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Mittwoch, 03. November 1999

Habe ich gestern Mutantensiedlung geschrieben? Haha, ich ...


Habe ich gestern Mutantensiedlung geschrieben? Haha, ich meinte natürlich Trabantensiedlung. “Vor den Mauern unserer Stadt”, wo Kinder inzwischen auch nicht mehr unbeaufsichtigt spielen können, man aber einen langen Weg zum nächsten preiswerten Supermarkt hat. Wenn Düsseldorf vom Messeverkehr gebeutelt wird, fahre ich ab und zu einen Schleichweg durch die Einheitswohnhäuser. Es ist eigentlich eine nette Idee, preiswertere Häuser zu fabrizieren, indem man eins neben das andere klatscht, und es den Bewohnern überlässt, irgendwie einen Hauch von Originalität zu schaffen. Aber wenn es nach mir ginge, müssten sie wenigstens bunt angemalt werden. Ein rotes, ein grünes, ein blaues, ein orangefarbenes…. und ich spreche nicht von pastell :-)

Aber so ist es natürlich nicht. Sie sind weiss, oder vielmehr grau, im Normalfall. Wenn weissbemalte Holzenten mit blaukarierten Halsbändern in Mode sind, baumeln sie erbärmlich in Küchenfenstern zwischen modischen Gardinenfetzen, die zum Einblick auffordern. Dasselbe gilt für gewundene Kränze an Haustüren und auch andere wohnlich überflüssig anheimelnde Dinge sind ganz grässlich inflationär. In so einer Gegend müsste man so einen kleinen Handwerks-Gewerbeladen mit Kitschskrams besitzen. Falsch: Einen Kitschkramcontainer-Automaten aufstellen. Eine auf antik getrimmte Obstschüssel aus Hartholz, oder wahlweise im schicken Ethno-Look: 28,90 DM. Kartoffelaufbewahrer, die wie Kartoffeln aussehen. Knoblauchschüsseln, die wie Knoblauch aussehen. Zwiebelschüsseln… ja, schon gut. Eine Goldgrube, so ein Automat. Oder sind solche Mitbringsel inzwischen aus der Mode?

Von hier aus ist gut lästern :-) in regelmässigen Abständen wandert fast alles, was ausser Büchern in meinen Regalen steht, in eine grosse Rumpelkiste. Mit wenigen kostbaren Ausnahmen. Liebe Menschen füllen es dann wieder auf, so ist das eben. Aber zurück zu den Reihenhäusern. Ich bin dafür, dass sie bunt gestrichen werden. Meinetwegen auch geringelt, gekringelt, getupft und spiralverziert, kariert oder bekleckst. Vielleicht könnte man die Häuser von neidischen Menschen zitronengelb mit senfgelben Spiralen färben, und die von besonders netten himbeerrosa mit winzigen Tupfen. Spatz hätte wohl ein waldgrünes mit gelben Fensterrahmen, Melle ein sonnengelbes mit wilden schwarzen Karos, Walt wäre hellblau gekachelt und keiner weiss, was Ei und Olive anstellen würden. Meins wäre natürlich weiss. Es wäre dann ja das einzige weisse, gelle? Und von innen wäre es blau mit weissen Möbeln und voller Pflanzen und Katzen und Bücher und grosser Tassen. Sagt nicht, das geht nicht. Das ging bisher noch bei so ziemlich jeder meiner Wohnungen, egal was andere dazu sagten :-)

Aber wir wollen doch nicht hoffen, dass das Schicksal jemals so grausam ist, mich in so eine einförmige Wohnsiedlung zu verschlagen. Ich fahr da nur durch. Morgens, wenn Düsseldorf im Stau steckt. Und keiner lacht, weil alle den November so persönlich nehmen. Dabei hat dieses Jahr nur noch so wenige Tage. Und dann ist das Jahrtausend vorbei. In 40 oder 50 Jahren sind wir die alten Leute, die kurz vor der Jahrtausendwende lebten, und wer von uns noch lebt, wird an die guten alten Zeiten denken ;-) und ich vielleicht an diesen goldenen November, in dem ich so glücklich war. Bin.

# 03. November 1999 um 11:00 PM
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Dienstag, 02. November 1999

Was haben nur alle gegen den November? ...


Was haben nur alle gegen den November? Ich finde ihn herrlich. Zugegeben, ich bin nicht sehr kritisch, was Jahreszeiten angeht - sonnig, heiss und verschneit mag ich es genausogerne wie feuchtkalt und neblig. Ideal, um Apfeltee mit Zimt zu trinken, endlich wieder ein Buch zu lesen und ganz früh kuscheln zu gehen. Wenn man natürlich lieber die Sauerkrautsaftdiät der “Bild der Frau” absolviert und diese auch noch liest, tja, dann muss man ja vollautomatische Novemberdepressionen bekommen. Heisser Kakao und dicke Bücher sind meine Empfehlung :-) Naja, und eine dicke Katze oder zwei.

OK, was nicht so schön ist, sind all diese Leute im Verkehr, die so tun, als wären sie noch nie im Dunkeln oder auf feuchtem Laub gefahren. Jeder Winter ist der erste und so. Vor mir eine keifende Mutter, die sich von rechts nach links wirft und an ihren Kindern herumzuppelt und hinter mir ein BMW-Fahrer mit dem Drang zur Weltherrschaft, das ist kein Spass. So ging es mir gestern, ich werde wohl heute früher fahren. Womit ich die zurückgeschenkte Stunde Sommerzeit schon wieder so ziemlich los bin, andererseits bin ich auch gerade mal wieder voller Tatendrang und kann sie gut brauchen.

Man kann seine positive Energie schliesslich auch daraus ziehen, dass man nicht so ist wie negative Beispiele ;-) es bringt nichts, darauf zu bestehen, dass der November grau und dumpf ist, wenn die Bäume goldenes (feuchtes) Laub (auf mein Auto) werfen und das Nachhausekommen zu einem Eintritt ins Warme wird und nicht nur zu einem Öffnen der Tür.

Unser Häuschen ist schräg gegenüber von einer Wiese, in einer von Bäumen umrandeten Strasse, und so sind herabfallende Kastanien und buntes Laub allgegenwärtig. Zwischen die schönen alten Häusern hat ein verwirrter Architekt ganz vereinzelt eine Handvoll Reihenhäuser gestellt - nicht so grausig wie diese Mutantensiedlungen mit lauter identischen Kästen, nur so vier oder fünf. Das sind die einzigen Leute, die ich beim Laubaufsammeln sehe, wahrscheinlich sind die einfach gut dressiert ;-))) oder sie müssen so penibel sein, um Zoff zu vermeiden. Ich weiss nicht warum, aber bei Reihenhäusern fällt mir immer nur “spiessig” und “Nachbarschaftsstreit” ein, obwohl ich nie in einem gewohnt habe und auch diese Leutchen nur vom Sehen kenne *g*

Ob die anderen Bewohner dieser Strasse ebenfalls gerne Berge von goldenem Laub sehen wie ich oder es einfach nicht aufsammeln wie der zu unserem Häuschen zugehörige Hausmeister, wer weiss das schon.
Einen schönen, goldenen Mittwoch wünsche ich Euch.

# 02. November 1999 um 11:00 PM
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