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Freitag, 26. Februar 1999

Dienstag, 2. März 1999Zuerst war alles wie ...

Dienstag, 2. März 1999
Zuerst war alles wie immer. Müde und glücklich nach einer tollen Party, auf der wir viel Spass hatten, die Erkenntnis, dass der Februar auch schon wieder um ist und so weiter. Dann abends nach Hause kommen, Computer einschalten und Mails abholen und… kein Spatz im ICQ. Dabei dachte ich, sie wäre ein Feature! Komm sofort zurück!

Seufz. Nun ja. Sie wird wiederkommen, und wir werden es feiern.
Das Rezept ist einfach, aber genial:

Mehr braucht man nicht :-)
Nun ist es noch nicht mal halb Acht und ich könnte schon wieder schlafen gehen, haha. Dabei habe ich soviel Papierkram am Hals und jetzt auch noch eine Verbraucherschutzsache, ein Projekt, bei dem ich helfen soll, will und mehr.  Und ganz weit da hinten am Horizont erst der Freitag, seufz….
Have a nice Tuesday…. und verschont mich mit Spam. Unerwünschte Mails sind eine Last.

# 26. Februar 1999 um 11:00 PM
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Die Grippe hat mich fest im Griff: ...


Die Grippe hat mich fest im Griff: Schüttelfrost, Fieber, Kopfschmerzen - die ganze Wick-Medinait und Daymed-Palette auf und ab und auf und ... dieser Werbespot “Grippe in Paris? Gar kein Problem! Mit Wick Daymed wird der Hochzeitstag trotzdem ein Erlebnis” oder so ähnlich, also dieses Promotion Team könnte ich würgen. Oder wirkt das Zeugs einfach nicht in Brüssel, sondern nur in Paris? Die Grippe verdanke ich den Klimaanlagen in den belgischen Konferenzräumen und Hotels oder wahrscheinlich sogar der Tatsache, dass ich bei dem festlichen Empfang einen dämlichen langen Rock angezogen habe (dafür habe ich an den restlichen Tagen das Protokoll ignoriert und habe die schwarze Jeans getragen, denn da fing ich schon an zu frieren wegen der Erkältung).

Egal. Ich bin nämlich, so sagte man mir, wahlweise abartig oder ein Phänomen. Meine aktuelle Stimmung ist nämlich so gut wie gar nicht und so gut wie nie von meinem körperlichen Befinden abhängig. Keuchend und schniefend, kreidebleich und mit Brille (!) und Triefnase hüpfe ich schüttelfröstelnd und mit Fieberschädel quietschgelaunt durchs Büro. Nun ja, gestern zumindest.

Gestern abend hatte ich dann so hohes Fieber und so heftigen Schüttelfrost, dass Oliver mich in die Badewanne und danach mit Wärmflaschen zupackte und dann habe ich warmes Bier getrunken. Aus lauter Verzweiflung, denn angeblich wirkt es ja Wunder. Heute ist die Abschiedsparty einer Freundin bei mir - sie geht ins Ausland für ein paar Monate und muss anständig verabschiedet werden. Tja, unter normalen Umständen hätte ich abgesagt und mich ins Bettchen gepackt. Aber wenn Leute aus Würzburg, aus München usw schon ihre Tickets nach Düsseldorf haben und andere sich extra Autos leihen :-) dann trinkt man schon mal warmes Bier ... um wieder auf die Füsse zu kommen. Es war ein grausames, erdnahes Erlebnis. Kann daran liegen, dass ich Bier sowieso nie trinke und das Zeugs wollte partout nicht richtig rein und dann nicht wirklich unten bleiben. ABER heute morgen wachte ich ohne Fieber und Schniefnase auf und muss sagen, ich bin mir zwar nicht sicher, ob ich das nochmal schaffen würde mit dem Bier, aber es hat sich gelohnt.

Tja, und ob belgisches Kirschbier schmeckt, das werde ich sicher nicht ausprobieren. Aber den anderen Gästen steht es frei :-) das wird eine super Party, soviel steht fest. Ein schönes Weekend Euch da draussen
Melody


# 26. Februar 1999 um 11:00 PM
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Donnerstag, 18. Februar 1999

Um 5.00 Uhr aufstehen, diverse Mails beantworten, ...


Um 5.00 Uhr aufstehen, diverse Mails beantworten, Päckchen einpacken, Sachen in die Waschmaschine stopfen. Am Bankautomaten vorbei, die frühe Öffnungszeit der Änderungsschneiderei nutzen und ein paar Jeans dort dumpen (“bitte nähen Sie kleine Stoff-Vierecke über diese Nietenknöpfe”) und dann A. abholen, dessen Z3 komplett verschrottet werden musste und der deshalb notgedrungen vorübergehend in meinem kleinen Löwen :-) mitdieseln muss. Im Job klemmt der Projektplan für die CEBIT mich zwischen Rückerstattungsbelegen schwedischer Programmierer (?) und Schweizer Anfragen von türkischen Kollegen fest, nur die Soft- und Hardware-Oase um mich herum ist ein kleiner Trost. Der Chef hat ganz eindeutig am Freitag seinen hyperaktiven Tag und obwohl ich 15.00 Uhr als Fluchtpunkt definiert hatte, wird es dann doch Fünf.

Ab zur Änderungsschneiderei, die fertigen Sachen abholen, zum Bäcker für Kürbiskernbrot, zum Aldi fürs Grobe, zur Apotheke für Mineralstoffkapseln und Molke *yam* und zum Hypermarkt für Katzenfutter, Shampoo, ein paar himmelblaue Müslischalen und einigen Schnickschnack. Zwanzig Minuten im Schuhgeschäft reichen aus für einen neuen Fang, es war schon immer etwas einfacher, einen schlichten teuren Geschmack zu haben…. dann noch den leeren Wasserkasten gegen ein wenig Silbergeld tauschen, einen Kübel Katzenstreu auf den Rücksitz wuchten und ab nach Hause. Auspacken, umpacken, einpacken. Waschmaschine füttern, Faxe lesen, Briefe sortieren, Mails abholen. In einer Stunde kommt Oliver am Bahnhof an, wenn er was essen will, wird er eine Katze erlegen oder für sich selbst ‘ne Dose aufmachen müssen :-) Naja. Eigentlich gibt es hier gar keine Konserven. Spaghetti mit frischem Pesto geht.

Ein ganz normaler Freitag. Wenn man Samstags ausschlafen will und dann noch mit Freunden etwas unternimmt, muss man eben organisiert sein. Mir gehts auch ganz gut damit. Aber etwas ärgert mich. Früher (in gemischten Teams, das heisst mit mehr als nur einer Frau - mir!) konnte ich das verbale Equivalent zu einem Füssestampfen loslassen und mich beschweren. Darüber, wie ungerecht das Leben doch ist, wenn Frauen zusätzlich zum Powerjob noch den Haushalt am Hals haben, während die männlichen Kollegen gemütlich nach Hause kommen, gefüttert und frisch eingekleidet werden von ihren Hausfrauchen und sich nicht die geringsten Sorgen machen müssen, woher ein gebügeltes Hemd kommen soll. Die Kolleginnen nickten dann eifrig, während die Herren scheinheilig betreten guckten. Mir ging’s dann besser, denn wenn ich gestresst war, hatte das einen Grund und war noch ungerecht vom Schicksal obendrein, jawoll!

In diesem Job habe ich das nur einmal versucht. Angetestet, sozusagen. Nur so. Es war deprimierend. Kollege Dr. M. erklärte mir, er wisse seit seinem Erziehungsurlaub nur allzu gut, was ein Haushalt bedeutet und würde diesen auch jetzt zusammen mit seiner Frau führen, zwei kindergartenalte Töchter hin und her, denn schliesslich leite diese nebenbei eine Sowieso-Abteilung bei einem pharmazeutischen Konzern und von der Familie würde niemand nah genug wohnen, um babyzusitten. Bei A. kam ich gar nicht erst dazu, meinen Satz zu beenden, denn seine Frau ist Amtsärztin und gut ausgelastet, da läuft die Arbeitsteilung automatisch. Kollege R., bei dem ich zufällig wusste, dass seine Frau mit den drei Kindern zuhause ist, konnte mir nur mitteilen, dass sie nebenbei für eine Uni programmieren würde und überhaupt habe ich dann so allmählich begriffen, dass ich mir keine Sorgen machen muss, dass ich je zur dumpfen Haushälterin mutieren muss: Ich bin auf erschreckende Weise umgeben von lebenden Beispielen an Organisation, Arbeitsteilung, beruflicher Qualifikation, Gleichberechtigung und so weiter. Grmpf.

Also gut. Wie heisst es doch so schön “ich kann nicht besser klagen”. Es hat auch eine Menge Vorteile, die einzige Frau zu sein - das merke ich spätestens dann, wenn Kolleginnen mich am Mittagstisch in ein Plappergespräch der weiblichen Sorte verwickeln und ich merke, wie sich allmählich meine Fingernägel gereizt in die Tischkante krallen, denn Blablabla über Mode, über Mallorca, über Männer im flirtzielmässigen Sinne und dergleichen erweckt in mir den Wunsch, laut zu schreien. Länger als ein höfliches Viertelstündchen kann ich da nicht mithalten, sonst sage ich nur noch “hm.. hm….” und drifte in Gedanken völlig ab. Da sind die Jungs schon erholsamer und deutlich kreativer.

Apropos kreativ: Neugierig habe ich vier Wochen lang beobachtet, wie in den achtlos abgestellten Kaffeetassen und Milchkännchen grüne und gelbe und orangefarbene Gebilde wuchsen. Ist schon ziemlich geil, wie Schimmel aussehen kann. Es hat auch nur ungefähr einen Monat gedauert, bis endlich der letzte Macho-Mohikaner meinte, warum ich das denn nicht wegmachen würde und ich die Gelegenheit hatte, so richtig laut und wütend zu werden. WARUM SOLL ICH DAS WEGMACHEN? WEIL ICH EINE FRAU BIN? ICH TRINKE NICHT MAL KAFFEE UND ICH BIN HIER VON NIEMANDEM DIE PUTZFRAU!

So. Der Geschäftsführer, mein Boss, hat mir dann leider allen Wind aus den Segeln genommen und in aller Seelenruhe die ganze Kaffee-Ecke geputzt, den Schimmel entfernt und das ganze Geschirr gespült. Einer Depression nah starrte ich fassungslos stumpf auf den CD-Brenner, bis jemand auf den Gedanken kam, mich damit zu foppen, dass ich auf grossen Konferenzen ja eigentlich mal im Rock auftauchen müsse. Business dress und so.

Puah. Und ich hatte schon Angst, dass ich nichts mehr finde, um mich aufzuregen :-)

# 18. Februar 1999 um 11:00 PM
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Dienstag, 16. Februar 1999

“Salary Theorem”“Dilbert’s “Salary Theorem” states that “Engineers ...

“Salary Theorem”

“Dilbert’s “Salary Theorem” states that “Engineers and scientists can never earn as much as business executives and sales people.” This theorem can now be supported by a mathematical equation based on the following two postulates:

Postulate 1: Knowledge is Power.
Postulate 2: Time is Money.

As every engineer knows: Power = Work / Time

Since:
Knowledge = Power
Time = Money
Knowledge = Work/Money.
Solving for Money, we get:
Money = Work / Knowledge.
Thus, as Knowledge approaches zero, Money approaches infinity, regardless of the amount of work done.
Conclusion:
The less you know, the more you make.”

Aber das gilt nicht für alle, die nichts kapieren, gell? :-)
Donnerstägliche Grüsse!

# 16. Februar 1999 um 11:00 PM
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Das Web brodelt und blubbert, an manchen ...


Das Web brodelt und blubbert, an manchen Stellen wachsen Seerosen, an anderen steigen faulige Dämpfe auf. Wenn ich beobachte, wer sich da alles tummelt und wälzt und den Boden aufwühlt, dann kann ich schon heute nicht mehr nachvollziehen, warum mich solche Vorfälle vor einigen Wochen noch auf der ‘menschlichen’ Ebene interessiert haben. Wenn ich die unterhaltsamen Tragödien und Komödien sehe, die sich in Gästebüchern, Tagebüchern und Foren abspielen und die weisen (anmassenden, hirnrissigen, albernen) Sprüche lese, zu denen selbsternannte Kommentatoren sich wiederum offensichtlich verpflichtet fühlen ... ganz zu schweigen von hysterischen Abwehrreaktionen und dem Hang zum schönen Schein ... dann habe ich das Gefühl, ich sitze am Rand, lasse die Füsse im Wasser baumeln und beobachte nur gelegentlich und ohne tiefere Anteilnahme das Getümmel, in dem die abgrundtiefe Dummheit der Menschen sich ebenso wie kreatives Potential und faszinierende Vielfalt zeigen. Wobei kreatives Potential bodenlose Stupidität nicht ausschliesst.

Vielleicht war ich früher zu romantisch, ja idealistisch. Warum sonst hätte ich mir die Mühe gemacht, die Heuchler und die Lügner zu verachten? Das tue ich jetzt nicht mehr. Nicht mal mehr das :-) und auch wenn sich die neue Gleichgültigkeit so anhören mag, als sei sie duster und mit schweren Narben errungen - so ist doch das Gegenteil der Fall. Es ist eher ein freies, entspanntes Feeling. Schliesslich bin das immer ich gewesen, die völlig unbedarften (computerlosen) Mitmenschen erklärt hat, das Web sei eigentlich auch nichts anderes als die grosse, echte und nonvirtuelle Welt, nur mit verschobenen Kommunikationsmöglichkeiten. Aber so schön und innovativ die Möglichkeiten auch sein mögen, was helfen mir die tollsten Interaktivitäten, wenn ich doch nun mal nicht mit Mantablondinen, Hausfrauen, Autoknackern, Schleimbrocken und Lügnern kommunizieren möchte? Und nicht zu vergessen die Typen mit krankhaften Fixierungen, die vor dem Leben (Diplomarbeiten, Abschlüsse, feste Arbeitsplätze) davonlaufen und sich im Web verstecken. Näääääh.

Es gibt ja glücklicherweise auch noch massenhaft andere Leute online. Ist halt wirklich ein bisschen wie im echten Leben. Da geht man ja auch nicht reihum zu den Leuten, mit denen man nichts anfangen kann, um eben das immer wieder aufs Neue festzustellen :-)

# 16. Februar 1999 um 11:00 PM
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