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Donnerstag, 14. September 2000

Eine amerikanische Dame besteht seit Tagen darauf, ...


Eine amerikanische Dame besteht seit Tagen darauf, mir ihr Intimleben anzuvertrauen. Nein, nicht was ihr denkt und auch kein Spam. Sie schrieb mir und ich antwortete sehr lieb und nett, dass sie wohl die falsche Mailadresse habe, ich sei nicht ihre Bekannte. Diesen unwesentlichen Einwand liess sie unbeachtet und erzählte mir prompt von den Existenzkrisen ihres Mannes und wie die pubertierenden Kinder damit umgehen. Wieder wies ich darauf hin, dass ich nicht gemeint sein konnte. Daraufhin kam dann diese Antwort, wobei ich die Absätze mit Telefonnummern, fremden Nachnamen, Anschriften und so weiter XXXe oder weglasse:

“Hi Melody thanks for the name/number—i found a parallegal two days agao who i think will be good—he agrees w. me that filing a suit and beginning the interrogs and discovery should set her in motion to release my money..hopefully..saw a listing on gem cir near you on caravan yesterday—priced at $179,000. wee bit high—very cute inside though and great pool/spa area—
Melody—now this is a serious note…you must quit smoking—a longtime girlfriend—known her since 1971—went for her mamo—they suspected 6 mos ago—-yesterday told her to have surgery—-i think the combo of cigs, premarin and her daily drinking for years finally caught up with her….so whatever you can do—you MUST throw them away—come to yoga, or walk—i’ll walk with you if you want—or whatever you can do to stop—-my girlfriend was married to dr. XXX an obgyn and she herself has been a registered nurse for years and years and knows better—-so i feel compelled to tell you that you can quit and do quit for ever..one day at a time of course—-deep breathing or whatever—-

... und so weiter, und so weiter, und so weiter. Wie Ihr Euch denken könnt, wurde es mir langsam zuviel, zumal ich sicherlich nicht aufhören muss zu rauchen - ich war noch nie so blöd, meine Lungen mit Dreck zu füllen und dafür auch noch zu zahlen. An meinem Englisch kann es auch definitiv nicht gelegen haben, dass diese Tante mich nicht versteht - sie ist einfach so in ihre eigene blubbernde Laberwelt eingebunden (woher kenn ich sowas nur ...) dass es gar nicht bis zu ihr durchdringt. Noch einmal schrieb ich also “Sorry, I am not your friend Melody. I am a German person with the same nickname. You are mailing your private messages to the wrong address, please go and find your friend.”

Die Antwort: Hi Melody: oops i guess this first went to someone else’s email address ... und dann der ganze Sabbelmist noch mal! Aaaaaaaaaaargh. Ich wechselte dann auf eine andere Mailadresse und schrieb, sie solle mich in Ruhe lassen. JETZT hat sie es kapiert - sie hatte ein O statt einer 0. Das Schlimmste daran ist, dass jede dieser Mails so euphorisch, flach und hingelabert klang, dass es genausogut auch hätte raffinierter Spam sein können. Das war es, was so nervte, nicht die Verwechslung. Well. OK.

# 14. September 2000 um 10:00 PM
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Mittwoch, 13. September 2000

Zwei Zugfahrten, zwei Bücher. Hungrig und schnell ...


Zwei Zugfahrten, zwei Bücher. Hungrig und schnell lese ich, zu schnell. Andererseits ist es eine schnelle Zeit und für langsame Bücher und deren Genuss gibt es andere Momente.

Das Blütenstaubzimmer
Frierend, röchelnd und leidend in einer Art Lebenskoma gefangen bewegt sich die Heldin von Das Blütenstaubzimmer (Zoe Jenny) durch die Handlung, alles tut weh, ist groß und grob und an der Grenze der unerträglichen Seichtigkeit des Seins. Irgendwas - nein, vieles - erinnert hier an die von Männern geschriebenen und auf wild getrimmten “junger Großkotz fickt und säuft sich ergebnislos durch die Szene”-Romane, von denen man nur einen kennen muss, um sie alle gelesen zu haben (und Bukowski einen Tritt geben will, damit er sich im Grab dreht, wie es sich gehört - und weil er ihn verdient hat). Das Leben ist ein Roadmovie, das wissen wir doch alle. Mädchen haben natürlich andere Welten innerer Qualen zu durchleben, sie leiden da schon mal eher, frieren, hungern. Die Seele verdurstet und weggehen soll dann irgendwann Erwachsenwerden symbolisieren, eine Loslösung. Das Ende lässt den Leser unbefriedigt im luftleeren Gedankenraum zurück, die Personen haben keine Gesichter, die Heldin lernt man niemals kennen, geschweige denn mögen. Es könnte ein anrührendes Buch sein, mich hat es nicht berührt. Ein Buch für jemanden, der das innigliche Leiden liebt und das pralle Leben nicht an der Hand nimmt, für solche Menschen allerdings kann ich mir Das Blütenstaubzimmer gut vorstellen. Die wunderbar leichte Idee eines mit Blütenstaub angefüllten Zimmers wird hier nur ausgenutzt, um künstlich Appetit auf ein literarisches Werk zu machen, das Annäherungen an diese Märchenhaftigkeit dann vermissen lässt. Der Name des Buchs ist weit hergeholt und künstlich aufgepropft, versandet auch direkt nach wenigen Sätzen wieder und kommt nie mehr hoch. Ansonsten fängt es mich langsam an gewaltig zu langweilen, dass soviele Leute beim Autobiographischen bereits ihre Grenzen erreichen. Ödes Buch, ausser man interessiert sich für seelenverwandte depressive Stimmungen. Ach ja, der “Catcher in the Rye” war ähnlich arm dran, aber um ein Vielfaches besser zu lesen :-) dieses Buch hier ist natürlich das perfekte snobistische Mitbringsel, wer würde sich schon trauen, ein Buch nicht zu begrüßen, auf dem steht “ausgezeichnet mit dem Aspekte-Literaturpreis” und das so einen schwummrig-abgehobenen Titel trägt.

Das Jesus Video
Ein wenig zäh beginnt das Buch, aber wenn man die ersten 50 Seiten überwunden hat, saugt die Story Dich ein - auch wenn Du insgeheim “naja” denken willst, weil Du schon längst weisst: Es geht darum, dass in einem antiken Grab ein Video gefunden wird, das erst in drei Jahren entstehen kann, weil erst dann die entsprechende Kamera auf dem Markt ist. Egal, hier zieht sich ein meisterhafter Spannungsbogen mit unerwarteten Wendungen und das Buch ist fast so schön zu konsumieren wie die wunderbaren “Haarteppichknüpfer” desselben Autors. Mehr kann ich nicht verraten, sonst nehme ich Euch den Spaß. Ist kein süchtigmachendes Lieblingsbuch, aber delikat und lecker für den Lesehunger zwischendurch :-)

# 13. September 2000 um 10:00 PM
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Montag, 11. September 2000

Mit rund 250 Mails wird mensch heutzutage ...


Mit rund 250 Mails wird mensch heutzutage für eine eintägige Abwesenheit bestraft. Ich schaue das Video von gestern abend und bewundere nachdenklich oder auch angenervt mein prachtvolles Doppelkinn - wenn diese Kindersender keine Liliputaner als Kameramänner einstellen würden, sondern so freundlich wären, von oben links anzukommen ... na, auch egal, ich wusste es ja vorher: Die 15 “aktuellen” Cortisonkilos sind noch mehr zuviel als sowieso schon zuviel und Kameras sind nun mal keine Schmeichler, im Gegenteil. Besser ‘ne selbstbewusste Dicke als ... jeder beliebige Mensch, der sich mit sich herumquält?
;-)

Ich kann’s jetzt sowieso nicht mehr ändern und es war eine nette Erfahrung, sich mal so ein Studio anzuschauen. Nur Lampenfieber hatte ich keins, ich hätte genausogut auch ins Kino gehen oder mit einem Taxifahrer quatschen können. Es war halt OK. Hotel war gut, Zugfahrt bestens, die Zeit hole ich wieder auf und die ganze Zeit gings um meine Bücher, damit kann ich leben *grins* und das Team von NBC Giga war sehr nett, extrem “jung und dynamisch” ;-) Irgendwie habe ich das Gefühl gehabt, ich beobachte lauter sehr auf sich selbst konzentrierte und ungemein mit Styling beschäftigte Leute, die sich gerade zu einem Rave aufmachen und wenig Interesse für die restliche Welt haben, aber das war auch ganz in Ordnung. Ich wollte sowieso nur ins Hotel und meine Füsse aus den Schuhen herauspellen, in die ich sie unglaublicherweise quetschen konnte. So geht’s nicht mehr weiter. Meine Füsse, mein Kinn und sowieso - ich war zwar immer schwer, aber dies hier ist zuviel. Was tut man gegen die Nachwirkungen von Cortison?! Keine Kameras von unten, jaja, ich weiss. Haha. Ich bin trotzdem froh, dass ich mir diese Erfahrung nicht entgehen liess. Schliesslich finde ich Leute eher bedauernswert, die ihr ganzes Leben in einer “das mach ich erst dann, wenn”-Haltung verbringen.

Abgesehen davon also, dass ich auf die Kamera schmolle, weil die ein Kinn zeigt, das die Spiegel hier im Haus mir glücklicherweise anders zeigen - abgesehen davon gehts mir ziemlich gut und ich muss nur dringend mal wieder eine ganze Menge arbeiten. Das tu ich dann jetzt auch mal. In den nächsten Wochen bin ich noch viel unterwegs. Ausserdem habe ich in einem Online-Auktionshaus eine 4tägige Reise nach Paris für 2 Personen ersteigert - für den Komplettpreis von unter 100 DM *g* die will auch noch gemacht werden in diesem Jahr. Naja. Eins nach dem anderen, und jetzt erst mal ‘nen Milchkaffee und die Post aufmachen und so weiter.

# 11. September 2000 um 10:00 PM
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Sonntag, 10. September 2000

Verschlafen. Ein einziges verdammtes Mal nehme ich ...


Verschlafen. Ein einziges verdammtes Mal nehme ich eine Einladung ins Fernsehen an und dann verschlafe ich. 20 Minuten, bis ich aus dem Haus muss. Bestandsaufnahme: Ungeduscht, das schaff ich noch. Einigermassen gepackt, nur anziehen sollte ich noch irgendwas, nach dem Duschen, versteht sich. Einer meiner prachtvollen Fingernägel quer (und blutig) weggebrochen, sieht natürlich aus wie abgenagt, was sonst. Das Outfit für heute, das vor drei Tagen perfekt war, wird jetzt viel zu warm sein und ich werde schwitzen und verlaufen. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Nagelneuer Pickel auf der Nase, das kann doch einen Seemann nicht erschüttern, aber mich vielleicht doch, wenn auch noch nicht um diese Tageszeit. Immer noch bin ich nicht schön und schlank, dabei hatte ich doch gestern nacht die Traumfee darum gebeten, die doofen 35 Kilo (die zwischen mir heute und mir auf dem Buchcover liegen *g*) endlich verschwinden zu lassen ... und ich bin plötzlich 15 Jahre älter als auf dem Foto, das der Sender für die Vorschau verwendet. Schönen Dank dafür übrigens, aaaaaargh!

Was tue ich hier? Ich sollte in der Dusche hin und her hupfen, statt mir einzureden, dass es Gründe für Lampenfieber gibt. Es ist nicht Angst, es ist Adrenalin, und das Zeugs ist nun mal verdammt geil. Ich werde mir unterwegs diese Klotschen-Klumpenschuhe für Kiddies kaufen, Monsterturnschuhe mit boah echt fetten Sohlen. Dann bin ich ca 190 cm groß und niemand wird bemerken, dass meine Füsse wie mit dem Blasebalg aufgepumpt aussehen, richtig? ;-) Naja, die Zeit wird wohl nicht reichen für einen Einkaufsbummel. Es ist 10:37 Uhr und nach meinem Zeitplan muss ich um 10:50 Uhr aus dem Haus. Geduscht, gepackt und am besten auch noch angezogen. Auf gehts ;-)

# 10. September 2000 um 10:00 PM
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Samstag, 09. September 2000

Zimt-Apfel-Muffins. Den Satz “scheisse, kochen kannst du ...


Zimt-Apfel-Muffins. Den Satz “scheisse, kochen kannst du also auch noch” nehme ich jetzt mal huldvoll als Kompliment, pah. Sicher kann ich kochen, ausgezeichnet sogar. Diese Muffins allerdings stammen von http://www.allamerica.de Sogar meine sehr auf gesundes Essen bedachte Heilpraktikerin kriegte ein gewisses Sabbern und nötigte mich, ihr den Kakao mit Marshmellows mitzubestellen bei der nächsten Lieferung *grins* ;-)

So riecht er am besten, der Herbst: Apfel und Zimt. Ich schliesse die Augen und wünsche mir einen klirrend kalten Winter ohne Glatteis, mit viel Schnee. Noch nicht. Aber so ab Dezember. Nie ist mir kalt, nie fröstele oder friere ich, nie habe ich kalte Hände oder Füsse. Ich liebe den Winter also mehr als die meisten es tun. Auch den Sommer und den Frühling liebe ich, ebenso wie den Herbst. Vielleicht bin ich einfach gerne am Leben und geniesse die Eigenarten (und Gerüche, Speisen, Traditionen, Kleidung) jeder Jahrezeit besonders. Kann schon sein.

Jedenfalls halte ich es eingesperrt in der Wohnung nicht mehr aus und nehme es in Kauf, dass ich langsamer und schwerfälliger bin - Hauptsache unterwegs. Erst dachte ich, dass ich jetzt die sehr sehr dicken Frauen (also noch wesentlich schwerer als ich, jaja, das gibts ... und zwar nicht zu knapp) besser verstehe, weil es nun anstrengend und schmerzhaft für mich ist, sich vorwärts zu bewegen. Aber dann war ich mit verschiedenen Bekannten unterwegs und habe festgestellt, dass die doch noch um einiges übler dran sind. Oft müssen sie sich alle paar Meter hinsetzen, schnaufen nach drei Treppenabsätzen total und weigern (!) sich, zweihundertfünfzig Meter zu laufen, wenn ein Geschäft in einer anderen Strasse ist. Zu bequem für jeden Handgriff, alles - einfach alles ist zu anstrengend. Das ist schon irgendwie erschreckend, und es liegt nicht am Gewicht - sondern an der jahrelangen Faulheit. Man kann auch mit vielen Kilos recht fit sein, aber dann muss man sich auch bewegen (reguläres Arbeiten und so lästige Sachen, beispielsweise, sollen manchen Menschen schon zu regelmässiger Aktivität verholfen haben, hmpf). Dass man nicht joggen kann, wenn man so schwer ist, das ist schon klar. Aber Radfahren, Schwimmen, Callanetics gehen bestens, und zwar nicht auf die Gelenke.

Ausserdem habe ich so eine eigene Theorie über die Art der Nahrung, die man zu sich nimmt. Es gibt dicke Leute, die sehen aus wie ekelige Schwämme und andere sind einfach “nur” sehr kompakt. Wenn man dann mal so fragt, wo die Fressgewohnheiten liegen, stellt sich meistens heraus, dass die Wabbeligeren sich fast nur von Schrott ernähren. Chips, Pommes, Döner, Cola, McDo, you name it. Gerade in Amiland, wo die Nahrung offenbar auf essbares Plastik reduziert wird, sind die Leute in sich gedunsener, schwammiger. Ein guter Grund, warum Muffins-Fertigpackungen in diesem Haushalt immer eine seltene Ausnahme bleiben werden :-) Eine Tendenz zum Schwerwiegenden ist auch in Deutschland allmählich erkennbar. Die Menschen werden immer dicker. Wer’s nicht glaubt, muss sich nur mal die Mode-Industrie angucken. Vor 10 Jahren gab es einen einzigen Hersteller für Übergrößen für Damen, inzwischen sind es Hunderte und alle sind sie erfolgreich und stets ausverkauft. Wobei ich es immer noch als Zeichen hysterischer Blödheit empfinde, wenn jemand sich wegen 15 Pfund das Leben konsequent versauert, aber ich gönne halt jedem Tierchen sein Plaisirchen *g*

Die ständigen Diäten haben zur Folge, dass immer mehr Frauen immer mehr verfetten, sobald sie das Hungern nicht mehr durchhalten - und immer früher sterben, wenn sie es durchhalten. Hungrige Frauen sind sowieso selten zufrieden und sinnlich *g* ;-) aber was gehts mich an, ich kann nur mein eigenes Leben leben und ich habe nicht vor zu hungern.

Trotzdem werde ich so - wie es jetzt ist - offensichtlich nicht ganz gesund werden. Die Füsse tragen einfach zuviel. Schöne Ironie, da kommt man bestens und gutgelaunt durchs Leben und dann haut einem so ein Unfall alle Vorurteile um die Ohren und da sind sie “endlich”, die lange prophezeiten Spätfolgen des hohen Gewichts. Was hilft da das Geplärre, dass es ein Unfall war und keine Verschleisserscheinung - die Kilos sind der Grund, dass es nicht so gut ausheilt, wie es sollte. Jeder mittelmässig intelligenzbegabte Mitmensch hat’s ja gleich gewusst *augenverdreh* und ich zwinge mich ständig, den Mund zu halten. Wenn ich mich nicht zwingen würde, meine spontanen Gedankengänge für mich zu behalten, würde ich den ganzen Tag über Dinge sagen wie “meine Güte, du bist zwar dünn, aber echt nicht besonders gutaussehend” oder “besser dick als derartig schrumpelig, doof und gehässig”. Das darf man nicht, das tut man nicht. Jede abgespleißte Alte mit braunen Hasenzähnen und Fusselhaaren darf mütterliche Beurteilungen über das Gewicht abgeben, aber sagt mal jemandem, dass die Frisur, die Klamotten und der Körpergeruch nicht gut aussehen ... das gibt nur Ärger *grins*

Obwohl ich ganz gute Erfolge mit der angreifenden Taktik habe. Ich finde es ziemlich primitiv, wenn andere Menschen sich ungemein für “dicke Fakten” interessieren und so doofe Sprüche von sich geben darüber, dass man bestimmt Massen an Stoffen braucht für die eigene Kleidung oder dass man bestimmt nicht so schnell betrunken wird, weil sich bei dem Gewicht alles anders verteilt. Ja, ich finde das auch von Bekannten und Freunden primitiv, die sich hier meinetwegen gerne erkennen dürfen ;-) aber da mache ich mir nicht groß die Mühe einer gepfefferten Antwort, die sinken eben im Rang dauerhaft ein paar Plätze nach unten. Wenn aber jemand mir nicht Bekanntes allen Ernstes glaubt, man dürfe mir ein Gespräch über mein Übergewicht aufzwingen, dann sollte das schon ein ausgesprochen schöner, junger und intelligenter Mensch sein - sonst wird er, sie oder es die Antworten nur ziemlich schwer verkraften, das kann ich garantieren. Mir reichts. Wenn ich mich mit solchem Niveau für einen Austausch abgeben würde, könnte ich ja gleich zu Hans, Bärbel oder Arabella, Oliver, Andreas oder Birte in eine Low Level Talkshow gehen ;-)

Und wisst Ihr was? Diese Menschen kramen dann prompt ihre Höflichkeit und Alltagsintelligenz hervor, die sie vorher wohl in der Hosentasche vergessen hatten - sie entschuldigen sich oder bemühen sich darum, das Gespräch zurechtzurücken und mich kennen zu lernen und sind verlegen und versuchen, die blöde Frage zu erklären etc. und wenn man es wirklich will, kann man sich spätestens dann vernünftig mit ihnen unterhalten. Ich will es aber nicht oft.

# 09. September 2000 um 10:00 PM
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