Hmpfmummummähtschrrkss.” sagte der Schaffner und die Tür schloss sich hinter der dritten oder vierten oder fünften Haltestelle, während wir uns nur noch verwirrt ansahen. Fünf Minuten vorher (ungefähr auf der Höhe von Hrgrrskkkpfüm) war dann endgültig klar, dass die schaffnerlichen Durchsagen keine Hilfe sein würden. Nun habe ich Nackenschmerzen und bin mal wieder froh, groß zu sein, denn der Schaltplan der S-U-Bahn ist an der Wagendecke. Welcome to Bavaria *g*

16.28 Uhr
Es war supernett und gemütlich im Ratshauskeller. Ob es meiner Gesprächspartnerin recht ist, hier namentlich erwähnt zu werden, weiß ich nicht, aber ich winke kräftig rüber !!! Weihnachtsmarkt ist auch, aber den konnte ich mir leider nicht angucken. Macht nichts, mit etwas Glück schaffe ich das morgen mittag. Eigentlich mag ich die Verkehrsnetze in Großstädten. Sie sind so eine wunderbare Mischung aus Spiel, Spaß und Überraschung. Ich sitze immer in der ersten Reihe. Die Bahn kommt und Menschen sind immer spannend zu gucken. Sie gucken mich auch. Es ist wie eintauchen. Ein kurzer Schwatz, vergleichbar mit der Chatkultur - ein “wohin, ah so, wie nett, find ich auch, nein wirklich ...” und dann sind die Münchner auch nicht mehr solche Eismenschen, wenn sie auch deutlich langsamer tauen als die Düsseldorfer. Der Akku ist gleich leer. Es ist zu warm. Wieso bin ich immer zu warm oder zu kühl angezogen, wo auch immer ich bin? Das ist nicht fair. Nun habe ich es schon geschafft, meinen Fetisch so klein zu falten un d zu planen, dass ich mit einer einzigen Pilotenkoffertasche unterwegs bin statt mit einem Gefolge aus acht Leibeigenen, die die 24 Koffer tragen und meine Rikscha ziehen, und nun passt sich das Wetter mir nicht an! Beschwerde.

# 28. November 2000 um 11:00 PM
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Montag, 27. November 2000

Tiger im TankEs geht auch ohne Erschöpfung. ...


Tiger im Tank
Es geht auch ohne Erschöpfung. Gut zu wissen :-) Und schaut mal: [url=http://www.weihnachtswelle.de]http://www.weihnachtswelle.de[/url]
Vier Tage sind nicht viel, aber es passt manchmal endlos viel hinein. Entschlossen habe ich mich der Weihnachtsgeschenke-Planung gewidmet, da ich nicht abschätzen kann, was der Dezember so bringt an Arbeit oder Gesundheit. Wir sind auch fast fertig. Mails sind elend viele liegengeblieben, aber mehr als so immer 10 oder 20 nacheinander mag ich auch nicht abarbeiten. Tja, und dann war da noch ein sehr netter Onliner, der in dieser Gegend vorbeischneite - ein Weihnachtsmarkt, den eine Freundin von mir organisierte - der oben eingelinkte Adventskalender. Morgen fliege ich nach München, wo ich neben lauter Terminen auch mindestens ein nettes weibliches Wesen treffen werde, darauf freue ich mich schon - und am Freitag beginnt das Wintertreffen des Wellen-
brechers.

Zum Surfen und Lesen blieb da leider nicht viel Zeit, dafür kamen irgendwie noch mehr Mails als sonst durch. Viele liest man so mit, beteiligt sich nicht selbst und verschafft sich nach und nach einen Eindruck von einer Gruppe, einer Person oder einem Projekt. Einige sind immer noch absolut Klasse. Andere sind ... versuppt. Man kennt das ja, wenn jeder jeden kennt ;-) jeder mit jedem schon mal Kontakt hatte, fast jeder einen kleinen Gefallen schuldet oder tun will ... Die Kommunikation ist geprägt von Verbindlichkeiten. So kommt es mir immer häufiger vor im Web. Kaum noch echte Meinungsäusserungen, da wird political correct immer schön mit verkrustetem Schleim gearbeitet. Wenn X einen Wettbewerb organisiert, weiß man vorher, dass Y bei den Siegern sein wird - wenn Z einen Preis auslobt, kann man auch da bekannte Gesichter erwarten. Berichtet Y, weiß man vorher schon, wer als besonderes Highlight dargestellt werden wird. Wird XY kritisiert, springen alle in die Bresche, schon aus Prinzip. Und so weiter, und so weiter. Objektivität spüre ich kaum noch. Mal von den “Ach was hab ich doch wieder wichtige Kontakte” und den “Seht her, auch hier bin ich gut Freund” Leuten abgesehen, die ziemlich zu meiner Belustigung beitragen, fällt mir das in letzter Zeit immer unangenehmer auf. Diese Spielchen sind es wohl, die das deutsche “Vitamin B” ausmachen. Naja, es gibt ohnehin wenig Gründe, stolz auf die deutsche Nationalität zu sein. Genaugenommen fällt mir gerade keiner ein, der nicht hervorgekramt und runtergeleiert klingen würde. Dann lasse ich es halt.

Was hingegen sehr viel Spaß macht und sehr gut klappt, ist der Adventskalender. Tolle Leute, super Beiträge, eine hinreissende Vielfalt, ich bin total happy mit dem, was wir da tun. Da ich mir Sorgen um meine Leistungsfähigkeit und die pünktliche Abwicklung gemacht habe - und da ich unbedingt noch eine Prise Pressearbeit investieren möchte! wenn mensch denn schon projektleitet, dann doch richtig *g* - habe ich erbarmungslos die Deadline auf den 26. November festgelegt, die ersten 14 Tage komplett hereingekrallt und kann nun beruhigt zuschauen, wie die restlichen Beiträge eintrudeln. Fast beruhigt, denn schöner ist es natürlich schon, wenn man alle zusammen hat und sich dem täglichen Genuss des Hochladens hingeben kann :-)

Apropos Genuss oder ähm ... nun ja, das ist Geschmackssache. Ich hätte es anders gelesen und vieles, alles, jeden Satz anders betont, aber jeder Mensch ist ohnehin anders und manche sind vielleicht auch hm heiser? Hier kann man jedenfalls jetzt dem Text “Aber bitte mit Sahne” lauschen: Erotisches zur Nacht. Die Pointe ist komplett versaut, denn der Gag an dieser spezifischen Geschichte ist folgender: Die Protagonistin tagträumt in einem Strassencafe so vor sich hin und stellt sich vor, wie sie den Kellner vernascht. Dieser junge Mann wiederum stört sie dabei und es rutscht ihr heraus, dass sie von ihm eine erotische Fantasie hatte - woraufhin er ihr anbietet, diese in die Realität umzusetzen. Die Pointe ist, dass die gackernden alten Hennen vom Nebentisch völlig fassungslos über diese Anbandelei zwischen zwei Fremden sind, die so schnell zur Sache kommen - aber in Wirklichkeit ist es ihr eigener Freund, der ihr die eigene (gemeinsame) Telefonnummer gibt. Bedauerlicherweise wird aus “unserer Telefonnummer” bei diesem Vorlesen aus unerfindlichen Gründen ein “seine Telefonnummer”. Tja. Was soll ich dazu sagen. Besser nichts, sonst muss ich mich selbst zensieren. Nur eins: Die anderen hatten’s alle kapiert *grmpf*

Eigentlich auch egal. Ich freue mich, dass die schlimmen Nebenwirkungen meiner Medikamente jetzt abgeklungen sind und noch mehr freue ich mich, dass die Leute abgeklungen sind, die mir erklärten, dass es gar keine Nebenwirkungen geben könne. Ich freue mich für jemanden, dem ich versprochen habe, nicht zu sagen, warum ich mich für sie freue, und auch nicht wer es ist, aber ich freue mich ganz doll *g* Wenn ich die Lust an dem ganzen Chaos hier verliere, denke ich momentan bevorzugt an meine Freundin Ulrike, die mit 45 ihr zweites Studium abgeschlossen hat und nun mit voller Power so richtig loslegt, das ist doch mal ein Vorbild: Wetten, es gibt Leute, die erschreckt zusammenzucken bei dem Gedanken, dass es Frauen mit noch weit mehr Energie und Zielgerichtetheit gibt? *ggg* Und ich denke an das kommende Wochenende mit den Wellen-
brechern und freue mich schon. Offline werde ich nicht sein, jedenfalls nicht durchgehend. Aber das hattet Ihr Euch sicher schon gedacht *g*

P.S. die Handyrechnung ist gekommen. Online gehen über Handy mit dem Laptop kostet ziemlich genau eine Mark in der Minute. Wenn man bedenkt, dass ich also relativ wenig dafür ausgegeben habe, um einen grösseren Auftrag per Mail pünktlich zu bestätigen, von dem ich sonst nicht rechtzeitig erfahren hätte, ist das verdammt preiswert :o)

# 27. November 2000 um 11:00 PM
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Donnerstag, 23. November 2000

Es hat keinen Zweck, ich kriege alleine ...


Es hat keinen Zweck, ich kriege alleine einfach kein Bild hin, auf dem ich einfach gerade heraus in die Kamera sehe. Also habe ich den Kids von der Klapse dann irgendwann eins aus dem Sommer geschickt, sie basteln nämlich eifrig an einer Collage, über die ich nichts genaueres weiß. Die geplante Schreibwerkstatt ist ausgefallen - und so habe ich völlig vergeblich die Neuigkeit herausgezögert, dass Walt und Frank die Klapse 18 fertiggestellt haben. Lesen! :-)
Heute ist der 10. Tag, an dem ich die Schilddrüsenhormone nehme. Meine Füße, die ohnehin auf dem Weg der Besserung waren, sind endlich keine geschwollenen Klumpen mehr, sondern wieder normal proportionierte, knochige Gehwerkzeuge (kann auch teilweise am kälteren Wetter liegen, ich weiß). Dafür friere ich zum ersten Mal, wenn es kalt ist. Aber eben auch nicht immer. Ergebnis: Statt einem fällig gewordenen neuen Wintermantel habe ich zwei gekauft, einen ganz superleichten - und eine warme Kuscheljacke. Ich schwitze schon, wenn ich sie nur ansehe ;-) aber ich werde dankbar dafür sein, wenn ich es schaffe, ein paar Wochen auf die Insel zu gehen.

Wobei da immer noch Klärungsbedarf anliegt. Ist es nun gut oder schlecht, in eine derart mit Jod gefüllte Luft zu gehen? Sehr anregend, das ist klar. Aber kann das auch nachteilig sein, wenn man sowieso schon erschöpft ist? Ich merke die Ungeduld und Ungläubigkeit einiger Mitmenschen, die mich nur als Powerpaket mit unerschöpflichen Reserven kennen und die offensichtlich gar keine Lust haben, es wahrzunehmen, dass ich momentan Phasen schlimmer Erschöpfung habe. Da wird dann teilweise bis zu achtmal am Tag nachgefragt, warum ich denn eine (private) Mail immer noch nicht beantwortet habe, oder ich werde am Telefon angezickt oder Leute reagieren völlig abgenervt, weil ich spontane Einkaufstrips kreuz und quer durch den Großraum Düsseldorf ablehne. Finde ich nicht besonders toll.

Normalerweise bin ich morgens aufgestanden und war da. Jetzt habe ich eine Anlaufphase. Jaha, die haben viele, aber ich muss mich erst daran gewöhnen ;-) Normalerweise habe ich mich hingesetzt und begeistert 12 bis 15 Stunden das getan, was gerade anlag. Das sind jetzt 8 Stunden und ich muss mich erst mal hinlegen. OK, acht Stunden sind genug, um meine Arbeit vernünftig zu machen - trotzdem habe ich das Gefühl, mir hat einer was geklaut. Angeblich nimmt man das Schilddrüsenmedikament und alles, alles wird dann bald gut. Das sage ich mir, wenn ich von Gelenkschmerzen gebeutelt herumliege und warte, ob es besser wird. Oder Kopfschmerzen habe, die sonst nicht zu meinem Leben gehörten. Oder lauter Dinge richtig in meinen Tag einplanen muss (Wäsche, Einkaufen, Leute besuchen), die ich vorher locker eingeschoben habe, ohne es auch nur zu merken.

Meine Standardantwort auf ein “Was ist denn los, Du siehst ja elend aus” lautet nun “Eines meiner lebenswichtigen inneren Organe hat den Dienst quittiert und ich muss nun erst mal schauen, wie und wann die Medikamente wirken. Niemand fragt nach, welches Organ. Ich sage nicht “meine Schilddrüse funktioniert nicht”, denn ich bin nicht daran interessiert, die geistige Verblödung dieser Nation auf eigene Faust zu bekämpfen. Es ist nämlich nicht meine Schuld, dass so viele dicke Leute ihre Schilddrüse als faule Ausrede nehmen, meine ist nun mal tatsächlich hinüber. Ich habe es voll und ganz satt, immer mit ausbaden zu müssen, was andere verbocken. Denn: Ich selbst bin weder träge noch faul noch benutze ich fadenscheinige Ausreden oder gehe immer den Weg geringsten Widerstandes, basta. Warum also soll ich mir anhören, dass manche Leute sich selbst belügen? Das weiß ich doch.

So richtig einfach ist das alles also nicht zur Zeit. Ich tröste mich mit Einkaufen von Klamotten, Accessoires, Büchern *hüstel* und ein paar Weihnachtsvorbereitungen und der Vorfreude auf München nächste Woche. Außerdem freue ich mich schon sehr auf den Weihnachtswelle-Adventskalender des Wellen-
brechers. Die ersten Texte sind eingetrudelt und gefallen mir wirklich sehr gut. Ich darf sie als einzige schon alle lesen, ätsch - und ich werde sie pünktlich hochladen im Dezember, versprochen :-)

# 23. November 2000 um 11:00 PM
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Freitag, 17. November 2000

Miss Peppermint, Ihres Zeichens Prinzessin aus dem ...


Miss Peppermint, Ihres Zeichens Prinzessin aus dem Hause Main Coone, hat es nun geschafft, mich über Nacht in die Besucherritze abzudrängen. Ich erwachte morgens noch dichter an Oliver als sowieso schon und Fräulein Minz lag sehr lang und sehr entspannt in meinem Bett - quer natürlich. Beim Duschen merkte ich dann auch, wie sie das gemacht hat: Sie hat mich gekratzt, am Hintern nämlich, und ich muss dann ausgewichen sein. Lauter kleine Kratzspuren an Hüfte, Oberschenkel und Hinterteil. Mit jedem Pieks bin ich weiter zur Seite gerutscht, darauf könnte ich wetten. Leider findet die andere Erziehungsperson von diesem grauen Wuschelklops dieses Benehmen ganz unglaublich putzig. Auch, wenn er morgens zusammengeknautscht erwacht, weil die Miss sein Fussende belagert. Männer.

Eigentlich müsste ich hier sitzen und Geschenke für die Geburtstagsparty heute abend einpacken, aber das ist so stressig, wenn zwei aufmerksame Plüschkugeln dabei unaufhörlich assistieren möchten. Einerseits kann ich Menschen nicht verstehen, die ganz ohne Tiere leben wollen, andererseits werde ich unsere beiden gleich mal eine Runde in den Kleiderschrank stopfen, wenn das so weitergeht. Nicht was Ihr denkt, die sind GERNE da drin, zumindest wenn ich sie nicht dort haben will. Wenn ich den Schrank wieder öffne, werden sie mich verschlafen anstarren und genervt sein, weil ich störe.

Alle Tricks versagen, die bei anderen Katzen greifen. Ein leichter Klaps: Miss Peppermint fällt begeistert um, vorzugsweise auf das einzupackende Geschenk. Schubsen? Nandi wackelt leicht und bleibt sitzen. Aufheben und wegtragen - tolles Spiel, man kommt gleich wieder. Pusten? Sie schauen verdutzt und ich würde mich nicht ein bisschen wundern, wenn Miss P. zurückpusten würde. Feste hauen geht nicht, dann lachen sie mich wahrscheinlich auch bloss aus. Im Badezimmer einsperren (einziges Zimmer mit Tür) bringt turbulente Umkippgeräusche und Kratzen an der Badematte und Umkippen von Kosmetik und Jammern vor dem Trinkhahn? hervor. Thunfisch ist aus (warum wohl). Wir werden also warten, bis Olli zurückkommt und sich einem Flusenball unter jeden Arm klemmen kann :-)

# 17. November 2000 um 11:00 PM
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