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Dienstag, 15. Februar 2000

Wolfsburg, Tag 3Viertel nach 8, ich bin ...

Wolfsburg, Tag 3
Viertel nach 8, ich bin einfach noch nicht wach und in wenigen Minuten werden die ersten Teilnehmer für die Schulung eintrudeln. Diese Stadt ist bizarr, und selbst das fröhliche Treiben im Stadtzentrum verwandelt sich bei genauem Hinsehen in dahinhastende Hausfrauen, die quäkende Kinder eilig an den bunten Fassaden entlang hinter sich her zerren, und sonst nichts. Es scheint ein Kino zu geben, und einen McDo’ und alle sprechen von dem VW-Dorf inmitten der Stadt als “das Werk”. Der Taxifahrer sagte, er habe eine Fahrt “zum Werk”, und die freundlich pauschaltalkende Empfangslady im Holiday Inn sagte “ach, Sie müssen ins Werk”. Vielleicht gibt es hier auch gar nichts ausser dem Hotel und dem Werk. Eventuell sind alle anderen Ansichten, die ich aus dem Taxi oder dem Fenster sehe, wirklich nur Fassaden und die Vorbeieilenden aus einer ABM-Massnahme. Ich werde es nicht erfahren, denn ich bin immer noch nicht gut zu Fuss und könnte einen kleinen Tretroller brauchen für die endlose Unterführung, die ich tapfer einmal abends, einmal morgens entlangstapfe, um zum WERK zu kommen.

Auch andere scheinen Realitätsverdrehungen zu erleiden. Am Montag meldete ich mich am Eingang des Tores (vom Werk), durch das ich den Schulungsraum erreichen sollte. “Ach, Sie gehören zu den Praktikantinnen, richtig?” Und wupps, sass ich wartend auf einer Bank neben drei blöde glotzenden Teenagern, denn vor Verblüffung hatte ich mich doch glatt hingesetzt. “Äh nein, eigentlich gebe ich Schulungen”, sagte ich strafend und wieder aufstehend. Obwohl er mir das nicht so richtig zu glauben schien, der gute Mann, bekam ich einen Ausweis und wurde wieder freigelassen. Nach mir stürmten ca 20 bis 30 Teenies den Raum, was mir das kleine Durcheinander etwas erklärlicher machte.

Und dann gestern morgen beim Frühstück. Ich sammelte mir vorsichtig die frischen Krabben zwischen dem geräucherten Aal heraus und lästerte gemütlich mit einem grossen Teddybär von Geschäftsmann über die internationalen Frühstücks-Unsitten ab. Ölige Würstchen für die Engländer, süsse Blätterteigteilchen für die Spanier, brrrr. Während ich mir Melone und Lachsbrötchen zusammenstellte und mich am Büffet entlangarbeitete.

Und dann die Frage, ob “a nice young lady like me was travelling alone and would like some company at night”. Dass ich nicht vor Schreck das Müsli ins Rührei gekippt habe, war auch alles. Nun bin ich sowieso ein altmodisches Mädel, denn ich rümpfe die Nase über jene jungen und alten Damen, die den Kick der ständigen Fremdgehbereitschaft brauchen, sich in der Regel einen neuen Partner zulegen, BEVOR sie den alten abserviert haben - und es keinem ersparen können oder wollen, dann auch noch dauernd darüber zu schwafeln. Vertraulich, versteht sich. Also, ich bin so eine monogame Langweilerin, und ich finde, das sieht man mir glücklicherweise auch an. Zumindest gebe ich mich sicherlich nicht so “aufgeschlossen” wie manches blondierte Dummdummdumm-Geschoss, das dort herumschwarwenzelte *g* Haut und Bereitschaft zeigte schon morgens um 7.00 Uhr. Dieser norwegische 2Metermensch muss besoffen oder lebensmüde gewesen sein. Ich habe ihn jedenfalls etwas mitleidig angelächelt und gesagt “sorry, but I prefer to read my book.” OK, das war lahm. Aber wirksam. Er wurde dann auch ganz verlegen und sagte nur noch “sorry sorry”, kam mir zum Fahrstuhl hinterher, um sich nochmals zu entschuldigen. Männer werde ich nie verstehen. Nie. Ich will auch gar nicht. Schon gar nicht in Wolfsburg.

Natürlich hatte er einen Ehering. Und wahrscheinlich in irgendeinem Vorort von Oslo ein Reihenhaus, inklusive Frau und zwei Bilderbuchkindern und nun läuft das Leben forever in geordneter Bahn. Da muss einem ja sogar Wolfsburg irgendwie prickelnd vorkommen ;-)

Alles ist hier auch wirklich irgendwie so surreal. Man zappt sich durch das Fernsehprogramm und hat plötzlich eine quieksig schweinchenrosa Dame im schwarzen Korsett auf dem Schirm, die aufs Heftigste mit den Lippen an einem grell orangefarbenen Penis zerrt. Pay TV, natürlich, aber diese Farben??? Das restliche Programm ist normal gefärbt, wahrscheinlich wird man für Pornos gleich mitbestraft oder diejenigen, die wirklich Geld für so einen Mist ausgeben, kriegen sowieso nichts mehr mit. Obwohl es nun natürlich wieder heissen kann, dass ich das nach einem so kurzen Einblick gar nicht beurteilen kann. In Wirklichkeit ist es wahrscheinlich Kunst und hat hohen Anspruch, und wenn ich nur gewusst hätte, worum es geht .... Die sicherlich vorhandene Handlung hat sich mir nämlich nicht erschlossen ;-) wie denn auch in 2 Schrecksekunden, bevor man wegzappt. Na gut, da gibt es wohl nichts zu erschliessen. Jedenfalls nicht für mich. Das hätte mir gerade noch gefehlt, Geld für einen Pay TV Porno auszugeben, in dem alle bonbonfarben sind. Irgendwie hab ich den Verdacht, dass es diese TV Channel nicht nur in Wolfsburg gibt. Aber hier kann ich das irgendwie noch nachvollziehen.

In einem Raum mit fünf Computern, und nirgendwo ein Zugang in das WWW, das Wahre Weite Web. Und kein richtig freier Tisch, ich stapele hier die Schlepptops schon aufeinander bzw balanciere gemütlich damit herum. Wieder bin ich froh, dass ich mir damals einen praktischen Laptop gekauft habe, der schwer genug auf dem Schoss aufliegt, dass man auch wirklich damit arbeiten kann, und nicht so ein schmales leichtes Etui-Dings. Die Erwägung war halb praktisch, halb finanziell, klar ;-) aber jetzt bin ich froh, und so schwer ist er ja ohnehin auch wieder nicht. Es scheint so normal, abends im Hotelzimmer online zu gehen, Kabel und Mousepads in der Tasche mitzuschleppen, mit Disketten zu hantieren und abends mal schnell zu chatten. Schöne neue Welt, ich liebe es…. und bin inzwischen in der Mittagspause angelangt. Nun habe ich eine ganze Stunde für mich, um aus dem Schulungraum im obersten Stock zu schauen und New Beetles zu zählen. Mich zum Mittagessen zu schleppen, kann ich mir sparen - deswegen habe ich ja so grossen Wert auf ein gutes Frühstück gelegt.

Zwischen Tisch 3 und 2 liegt ein langer roter Fingernagel auf dem Boden. Er ist ziemlich grauslig, ich werde bald mal dagegentreten und ihn ins Nirwana befördern. Hatte ich eigentlich schon mal lackierte Nägel? Ja, ich denke schon, so zwei- oder dreimal sicher, vor zehn oder fünfzehn Jahren. Es kann mir nicht gefallen haben ;-) und wenn ich mir diese rote Kralle so ansehe, schaudert es mich. Ob der echt ist? *kick* Die stark geschminkten und lackierten Damen voller Schmuck in “rassigen” Klamotten ;-) haben sich als die herausgepuppt, die den ganzen Tag lang immer nur eine einzige Aktion am PC wiederholen, was mich wirklich unglücklich macht. Zwar muss ich irgendwie gewusst haben, dass es solche Jobs gibt, aber richtig gut damit umgehen kann ich nicht. Die sind auch irgendwie verdammt überlebenstüchtig in ihrer Art ;-) denn sobald sie ... äh etwas nicht verstehen, heisst es direkt anklagend “das waren zuviele technische Wörter!” (Windows und so) und schon sind die anderen schuld. So. Und da steht man dann. Weia, mein Leben könnte sooo einfach sein, wenn ich nur endlich solche Verhaltensweisen lernen würde *g* ;-)

Naja, aber dann könnte ich auch den Kopf in eine Papptüte stecken und erst mal da bleiben. Und es gibt eine Menge guter Gründe, warum ich daran keinen Spass hätte ;-)

# 15. Februar 2000 um 11:00 PM
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Freitag, 11. Februar 2000

Stimmt, ich hatte mich beim Datum verschrieben ...


Stimmt, ich hatte mich beim Datum verschrieben :-) danke für den Hinweis, irgendwie war der Tag gestern so dermassen für die Tonne, dass ich ihn verdrängt haben muss.

Heute mittag ist mein Einkauf von Rossmann angeliefert worden. Shampoo, Waschmittel, Mineralstoffe, Haarlack, Kaffee (Melitta Auslese für DM 5,55 *g*) und Creme, Griessbrei, grüner Tee mit Kaktusfeige. Die Lieferung hatte ich auf heute bestellt, um Punkt 12.30 Uhr kam der Karton an. Jetzt habe ich nachgerechnet, was mich der Einkauf im Drogeriemarkt in der Einkaufszone gekostet hätte und bin zu dem Ergebnis gekommen: Ich habe ungefähr 9 DM gespart, wovon 3,90 DM wieder für Versandkosten draufgingen. Dafür habe ich aber am Samstag ausgeschlafen, auch nirgends Geld fürs Parken und Nerven für das Schlangestehen gelassen, die Lieferung kam pünktlich und obendrein habe ich zu einem guten Preis eingekauft und nicht noch eine Tonne Schnickschnack mitgenommen, nur weil er auf dem Weg zur Kasse angeboten wurde (man sollte meinen, dass ich nach der langen Zeit endlich mal aufhöre, Haarspangen und -bänder zu kaufen, die quellen hier schon aus allen Ecken). Bin sehr zufrieden! Und werde Katzenfutter, Katzenstreu usw. auch dort bestellen, die Schlepperei alleine wäre schon ein Grund - aber die Artikel sind wie gesagt auch vom Preis her OK, was ich bis jetzt so sagen kann.

Feine Sache, so ein Online-Einkauf. Gerade gehbehinderte, ältere und/oder schwer gestresste Leute werden das zu schätzen wissen. Komisch, dass man immer das Gefühl hat, irgendwie müsste das doch teurer sein. Ist es definitiv nicht. Also, mein Shopping-Tipp zum Weekend: ROSSMANN Drogeriewaren *g* mit einem Minimum an Planung lässt sich da sicher auch einiges sparen, bei mir sind es ja doch meist so Spontankäufe.

Ansonsten teilte mir einiges junge Gemüse mit, mein Eintrag von gestern sei bösartig. Gesetztere Herrschaften hingegen informierten mich, ich hätte ja sowas von den Nagel auf den Kopf getroffen, es wurde sie schon ewig annerven, wie der Nachwuchs seine angebliche Jugend heraushängen lassen würde. Dabei habe ich doch nur und ausschliesslich darauf aufmerksam machen wollen, dass die armen jungen Dinger wohl noch Lernbedarf haben, weil das Leben eben nicht vorbei ist, wenn sie ein paar Jahre zulegen :-) Wie man es macht, ist es falsch. Wenn ich endlich alt wäre, dann würde mir sowas sicher nicht mehr passieren. Aber mit pseudo-19, ich meine, wer soll das da schon wissen? Da rennt man halt rum und erzählt Leuten ganz begeistert, dass man hoffentlich mal genauso viel erreicht hat, wenn man selbst so alt ist und denkt sich insgeheim, dass man alles besser, frischer, knackiger und sowieso ganz anders machen wird. Wie alle Generationen das immer denken :-) es kann einfach nicht anders sein. Jung sein ist irgendwie auch grässlich. Oft auch für die anderen.

Vielleicht ist es an der Zeit, mal ein dunkles Jugend-Geheimnis auszugraben, ich greif mir mal wahllos eins aus der Kiste. Es war einmal vor 20 Jahren, als ich gerade 13 war, da meinte die Pubertät es nicht gut mit mir und schenkte meiner Haut wilde Stimmungsschwankungen. An einem vereinzelten Morgen (jetzt muss ich darüber lachen, denn es war wirklich nur ein einziger Morgen) wachte ich auf und hatte ganz trockene Haut unter den Augen, richtige kleine Trockenschüppchen. Und da haute ich mein Sparschwein auf den Kopf, sammelte aus den Trümmern das Silbergeld und kaufte eine Antifaltencreme. So eine “ab 40”, weil ich dachte, das müsste besser helfen. Die nahm ich dann. Und dann las ich zu meinem Entsetzen eines Tages (so ein halbes Jahr später), wie ein Topmodel in einem Interview erzählte, sie nähme ja nur Nivea denn *trommelwirbel* “sonst habe ich ja gar nichts mehr zuzusetzen, wenn meine Haut eines Tages reichhaltigere Pflege braucht”.

Und da sass ich dann, nicht mal 14, und überlegte, ob ich nun überhaupt noch etwas gegen das drohende Unheil tun konnte. Fragen konnte ich nicht, wen denn auch. Ich überlegte hin, und her. Und wieder zurück. Erwägte die Vor- und Nachteile einer reichhaltigen Pflege für die reife Frau ab 40, nicht ab 14, und die drohende Konsequenz, wenn man sich etwa überpflegte. Tja, und dann kam sie, die Akne. Niemand, der soviel Probleme mit überflüssigem Talg hat, kann sich ernsthaft vorstellen, vertrocknende faltige Haut zu haben, nicht mal mit stärkster Willenskraft. Und was sagt diese Kosmektikerin zu mir, die übrigens auch heute noch meine Kosmetikerin ist ;-) ? “Wenigstens bekommen Leute mit Akne später nicht schnell Falten”. Na, das war doch mal ein Trost. Von da an befürchtete ich natürlich, Akne-Narben zu bekommen. Hab ich nicht.

Aber inzwischen glaube ich, sogar wenn… ich denke, ich hätte es überlebt. Damals war das natürlich nicht vorstellbar, sowas zu überleben ;-))

# 11. Februar 2000 um 11:00 PM
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Donnerstag, 10. Februar 2000

Wenn man sich mit dem Azubi (oder ...


Wenn man sich mit dem Azubi (oder irgendjemand anderem zwischen 17 und 25) unterhält, ist es nur eine Frage der Zeit, bis dieser Satz kommt. Entweder erzählen sie von selbst, was sie so die nächsten 50 Jahre vorhaben und wo sie sich dann sehen - das ist die wahrscheinliche Variante. Oder man fragt mal nach, was denn so geplant ist. Und dann kommt er, dieser Satz. Eingebettet in grosse oder kleine Pläne und Erläuterungen folgt ein “ich bin ja noch jung, also ...”

Wer hat diesen bedauernswerten ehrgeizigen Kindern eigentlich erzählt, das Leben sei mit Anfang 30 vorbei und bis dahin müssten sie die spannendsten und ergebnisreichsten Dinge ihres Lebens gefälligst hinter sich gebracht haben? Mir liegt es auf der Zunge zu sagen “arbeitslebentechnisch betrachtet ist es deswegen interessant, dass Du jung bist, weil Du billig und relativ formbar bist und trotzdem ackerst wie ein Gaul”, aber das wäre nicht nett und so lasse ich das. Ehrlich, ich verkneife es mir. Meistens. Vielleicht spöttele ich ja nur, weil ich dieses “Mannomann, irgendwann fährt dieser Zug weg!” Gefühl überhaupt nicht kenne. Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals gedacht zu haben “au weia, noch bin ich jung und deswegen werde ich jetzt schnell mal grosse Pläne ausführen, bevor es zu spät ist”.

Wenn ich den Sommer über abhauen und am Meer wohnen wollte, habe ich das gemacht und wenn ich einen Job hinschmeissen wollte, weil er Buchhaltung beinhaltete (und das bin nun mal nicht ich), dann hab ich das eben getan. Wenn ich was Neues lernen wollte, das damals noch keiner für besonders logisch hielt, habe ich es trotzdem getan (Ihr surft gerade drauf). Und so weiter. Und sieh her, jung oder so furchtbar alt wie heute, ich bin immer noch auf die Füsse gefallen - und das sage ich nicht, um mich selbst zu beruhigen *g* :-) sondern weil es eben so ist. Nie käme ich auf den Gedanken, irgendwas schnell noch zu tun, falls der Zug abfährt :-) dann nehm ich halt den nächsten.

Also, wenn ich das so bedenke ist es wahrscheinlich ein furchtbarer Irrtum, dass in meinem Ausweis steht, ich wäre Jahrgang 1966. Wahrscheinlich bin ich in Wirklichkeit 19 und werde nächste Woche damit beginnen zu sagen “noch bin ich jung, also kann ich dies und das noch tun”. Solange ich dabei nicht wieder anfange, Sex und Männer als Motor des Universums zu sehen wie vor äh zehn Millionen Jahren ... solange wird auch niemand herausfinden, dass ich 19 bin und wenn Ihr dichthaltet, merkt es garantiert auch keiner. Sie werden mich für eine junggebliebene dynamische 33jährige halten. Nicht, dass ich schon graue Haare hätte oder sowas, ui nein. Aber das kommt schon noch. Noch bin ich jung, aber bald, bald. Bald werde ich die runzligste 19jährige im Internet sein, ich spüre das erste Fältchen beinahe schon, wie es mit einem leise crackenden Geräusch den Weg in meine Augenwinkel findet. Es kann sich nur noch um wenige Wochen handeln, bis ich ein Fall für Hormocenta und Co bin. Bis dahin werde ich natürlich leben. Noch kann ich das ja, bei der ersten Falte ist es mit Sicherheit vorbei.
Also, auf und mit Gebrüll :-)

Melody

P.S. Nein, ich habe den armen Azubi nicht geärgert, der übrigens ansonsten ganz pfiffig ist. Ich fürchte nur, dass ich ein hysterisches Kichern von mir gebe, ein unterdrücktes, wenn ich diesen dämlichen SATZ höre. Und so schlau all diese New Kids on the Rocks auch sind, sie sind allesamt nicht clever genug, schon jetzt zu kapieren, dass man immer nur so alt ist, wie man lebt.

P.P.S. Wenn man mich zwingen würde: Ich wär lieber zehn Jahre älter mit allen dazugehörigen Erfahrungen als 10 Jahre jünger ohne. Meine Güte, der ganze Mist und die holde Unerfahrenheit noch mal…. das dann doch lieber nicht.

# 10. Februar 2000 um 11:00 PM
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Was ist schon so eine kleine Kündigung ...


Was ist schon so eine kleine Kündigung gegen eine minutiöse Schilderung von dem Einlauf, den der Kater gerade wegen Verstopfung bekommen musste? Ich danke Olivers Mama dafür, dass sie die Proportionen des Universums wieder für mich gerade gerückt hat *g*

Für alle, die eingeschnappt sind, weil sie sich im vorgestrigen Eintrag als Saugnapf beschuldigt fühlten: Recht habt Ihr. Wie kann es mir auch auf die Nerven gehen, wenn jemand ununterbrochen alles und jedes wissen will, was ich tue, um einen konstanten Abgleich zu fahren? Nur mal so unter uns: Jetzt, wo ich selbst mich in einer Umbruchsphase befinde, verstehe ich besser, woher dieses neu-Gierige Ansaugen kommt, aber was würde es mir schon helfen, akribisch zu gucken, was andere mit ihrem Leben machen? Ich lebe doch nur meins. Und wie :-))) dabei kann es mir doch völlig egal sein, ob andere in Luxus und Wonne hausen oder sich nachts einen Pappkarton als Behausung überstülpen. Ich hätte nicht viel davon, Neid oder Überlegenheit zu empfinden. Ja OK, vielleicht ist das untypisch deutsch.

Ansonsten bin ich müde, tödlich müde. Es ist eine Übergangsphase, die sich gewaschen hat. Das einzige Positive, was ich so spontan an der nächsten Woche ermitteln konnte, ist die Tatsache, dass die Holiday Inn Hotelkette einem mit grösster Selbstverständlichkeit einen ISDN-Adapter zur Verfügung stellt (ja gut, ich musste einfach anrufen und fragen). Zwar hat mein Babyhandy - es muss einfach ein Baby sein, es ist so lächerlich klein, hoffentlich wächst es noch - ein eingebautes Modem - ich hör Euch schon lachen, lasst mich doch! Aber das wäre doch eine arg teure Methode, sich über ein einsames Hotelzimmer zu trösten.

Apropos. Meine Freundin Doris hat es fertiggebracht, ihre Hochzeit auf einen Termin zu legen, wo genau 8 2 Onliner dieses Häuschen heimsuchen, und ich bin wirklich ungehalten. Und irritiert (auch erfreut, aber eben auch irritiert!), weil gewisse andere Leute diese Party veranlasst haben und dann doch die Wohnung (in der das dann stattfinden sollte) doch nicht gemietet haben - so dass Berlin, München, Würzburg, Braunschweig, Köln und Stendal und Hueckeswagen, von Düsseldorf ganz zu schweigen, sich bereits auf Osnabrück eingestellt hatten, nun aber doch wieder nach Düsseldorf kommen. Wenigstens, und das betone ich ausdrücklich, werde ich nicht kochen, damit das klar ist!!! Schaut selber, was Ihr so futtert, ist schliesslich ein Koch dabei. Ich leih Euch auch ‘nen Wok, oder zwei.

Wer? Die Diary Connection, sozusagen die Original “Tagebuchmafia” bzw die erste Community, die so entstand. Obwohl “Community” online im Allgemeinen nicht diese Qualität hat, die hier gewachsen ist. Oder woher kommen diese Parties? ;-)))) Tiramisu und Pasta, bitte. Und nein Harlequin, das ist immer noch keine 3-Tage-Party. Netter Versuch.

Die nächsten Tage spitzen sich dramatisch zu, natürlich kann es gerade deswegen passieren, dass ich mich in dieses Diary flüchte ;-) aber darauf wetten würde ich nicht. Daher wünsche ich Euch jetzt schon ein schönes Wochenende
häff fön :-)

# 10. Februar 2000 um 11:00 PM
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Montag, 07. Februar 2000

Storm of ChangeIch habe gekündigt. Einfach so. ...

Storm of Change

Ich habe gekündigt. Einfach so. Naja, natürlich nicht einfach so, ich habe es mir schon gut überlegt, sorgfältig geplant und vorbereitet. Es ist, bescheiden gesprochen, so ziemlich das geilste Feeling gewesen, das man sich alleine zulegen kann. Und das ist es auch immer noch. I’m flying high :-)

Obwohl natürlich erst wieder was schiefgehen musste. Ich hatte, keine Ahnung wieso und warum, völlig vergessen, dass ich ja seit Jahren einen Spezialistenvertrag hatte und dass der andere Kündigungsfristen als mein erster Arbeitsvertrag hatte, nämlich drei verdammte Monate zum Quartal! Dieser neue alte Vertrag muss bei meinem Deckeneinsturz (blättert mal im Februar 1997) verlorengegangen sein und ist mir dann aus dem Bewusstsein gerutscht. Da sass ich nun, kündigte meiner Meinung nach fristgerecht zum 31.03. und bekam sofort die tatsächliche Frist um die Ohren gehauen. Weia. Das war irgendwie nicht lustig.

Es liess sich dann aber klären und der 31.03. steht. Zwar muss ich noch nach Wolfsburg und ein paar Kunden schulen und so, aber es ist ja nicht so, als hätte ich goldene Löffel geklaut, ich habe ja nur gekündigt.

Allerdings war es doch ein ziemlich angespannter Tag und ich stelle fest, dass ich heute nicht so geduldig mit den Saugnapf-Fragen bin wie sonst. Irgendwie habe ich mich an dieses anhaltende was-machst-du? und wie-machst-du-es? und warum-machst-du-es?, seit-wann-machst-du-das-wie? und was-machst-du-denn-jetzt-und-warum-und-wie? zwar schon gewöhnt, nicht unbedingt im wirklich positiven Sinne, aber gewöhnt halt, und arbeite diese Fragen aus den unterschiedlichsten Richtungen mal gewissenhaft, mal höflich, mal freundlich ab. Je nachdem, welcher “Saugnapf” :-) es jetzt schon wieder ist, macht es mir nichts aus oder ich antworte erst gar nicht mehr und manches Mal sind es ja auch Freunde oder Bekannte, bei denen man es gerne tut. Bloss nicht unbedingt heute :-) Die Frage “und was machst Du jetzt????????” zum Beispiel nervt kolossal, obwohl ich natürlich sehr wohl weiss, was ich tun werde und wie und wo und mit wem :-)

Vielleicht habe ich auch einfach keine Lust, irgendwas zu erklären. Mir geht es sehr gut, und ich freue mich. Ein bisschen traurig bin ich auch, denn es gibt eine Menge Kollegen, mit denen die Zusammenarbeit einfach klasse war. Es ehrt mich und macht meine Freude etwas wolkig, wie betroffen einige reagierten, und die ehrlichen Glückwünsche trafen mein Herz viel tiefer, als ich gedacht hätte, dass sie das können.

Es ist My Time of Change, zum idealen Zeitpunkt, zu den idealen Voraussetzungen.

Aber: Wieder stirbt ein Traum in meiner Hand den kleinen Tod, weil er sich erfüllt. Meine Schale Träume ist randvoll, das ist es nicht, aber etwas Trauer gehört auch dazu.

# 07. Februar 2000 um 11:00 PM
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