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Sonntag, 20. April 1997

Mein Text für die ECON-Pressemappe Mai: “Vor ...

Mein Text für die ECON-Pressemappe Mai:

“Vor einer Stunde habe ich mit Todesverachtung meinen Computer aufgeschraubt und eine ISDN-Karte eingebaut. Es ist nicht etwa so, dass ich von solchen Dingen grosse Ahnung haette, ich habe bloss keine Wahl. Seit meine zweite Homepage, die “einzig wahre offizielle deutsche Emanzen-Homepage” in den deutschen WWW-Charts unter den ersten Plaetzen klebt, ist es nicht mehr sehr einfach fuer mich, mir fuer solche technischen Notfaelle mal eben einen maennlichen Helfer auszuleihen.

Dabei hat alles so harmlos angefangen. Erst hatte ich eine kleine Homepage, die sich sehr schnell mit Kurzgeschichten und Erzaehlungen fuellte. Aus der simplen Absicht, eine Werbeseite fuer mein im April erscheinendes Buch “Liebe auf den ersten Klick” zu publizieren, wurde schnell ein staendig wachsendes Webprojekt. Es lief so gut, dass ich aus allen Ecken Ratschlaege von wohlmeinenden Herren erhielt. Das hat mich geaergert - herablassende E-Mail von Maennern, die selbst entweder keine oder nur eine sehr nichtssagende Seite im Web stehen hatten. Was bildeten die sich eigentlich ein?

Andererseits ging es mir natuerlich auch nicht anders als der Hauptdarstellerin meines eigenen Buchs. Einmal habe ich etwas aengstlich meine Lektorin gefragt, ob es denn schlimm sei, dass “Annie” dem typisch- maennlichen Verhalten so unverbluemt begegnet. Die Antwort war beruhigend klar strukturiert: “Aber wenn es doch nun mal so ist?” Stimmt. Die Wahrheit verfaelschen wollte ich ja schliesslich auch nicht.

Eines Tages oeffnete ich dann meine Mail und fand: Maenner, die davon ausgingen, dass ich mich mit ihnen treffen wuerde, weil sie versprachen, irgendwann mein Buch zu kaufen. Überhebliche und komplett unbrauchbare Anweisungen, wie ich nach Ansicht jener Herren meine Homepage umzuprogrammieren haette. Ausserdem “Deine Homepage ist gar nicht so uebel fuer eine Frau” und “Gefaellt mir ganz gut. Wer hat Dir denn geholfen?” Und einen sogenannten Menschen, der mir mitteilte, wie ich mich optisch umzugestalten haette, damit ich auch mal einen Mann kennenlernen wuerde. Es war zum Heulen. Und auch zum Lachen. Soviel peinliche Selbstueberschaetzung schrie nach Strafe - und so entstand die Emanzen-Homepage.

Zuerst habe ich sie niemandem gezeigt, sondern sie nur bei den Suchinstrumenten des World Wide Web angemeldet. Aber schon nach wenigen Tagen liess sie sich wegen ihrer hohen Besucherzahlen nicht mehr verheimlichen und die Arbeitskollegen teilten mir freudestrahlend mit, dass Radio SWF3 und der Fernsehsender VOX so freundlich gewesen waren, mich bundesweit als Emanze zu outen. Anfangs war das ganz schoen hart. Und wie gesagt, mit so einem Image als unfreiwillig militante Feministin kann man auch nicht mehr damit rechnen, dass in vielen maennlichen Mitmenschen im Bedarfsfall ein Kavalier erwacht, nicht mal, wenn es um eindeutig maennlich-technische Fachgebiete geht. Oder so. Dafuer finden manche maennliche Journalisten es immer noch erwaehnenswert, wenn eine Frau ein Buch schreibt, in dem ein Computer vorkommt (oder gar ein Modem).

Jetzt gehe ich ab und zu in ein Internet-Café und setze mich hilflos guckend vor ein Terminal (ich bin blond), damit mir jemand - vorzugsweise ein gutaussehender junger Herr - zeigt, was eine Homepage ist. Einige meiner Bekannten behaupten zwar, ich sei ein durchtriebenes Luder. Aber ich sehe das ein bisschen anders. Was kann ich schon dafuer, dass soviele Maenner nicht verstehen, dass die Emanzen-Homepage zu mindestens drei Prozent Satire ist?

Die ISDN-Karte funktioniert uebrigens einwandfrei.”

# 20. April 1997 um 10:00 PM
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Samstag, 19. April 1997

In meiner Mail häufen sich die Beschwerden, ...

In meiner Mail häufen sich die Beschwerden, weil meine letzte Kurzgeschichte auf dieser Homepage schon so “alt” ist. Das kann ich aber auch nicht ändern, denn momentan schreibe ich fast nur ziemlich erotische Geschichten und die will ich hier nicht publizieren. Es wird schon irgendwann wieder einen Schub “normale” Stories geben, keine Sorge…. Momentan versuche ich herauszufinden, wie ich mich fühle, wenn mein Buch in wenigen Tagen erscheint. Der ECON-Verlag verlangt ein Selbstporträt oder irgendwas ähnliches für die Pressemappe und die wollen mir nicht glauben, dass ich eigentlich sehr langweilig bin. Bin ich nicht? Nein, bin ich nicht, geb ich zu. Mal schauen, was ich da zusammenschustere ...

# 19. April 1997 um 10:00 PM
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Freitag, 18. April 1997

Gestern habe ich eine ISDN-Karte gekauft, mit ...


Gestern habe ich eine ISDN-Karte gekauft, mit Todesverachtung meinen Computer aufgeschraubt, das Ding eingebaut und schwupps, alles funktioniert. Jetzt sagt BITTE nicht “Na und”, denn ich habe vorher noch niemals irgendwas irgendwo eingebaut und drei Männer hatten mir übereinstimmend erklärt, sie könnten keine PC’s umbauen und mir daher keine Tips geben, falls benötigt. Ich bin also stolz und froh und verdammt schnell :-)

Die letzten Tage habe ich besonders gerne mit Calisto an seiner Homepage weitergebastelt. Seit gestern gibt es Bilder von Knüpfteppichen, die hatte ich mir viel hässlicher vorgestellt :-) Genaugenommen sind sie sogar sehr schön, fast könnte ich in Versuchung geraten, selbst an sowas rumzupfriemeln. Andererseits… wurschtele ich doch lieber hier draussen im Web herum.

# 18. April 1997 um 10:00 PM
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Donnerstag, 17. April 1997

Herbert, mein zweitliebster Chauvi, hat mir gemailt ...

Herbert, mein zweitliebster Chauvi, hat mir gemailt (danke!!!!!), dass die PC-Praxis für Mai auf Seite 139 erzählt:

“In der vierten Klasse liefen wir auf dem Pausenhof immer an dem Zaun vorbei, an dem die Mädchen ihr Frühstücksbrot aßen. Im Freibad, verrückt wie Jungs sind, sprangen wir vom Zehn-Meter-Turm und hofften, dass das irgendwie bei den Mädchen gut ankommt. In der Tanzstunde taten wir fürchterlich cool. In den Discos liessen wir den tollen Macker raushängen. An der Uni versuchten wir es als Softie oder Eierkopf. In den Büros und Bussen gucken wir jedesmal auf, wenn eine Frau reinkommt. Und wahrscheinlich lassen wir uns im Altersheim extra noch einen Elektromotor in unseren Rollstuhl einbauen, nur um schneller hinter den Frauen herfahren zu können. The same old story: Cherchez la femme. Tja, was soll man machen, wenn der Liebe Gott einem nun mal dieses süsse Verlangen nach körperlicher Liebe mit auf den Weg gegeben hat? Online Flirts und E-Mail-Liebe.
Was sich ununterbrochen im tagtäglichen Alltag abspielt, hört natürlich nicht auf, wenn man den virtuellen Cyberspace betritt. Hinter http://www.melody.de/publish verbergen sich Infos über den Roman “Liebe auf den ersten Klick”. Ein Werk von Carola Heine für die Cyberspace-Fans von Chat, Online-Flirt und E-Mail-Liebe. Carola, äh, Annie arbeitet als “Teamy” und betreut ein T-Online-Dialogsystem. Ohne die Wohnung verlassen zu müssen, steht ihr die ganze Welt offen. Und das ist auch gut so. Denn sie ist süchtig nach Chats, E-Mails und dem virtuellen Prickeln der Online-Bekanntschaften. Wer mehr wissen will, für knapp 15 Mark ist der Roman zu haben.”

“Carola äh Annie?” Das Buch ist doch keine Biographie, grins…. aber den Fehler werden wohl noch viele machen (wollen). Der Text gefällt mir sehr gut, vor allem der Anfang :-)

# 17. April 1997 um 10:00 PM
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Sonntag, 13. April 1997

Katrin hat mir gemailt, dass die Emanzen-Homepage ...

Katrin hat mir gemailt, dass die Emanzen-Homepage in die Top 1.000 des neuen WOW-Lycos gewählt wurde. Hier der Text:

Die Emanzen-Homepage
Selbstbewußte und humorvolle Page von Carola Heine
Einen guten Mix aus ästhetischem Design und humorvollem Inhalt hat Carola Heine mit ihrer lila Emanzen- Homepage kreiert. Statt männerfeindlicher Verbissenheit dominieren Selbstbewußtsein und Weiblichkeit die abwechslungreichen Pages. Der geballte Lesestoff von Diskussionen über Links bis zu derben Sprüchen ist auch für Männer unterhaltsam. Außerdem komisch: das Bild von Carola Heine alias Melody!”

So, mein Foto ist also komisch? *grins* (Obwohl ich ja denke, sie werden die Dame mit dem Staubsauger - Bettie Page, das Pin-Up aus den 60ern - mit den echten Fotos durcheinandergeworfen haben? Aber auch wenn sie mich meinen…) Das ist schon OK, denn wer es daraufhin sucht und draufklickt, findet meine Buchwerbung, die ja sonst dem Emanzenpage-Besucher nicht gerade aufgedrängt wird. Unter den Umständen bin ich gerne komisch :-) Mir haben schon mehrere Leute gemailt, sie fänden es klasse, dass die Emanzenpage nicht mit Werbesprüchen durchsetzt sei. “Viele Leute würden es ununterbrochen jedem unter die Nase reiben, wenn sie auf ihrer Homepage mehr anzubieten hätten als nur sich selbst” fand ich das treffendste Zitat. Wenn ich nur noch wüsste, wer das war, seufz…. Ich fand das nämlich gut :-)
Dass ich mein Buch hier und da erwähne auf meinen Seiten, das finde ich allerdings aber auch selbstverständlich. Zumindest auf Home of The Melody, denn diese Webseite habe ich ja ganz am Anfang überhaupt nur angefangen, weil ECON keine eigene Homepage hat. Und jetzt hänge ich eben an diesem kleinen Projekt.

# 13. April 1997 um 10:00 PM
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