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Ein Feuer, das ein Haus oder einen Teil davon vernichtet, dauert nur wenige Stunden. Aber es kostet Jahre.

Normalität ist etwas, das uns immer noch zu entgleiten droht in dieser Twilight Zone zwischen der Rückkehr in unsere Wohnung und der Verarbeitung des Traumas.

So viele von euch haben uns geholfen, das vergessen wir nicht.

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Dienstag, 26. Oktober 1999

Das Ärgerliche an Träumen, die sich erfüllen, ...


Das Ärgerliche an Träumen, die sich erfüllen, ist, dass man dann das Interesse an ihnen verliert. Manchmal habe ich es so satt, wenn mir Dinge passieren, von denen ich als unerreichbar geschwärmt habe und die nun auf meiner Handfläche liegen wie ein toter Schmetterling: Immer noch sehr schön, klar. Aber da fliegt naturgemäss nichts mehr.

An einer Homepage mit Leidenschaft zu basteln war wunderbar, wenn dann hunderttausende Besucher aufprallen, ist das eher betäubend. Einen Artikel zu verkaufen ist beim allerersten Mal unglaublich und jubeljauchzend, dann aber bleibt er entweder der einzige (was ja nun wenig ist) oder es wird normal. Man kann es nicht ändern. Es war schöner, davon zu träumen, ein Buch zu veröffentlichen, als es dann zu tun. Es war ein faszinierender Gedanke, eine Kolumne (“eine eigene Kolumne!” usw.) zu bekommen, aber wenn man sie dann hat, verwandelt sie sich in kurzer Zeit in einen drohenden Abgabetermin ;-) und ist ein Stück Job. Wer träumt schon von seinem Job? Man macht ihn gerne und mit Leidenschaft, wenn man Glück hat. Aber man schaut nicht sehnsüchtig zu ihm hoch.

Gegen diese Entwicklungen kann man nichts oder nicht viel tun. Es sei denn, man hört auf zu träumen, stoppt ein Erreichen von gesteckten Zielen. Und sagt nun nicht, ich soll zuhause bleiben und gar nichts tun, denn mir ist schon mal die Decke auf den Kopf gefallen und dabei war nun wirklich so ziemlich alles zu Bruch gegangen, was ich damals besass.

Was also tun? Nach den Sternen greifen. Voller Angst, sie zu erreichen, nehme ich an. Wenn ich einen Clan gründen und diesem ein Motto geben würde, so würde es zweifellos lauten “Wenn Deine Ziele Dir keine Furcht einflössen, sind sie zu klein”. Über zu kleine Ziele kann ich mich nicht beschweren. Und auch wenn es dem melody-ungeübten Leser anders vorkommen mag - ich habe keine Herbstdepression :-) im Gegenteil.

Ich denke, ich setze jetzt einen Tee auf. Und dann suche ich mir einen Stern.

# 26. Oktober 1999 um 10:00 PM
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Montag, 25. Oktober 1999

Nur eine Frage: Wann bekomme ich eigentlich ...


Nur eine Frage: Wann bekomme ich eigentlich diese Stunde zurück, die man mir morgens gestohlen hat? Und kann ich sie bitte alle auf einmal haben????

# 25. Oktober 1999 um 10:00 PM
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Samstag, 23. Oktober 1999

In meinem Kopf spukt der Fall dieses ...


In meinem Kopf spukt der Fall dieses 11jährigen Raoul, der wie ein Schwerverbrecher inhaftiert worden ist, weil er sich angeblich seiner 5jährigen Schwester unsittlich genähert hat. Seit die ersten Pressemeldungen darüber erschienen, versuche ich, mich nicht aufzuregen. Man kann sich nicht über alles aufregen, richtig? Die Welt ist furchtbar, obszön, nicht nachvollziehbar und warum ich kein Fan des Landes der ach so unbegrenzten Möglichkeiten bin, das weiss ich schon lange. Jetzt sieht es so aus, als hätten die Eltern des bedauernswerten Knaben erotische Internetseiten gehabt und schon ist es fast offensichtlich, dass der Knabe ja wohl die am heimischen Herd vertriebenen Pornos nachgespielt haben muss, womit sich das Bild eines verdammt jungen Lüstlings wohl zementiert.

Irgendwie bin ich so ärgerlich auf diese Eltern, können denn nicht wenigstens Leute mit Kindern auf den geldgeilen Schmuddelscheiss online verzichten. Erotische Seiten, klar, dass da im Zusammenhang mit Kindern alle aufhorchen und lange Ohren kriegen, denn gibt es aufregendere Skandale als die im Zusammenhang mit Pädophilen, schlechten Müttern und der grossen bösen Online-Welt? Passt doch prima ins Bild, die etwas schlampig aussehende Hausfrau mit dem amerikanischen Vornamen, dem schweizer Nachnamen, der erotischen Internetpräsentation und den Kindern, die schon im zarten Alter von 11 Jahren zu üblen Lüstlingen werden. Der Kleine hatte verloren in dem Moment, als dieser Dreck hochgespült wurde, unabhängig von allen Gerichtsurteilen der Welt wird nie wieder jemand wirklich glauben, dass er durch die ‘erotischen Produktionen’ nicht beeinflusst wurde.

Aber selbst wenn er, sagen wir mal, sehr neugierig und extrem frühreif war und sich seine Schwester genauestens angeguckt, meinetwegen auch betatscht hat. Selbst dann ist die richtige Reaktion doch wohl kaum eine Inhaftierung, der Abtransport in Handschellen und eine gerichtliche Vorführung in Fussfesseln! Das kleine Mädchen hat jetzt für immer gelernt, dass Sexualität etwas sehr, sehr Schlimmes ist. Der kleine Junge hat jetzt für immer gelernt, dass man für sexuelle Gedanken extrem bestraft wird. Die ganze Familie ist für immer belastet durch diese hysterische und naive Reaktion einer Nachbarin, die wahrscheinlich eher hausfrauliche Rache als das Wohl der Kinder im Auge hatte, als sie Anzeige erstattete. Und in ganz Mac-Donald-Land wird es von nun an bewusst verklemmte und übertriebene Reaktionen auf die Versuche von Kindern geben, ihre eigene Sexualität zu erkunden. Schliesslich weiss man ja nie, ob die gelangweilte Kittelschürze von gegenüber nicht schon lange auf eine Gelegenheit lauert, der Familie eins reinzuwürgen, richtig?

Meine eigene Mutter wird zweifellos eines Tages herausfinden, dass ich keine Jungfrau mehr bin, und vor diesem Tag graut mir schon lange. Aber was ist schon katholische Prüderie verglichen mit den Aktionen in Plastikland, wo Oralsex mit Abhängigen auch auf den höchsten Posten verzeihlich ist, aber kindliche Experimentierfreudigkeit das Zerstampfen von ganzen Existenzen zu rechtfertigen scheint und ein verdammt bedenklicher Unterton dem Kind gegenüber in vielen Zeitungsartikel durchschimmert.

Es gibt eine Menge Webseiten zu dem Thema, das war ja auch zu erwarten. Leider sind viele noch sehr viel emotionaler als meine privaten Gedanken zu dem Thema und davor weiche ich instinktiv zurück. Ist es, weil viele Menschen sich nur engagieren, wenn sie plötzlich spüren “huch, auch ich könnte betroffen sein, da muss man schnell was tun” oder weil manche so sehr danach schnappen, sich ein Ziel vor den Bug zu pinnen, ich weiss es nicht. Die Motive sind vermutlich auch völlig egal, solange die Ergebnisse positiv sind, ich meine das gar nicht verurteilend.

Aber ich habe mich dann lieber hingesetzt und an die Kanzlei der Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika, den Gouverneur und den Generalstaatsanwalt von Colorado gefaxt, als mich auf so einer Website zu beteiligen. Die Faxnummern habe ich auf der [url=http://www.amnesty.de]http://www.amnesty.de[/url] gefunden. Ich weiss nicht, ob es wirklich was hilft, aber zumindest habe ich einen richtigen Brief verfasst und kein Massenschreiben kopiert, was mir beim Ordnen meiner Gedanken zu dem Thema geholfen hat. Ich bin nicht gut darin, mir eine echte Meinung zu solchen “Skandalen” zu bilden, wahrscheinlich bin ich auch ziemlich klischee-anfällig, was so brisante Themen bei Kindern angeht. Aber eins weiss ich genau: Ein so kleiner Junge sollte bei einem Vergehen nicht inhaftiert und behandelt werden, als sei er ein Kettensägen-Massenmörder. Und er ist ja wohl kein Einzelfall, sondern es kam nur wegen der doppelten Staatsbürgerschaft und der Flucht der Eltern mit den anderen Kindern so ein Wind auf.

Ja, ich weiss. Es gibt ca. 3,87591 Millionen von Dingen, für die man sich engagieren kann und für mindestens 19% davon sollte man sich auch engagieren und so weiter und tut es doch nicht. Diesmal hab ich aber trotzdem einen Brief geschrieben und ob das nun nur ein vergeblich in den Sturm geworfenes Sandkorn war, das ist mir egal.

# 23. Oktober 1999 um 10:00 PM
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Freitag, 22. Oktober 1999

Mail, Mail, Mail. Hunderte von unbeantworteten Mails, ...


Mail, Mail, Mail. Hunderte von unbeantworteten Mails, lauter nette Leute, die auf eine Antwort warten und keine Chance in Sicht :-( Ausserdem werde ich mit Angeboten für Bannerwerbung und Linktausch zugeschüttet. Und es melden sich Verlage, die eine Veröffentlichung gegen Unkostenbeteiligung anbieten. Letzteres wiederum finde ich erstaunlich, gibt es wirklich Menschen, die solche Summen zahlen würden für einen unechten Erfolg? Ein Buch zu veröffentlichen ist doch nur dann ein Erfolg, wenn man es veröffentlicht und nicht, wenn man die Kosten dafür trägt. Ist doch klar, dass vor allem kleine Verlage einem stets bereitwillig Erfolgsaussichten signalisieren, wenn man gerne bereit ist, Geld in die Herstellung zu investieren.

Ausserdem könnte ich mich niemals über etwas freuen, das ich mir erkauft habe. Nein, ich muss die Beute selbst erlegen und darf sie nicht auf einem Serviertablett bekommen, wertlos, blutlos und entsaftet. Daher würde ich lieber ein Manuskript von hundertfünfzig Verlagen mit vernichtenden Kommentaren zurückerhalten, als mir den Druck auch nur eines Exemplares zu erkaufen und mir einzureden, das sei dasselbe. Voila.

Na gut, ich kann gut reden. Mehr als drei Wochen habe ich damals nicht gesucht. Vielleicht würde auch mir der Mut vergehen, wenn ich jahrelang….? Naja. Vielleicht. Aber es war eben nicht so. Annie hatte direkt einen Vertrag.

In dem Zusammenhang fällt mir immer ein alter Zwischenfall ein. Ein eher flüchtiger Bekannter hatte gemerkt, dass es viele Leute in meinem Bekanntenkreis gab, die gar nicht wussten, dass ich “gerade” ein Buch geschrieben hatte. Das kam daher, weil ich schon längst mit anderen Projekten beschäftigt war :-) aber er, er lobte mich wie ein braves kleines Mädchen, dass ich so bescheiden war. Ist das nicht gruselig, da wird man wohlwollend betrachtet, weil man seinen Erfolg anscheinend nicht geniesst - ist doch irgendwie pervers, oder? Schade, wenn solche Leute Töchter haben. Schade, wenn man Frauen dafür lobt, unscheinbar, zurückhaltend und bescheiden zu sein, während man bei Männern schmunzelnd über grossartiges Getue und dick aufgetragenes Eigenlob hinwegsieht. Natürlich ist es ein geiles Gefühl, ein Manuskript verkauft zu haben, und wenn ich es stolz allen erzählt hätte, wäre das mein gutes Recht gewesen. Die Miesmacher, Stänkerer und NeiderInnen kommen schon von alleine :-)

Das ist allerdings nicht nur online so. Man kann es sich quasi sowieso nicht leisten, sich davon den Spass an irgendwas verderben zu lassen :-)

In diesem Sinne, ein schönes Weekend besonders den Powergirls aller Altersklassen da draussen.

# 22. Oktober 1999 um 10:00 PM
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Donnerstag, 14. Oktober 1999

Viele von Euch haben es gemerkt und ...


Viele von Euch haben es gemerkt und mich per Mail darauf angesprochen: Ja, in der aktuellen PC Praxis ist wieder ein Artikel von mir (genaugenommen ist das bis auf weiteres “meine” monatliche Kolumne Melody surft, was ich toll und spannend finde) und da seid Ihr auf alte Bekannte getroffen: Walt, Frank und Sabrina :-)

Meine nette Ansprechredakteurin hat zwar schmunzelnd gemeint, da hätte ich wohl Freunde vorgestellt, während ich ja auch jetzt noch den Anschein zu erwecken suche, ich habe den Bogen über Walts Seiten zum Webfehler geschlagen, der ja nun bei Frank liegt und Erosa ist ja nun mal so ein Literaturprojekt… Dass ich den Ring selbst gegründet habe, das habe ich allerdings dann doch unter den Browserrand fallen lassen. Und jetzt ist es eh erschienen und fast schon wieder vorbei.

Eine andere Sache, die mich sehr freut: Mein Text über Mobbing wird im November in einem Fachbuch erscheinen und in einer Loseblattsammlung “Kommunikations- und Pressearbeit für Praktiker”. Ob es hinzugefügt wird, weiss ich nicht - aber ich habe noch ergänzt, wie meine eigenen Erfahrungen waren und positiv es für mich dann letzendlich doch endete, weil es eben doch eine gewisse Art von Gerechtigkeit gibt, manchmal. Damit hat sich der Kreis für mich geschlossen, ich kann das Thema abhaken und unter charakterstärkende Massnahmen verbuchen. Voila.

Die aktuell erschienene Klapse ist in Arbeit bei zwei lieben Leuten, eine gewisse junge Dame hat uns quasi genötigt, statt einem vereinzelten Treffen in HH im März auch noch ein frühlingsvolles in München im Mai zu planen und ich hoffe wirklich, das klappt. Ja, ich weiss, das hört sich elend weit weg an. Aber einige von uns müssen ihr Taschengeld sparen oder die Rentenkasse knacken, um hunderte von Kilometern zu reisen, da ist etwas Planung schon angesagt. Ausserdem weiss ich noch ganz genau, wer uns für Karneval in seine Hochburg eingeladen hat, und das sind dann schon drei. Drei Termine auf einmal, zum Naschen, zum Lachen, zum Überraschen :-)

Das Internet hält halt immer wieder neue Leute und Begegnungen bereit. Vor einigen Tagen war ich in einem Chat, als der Partner einer Bekannten mir freudestrahlend erklärte, er hätte soeben meine Festplatte ausgelesen. Mir ist schon klar, dass man das nie 100%ig verhindern kann, aber ist solchen Leuten auch klar, das diese angeberischen Kindereien genaugenommen schon kriminell sind, vom Vertrauensbruch mal abgesehen? Wahrscheinlich sitzt er immer noch in demselben Chat und wundert sich, warum ich nicht mehr auftauche. Dabei gehört gar nicht viel dazu, das zu verstehen. Gell? :-)

Noch eine Sache, die mich früher nicht so stark berührte, wohl weil sie mir gar nicht so häufig begegnete, ist das “Quoten” fremdbestimmter Mails. Da schreibt Mickey Mouse an Minnie Mouse und die hat nichts besseres zu tun, als zu Diskussionszwecken und um die eigene Meinung zu zementieren, grosse Brocken aus dem elektronischen Gepräch zu reissen und bestätigungsheischend an Donald Duck zu “forwarden”, wie das so schön heisst, das Weiterleiten an Dritte. Um es mal ganz vorsichtig mit Disney zu halten.

Sicher, das ist mal ganz praktisch. Aber wenn es quasi zur Gesprächskultur wird, sollte man sich doch überlegen, ob man nicht einfach verdammt schlechte Cybermanieren und wenig Respekt vor der Privatkorrespondenz anderer hat. Wer hat schon Lust, jemandem zu vertrauen, dem man nicht vertrauen kann? Klar, es ist interessant, meistens. Ungestrafter Voyeurismus, der erste wähnt sich in einem privaten Gespräch, der zweite hält sich für einen geheimen Botschafter und der dritte darfs lesen, als sei es die Bildzeitung. In manchen “Communities” wird mehr geforwardet als selbst geschrieben :-) und wenn dann noch Chat Mitschnitte (Logs) dazukommen, weiss man auf alle Fälle schon mal ganz genau, wen man im echten Leben nicht gerne als Nachbar hätte :-)))

Nein, ich bin nicht selbst betroffen, zumindest nicht, dass ich es wüsste. Ich hab’s nur gerade mal wieder mitbekommen und finde, da entwickelt sich was bedauernswertes in unserem Netz. Ansonsten wünsche ich schon mal ein schönes WEEKEND !!!

# 14. Oktober 1999 um 10:00 PM
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