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Ein Feuer, das ein Haus oder einen Teil davon vernichtet, dauert nur wenige Stunden. Aber es kostet Jahre.

Normalität ist etwas, das uns immer noch zu entgleiten droht in dieser Twilight Zone zwischen der Rückkehr in unsere Wohnung und der Verarbeitung des Traumas.

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Dienstag, 22. Juni 1999

Au wei. Was war das denn für ...


Au wei. Was war das denn für ein Radio-Auftritt ... ich bin absolut nicht zufrieden mit mir. Der nette Moderator Stefan Felten, schaute zwar nicht böse und fand es wohl ganz normal und nicht mal schlecht, aber ich kenne mich auch anders - in Hochform, prickelnd und erschauernd - und stellte während der Sendung entsetzt fest:

Ich bin nicht das kleinste Fitzelchen nervös gewesen. Kein Adrenalin, kein Powerstoss, nix News, kein Kitzel…. Radio so normal und nett, als würde ich die Nachbarn auf eine Tasse Kaffee besuchen (wobei ich bei Marlies nicht aufpassen müsste, was ich so in etwa sage), und so fühle ich mich nun auch. Es war ok, nehme ich an. Nur nicht für mich. Ich bin und bleibe ein Adrenalin-Junkie.

Und hier trudeln jetzt die ersten eMails von Leuten ein, die die Sendung gehört haben. Scheinbar fanden sie sie gar nicht so übel und einer hat es sogar geschafft, den Hinweis zu überhören, dass ich verdammt glücklich verliebt bin, obwohl ich fand, meine Erwähnung dieses Umstandes grenzte schon hart an Senilität (hartnäckige Wiederholung von Kernsätzen ist ein Zeichen akuter Überarbeitung!?).

Sound on… ich weiss noch, wie ich mich sprungbereit wie eine Feder fühlte, wenn das Mikro vor mein Gesicht geschoben wurde und wie ich aufpassen musste, nicht zu laut und zu begeistert zu lachen. Dieses Gefühl vermisse ich, auch wenn ich annehme, es ist nach rund 40 der unterschiedlichsten Sendungen im Laufe der (5) Jahre ganz normal. Seid gnädig mit mir, wenn ich das Interview (zum nachträglichen Reinhören) hier einlinke. Habt Mitleid mit der armen alten Frau, der momentan der radio-aktive Kick fehlt….

Seufz. Ein Radiokater. Was ist dagegen wohl das passende Aspirin?

Vielleicht….. vielleicht, ja vielleicht ist es diese kleine blaue Visitenkarte in meiner Tasche. Ich sollte sie mal drehen und wenden und ein wenig daran schnüffeln, bevor ich diese Telefonnummer anrufe. Es auskosten und dabei wissen, dass es spannend werden wird, so oder so. Wie oft hat man schon die Chance, an einem Casting für besonders schöne Stimmen teilzunehmen? ;-) natürlich nur ohne Sommergrippe wie heute!
To once forbidden places
We’ll go for a while :-)

Die Welt ist herrlich gross und bunt. Das Leben ist wild und wunderbar. Was macht es da schon aus, dass man mich mit dicken Mikrofonen und genau abgestoppten Zeiten nicht mehr erschrecken kann? Nichts - solange es noch soviele Dinge gibt, die ich schon immer mal ausprobieren wollte.

# 22. Juni 1999 um 10:00 PM
girltalk • 0x FeedbackDrucken





Montag, 21. Juni 1999

Wenn Du das hier liest, bin ich ...


Wenn Du das hier liest, bin ich vielleicht gerade im Radio. (VipKlick heisst die Sendung - Düsseldorfer Prominente surfen im Internet. Wie komm ich dahin? Klarer Fall von Sommerloch, würde ich mal sagen *g*) Hören kannst Du mich allerdings nur, wenn Du zufällig im Düsseldorfer Grossraum wohnst :-) und auf das Foto hinter dem obigen Link brauchst Du eigentlich auch nicht schauen, da haben “die” sich eins von 1993 aus der Galerie gefischt. Eigentlich nett, so laufe ich wenigstens keinerlei Gefahr, dass mich jemand auf der Strasse erkennt *g* es handelt sich um ein sogenanntes Gala-Foto von einem Ball im Hilton. Neeee, ich seh’ schon, es sind mal wieder neue Foto’s fällig. Aktuelle. Fotograf liest mit :-)

Nach all den Jahren (drei sind’s mit Homepage, und fünf online) sollte man sich wohl daran gewöhnt haben, gefragt zu werden “warum machst Du das eigentlich” und doch weiss ich noch nicht, wie die Antwort lauten wird. Mal ist dies der Grund, mal jenes. I’m still in love with the internet und das ist eine Beziehung, die so schnell nicht abkühlen wird. Weisst Du etwa, warum Du schon wieder online bist? Ist es wirklich noch aus Spass an der Sache oder auch, weil aus Gewohnheit Sucht geworden ist, und weil es einfacher ist, als offline zu agieren?

Bei mir ist es vieles, sicher auch Sucht. Nach 8 Tagen ohne eMail zuckt es dann doch so allmählich verräterisch in den Fingerspitzen und es ist mehr Erleichterung als Freude, wenn man wieder an seine “Nachrichten” kommt. Der Laptop ist ein treuer Begleiter, und einen Job ohne Computer wird es für mich weder in diesem noch im nächsten Jahrtausend geben. Und das ist auch bestens so. Die nettesten Leute der letzten Jahre habe ich online getroffen - obwohl oder weil ich mich geweigert habe, rundum alle möglichen Gestalten einzusammeln :-) und trotzdem habe ich meinen echten Job, meine alten Freunde nicht aus den Augen verloren. Ich bin also hier, weil es mir hier gut gefällt. Weil ich verrückte Ideen ausleben kann, kurzfristig und unkompliziert mit netten Bekannten ‘reden’, meine Informationen und News erhalte, ewig was dazulerne und auch mal im Radio bin *g* :-))))) Und weil ich beruflich schreiben kann, oder just for fun und es wird beides gelesen. Schreiben. Oder es auch lassen und andere Dinge tun. Deswegen bin ich hier.
Und Du?

P.S. Abschliessend noch ein schönes Zitat:

“Besserwisser sind Leute, die einem Pferd die Sporen geben, auf dem sie gar nicht sitzen”.
Flämisches Sprichwort

# 21. Juni 1999 um 10:00 PM
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Donnerstag, 17. Juni 1999

Was muss man wohl tun, um die ...


Was muss man wohl tun, um die Götter der Administration und Organisation gnädig zu stimmen? Demütig werfe ich mich vor Sekretarius auf die Knie und opfere ihm einen grossen Berg alter Vorgänge und leicht angeknickter Einlegehüllen in die kreisrunde Ablage, murmele dabei konspirative Beschwörungsformeln und zeichne mit Tipp-Ex ein paar Runen auf die Schreibtischkante, welche zwar verdächtig nach Büroklammern und Disketten aussehen, aber ihren Zweck hoffentlich trotzdem erfüllen.

Bitte, bitte, bitte grosser Sekretarius - bitte sende mir am Montag eine Aushilfe, die nicht in den Wechseljahren ist, schon mal länger als eine Viertelstunde in einem Bürogebäude war und zu unattraktiv ist, um mit dem Vertrieb zu schlafen. Ich flehe Dich an. Sag mir, welchen von den Kollegen ich in den Aufzugsschacht schubsen soll, um Deine Gnade zu erlangen. Programmierer, Projektleiter, alle ersetzlich, austauschbar - aber ohne Teamsekretärin wird dieses Schiff bald sinken und so bin ich zu Opfern bereit, um einmal, ein einziges Mal nur eine erträgliche Aushilfe zu bekommen.

Du Gott der Serienbriefe und des Büromaterials, ich habe meine Lektion gelernt. Du hast mich ausreichend gestraft für meine Ungehaltenheit, wenn ich mit öden organisatorischen Dingen von Projektaufgaben abgehalten wurde. Ich habe die Strafe verdient, denn selbst als persönliche Assistentin eines hohen Geschäftsführers war ich nicht zufrieden, und so schickst Du mir einen nicht abreissenden Strom von Menschen, die mir vor Augen führen sollen, dass ich besser dankbar und demütig und ehrerbietig sein sollte für die Möglichkeiten, die sich mir geboten haben und bieten in meinem Leben. Aber nun ist es auch bald genug.

*seufz*

# 17. Juni 1999 um 10:00 PM
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Montag, 14. Juni 1999

anonyme Rezension zu meinem Buch:“Das Internet ist ...


anonyme Rezension zu meinem Buch:
“Das Internet ist hip - Sumpfblüten offenbar auch!
“Das ist ja wohl doch eher etwas fürs Bahnhofskiosk!” meinte die Buchhändlerin leicht indigniert, als ich nach “Liebe auf den ersten Klick” fragte.
Das Paperback liest sich stellenweise ganz nett, gelegentlich etwas krampfhaft heiter, aber inhaltlich stets banal, obwohl die Autorin offenkundig tatsächlich gewisse Erfahrungen auf Internet-Chatkanälen vorweisen kann. Das Werk eines blutigen Anfängers, welches wohl eher der Überlegung “Internet liegt voll im Trend” folgend übereilt auf den Markt geworfen wurde. Wer stattdessen selber im Internet surft, oder sich das Video “Email für Dich” ausleiht, hat sicherlich mehr fürs Geld. “

Oh, was habe ich gelacht. Herzlichen Dank für diese lustigen 5 Minuten :-))))) ich hatte sowieso kein Thema für mein Diary, obwohl ich mal wieder eins schreiben wollte *fingerlockerungsübung* *ggg* Diese schlicht vertraute Ausdrucksweise ist ein wahres Meisterstück der modernen Literatur von dieser ruhmreichen Autorin, die von ihren regelmässigen Lesern sicherlich sofort erkannt werden wird.

Es gibt keine schlechte Werbung ;-) nur Werbung.

Ja, ist wahr, ich bin ein wenig übermütig. Der Sommer ist herrlich, es passieren so viele schöne Sachen, die Spatzen sind heimgekehrt und auch andere, wundervolle Dinge passieren. Nichts und niemand kann meine Laune trüben, I’m in a billion dollar mood *g* oder sind es nur zehntausend? Egal. Nun ja. Man kann sich seine Fans nicht aussuchen.

P.S. Nachtrag, etwas ernster und weniger ausgelassen
Zwar ziehe ich inzwischen natürlich auch daraus den bestmöglichen Nutzen, wenn sich mir gegenüber jemand so verhält, siehe die ‘pralle’ Rezension. Aber ich frage mich, ob es denn niemanden gibt, der dieser hasserfüllten Person genug Liebe und Nähe gibt, um sie anders zu beschäftigen oder sie zumindest zu beruhigen und auf andere Gedanken zu bringen? Neid ist doch kein Motor, mehr so eine Art Getriebeschaden. Traurige Sache.

# 14. Juni 1999 um 10:00 PM
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Samstag, 12. Juni 1999

...


Eine neue Kurzgeschichte: Last Exit - das letzte Mal. Sie ist wohl unter erotisch einzuordnen, obwohl sie das nicht wirklich ist - aber das wäre ohnehin mal ein Thema: Was ist pornographisch, was erotisch und was einfach nur “groschenromanig”? Wobei auch letzteres durchaus mal lustig sein könnte *g* man kann sicher viel Spass dabei haben, mit albernen Vokabeln wie “Lustprügel” und “Wonnegrotte” um sich zu werfen und im Verlauf einer Story so zu tun, als sei ein Orgasmus durchgehend am Schönsten im Phall des Eindringens *.-) usw.
Jaja, schon gut. Ich hör ja schon auf.

Es gibt Tage im Monat einer Frau, die spotten jeder Beschreibung. Was einen vom Versuch nicht abhalten sollte. Wie soll ein Mann sich das vorstellen können, wenn man ihm nicht mit einer plakativen Beschreibung Unbehagen bereitet? Und wieso sollte man alleine leiden? Die grausame Wahrheit ist, so ungern ich das auch ans Licht der Öffentlichkeit zerre, Frauen sind keine sterilen Wesen, die einmal im Monat vier oder fünf Tage lang jeweils ein paar Becherchen blaue Flüssigkeit in die neuesten Entwicklungen der Bindentechnik giessen. Um dann verzückt zu beobachten, wie blaues Gel entsteht, bevor sie dann windsurfen oder bergsteigen gehen. Wobei ich nicht ausschliessen will, dass es irgendwo im Land der unbegrenzten Möglichkeiten auch dieses Körpergefühl in Sprayform gibt. Mir ist es noch nicht begegnet.

Seit ich vor Jahren einmal in der Mittagspause von der Firma aus geradewegs zum nächsten Supermarkt gefahren bin, um ein halbes Pfund Zwiebelmett zu kaufen und in einem Stück weg mit der Plastikgabel roh in mich reinzuschaufeln, bilde ich mir auch nicht mehr ein, mit Johanniskraut oder einer gesunden Lebensweise irgendwie gegensteuern zu können. Zur Erläuterung: Ich lebe eigentlich nicht mit besonders viel Fleisch in meinen Mahlzeiten und an normalen Tagen kräuselt sich mein Nackenfell schon bei dem Wort “Mett”, weil’s mich eigentlich ekelt, das Zeugs.

Man könnte also den Versuch starten, an den gewissen Tagen bzw. vorher einen kleinen Vorrat an würzigen Nahrungsmitteln im Haus zu haben, um diesen Attacken gegenzusteuern? So schlau war ich auch schon. Und bin nachts um 3 zur Tankstelle gefahren, um diese zu überfallen und einen Jahresvorrat Nougat heimzuschleppen. Ich mag kein Nougat. Standardmatsch wie Toffifee oder Snickers tut’s durchaus, wenn ich mal meine, naschen zu müssen (und keine Zeit habe, mir ein frisches Shake zu machen oder einen Kuchen zu backen oder ähnliches *lach* ich bin verwöhnt und liebe frische Speisen).

Aber Essen ist nicht das Problem. Wenn ich das kleine blaue Gel-Männchen erwische, das in meinen Hirnwindungen rumkraucht und verspielt die Schalthebel für meinen emotionalen Zustand mal von links nach rechts kippt und dann wieder im Kreis dreht, obwohl Drehungen gar nicht vorgesehen sind, der kann sich warm anziehen, der Knabe. Da wacht man morgens auf, als hätte man einen Bagger geknutscht, sieht ungerechtfertigterweise (!) ein Säufergesicht im Spiegel, und wenn man das mühsam weggeduscht hat und sich irgendwo in eine menschliche Form gepresst hat, bricht man beim Wetterbericht in Tränen aus - schliesslich ist es ja auch toll, dass endlich der Sommer kommt. Nicht? Oh.

Im morgendlichen Berufsverkehr vermisst man schmerzlich eine Pumpgun, bricht aber hysterisch kichernd überm Steuer zusammen, wenn der BMW-Fahrer, den man soeben mit Grund angehupt hat, fäusteschüttelnd den Kopf aus seinem Autofenster steckt. Aus irgendwelchen Gründen fühlt man sich im Büro gedrängt, die Ablage neu zu strukturieren, obwohl es wahrhaft anderes zu tun gibt und die Sekretärin in dumpfes Wutbrüten verfällt deswegen. Das wiederum ist dann unerträglich und so sitzt man dann, spiegelt sich leicht im eigenen Monitor und fragt sich nach dem Sinn des Lebens, des Weltalls und McDonalds.

Die Leistungsfähigkeit ist auf 60% reduziert, die emotionale Empfindlichkeit um 280% übersteigert. In meinem Unterleib ist eine Brotbackmaschine dabei, mir die Gebärmutter auszuschaben und eine graue Blase drückt von rechts und links auf meine Schläfen, rasender Hunger gibt sich mit gleichzeitiger absoluter Appetitlosigkeit die Hand und dauernd hat man Angst, auszulaufen oder nicht die aktuellste Binde, den besten Tampon zu benutzen. Der einzige Trost ist, dass es besser ist, als schwanger zu sein. Und es ist eine bodenlose Frechheit von Männern, dass sie das nicht erleben.

Noch schlimmer ist meiner - statt sich wie ein unsensibler Idiot zu benehmen, nimmt er Rücksicht und hat Verständnis. Wo kommt man denn da hin? Was soll das? *grrrrrrrrrrrrrrr* ich gehe jetzt. Ein langes, heisses Bad nehmen. Einen Kakao mit Zimt trinken, etwas Magnesium einnehmen, ins Bettchen krabbeln und eine Wärmflasche umarmen. Die grösste, die ich finden kann *smile* mir schwebt da schon was vor.

Cu!
Melody

P.S. Natürlich ist man auch kreativ und erfinderisch in dieser Phase. Wenn man’s zulässt :-)

# 12. Juni 1999 um 10:00 PM
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