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Ein Feuer, das ein Haus oder einen Teil davon vernichtet, dauert nur wenige Stunden. Aber es kostet Jahre.

Normalität ist etwas, das uns immer noch zu entgleiten droht in dieser Twilight Zone zwischen der Rückkehr in unsere Wohnung und der Verarbeitung des Traumas.

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Dienstag, 29. November 2016

Die Sache mit der Sippenhaft

Vor jeder Ausnahme steht eine Regel. Jeden Menschen als Standalone-Version betrachten, wahrnehmen und annehmen ist eine. Man kann schließlich nicht jeden entsorgen, der einen mag, den man selbst nicht mag. Das wäre so anstrengend wie unfair. So unangemessen wie dumm.

Im Laufe eines halben Jahrhunderts lernt man also das unbeteiligte Schauen, das neutrale Nicken. Nach und nach auch immer mehr echte Toleranz, wenn jemand jemanden mag, den man nicht mag. Oder so sollte es vermutlich sein, oder so erlebe ich es. Das „man“ im Blog ist ja immer eins von persönlichen Erfahrungen und Einstellungen durchzogenes, es bleibt nicht aus und sollte das auch nicht.

So könnte man gut leben, gäbe es nicht immer auch Extreme. Dem amerikanischen Trumpeter verdanke ich es, die selbstgefällige Schmierigkeit eines toxischen Charismas heute gar nicht detailliert erläutern zu müssen: Es gibt nun mal Menschen, die sind wirklich sehr schlimm und trotzdem finden andere sie gut, bei denen man das nie erwartet hätte.

Egal wie sorgfältig man sich Sippenhaft abtrainiert, manchmal geht es einfach trotzdem nicht anders. Dreimal in meinem Leben habe ich mir nette Menschen abgewöhnt, die in schlechte Gesellschaft geraten sind und es offensichtlich total genossen, sich mit schmuddeligen trumpetenden Persönlichkeiten zu umgeben.

Weil ich niemandem wirklich vertrauen kann, der oder die mit einem deutlich fragwürdigen Menschen eng befreundet ist. Aber man sowas natürlich weder diskutieren noch ändern kann, schließlich würde ich mir in meine Freundschaften auch nicht reinreden lassen. Also bleibt nur Rückzug.

Das ist auch okay gewesen, das würde ich jederzeit wieder so machen in diesen drei Fällen. Es war kein Verlust, sondern ein Gewinn - es war eine begründete Vorsichtsmaßnahme, die glückte. Ich habe mich (und meinen privaten kleinen Einzelfall) geschützt, und ich hatte Recht, weil es für mich gut/besser war so.

Toxische Charaktere haben mit Sippenhaft natürlich weder ein Problem noch ein Thema. Wieder so ein Ding, bei dem man sich fragt, wie man der Tochter die Welt erklären soll. 

Bei der Vorstellung, wie es gerade einem ganzen Land geht, in dem Millionen von Menschen feststellen müssen, dass nette vertraute Personen freiwillig und freudig johlend bis zum Halsansatz in den fragwürdigsten Ausscheidungen unserer Gesellschaft stehen, wird mir allerdings ganz kalt.

# 29. November 2016 um 11:12 AM
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Freitag, 25. November 2016

Ab und zu ....

Ab und zu wünsche ich mir, ich hätte ein paar Dinge früher gewusst.

Zum Beispiel, dass sämtliche Handwerker (ich bin in meiner vierten Baustelle und es wird später wohl noch eine folgen) immer mit ihrer eigenen Agenda kommen und deine erst mal überschreiben wollen. Sich suchend schon mal nach der nächsten Aufgabe umsehen, die ihrem Leistungsportfolio entspricht und wie man sich dagegen wehren muss und am Ball bleiben mit den eigenen Anliegen.

Zum Beispiel, dass es Menschen gibt, für die (sämtliche) Gefühle ein Baukastensystem sind, mit dem man sich immer das Türmchen erbaut, das den aktuellen Bedarf deckt. Wichtiger noch, dass dies ein Zustand ist und keine Handlungsabsicht. Was trotzdem im Ergebnis hart kollidiert mit allem, was die allmighty school of Disney und Hollywood uns eintrichtern, von 98% aller Literatur mal abgesehen.

Zum Beispiel, dass man die gesellschaftlichen Erwartungshaltungen an Frauen ab 25 (Karriere aber endlich), ab 30 (wie, noch kein Kind?), ab 40 (jetzt aber mal kurze Haare gefälligst), ab 50 (wo bleibt das Beige?) vollinhaltlich ignorieren kann. Keine Frau wird je fremden Erwartungshaltungen gerecht werden, dazu sind es zu viele und zu unterschiedliche. Es zählen logischerweise also nur die eigenen.

Drei wertvolle Erkenntnisse, die dafür sorgen, dass ich anders an Angebote gehe, die mir unterbreitet werden. Naja. Meistens.

# 25. November 2016 um 07:54 AM
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Mittwoch, 02. November 2016

Phasenweise

Früher, wenn die gleichaltrigen in meiner Abschlussklasse über Verlobungen und Eigenheime sprachen, dachte ich mir immer: Da bin ich wohl in einer anderen Lebensphase. Später, wenn die Kolleginnen tagelang über den perfekten Zweitwagen für die Reihenhauskolonie beratschlagten, sagte ich nach meiner Meinung befragt höflich, dass ich da wohl gerade in einer anderen Phase sei (pleite und Single). Noch ein bisschen später knödelte ich ein kluges energisches Baby, während die gleichaltrigen Frauen ihre Kinder ins Abi jagten. Andere Phase, ganz klar. Und wie ich vor ein paar Tagen feststellte, kann ich das eigentlich immer sagen, wenn jemand sich über etwas unterhalten möchte, das mir gerade nicht behagt. Gemeinsam Start-up gründen? Andere Phase. Mal ausgehen, wenn die Gattin im Urlaub ist? Andere Phase, sorry. Lange drüber nachdenken, ob jemand mich zu dick findet? Vielleicht im nächsten Leben, danke. Hektische Hobbys ... andere Phase. Ich sehe mich um und alle scheinen auf irgendetwas ausgerichtet, das sie als Nächstes erreichen wollen und denke: Andere Phase. Ich will eigentlich mal durchatmen, es ein bisschen schön haben und dann noch schöner. Sinnvolle Dinge tun und großartige Menschen treffen und ein paar Termine weniger haben als in dieser Woche, aber wenn das gerade nicht geht, dann kombiniere ich eben die Treffen, die Termine und das Schöne und ob ich dann wohlverdiente Augenringe trage, interessiert mich dann wieder ... in einer anderen Phase.

# 02. November 2016 um 09:09 AM
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Mittwoch, 08. Juni 2016

Made up

Rechtes Auge: Altägyptische Liebesgöttin, bereit zur katzenhaften Hingabe.
Linkes Auge: Minderjähriger Graffiti-Künstler auf Red-Bull-Entzug, mit Krämpfen.

Lidstrich und ich. Every fucking time.

# 08. Juni 2016 um 05:51 AM
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Love is in the S-Bahn, auch

Fahrkartenkontrolleur: Was ist das?
Ich: Ein Rezept für Triple Chocolate Muffins, nur dass ich hier grobes Meersalz genommen und es quadruplet ha….
FK: Damit können Sie nicht fahren.
Ich: Aber ich fahre doch bereits.
FK: Nein. Das ist kein gültiges Ticket.
Ich: Das weiß ich auch. Das muss Ihnen doch klar sein, dass ich Ihnen das aus Versehen gegeben habe.
FK: Gar nichts muss mir.
Ich: (reicht stumm das ausgedruckte Ticket)
FK: Danke.
Ich: Bitte.
FK: Mit Meersalz? Schokoladenmuffins?
Ich: (erkläre ausführlich dem andächtig lauschenden SBahn-Abteil die Details meines teuflischen Muffinplans ...)

# 08. Juni 2016 um 04:34 AM
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